Baumarktroller vs Markenware

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Ich erzähle erstmals vom Jon... Sun..., weil der mein erster Roller war. "Baugleich" mit Baotian und anderen Cinarollern mit Motorcode 139QMB (bitte nicht mit den alten Rollern von Rex und Itteco verwechseln! Die hatten meistens den zuverlässigen Minarelli-Motor 2-Takter). Den habe ich mit dem Handyvertrag als Zugabe erhalten. 2 Jahre 20 Euro monatlich und neuer Roller! Wegen unseriosem Anbieter hat das Ganze fast 1 Jahr gedauert. Die Rede ist aber nicht von schlechtern E-Bayern. Erhalten habe ich keine Neuware, sondern einen Vorführwagen mit 300 km Laufleistung. Erste Enttäuschung kam sofort- beim Kaltstart keine Leistung, faule Beschleunigung in allen Zuständen (kalt und warm). Beim Roller-Händler habe ich erklärt bekommen, dass es beim China-4-Takter normal ist. War damit trotzdem nicht zufrieden. Schon bei 500 km Tachowelle gebrochen. Da die Inspektion schon fällig war habe ich gleich noch Paar teile mitbestellt, Ventile eingestellt u.s.w nach Inspektionsplan. Mit ein wenig technischem Verstand gleich 80 ccm Satz eingebaut, Luftfilter und Hauptdüse angepasst. Bei der Beschleunigung hat sich nicht viel verbessert, an den Steigungen hat er danach die Geschwindigkeit konstant gehalten. Bei Inspektion eine wegen dem vom Werk falschen Verlegen durchgescheuerte Bremsleitung gefunden und ersetzt. Gelieferte Tachowelle passte nicht, obwohl Modell, Marke u.s.w. genau angegeben. Hat sich herausgestellt, dass "baugleiche" Roller aus China  mind. 3 unterschiedliche Tachowellen haben, mind. 2 Vergasertypen, die voneinander baulich stark unterscheiden, und noch Paar Teile, die man nicht einfach bestellen und einbauen kann. Überblick hatte nicht mal Cymco-Handler, der in der Werbung als China-Roller-Teile-Händler sich vorgestellt hat. Hat nicht einmal Ahnung gehabt, dass es für die Tuningzylinder gibt und geweigert für mich einen verstellbaren Vergasernagel zu bestellen, da es so was auch nicht gebe. Ein Firmenrollerhändler mit Vergnügen den Auftrag für markenfremden Roller angenommen und ...nach 3 Wochen nicht geliefert- der Grosshändler wäre Schuld. Auf die Garantie ist kein Verlass, die hätte ich angeblich auch.  Auf Anfrage an Verkäufer wegen Adresse der Vertragswerkstatt nie eine Antwort bekommen, nur Empfangsbestätigung. Der mitgelieferte Topcase ist nach einer Woche so gebrochen, dass ich den einfach weggeschmissen habe. Nach Umfallen im Stand war gleich der komplette Seitenteil in 2 Hälften gebrochen. Vom Mitschwimmen im Verkehr keine Rede, da die Dinge so faul beschleunigen, dass man mehrmals an die geparkten Autos gedrückt wird, befor man auf die 45 km/h kommt. Dafür haben die einen robusten Ramen, mein Bekannter hat seinen Roller sogar als Vollcross benutzt mit Sprüngen, Dreck, Wasser und allem was sonst dazu gehört und es ist nichts passiert. Der Motor selbst haltet meistens was aus, sind aber viele Falle bekannt, als sich der Kurbelwellenlager von Varioseite verabschiedet hat und das kostet Geld. Inspektionen in der Werkstatt können teuer werden. Auslieferungsinspektion und 500-km-Insp. kosten zusammen um die 200, sonst jede 2500 km in die Werkstatt und wieder um die 100 Euro. Empfielt sich sofort den Keilriemen auszutauschen (reißt meist nach Paar Hundert km) und die Variorollen. Die Hinterradbremse habe ich nie zum Blockieren bringen können- ist einfach zu schwach dafür. Scheibenbremse vorne ist etwas stärker, was auch zu erwarten war. Bei Vorderradbremse wurde mit der Zeit Geberzylinder undicht, was allerdings kein Regelfall ist. Übrigens ist die sogenannte ABS beim Roller nur ein mechanischer Bremskraftbegrenzer und gehört meiner Meinung nach sofort ausgebaut, da der im Regen auch blockiert und auf trockener Fahrbahn die volle Entfaltung der Bremse nicht erlaubt.

