Bass Peavey Grind BXP

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Seit einiger Zeit hatte ich den Wunsch, auf einem 6-Saiter zu spielen. Die Grund dafür ist eigentlich die Erfahrung,
daß man auf einem 6-Saiter wunderbar Akkorde spielen kann. Außerdem klingt die G-Saite sehr gut.
Ich habe auf Messen und in Musikläden schon einiges an 6-Saitern probiert.


Nach einigen Recherchen und fehlgeschlagenem Bieten bei ebay habe ich mir letztlich einen Peavey Grind 6 (6-Saiter) bestellt.
Kritiken im Internet sind allgemein sehr gut was Sound, Ausstattung und Preis betrifft, mit Abstrichen bei der Qualität.

1. Auspacken
Gibts nicht viel zu sagen. Wird bei Th... im Pappkarton geliefert mit ein wenig Folie drum rum und Papier um die Saiten.
Trotzdem, Folie weg und es kommt ein eleganter, schlanker und gut aussehender Bass aus dem Karton, dem man die 6 Saiten
erstmal gar nicht ansieht. Schöne Maserung des Bodies (s. Bilder). Die Spannung steigt!

Die Saiten wurden zur Reinigung entfernt (s. Bild Mitte). Rechtes Bild: Geöffneter Deckel, das Fach für die Potis wurde
mit Graphitlack abgeschirmt. Auf den Deckel ist innen Alu-Folie zur Abschirmung aufgeklebt. Außerdem sieht man auf dem
rechten Bild die Body-Durchführungen für die Saiten.

2. Features
Auch nicht schlecht: Durchgehender 5 streifiger Hals mit String Through. Die Monorail Bridges erlauben aber auch ein
Einlegen der Saiten auf der Bridge, was für den Saitenwechsel und sonstige Arbeiten wesentlich angenehmer ist...
Gekapselte Tuner,  2 Humbucker und jeweils 2 Potis für jeden Humbucker (Volume und Ton/Tiefpass).  Ergo hat der Bass
nur passive Elektrik. Na ja, läßt sich locker pimpen, da genug Platz im Elektrofach. 2 Halsstäbe, wie üblich bei 6-Saitern.
Ich habe mir schon einen 3-Band EQ  bestellt, den ich statt der passiven Elektrik einbauen werde...

Die Monorail Bridge für die H-Saite ist nicht exakt aufgesetzt (linkes Bild). 2 Halsstäbe stützen den Hals (mittleres Bild).
Rechtes Bild: Kopfplatte (ohne die schwarze Plastikabdeckung für den Zugang zu den Halsstab-Muttern).

3. Handling
fühlt sich gut an. Liegt gut am Korper im Stehen wie im Sitzen. Ganz leichte Kopflastigkeit, läßt sich aber noch mit einem
billigen Rutschegurt tragen. Mein Fender Jazz Bass (5-Saiter) ist genauso schwer. Aufgrund der optimalen Halsabmessungen
und String Spacing merke ich kaum einen Unterschied in der Bespielbarkeit zu meinem Fender. Der Umstieg fällt deshalb besonders leicht.
Schon am ersten Tag fühle ich mich auf dem 6-String zuhause.
Potis laufen gut, und die Klinkenbuchse hält den Stecker straff fest. Die Saitenlage war schon bei der Lieferung brauchbar
eingestellt. Die habe ich aber nochmal um 1 mm abgesenkt. Oktavreinheit war bei Lieferung auch schon optimal eingestellt.
Bei der Einstellung der Monorails müssen die älteren Semester aber eine Brille tragen, die  Madenschrauben sind aus der
Nanotechnologie... Halskrümmung war ebenfalls bei LIeferung gut eingestellt, da ist nicht nachzustellen.
 
