Baumaterialien für Lautsprecher-Teile

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Baumaterialien für Lautsprecher-Teile

Lautsprecher setzen sich aus verschiedenen Teilen zusammen und können grundsätzlich auch selbst gebaut werden. Meist werden jedoch Lautsprecherboxen gebaut, die ganz individuell gestaltet und so passend in die Wohnung integriert werden können. Alles in allem besteht eine Lautsprecherbox zunächst einmal aus einem Gehäuse, in dem sich das Chassis, also die eigentlichen Lautsprecher befinden. Um das Chassis mit dem Verstärker zu verbinden, findet man Anschlussklemmen. Die Frequenzweiche dient dazu, die Signale des Verstärkers wieder in der richtigen Dosierung an die Lautsprecher weiterzugeben. Je nach Bauart verfügen manche Lautsprechergehäuse auch über eine Öffnung, die die Wiedergabe tiefer Töne verbessern soll. Pro Box ist in der Regel mehr als ein Lautsprecher erforderlich. Bei Zwei-Wege-Boxen sind Hochtöner und Tieftöner notwendig, bei Drei-Wege-Boxen werden außerdem noch Mitteltöner integriert.

Diese Voraussetzungen muss ein selbstgebautes Lautsprechergehäuse erfüllen

Wenn Sie selbst ein Lautsprechergehäuse bauen möchten, müssen Sie dafür sorgen, dass dieses sehr stabil ist und nicht schwingt. Um dies zu erreichen, werden im Idealfall Materialien verbaut, die eine hohe Dichte aufweisen. Hierfür kommen mehrere Werkstoffe infrage, in die Sie später die entsprechenden Bohrungen für Lautsprecher, Anschlüsse und bei Bedarf ein Bassreflexloch einarbeiten müssen. Zudem sollte die Lautsprecherbox dann noch gedämmt werden. Baupläne für Lautsprechergehäuse können online erworben und nachgebaut werden.

Baumaterialien für Lautsprechergehäuse aus Holz

Holz kommt bei den meisten selbstgebauten Lautsprechergehäuselösungen zum Einsatz und kann in verschiedenen Varianten je nach Geschmack und Art des geplanten Lautsprechers verbaut werden.

Rohspanplatten

Rohspanplatten bestehen aus Holzspänen und werden mithilfe von Kleber zu einer dichten Platte geformt. Die Oberfläche dieses Baumaterials ist relativ glatt und dicht, die Mittelschicht lockerer. Rohspanplatten haben den Vorteil, dass sie sehr günstig zu erwerben sind und problemlos in verschiedenen Stärken und genau zugeschnitten gekauft werden können. Beim Bau einer Lautsprecherbox sollten die Platten mindestens 16 Millimeter, bei großen Boxen auch 19 Millimeter stark sein, um die Gehäuseschwingungen effektiv zu dämpfen. Ein Nachteil der Platten ist, dass der Durchtrittschall relativ stark ist. Rohspanplatten können pur genutzt, lackiert oder mit Folie und/oder Stoff versehen werden.

OSB-Platten

OSB-Platten oder auch Grobspanplatten waren ursprünglich ein Abfallprodukt der Furnier- und Sperrholzindustrie und bestehen aus langen, schlanken Spänen. Bei diesen Platten kommt es durch die Verbindung verschieden großer Späne und Kleber zu einer mosaikartig gemusterten Platte in verschiedenen Gelb- und Brauntönen. Das ist nicht jedermanns Geschmack, da die Platten oft unruhig wirken. Die raue Oberfläche lässt sich einfach mit dem Bandschleifer glätten und dann lackieren. OSB-Platten können in verschiedenen Stärken erworben werden und lassen sich leicht verarbeiten. Wenn Sie möchten, können Sie die Platten auch abbeizen. Dazu müssen Sie jedoch den werksseitig aufgetragenen Klarlack vorher abschleifen und die Platten aufrauen.

