Basteln mit Motivbögen: kreative Gestaltungstipps mit Stickern, Stanzbögen und Bastelkartons

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Basteln mit Motivbögen: kreative Gestaltungstipps mit Stickern, Stanzbögen und Bastelkartons

Papier ist ein Material, das sich in der Bastlerwelt größter Beliebtheit erfreut. Das ist nur wenig verwunderlich, kommen wir doch bereits früh damit in Kontakt. Postkarten, Geburtstagsgrüße, Bücher, das erste Mal im Kindergarten mit Tonkarton basteln – mit Papier und Pappe verbinden wir nur Gutes. Papier kann Geschichten erzählen, deshalb sind bildliche Darstellungen auf und mit dem Material besonders wirkungsvoll und dementsprechend beliebt. Dabei ist Papier sehr vielseitig und kann in vielen Projekten zum Einsatz kommen. Das liegt vor allem an den zahlreichen Formen und Farben, in denen Papier daherkommt. Neben Tonkarton und Bastelpapier konnten sich nämlich auch ganz spezielle Formen des Papiers entwickeln und wurden von Bastelfans gut angenommen. Stanzbögen, Motivbögen zu den unterschiedlichsten Themenbereichen und vielfältige Sticker gehören auf jeden Fall zu den eher ausgefallenen Papieren und werten jedes Papier-Projekt auf.

Motivbögen – von der kleinen Beigabe zum Sammlerobjekt

Papier mit hübschen Motiven zum Basteln oder Verschenken zu benutzen, hat eine lange Tradition. Und auch heute noch reißt der Erfolg der hübschen Bildchen nicht ab, denn mit neuen Motiven und Formen geht die Industrie immer wieder auf den Bedarf der Kunden ein. So ist es einfacher geworden, mit Motivbögen zu basteln. Seinen Ursprung haben Motivbögen bei den sogenannten Glanzbildern, kleinen Motiven, die mit einem speziellen Chromolythographie-Verfahren gedruckt wurden. Glanzbögen, oder auch Oblaten, wurden in Poesiealben eingesetzt und als Tausch- und Sammlerobjekte genutzt. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts kam dieser Trend auf und sollte in Deutschland und Österreich zwischen den Jahren 1880 und 1910 seine Hochphase erreichen. Aus dieser Zeit sind immer noch Motive vorhanden, die mittlerweile einen hohen Sammlerwert haben. Zu den begehrtesten Bildern gehören die sogenannten Liebigbilder. Diese Sammelbilder waren zunächst nichts anderes als eine Beilage für ein Fleischprodukt, wurden aber bald schon europaweit zum begehrten Sammlerobjekt, das viele Nachahmer fand. Sammelalben mit Bildern aus dieser Epoche (Mitte 19. Jahrhundert) sind mittlerweile ein Vermögen wert.

Mittlerweile werden neuere Glanzbilder nicht nur gesammelt, sondern zum Basteln und Verzieren eingesetzt. Die Glanzbilder können dabei eine flache oder leicht geprägte Oberfläche aufweisen. Sie werden als Papierbögen geliefert und sind meist durch kleine Papierstege miteinander verbunden. Diese müssen vor der Verarbeitung mit einer kleinen Schere abgeschnitten werden. Eine neue Form der Motivbögen sind sogenannte 3D-Bögen. Diese eignen sich perfekt zum Basteln von 3D-Bildern für Grußkarten und Bilder. 3D-Bilder werden mit kleinen Klebepads auf das Papier gebracht, um den 3D-Effekt zu verstärken.

Aufkleber und Sticker: optimal zum schnellen Basteln

Anders als Motivbögen kann man Aufkleber nicht für die oben beschriebene 3D-Technik einsetzen. Denn die Druckerzeugnisse sind auf der einen Seite bedruckt, auf der anderen Seite mit einer Selbstklebefläche ausgestattet. Durch die Klebefläche liegt der Aufkleber flach auf. Sticker bieten den Vorteil, dass sie sehr schnell verarbeitet werden können. Dafür wird lediglich die Trägerfolie entfernt und der Sticker an gewünschter Stelle aufgeklebt. Meist werden Sticker auf einem Motivbogen geliefert und können einzeln aus dem Gefüge herausgetrennt werden. Aufkleber werden in den verschiedensten Farben, Formen und Größe hergestellt. Sie werden nicht nur zum Basteln eingesetzt, sondern wurden besonders in den 90er Jahren gerne gesammelt. Dazu wurden spezielle Sticker-Alben benötigt, die das mehrmalige Abziehen der Sticker bei geringem Klebkraftverlust ermöglichten. Sticker gibt es aus Papier, mit Stoffüberzug, glitzernden Farben und auch aus ungewöhnlichen Materialien wie zum Beispiel Kork.

Stanzbögen – was ist das eigentlich?

Anders als Sticker und Bastelkarton können sich Neulinge unter dem Begriff „Stanzbogen" meist nur wenig vorstellen. Das liegt daran, dass dies ein Fachbegriff ist, der in der breiten Bevölkerung nur selten genutzt wird. Man kennt das, was darunter verstanden wird, meist unter den Bezeichnungen Glanzbilder, Lackbilder, Oblaten, Scraps oder auch Vielliebchen. Dahinter verbergen sich Motivbögen, bei denen die einzelnen Bilder über Papier oder Papierstege miteinander verbunden sind. Die Besonderheit von Stanzbögen im Gegensatz zu den klassischen Glanzbildern liegt darin, dass man die einzelnen Motive nicht ausschneiden muss, sondern sie anhand einer vorgestanzten Falzlinie vorsichtig aus dem Bogen herauslösen kann. Das spart viel Arbeit und vor allem Zeit, gegenüber den klassischen Motivbögen, bei denen die oft filigranen Ecken und Kanten beim Ausschneiden oft Mühe bereiten. Firmen wie Morehead, Hummel oder Karin Jittenmeier sind bekannte Hersteller für die hübschen Motive.

Kreative Gestaltungstipps – so basteln Sie mit Motivbögen und Stickern

Nachdem Sie einiges über Herkunft und Entwicklung der Motivbögen erfahren haben, möchten wir Ihnen ein paar Gestaltungstipps mit an die Hand geben. Damit Ihr Bastel-Projekt mit Motivbögen zum Erfolg wird, benötigen Sie gar nicht viel. Notwendige Werkzeuge sind lediglich:

  • Schere (gegebenenfalls eine Pinzettenschere zum Ausschneiden von Kleinteilen)
  • Klebestift oder Bastelkleber
  • Gegebenenfalls Klebepads für 3D-Motive
  • Weitere Verzierungen nach Wunsch: Glitzerstaub, farbige Stifte etc.

Je nachdem, für welche Bastelart Sie sich entscheiden, benötigen Sie noch das richtige Material. Darauf werden wir in den einzelnen Punkten ausführlicher eingehen. Sie sollen erfahren, welche Materialien Sie für die einzelnen Projekte benötigen und kreative Gestaltungsideen erhalten.

Und wie lautet Ihre Geschichte? Scrapbooking – der Trend aus Übersee

Scrapbooking ist ein Trend, der eine kleine Renaissance der Motivbögen mit zu verantworten hat. Diese besondere Variante des Fotoalbums erfreut sich seit geraumer Zeit in den USA und in Kanada größter Beliebtheit und schaffte Anfang der 2000er Jahre den Sprung über den großen Teich zu uns. Man arrangiert dabei Fotos mit verschiedenen anderen Papiermotiven, Stickern und vielen weiteren Elementen. Anders als im normalen Fotoalbum werden die Bilder hier nicht einfach eingeklebt, man arrangiert sie zu einer Geschichte.

Je nach Ereignis können so auch echte Lebensgegenstände, wie zum Beispiel Flugtickets oder Eintrittskarten hinzugefügt werden, um eine besondere Erinnerung zu schaffen. Beim Scrapbooking werden dabei nur ausgewählte Fotos verwendet und mit Stickern und Motiven in einen Kontext gesetzt. Besonders beliebt sind Scrapbooks bei jungen Eltern, da sich damit die ersten Lebensmonate und Jahre eines Kindes besonders hübsch gestalten lassen. Scrapbooks bieten außerdem Raum für kleine Anekdoten, die hier gestalterisch in Erinnerung gerufen werden können. Beliebte Themen sind dabei zum Beispiel das erste Weihnachten oder der erste Besuch in einem Freizeitpark.