4. Qualität
Da gibts kleinere Mängel. Hier macht sich dann doch der Preis und das Made in Vietnam bemerkbar.
Ein Tuner ruck und hakelt- wurde ausgetauscht. Furnier auf Kopfplatte ist am Rand nicht sauber gearbeitet. Sattel am Eck grob angefeilt.
Ein Monorail nicht exakt aufgeschraubt.
Beim ersten Bespielen: schwarze Hände. Hals wurde offenbar vor dem Verpacken nicht gereinigt.
Das hat dazu geführt, daß die neuen Addario Saiten sofort stumpf geworden sind (wegen des Schleifstaubes, der sich beim
Spielen in den Saiten festgesetzt hat)..  Also mußte ich die Saiten abnehmen, mit
Ultraschall reinigen, den Hals reinigen und wieder 6 Saiten aufziehen. Dann ist es aber in Ordnung und die Saiten klingen wieder.
Man sollte besser sofort die Saiten von den Tunern nehmen, und das Griffbrett ordentlich reinigen, dann kann man
sich die Reinigung der Saiten und das zweimalige Durchziehen durch den Body ersparen.

Die Mängel haben jedoch keine Auswirkungen auf Sound, Bespielbarkeit, Handling und Aussehen. Sie sind marginal.
Wer das nicht will kauft sich besser einen Bass für wesentlich mehr Geld. Ich  finde es aber gut, wenn ein Bassist sich sein Instrument
für die eigenen Bedürfnisse optimal anpassen kann. Dann hat man auch eine bessere 'Beziehung' zum eigenen Instrument.
Vielleicht haben deswegen die berühmten Bassisten alle ein eigenes Signature-Modell.

5. Klang
Leider gibt es keine vernünftigen Videos bei Youtube die man hier empfehlen kann.
Grundsätzlich kommen die Tiefen auf der H- und E- Saite ziemlich straff und trocken, wie man es bei einem extra long Scale
erwarten darf. Ich mag das, wenn es rabiat zur Sache geht. A-, D- und G-saite haben nicht ganz die Brillianz wie bei meinem
Fender (gleiche Saiten, wohlgemerkt)
Die C-Saite ist das Glöckchen des 6-Saiters und klingt gut. Aber nicht lange, wenn man darauf poppt. Daür ist die C-Saite
zu filigran. In den meisten Musikläden klingt daher die C-Saite auf 6-Saitern nicht mehr, da sie schon von Gelegenheitsslappern
ruiniert wurde.
Der Baß hat ein gutes Sustain,  sicherlich aufgrund des durchgehenden Halses und der durch den Body gezogenen Saiten.
Dead Spots habe ich noch keine bemerkt. 
Insgesamt habe ich den Eindruck, daß der Grind 6 ein durchsetzungsstarker Baß mit einem ausgewogenen Klangbild ist,
der auch ordentlich Drücken kann.

6. Fazit
Würde ich sofort wieder kaufen. Klingt gut, hat alle Features (3 Band EQ wird nachgerüstet), guter Preis - einwandfreier Deal.
Leichte Qualitätsmängel können aufgrund des Preises hingenommen werden.
Vor diesem Hintergrund: Kaufempfehlung.
Übrigens gibt es auch teurere Peavey Bässe, es handelt sich hier also nicht unbedingt um
eine Billigmarke. Offenbar wird für die in USA gefertigten Peavey Bässe deutlich mehr verlangt.
Ich habe meinen Peavey Grind 6 BXP noch mit einem 3-Band Equalizer (mit parametrischen
Mitten) von  Artec sowie einem Aktiv/Passiv-Umschalter gepimpt.  Damit fehlt jetzt nichts
mehr, und ich bin sehr zufrieden ( 'Keiner knurrt wie Du' ). Ein sehr angenehm zu bespielender, vielseitiger
und ausgewogen klingender 6-Saiter. Macht sehr viel Spaß darauf zu spielen.


Bild mit 3 Band-EQ (einstellbare Mitten) und einem Toggle Switch für Passiv-Aus-Aktiv.
Der Toggle Switch mußte auch umgebaut werden. Aufgrund des Platzmangels im  Gehäuse
konnte ich die Knobs leider nicht schöner verteilen. So what...

Gruß
   Manfred






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