MDF-Platten

MDF-Platten bestehen aus feineren Holzfasern als Rohspanplatten, sind daher weitaus feinporiger als diese und verfügen auch über eine sehr viel glattere Oberfläche. Kleber und Fasern werden bei dieser Plattenvariante gleichmäßig in eine Form gepresst, wodurch sie ihr charakteristisches Aussehen erhält. MDF-Platten sind der Werkstoff der Wahl, wenn Sie Lautsprecherboxen in besonderen Formen bauen wollen, da mit diesem Material auch schräge Schnitte und Ausfräsungen gut gelingen. Die Platten können zudem mit einem Furnier versehen oder lackiert werden, Verklebungen sind ganz einfach möglich. Bei kleinen Lautsprechern ist eine Dicke von 10 Millimetern ausreichend. Grundsätzlich gilt, umso größer das Gehäuse, umso dicker sollten auch die MDF-Platten sein. Bei diesem Werkstoff wird der Durchtrittsschall gut gedämpft.

Furnierte Spanplatten

Die bereits erwähnten Rohspanplatten sind im Fachhandel auch mit Holz- oder Kunststofffurnieren erhältlich, die auf beiden Seiten der Platte aufgeklebt werden. Hier können Sie zwischen verschiedenen Holzvarianten und zahlreichen unterschiedlichen Farben wählen. Als Klebstoff wird bei der Herstellung meist Holzleim oder Laminat-/Fugenleim verwendet, je nachdem, ob Kunststoff- oder Holzplatten aufgeklebt werden. Für furnierte Spanplatten gilt im Endeffekt dasselbe, wie bei normalen Rohspanplatten ohne Furnier. Die Schnittkanten können noch zusätzlich verschönert werden.

Multiplex-Platten

Sperrholzplatten werden ebenfalls gerne als Werkstoff für Lautsprechergehäuse hergenommen und sorgen für eine gute Resonanz- und Durchtrittsschalldämpfung. Multiplex-Platten werden aus etwa einem Millimeter starken Birken- oder Buchenplatten gefertigt, die übereinander geklebt und innerhalb der Platte wiederum um 90 Grad gedreht werden. Sperrholzplatten kleben Sie am besten mit Holzleim. Außerdem können Sie die Oberfläche durch Beizen, Lackieren, Ölen oder Wachsen optisch aufwerten. Multiplex-Platten sind in verschiedenen Stärken verfügbar. Sie sind vor allem beim Bau von Lautsprechergehäusen für Musiker sehr beliebt. Sie sind zum einen leicht und zum anderen auch so robust, dass sie Transporte gut überstehen. Das Schleifen ist bei Multiplex-Platten nicht ganz einfach und erfordert ein wenig Übung und Anstrengung.

Stabsperrplatten

Stabsperrplatten sind ein klassisches Baumaterial, das im Möbelbau bereits seit Jahrzehnten zum Einsatz kommt. Die Platten bestehen aus Holzleisten, die parallel ausgerichtet werden. Zusätzlich werden auf beiden Seiten quer dazu Deck- und Absperrfurniere aufgeleimt. Diese auch unter der Bezeichnung Tischlerplatten erhältlichen Werkstoffe eignen sich gut für den Bau von Lautsprechergehäusen. Sie sind formstabil und biegesteif und verfügen außerdem über ein hohes Stehvermögen. Die Platten sind sehr leicht, wodurch die Boxen leicht transportiert werden können.

Echtholz

Platten aus Echtholz, auch solche, die aus verschiedenen Holzleisten zusammengeklebt wurden, sind für den Lautsprecherboxenbau eher weniger geeignet. Das Holz arbeitet noch und zieht sich je nach Luftfeuchtigkeit zusammen oder dehnt sich aus. Werden die Platten verleimt, kommt es zu Spannungen und früher oder später zu Rissen im Holz. Dennoch kann Echtholz als Baumaterial für Lautsprecher verwendet werden, jedoch nicht als Gehäuse an sich, sondern in Form von aufgesetzten Zierwänden für die Seiten- und Frontteile. Das sieht zum einen sehr schön aus und sorgt zum anderen für zusätzliche Stabilität, die wiederum dem Klangerlebnis zugutekommt. Als Basis für die Echtholzplatten eignen sich beispielsweise MDF-Platten.