Zum Scrapbooking benötigen Sie neben den thematisch passenden Motivbögen natürlich auch ein Scrapbook. Diese gibt es in den unterschiedlichsten Varianten, vom Ringbuch bis hin zum gebundenen Album. Ebenfalls hübsch ist spezielles Scrapbooking-Papier, das mit Ornamenten und aufwendigen Mustern überzeugen kann. Scrapbooking eignet sich nicht nur zum Festhalten eigener Erinnerungen, sondern ist auch ein sehr persönliches Geschenk für einen guten Freund, den Partner oder andere. Eine besonders schöne Idee: Verschenken Sie ein Scrapbook von einem gemeinsamen Urlaub. Dies ist persönlicher als ein Fotobuch und wird bestimmt häufig durchgeblättert werden.

Karten basteln zu jedem Anlass

Ebenfalls ein Trend in der Bastel-Community ist das Basteln von Grußkarten. Besonders im holländischen Raum haben sich hier ganz besonders aufwendige und individuell gestaltete Karten durchgesetzt. Mit Techniken wie Embossing können so professionell aussehende Karten individuell erstellt werden. Was man hierzu benötigt, sind verschiedene Arten Papier, die zueinander passen. Gegebenenfalls ist auch Tonkarton zu empfehlen, unter anderem dann, wenn man vorhat, den Kartenrohling selbst zu erstellen. Karten gibt es jedoch auch vorgefertigt, diese werden dann im Anschluss mit Stickern, Oblaten oder 3D-Bildern individualisiert. Wir haben Ihnen im Folgenden ein paar kreative Ideen zur Kartengestaltung zusammengefasst.

Weihnachtliche Grüße mit hübschen Wintermotiven

Zum Gestalten von Karten können die unterschiedlichsten Mittel eingesetzt werden. 3D-Bögen zaubern ein sehr plastisches Bild, während Sticker eine schöne und schnelle Lösung bieten. Weihnachtliche Sticker sind nicht schwer zu finden und können auch schon von sehr kleinen Kindern verarbeitet werden. Winterliche Motive müssen dabei nicht immer etwas mit dem Weihnachtsfest zu tun haben. Wer auf Weihnachtsmann, Tannenbaum und Engel verzichten möchte, findet ebenfalls Motivbögen mit idyllischen Winterlandschaften oder filigranen Schneeflocken.

Happy Birthday! Grußkarten mit individuellem Touch

Karten sind zu jedem Anlass eine schöne Überraschung, aber gerade beim Wiegenfest freut sich jeder über eine persönliche Aufmerksamkeit. Es gibt hier schöne Geburtstagsmotive mit Luftballons, Cupcakes oder Torten, die zusammengestellt einen hübschen Geburtstagsgruß abgeben. Karten für die Geburt eines Kindes können mit niedlichen Babymotiven verschönert werden.

Willkommen im Frühling! Hübsche Ostermotive für Grußkarten und Aufsteller

Wenn der Winter hinter uns liegt, naht endlich der Frühling. Um diese Tatsache zu feiern oder einem lieben Menschen ganz individuelle Ostergrüße zukommen zu lassen, sind frühlingshafte Motive besonders gut geeignet. Küken, Ostereier, Hasen und natürlich Blumen sind die beliebtesten Motive. Als Farbgrundlage eignen sich frische Töne wie Gelb oder Grün.

„Du bist herzlich eingeladen!" Einladungskarten für Hochzeiten, Geburtstage und Taufen 

Für besondere Anlässe wie Hochzeiten, Taufen oder runde Geburtstage möchte man seinen Gästen keine Einladungskarten von der Stange präsentieren. Eine schöne Alternative sind Grußkarten mit den thematisch passenden Motiven. Bei einer Hochzeitseinladung wären dies Ringe, verliebte Turteltauben oder auch blumige Motive. Für die Taufe sind niedliche Kindermotive die beste Wahl, auf das Ereignis einzustimmen. Vorherrschende Farben sind hier Weiß- und Creme-Töne. Jedoch kann auch ein sattes Rot als Grundlage einer Hochzeitseinladung sehr hochwertig wirken.

Fazit: Motivbögen sind in der Kombination am schönsten

Wer mit Stickern, Stanzbögen und Bastelkartons arbeitet, wird schnell feststellen, dass ein Element allein oft einen nicht allzu großen Effekt hat. Arbeitet man nur mit Stanzbögenmotiven, wird das Motiv schnell platt, wohingegen der ausschließliche Gebrauch von Stickern ebenfalls nur wenig überzeugende Resultate liefert. Am besten kommen die einzelnen Bastel-Mittel in Kombination miteinander zur Geltung.

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