Basteln und verschönern: Was sind eigentlich Embossing-Stempel?

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Basteln und verschönern: Was sind eigentlich Embossing-Stempel?

Karten zu basteln ist ein abwechslungsreiches und vielseitiges Hobby, das nicht nur äußerst kreativ und entspannend ist, sondern auch einen besonders praktischen Nutzen hat. Denn selbst gestaltete und selbst gebastelte Karten sind ein wunderbares Geschenk und eine ganz besondere Geste. Man zeigt damit, dass man sich über den Beschenkten Gedanken gemacht hat, und zaubert so eine individuelle Aufmerksamkeit, die bestimmt in Erinnerung bleibt.

Karten sind für jeden Anlass geeignet. Für weihnachtliche Adventsgrüße gibt es ebenso schöne Motive, wie zu besonderen persönlichen Anlässen, wie zur Hochzeit, Taufe oder zum Geburtstag. Neben 3D-Motiven, verschiedenen Papierarten und Stiften sind gehören auch Embossing-Stempel für fortgeschrittene Kartenbastler zum Inventar. Der Grund: Mit dieser recht einfachen Technik lassen sich Karten kreieren, die gleichzeitig individuell gestaltet sind und doch professionell aussehen.

Obwohl sich Embossing bei vielen Bastel-Fans großer Beliebtheit erfreut, ist es bei der breiten Masse noch recht unbekannt. In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen daher erklären, was sich hinter dem Embossing verbirgt. Zunächst sollen Sie erfahren, woher das Embossing kommt und in welchen Formen es eingesetzt werden kann. Im Anschluss daran erklären wir Ihnen, wie Sie diese Technik mit speziellen Embossing-Sets für Ihre Zwecke einsetzen können. Sie sollen ebenfalls erfahren, welche Materialien und welches Zubehör Sie dabei benötigen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Grußkarten, Einladungen oder Gästekarten einen persönlichen Stempel aufdrücken.

Embossing – eine Technik aus dem Scrapbooking

Embossing ist ein englischer Begriff, der übersetzt so viel wie „Prägung" bedeutet. Dieser Begriff ist etwas irreführend, da beim Embossing im eigentlichen Sinne nicht geprägt wird. Während beim Prägen von oben oder unten ein Muster in das Papier eingedrückt wird, trägt man beim Embossing eine erhabene Schicht auf das Papier bzw. den Karton auf. Diese wirkt dann so reliefartig wie eine Hochprägung, ist aber im eigentlichen Sinne keine. Kurz gesagt funktioniert das wie folgt: Der Embossing-Stempel wird mit einer speziellen Embossing-Farbe benetzt und auf die gewünschte Stelle gedrückt. Nun wird auf diese haftende Schicht Embossing-Pulver aufgetragen, überschüssiges Puder wird vorsichtig abgestreift. Das haftende Puder wird nun erhitzt und bildet nach einer kurzen Trocknungsphase ein leicht hervorstehendes Relief.

Embossing ist eine Technik, die sich beim Scrapbooking großer Beliebtheit erfreut. Sie ist relativ einfach umsetzbar und bietet dabei ein sehr aufwendig aussehendes Endergebnis. Um Bilder zu beschriften und Seiten zu gestalten wurde die Technik des Embossings daher häufig in den besonders in Amerika und Kanada beliebten Scrapbooks angewandt.

Seit mehreren Jahren hat Scrapbooking sich auch hierzulande zu einem beliebten Hobby entwickelt, das vor allem von Eltern kleiner Kinder gerne betrieben wird. Scrapbooks sind dabei eine Art Fotoalbum, bei denen die ausgewählten Bilder mit Aufklebern, Überschriften, Glitzerpartikeln und vielen weiteren Dekorationselementen verziert werden. Anders als bei herkömmlichen Fotoalben werden beim Scrapbooking Geschichten erzählt. Der Aufbau der jeweiligen Seiten mit einer Mischung aus Fotos und anderen Gestaltungselementen dient dazu, ein Erlebnis, wie zum Beispiel den Besuch in einem Vergnügungspark oder das erste Weihnachtsfest, zu untermalen. Dazu können auch Erinnerungsstücke, wie Kinderlocken oder Eintrittskarten in das Album eingeklebt werden. Die einzelnen Teile sind so Stücke einer Lebensgeschichte, die gemeinsam mit Texten und Fotografien ein Gesamtbild bildet. Man erhält so kleine, liebevoll gestaltete Alltagsgeschichten, die man sich auch nach Jahren immer wieder gerne ansieht.

Weihnachtsgrüße, Osterkarten oder für den persönlichen Anlass: Embossing-Stempel für Karten aller Art

Nicht nur im Scrapbooking, auch beim Basteln von Grußkarten konnte sich Embossing durchsetzen. Der Grund dafür liegt in dem Endergebnis: Die Mischung aus individuellen Designmöglichkeiten und einem Bild, das aussieht, wie gekauft, macht Embossing besonders beliebt. Man arbeitet beim Embossing meist mit Stempeln, kann jedoch auch als Fortgeschrittener auf Embossing-Stifte oder Schablonen zurückgreifen, um individuelle Schriftzüge und Muster selbst zu kreieren. Embossing-Stempel gibt es für die verschiedensten Anlässe und in den vielfältigsten Stilrichtungen. Mit der Embossing-Technik lassen sich Weihnachtskarten ebenso gestalten, wie Hochzeitseinladungen, Konfirmationskarten und Geburtstagskarten. Auch Einladungen oder Menükarten für ein Café oder Restaurant können so einfach und professionell selbst erstellt werden.

Immer dann, wenn eine persönliche Note gefragt ist und das Ergebnis professionell aussehen soll, ist Embossing die richtige Technik. Im Folgenden möchten wir Ihnen nun genau zeigen, wie diese Technik funktioniert.

So wird der Embossing-Stempel eingesetzt

Wie bereits angedeutet gibt es verschiedene Möglichkeiten Karten oder andere Papiermaterialien mit Embossing-Techniken zu verschönern. Die einfachste Methode ist die Nutzung von Embossing-Stempeln. Diese sind in den verschiedensten Größen, Formen und Stilrichtungen erhältlich. Sie können einen Schriftzug darstellen oder bildliche Darstellungen und Ornamente enthalten. Der Vorteil: So sieht der Schriftzug auf jeder Karte gleich aus. Gerade, wenn Sie Einladungen in größerer Stückzahl erstellen möchten, ist dies ein wichtiger Aspekt, schließlich soll alles einheitlich wirken.

Bevor es losgeht: Diese Utensilien benötigen Sie zum Embossing-Stempeln

Embossing ist eine Technik, die sehr einfach zu erlernen ist und von Beginn an tolle Endergebnisse bietet. Neben Kreativität und etwas Geschick hängt der Erfolg des Unterfangens wie so häufig von den gewählten Materialien ab. Zum Basteln mit der Embossing-Technik  benötigt man daher folgende Utensilien:

  • Embossing-Stempel: Ein guter Embossing-Stempel sollte mit einer dicken Kautschuk-Schicht versehen sein. Sie gewährleistet, dass der Abdruck gleichmäßig wird und das Puder an allen Stellen hält. Dies ist nicht bei allen Bürostempeln der Fall, weshalb Sie für diese Technik auf spezielle Bastelstempel zurückgreifen sollten.
  • Stempelkissen: Spezielle Embossing-Stempelkissen sind in verschiedenen Farben und Größen erhältlich. Die Farbe des Stempelkissens für Embossing ist dabei eher ein Kleber als eine Farbe, da das Pigment darauf haftet. Daher besitzen Embossing-Stempelkissen eine sehr langsam trocknende Farbe. Besonders zu beachten ist dabei die Wahl der Farbe: Verwenden Sie deckende, eher dunkle Puderpigmente, spielt die Farbe des Stempelkissens keine Rolle, da sie überdeckt wird. Bei hellen Pigmenten kann etwas von der Farbe des Stempelkissens zu sehen sein. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, wählt transparente Stempelkissen. Bei dunkleren Papieren empfehlen sich ebenfalls transparent-pigmentierte Stempelkissen oder solche, die zum Untergrund passen. Die Größe des Stempelkissens ist von weniger großer Bedeutung, da der Stempel nicht einmal eingetaucht wird, sondern mehrmals benetzt werden kann.
  • Embossingpuder: Empossingpuder ist ein Puder, der aus Farbpigmenten auf Kunstharzbasis besteht. Unter Wärmezufuhr bildet der Puder eine zusammenhängende Fläche, die leicht erhaben wirkt. Es gibt Embossingpuder in verschiedenen Farbtönen, auch Metallic-Farben werden hier gerne gewählt. Die Farbe des Embossingpuders bildet den Hauptfarbton der gesamten Kreation und sollte daher mit Bedacht gewählt werden.
  • Heißluftgerät: Um den Embossing-Puder zu erhitzen, benötigt man eine Hitzequelle, die ohne Luftstrom auskommt. Ein Haartrockner ist daher nicht geeignet, da er den Puder wegblasen würde. Wer sich noch kein Heißluftgerät anschaffen möchte, kann sich zunächst mit einem handelsüblichen Toaster behelfen. Diese Technik eignet sich jedoch nur dann, wenn Sie keine großen Stückzahlen herstellen möchten.
  • Karten oder Papier. Zum Bestempeln mit Embossing-Pigmenten benötigen Sie natürlich auch das passende Trägermaterial. Hierfür sind eigentlich alle Papierarten oder Blankokarten geeignet. Sie sollten jedoch darauf achten, dass das Papier nicht zu dünn ist. Bei dünnen Papieren kann es passieren, dass sie die Hitze nicht vertragen und sich Blasen oder Falten bilden. Arbeiten Sie mit einem Toaster als Hitzequelle, sollte die Karte nicht zu dick sein, da hier die Wärme von unten zugeführt wird. Bevor Sie also eine große Menge an Papier oder Karten kaufen, sollten Sie zuvor probieren, ob die gewünschte Papierart mit Ihrer Wunschtechnik funktioniert.