Naturstein

Naturstein ist ein sehr beliebtes Material für eine Vielzahl von Einrichtungen und kann theoretisch auch für den Bau von Lautsprechergehäusen zum Einsatz kommen. Besonders geeignet ist hier Marmor, Granit oder Schiefer, wobei Schiefer in Bezug auf die Klangqualität besonders vorteilhaft ist. Jedoch kann Naturstein in DIY-Bauweise kaum bearbeitet werden, da die notwendigen Maschinen und auch das handwerkliche Geschick häufig fehlen. Wenn Sie jedoch selbst Steinmetz sind oder den Bau von Steinboxen in Auftrag geben möchten, ist Naturstein eine ganz außergewöhnliche Wahl. Sie sollten jedoch beachten, dass Boxen aus Naturstein recht schwer werden und nur mit Mühe transportiert werden können.

Glas

Eine transparente Lautsprecherbox aus Glas oder auch Acryl- und Plexiglas sieht wunderschön aus und kann einen ganz besonderen Blickfang in der Wohnung darstellen. Ein Problem ist es jedoch, dass für die Klangqualität Dämmmaterial vonnöten ist, das die transparente Wirkung schnell zunichtemacht. Wenn Sie dies nicht stört, können Sie auch Glas als Baumaterial für Ihre Boxen nutzen.

Baumaterialien für die Dämpfung und Dämmung von Lautsprechern

Um für eine ordentliche Klangqualität zu sorgen, müssen Lautsprecher adäquat gedämmt werden, um die Schwingung des Gehäuses und den Durchtrittsschall zu dämpfen. Dafür ist zum einen das Gehäusematerial verantwortlich, aber zum anderen auch die Dämmung und Dämpfung. Eine Möglichkeit dafür ist der Einbau von Ringversteifungen, die aus einem Brett bestehen, das innerhalb der Box etwa in Höhe der Boxenmitte eingeklebt wird. Handelt es sich um eine größere Box, können auch mehrere solcher Ringversteifungen sinnvoll sein. Ähnlich können auch Weichfaserdämmplatten mit einer Stärke von etwa fünf bis zwölf Millimetern eingearbeitet werden. Diese werden etwa drei Zentimeter schmaler als der Innenraum zugeschnitten und dann flächig an die Innenwände geklebt, wodurch sich die Resonanzneigung deutlich vermindert. Außerdem ist noch das Dämmmaterial für das Gehäuse zu nennen, dessen Dichte sich je nach Art des Lautsprechergehäuses unterscheiden kann. Grundsätzlich gilt: Bei geschlossenen Gehäusen füllt man den Lautsprecher vollständig locker, während bei Bassreflexboxen alles gefüllt wird, außer der Innenraum und die Stelle hinter dem Reflexkanal. Als Füllmaterial eignen sich zum Beispiel Polyester oder Schurwolle.

Die Frequenzweiche als Baumaterial im Lautsprecher

Wenn Sie einen Lautsprecher selbst bauen möchten, werden Sie an einer Frequenzweiche kaum vorbeikommen. Diese dient dazu, die Töne auf die einzelnen Lautsprecher aufzuteilen. So werden tiefe Töne zum Tieftonlautsprecher, dem "Woofer" geschickt, während hohe Frequenzen beim Hochtöner landen. Handelt es sich um einen Drei-Wege-Lautsprecher, werden auch die mittleren Töne von der Frequenzweiche zum richtigen Lautsprecher geleitet. Die Frequenzweiche besteht aus diversen Verbindungen und Widerständen, die die Lautstärke insgesamt abschwächen. Integrierte Spulen dienen als Verbindung für tiefe Töne und unterbrechen hohe. Kondensatoren agieren dagegen in die andere Richtung und sind als Verbindung für die hohen Töne und als Unterbrechung für die tiefen Töne tätig. Die Frequenzweiche ist über ein Anschlussterminal an den Verstärker angeschlossen und erhält von diesem elektrische Signale, die entsprechend umgeleitet werden. Neben dem „Sortieren“ der einzelnen Frequenzen sorgt die Frequenzweiche auch dafür, dass zwischen den einzelnen Lautsprechern ein Ausgleich herrscht und keine Überlastung einzelner Teile auftritt. Frequenzweichen gibt es in ganz unterschiedlichen Bauarten, von einfach bis hin zu kompliziert. Zusätzlich zu den bereits genannten Materialien können in den selbstgebauten Lautsprecher auch Verstärker integriert werden.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden