Battlefield Bad Company 2 Bericht

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Seit Jahren warten PC-Spieler sehnsüchtig auf eine Fortsetzung der Bat tlefield-Reihe. Seit Battlefield 2142 ist es nämlich ziemlich ruhig um die legendäre Mehrspieler-Serie geworden. Das kostenlose Online-Spiel Battlefield Heroes war vergangenes Jahr sicher eine spaßige Anlehnung an das Erfolgskonzept der Reihe und Battlefield 1943, das in diesem Jahr erscheinen soll, knüpft daran ebenso an, doch ein waschechtes Battlefield-Spiel, das diesen Namen verdient, steht in den Augen vieler Spieler nach wie vor aus. Nun erscheint Battlefield: Bad Company 2 – ob der schwedische Entwicker Dice damit seine anspruchsvollen Fans erfreuen kann?

Die Zwei im Namen verrät es bereits: Bei Bad Company 2 handelt es sich um eine Fortsetzung. Bevor Sie nun zu grübeln beginnen, wa rum Sie den Vorgänger dann nicht kennen: Dieser erschien 2008 nur für die Xbox 360 und die PlayStation 3 und wurde mit Lob geradezu überhäuft. Dice versuchte sich dabei erstmals an einem waschechten Einzelspieler-Shooter und überzeugte auf ganzer Linie. Es dreht sich alles um Spielcharakter Preston Marlowe, der in die B-Company der US-Army versetzt wird, die von einem Unglück ins nächste stolpert. Ein Rezept, an dem die Entwickler auch in Teil 2 festhalten. Und keine Angst, auch wenn Sie Bad Company nicht kennen, werden Sie mit dem Nachfolger auf Ihre Kosten kommen, denn die Geschichte des Spiels knüpft nicht direkt an die vorangegangenen Geschehnisse an.

 
Dice hetzt Sie durch verschiedenste Szenarien, sogar durch ein Flugzeug.
Die Story von Bad Company 2 baut auf dem fiktiven Hintergrund auf, dass sich die USA mit Russland im Krieg befinden. Marlowe und seine Kollegen sollen sich zu Beginn irgendwo an der Grenze von Alaska zu Russland mit einem Undercover-Agenten der Amerikaner treffen. Aber: Bevor Sie den Kerl aufspüren, müssen Sie mit ansehen, wie Bösewicht Kirilenko den Spion entlarvt und hinrichtet. Daraufhin verschwinden die Russen mit einer Geheimwaffe, die das Schicksal der Vereinigten Staaten besiegeln könnte, was Sie natürlich verhindern sollen. Wie im Vorgänger schlittert die B-Company so in einen brisanten Einsatz, obwohl alles ganz harmlos begann.

Dice versteht es in der Reihe das Buddy-Movie-Konzept perfekt umzusetzen, nämlich völlig unterschiedliche Charaktere in eine scheinbar ausweglose Situation zu bringen und das alles mit jeder Menge Humor zu würzen. Und genau das hebt Bad Company 2 von den vielen anderen Vertretern des Genres ab. Bereits nach wenigen Spielminuten hat man die Charaktere ins Herz geschlossen, wie sie sich gegenseitig in den Zwischensequenzen ärgern, Situationen mit flapsigen Sprüchen kommentieren oder sich während der Laufwege durch den Dschungel plötzlich über Football unterhalten. So nehmen die Chaoten der B-Company menschliche Züge an und wirken deutlich glaubhafter als die stocksteifen Soldaten in den meisten anderen Ego-Shootern. Unterstützt wird dies durch die enorm vielen Zwischensequenzen, mit denen Dice die Geschichte vorantreibt und die Charaktere zeichnet. Zu Beginn jeder Mission, aber auch an deren Ende präsentieren die Entwickler Ihnen ein solches Filmchen, genauso wie immer wieder während der Levels.

 
Bad Company 2 nutzt immer wieder geskriptete Sequenzen, um Ihnen den Schweiß auf die Stirn zu treiben.
Kamerafahrten, Emotionen der Figuren und Dialoge sind dabei verblüffend gut gelungen.
Aber Bad Company 2 besteht ja nicht nur aus Zwischensequenzen, der Kern des Spiels ist Geballer, wie für einen Ego-Shooter üblich. Und dank jeder Menge Abwechslung wird Ihnen auch hier nicht langweilig. Das fängt damit an, dass das Abenteur von Marlowe und Co. Sie in vier große Gebiete führt, nämlich die eisige Einöde Alaskas, Dschungel, Wüste und Stadtgebiete. Die unterscheiden sich allerdings vor allem optisch, nicht aber spielerisch voneinander. Viel entscheidender ist, dass Dice ständig die Spielelemente varriiert. Natürlich sind Sie die meiste Zeit damit beschäftigt, böse Buben aufs Korn zu nehmen. Die agieren nicht immer schlau und gleichen sich auf Dauer, als wären sie von den Russen einfach geklont worden – bei den ständigen Explosionen, Schreien der Kameraden, einstürzenden Gebäuden und so weiter fällt das aber kaum auf.

Je nachdem, wie geübt Sie im Umgang mit der virtuellen Waffe sind, beschäftigt Sie das Geballer etwa sechs bis acht Stunden, in denen Sie hunderte Bösewichter ins Jenseits befördern und Dutzende Schießprügel ausprobieren. In jedem Level gibt es nämlich neues Equipment zu finden und die Auswahl lässt kaum Wünsche offen. Von verschiedenen Sturmgewehren über Schrotflinten bis zu Scharfschützengewehren und Sprengsätzen bietet Ihnen Bad Company 2 alles, was irgendwie kracht und rumst. Alle gefundenen Ballermänner dürfen Sie innerhalb der Levels an bestimmten Versorgungspunkten untereinander tauschen, je nachdem, was Sie gerade gebrauchen können. Geübte Spieler werden aber schnell auf die Mischung aus Sturm- und Scharfschützengewehr umsteigen. Warum? Man merkt den Gegnern immer wieder an, dass Bad Company 2 parallel für die Konsolen konzipiert wurde. Dort fällt die Steuerung aufgrund des Gamepads etwas träger und indirekter aus als mit Maus und Tastatur am PC. Denn mit dieser Kombination nehmen Sie auch mehrere Schurken in Sekundenschnelle aufs Korn, etwas, womit die träge KI nicht immer hundertprozentig zurechtkommt. Deshalb ist der Schwierigkeitsgrad stellenweise etwas zu leicht.
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