Häufig sind die benötigten Elemente in Embossing-Sets erhältlich. Diese bieten Ihnen den Vorteil, dass alle Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind und zueinanderpassen. Diese Sets sind vor allem für Anfänger daher eine gute Wahl. Sie bilden eine gute Grundlage, auf der Sie mit weiteren Farben, Motiven und Pigmenten gut aufbauen können.

Schritt für Schritt zum professionellen Ergebnis: So gehen Sie beim Embossing vor

Nachdem Sie nun wissen, wie das Prinzip des Embossings funktioniert und welche Materialien und Utensilien Sie benötigen, können Sie mit dem Embossing beginnen. Befolgen Sie unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung, werden auch Sie bald tolle Ergebnisse erzielen. Das Vorgehen beim Embossing ist dabei relativ simpel und mit dem richtigen Equipment auch schnell von Erfolg gekrönt. So gehen Sie dabei vor.

Schritt 1: Vorbereitung der Arbeitsfläche

Eigentlich bedarf Embossing keiner großen Vorbereitung. Dennoch ist es hilfreich, ein paar wenige Vorkehrungen zu treffen. Legen Sie sich alle Utensilien bereit, sodass Sie alles in Griffnähe haben. Als Unterlage empfiehlt sich ein Blatt, das in der Mitte einen Knick aufweist. Überschüssiger Puder, der beim Bestäuben herunterfällt, kann so aufgefangen und wieder in die Verpackung transportiert werden. So ist der Materialverbrauch beim Embossing besonders gering.

Schritt 2: Wählen Sie die richtige Stelle aus

Nun suchen Sie sich eine Stelle aus, auf der das Embossing-Motiv aufgetragen werden soll. Wer mag, kann die betreffende Stelle unauffällig mit einem Bleistift markieren. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Orientierungspunkte oder –linien später von dem Motiv überdeckt werden. Radieren können Sie zwischen dem Relief nämlich nicht.

Schritt 3: Befeuchten Sie den Embossing-Stempel

Beim Befeuchten des Embossing-Stempels geht man etwas anders vor, als man es vom „normalen" Stempeln gewöhnt ist. Um sicherzugehen, dass alle Teile des Motivs ausreichend mit Pigment befeuchtet sind, hält man den Embossing-Stempel fest in einer Hand oder legt ihn vor sich auf den Tisch. Nun wird das Motiv gewissenhaft mit dem Stempelkissen betupft. Achten Sie darauf, dass Sie alle Teile des Motivs gleichmäßig mit Farbe betupfen.

Schritt 4: Stempeln und mit Pigment bestäuben

Drücken Sie den Stempel auf die zuvor markierte Stelle auf und stellen Sie sicher, dass Sie dies gleichmäßig tun. Arbeiten Sie mit ausreichendem aber nicht zu großem Druck, um das Papier nicht zu beschädigen. Ist das Motiv aufgetragen, bestreuen Sie die Fläche großzügig mit dem Pigment. Seien Sie dabei nicht sparsam, das überschüssige Pigment wird ohnehin wiederverwendet. Warten Sie einen Moment, damit sich der Puder mit der Farbe verbinden kann, und schütten Sie dann den überschüssige Puder auf das vorbereitete Papier.

Schritt 5: Erhitzen und Endergebnis bestaunen

Sie haben nun das gewünschte Motiv in der Rohform auf dem Papier. Damit das Motiv seine eigentliche gewünschte Form annimmt, muss es nun mithilfe eines Heißluftgerätes erhitzt werden. Die Pigmente verschmelzen miteinander und der gewünschte Reliefeffekt wird erzeugt. Nach wenigen Sekunden ist die Oberfläche getrocknet und Sie können sich an Ihrem fertigen Werk erfreuen.

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