Irgendwann "hatte ich die Schn... voll" und habe einen gebrauchten Piaggio Sfera 50 im Internet ausgesucht- ein vom Aussehen her unauffäliger Roller. Beim Anschauen zum ersten Mal einen Firmenroller gefahren. Gefühl: "Nur Fliegen kann schöner sein", und das im nicht getunten Zustand. Tachowelle und Helmfachschloss haben von Anfang an nicht funktioniert. Kostenpunkt für Welle 10 Euro inkl Versand, neue Feder für´s Schloss 40 Cent. Seitdem habe ich keine Probleme: Top Beschleunigung, fahre im linken Fahrstreifen in der Stadt und keine kaputten Teile. Keine Not einen 70ccm Zylinder einzubauen, da ohnehin genug Leistung. Muss man allerdings jede 1000-1500 km 1 liter Öl reinkippen und bisschen lauter ist ein Zweitakter auch. Die Teile sind problemlos zu bestellen und kosten sogar billiger, als für einen Chinaroller (wenn man z.B. luftgekühlte Zylinder für Piaggio und Baotian, beide aus China vergleicht). Ein Ersatzzylinder für fast jeden Markenroller kostet z.B. bei EBay ab 30 Euro inkl Versand. Leistungssteigernde Teile  in beinah unbegrenzter Auswahl. Bei dem Craschtest durch Hinlegen bei ca 30 km/h (Danke meinem Schwager-Stuntman, der leider keinen Roller fahren kann) hat mich mein Sfera, im Gegensatz zu China-Roller, angenehm überrascht. Er hatte nur Paar tiefe Schrammen, ca 3 cm langer Platzer, leicht verdrehter Lenker (wie es z.B. beim Fahrrad passiert) und defekter Spiegel.  Peugeot Zenith, Honda SXR und Gilera DNA haben mich später nochmals von der Zuverlässigkeit, sehr gutem Fahrverhalten und ausgezeichneter Bremswirkung der Bremse der Firmenroller überzeugt. Selbst ein Suzuki CP50 Bj 88 war viel angenehmer zu fahren und viel zuverlässiger gewesen, nur sind die Teile für den schwer zu finden und beim Händler sind die zu teuer, nur aus Angst verkauft und später bereut.

Da Sie auf die Garantie früher oder später warscheinlich verzichten müssen und selber zum Schraubenzieher greifen, so kaufen Sie lieber das, was beim Schrauben nicht gleich zerfällt, nicht so oft geschraubt werden muss, einfacher beim Warten und Reparieren ist, auch wenn es etwas mehr Geld kostet, oder etwas älter ist.

Entwicklung und Herstellung eines guten Rollers mit Einsatz der hochwertigen (wirklich so) Materialen sowie nachfolgender Service haben seinen Preis, weil da sich schon jemand Mühe gibt. Die Hersteller der "Chinakracher" wollen den moglichst schnellen Gewinn.  Um Gewährleistungsansprüche zu vermeiden  werden  die  Firmen  oft  geschlossen  und  an deren Stellen  neue  gegründet.

 

Chinaroller:

Pro: günstiger Preis (ab ca 600 Euro, gebraucht kann mann für 200-300 Euro einen 2-3-jährigen Gebrauchten finden), niedriger Verbrauch, günstige Originalteile, kein Ölzumischen mehr, da Viertakter, gutes Aussehen, Hydraulikscheibenbremse vorn serienmäsig.

Contra: aufwendige Teilebestellung, keine Werkstatt, kein Service, brüchige Plastikteile, schlechte Verarbeitunsgualität, schwehr abzustimmen, sehr begrenzter Angebot an Tuningteilen, auch nach dem Tuning kein Vergleich zum getunten Markenzweitakter, schlechte Bremswirkung trotz Scheibenbremse, schlechtes Lichtbild und Lichtintensivität des Hauptscheinwerfers, unbequeme Ergonomik, keine Fussrasten für Sozius. Sehr oft werden die mit Option auf Selbsteinbau im Garantiefall angeboten. D.h. wenn etwas kaputt geht, werden an den glücklichen Besitzer nur die Teile mit Einbauanleitung verschickt.

Markenroller:

Pro: zuverlässige Technik und Elektrik, gute Bremswirkung, auch die der Trommelbremse, gute Ausleuchtung der Strasse, bequemer großer Sitz, Ersatzteile (-nachbauten) überall und günstig, .

Contra: BJ 1994 für 350 Euro, neu- unbezahlbar (ab 1500-1700 Euro für 50 ccm), Öl nachfüllen, Verbrauch (ca 3,5 l/100 km) um ca 1 Liter höher als beim 4-Takter. Originalteile sind sehr teuer.

Es werden mittlerweile dieselben China-Roller von Peugeot, Sachs etc. angeboten. Es ist natürlich zu vermuten, dass die einen Top-Service für die von ihnen verkauften Fahrzeuge organisiert haben. Deswegen beziehen sich meine Wörter bezüglich des Services nich auf die Roller. Das hat allerding auch seinen Preis- so ein Roller kostet bei Peugeot ab 1049 Euro.

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