Bauen und Wohnen Heizen mit Holz

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Heizen mit Holz
Pellets – eine Alternative zu Gas oder Öl?
Das Heizen mit Holz scheint für viele Hausbesitzer eine umweltschonende und vor allem günstige Alternative zu Gas und Öl zu sein. Doch rentiert sich der Umstieg wirklich? Und wie hoch ist die Feinstaubbelastung?
Kamine sorgen für urige Wärme, Heizungen wärmen das ganze Haus.

Es war nicht die Romantik knisternder Scheite, die Holzheizungen in Deutschland so begehrt machte. Die Alternative zu Öl und Erdgas galt als umweltschonender, nachhaltiger - und vor allem günstiger. In Zeiten hoher Energiekosten sind dies wichtige Faktoren, die den Holzheizungen einen wahren Boom beschert haben. Nachdem die Preise im letzten Jahr kurzfristig angestiegen waren, hat sich der Markt wieder erholt. Doch ist der Traum von der sauberen und billigen Heizalternative nur eine Illusion gewesen? Nicht unbedingt: Grundsätzlich gilt, dass es beim Heizen mit Holz zwei unterschiedliche Möglichkeiten gibt - Pellets und Hackschnitzel.
Pellets oder Scheitholz?

Heizen mit gepressten Holzspänen - so genannten Pellets.

Pellets sind gepresste Stäbchen aus naturbelassenem Holz. Die kleinen Energieträger werden von Händlern angeliefert und in einen Vorratsbehälter gefüllt, aus dem sie automatisch in den Verbrennungsraum rieseln. Vorteile von Pelletheizungen sind, dass sie nur relativ wenig Lagerplatz brauchen und die Pellets aufgrund ihrer Verdichtung einen hohen Energiewert haben.

Hackschnitzelheizungen dagegen arbeiten mit Holzstücken, die ebenfalls automatisch in den Heizkessel befördert werden. Eher nachteilig sind dabei die Größe der Stücke, die mehr Lagerplatz erfordern.

Eine weite Verbreitung der alternativen Energiequelle fürs Zuhause scheitert derzeit noch an den hohen Anschaffungskosten. Bei einer Pelletheizung fallen laut der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz etwa 50 bis 100 Prozent mehr Kosten an, als für eine Gas- oder Ölheizung. Der Heizkessel in einem Einfamilienhaus kostet zwischen 7.000 und 10.000 Euro, die Installation 1.000 bis 2.000 Euro und der Umbau eines Raumes zu einem Lagerraum bis zu 2.000 Euro. Diese Preise hängen von dem Energiebedarf und der Größe des Hauses ab. Der Staat fördert den Einbau jedoch mit mindestens 1.500 Euro für einen Biomassekessel.

Durch den Preisanstieg bei den Pellets kann allerdings nicht mehr davon ausgegangen werden, dass sich eine Pelletheizung schon nach sieben Jahren rechnet. Berater der Verbraucherzentrale gehen eher davon aus, dass der Besitzer einer Pelletheizung erst nach 15 bis 20 Jahren mit Ersparnissen rechnen kann – vorausgesetzt die Preise bleiben stabil. Zur Zeit kostet eine Tonne der zusammengepressten Holzspäne 187,80 Euro (Deutscher Energie-Pellet-Verband e.V. - Stand Oktober 2007).

Wie sich die Preise weiterentwickeln werden, kann zur Zeit niemand sagen, die Nachfrage wird entscheiden. Denn es war vor allem die sprunghaft gestiegene Nachfrage in Deutschland, die den Preis für die kleinen Holzstäbchen von Anfang 2006 bis Anfang 2007 auf bis zu 264,73 Euro anziehen ließ. Anschließend sank der Preis aber wieder, weil die Hersteller mit der Produktion der Pellets nachkamen. Eines ist allerdings sicher: Die Pellets sind immer noch günstiger als Gas und Erdöl.
Selbstfällen spart Geld
Preiswerte Alternative: Selbst geschlagenes Holz.
Günstiges Holz bekommen Sie direkt beim lokalen Forstamt. Dafür müssen Sie zwar selbst die Axt oder Motorsäge schwingen und ein Lehrgang ist hierbei unumgänglich, Sie zahlen allerdings nur einen Bruchteil dessen, was Ihnen Brennholzfirmen oder Baumärkte berechnen. Die Preise variieren je nach Lage und Art des Holzes zwischen 8 und 17 Euro pro Raummeter. Gut geeignet sind Rotbuche, Ulme und Eiche, denn sie verfügen über hohe Energiewerte.

Wem Abholzen zu anstrengend ist, kann auch geschlagenes Holz vom Wegesrand kaufen. Dafür berechnet der Förster etwa 23 Euro pro Raummeter. Den Abtransport muss der Kunde selbst organisieren. Übrigens: Ein Raummeter Holz ersetzt etwa 200 Liter Heizöl.

Wichtig zu wissen: Sie sollten sich Ihr Brennholz frühzeitig sichern. Geschlagenes Holz muss mindestens zwei Jahre trocknen, bis die Restfeuchte unter 20 Prozent liegt. Verheizen Sie zu feuchtes Holz, verschenken Sie Energie und riskieren eine größere Verschmutzung durch Feinstaub. Achten Sie daher beim Kauf der Heizung auch auf den eingebauten Partikelfilter. Denn neue Untersuchungen zeigen, dass mit Holz wesentlich mehr Feinstaub produziert wird als mit Gas- oder Ölheizungen.
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