Basiswissen für den Kauf von Goldbarren

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Das sollten Sie Vor dem Kauf von Goldbarren wissen

Gold ist immer dann eine sichere Wertanlage, wenn das Vertrauen in Wertpapiere sinkt. Der Goldpreis fällt, wenn Geld am Markt günstig zu bekommen ist. Die Chancen, durch Aktien Geld zu verdienen, steigen. Mit wachsender Spekulation steigt aber auch das Risiko einer neuen Spekulationsblase.
Wenn solche Blasen platzen, dann treibt das den Goldpreis innerhalb weniger Wochen nach oben. Wer vor dem Platzen einer solchen Blase bereits in Gold investiert hat, kann nun mit einer guten Rendite rechnen.

Schwankende Preise von Gold

Der Preis von Gold und anderen Edelmetallen ist eng an die Konjunkturentwicklung gebunden. In Krisenzeiten steigt die Nachfrage nach Gold, was es zu einer guten Wertanlage macht. In Boomzeiten wird aber eher der Aktienmarkt angeheizt, was Anleger, die Geld benötigen, dazu bringt, Gold zu verkaufen.
Daher ist der Goldpreis sehr volatil, also unbeständig. Anleger sollten den Markt beobachten, um zum richtigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen. Grundsätzlich eignet sich Gold aber auch als langfristige Anlage, da sein Preis bei einer schlechten Konjunkturentwicklung steigt und der Abstand zwischen Phasen guter und schlechter Konjunktur schwankt. So betrachtet, ist Gold, das günstig eingekauft worden ist, eine sichere Anlage.

Goldpreis und Negativzins

Neben der Goldpreisentwicklung gibt es noch andere Faktoren, die für den Ankauf von Gold sprechen. So unterliegen Sparvermögen derzeit einem Negativzins. Wird vom Realzins die Preissteigerung abgezogen, dann verlieren Sparer derzeit Geld. Soll dies vermieden werden, bietet sich Gold als vergleichsweise sichere Anlage an.
Gerade in Zeiten, wo Anleger besonders auf Wertpapiere setzen, kann es sinnvoll sein, in Gold zu investieren. Für kleinere Vermögen, die nicht für den Kauf von Immobilien geeignet sind, gilt das besonders. Auch die Frage, ob es sinnvoll ist, Geld für Lebensversicherung oder andere Anlagen besser in Gold zu investieren, ist angesichts der Zinsentwicklung durchaus berechtigt.
Bei der derzeitigen Geldpolitik im Euroraum könnte es durchaus zu inflationären Tendenzen und starken Kurseinbrüchen kommen. Wer in einer solchen Situation sein Vermögen in Gold angelegt hat, gehört zu den Glücklichen, deren Vermögen erhalten bleibt.

Barren, Münzen, Optionen

Anlagegold kann bei Banken und Edelmetallhändlern erworben werden. Da Münzen aufgrund der Prägekosten etwas teurer sind, bieten sich besonders Barren zum Kauf an. Anlagegold hat einen Vorteil: Beim Kauf fallen keine Mehrwertsteuern an. Um eine Anlage richtig zu bewerten, sollten aber auch die Kosten für die Aufbewahrung und andere Gebühren beim Kauf berechnet werden. Nur so lässt sich ermitteln, ab welcher Wertsteigerung die Anlage Gewinn abwirft.
Interessant ist der Handel mit kleineren Barren. Barren werden ab einer Menge von 1 Gramm gehandelt. Außerdem gibt es 5-Gramm-Barren und 10-Gramm-Barren sowie Unzen. Eine Unze Gold wiegt 31,1 Gramm und einen Wert von ungefähr 1.090 Euro - der Preis hängt vom jeweiligen Goldkurs ab. Darüber gibt es Goldbarren mit einem Gewicht von 50, 100, 250, 500 und 1000 Gramm. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass kleinere Einheiten einen leichten Gewinnvorteil bringen, weil hier die Nachfrage größer ist als bei großen Einheiten. Wer also ein Kilo Gold kaufen will, spart bei großen Einheiten zwar Geld, erzielt aber im Verkauf mit kleineren Einheiten tendenziell einen etwas besseren Gewinn.

Goldoptionen als Alternative

Neben dem Kauf von Gold können Anleger auch in den Optionshandel mit Gold einsteigen. Er bietet Gelegenheit, auch von fallenden Preisen zu profitieren. Allerdings ist die Risikobewertung hier deutlich schwieriger. Eine Goldanlage kann auch eine Baisse überstehen, solange das Geld nicht gebraucht wird.
Auch wenn der Goldpreis sinkt, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er sich wieder erholt hat. Optionen bringen aber nur bei Fälligkeit Gewinn, wenn die Vereinbarung stimmt. Dies setzt Erfahrung und Wissen voraus. Unerfahrene Anleger, die ihr Vermögen lediglich gegen Inflation absichern wollen, sollten besser Barren kaufen.

Der Goldmarkt

Gold wird in US-Dollar gehandelt, da Geld auch als Gegenpart zum Dollar herangezogen wird. Wer also Geldvermögen in Euro in Gold anlegen will, sollte auch auf Kursunterschiede achten. Vorteilhaft sind fallende Dollarkurse. Dies hat zur Folge, dass der Goldpreis meistens anzieht. Allerdings kann der Goldpreis auch von Marktteilnehmern mit großen Goldreserven beeinflusst werden.
Soll der Preis sinken, wird Gold verliehen oder verkauft. Soll er steigen, dann kaufen die Zentralbanken Gold und Minengesellschaften drosseln die Goldgewinnung. Da allerdings der Goldbesitz der Zentralbanken nur etwa 16 Prozent der Gesamtmenge ausmacht, sind die Möglichkeiten, den Goldpreis zu beeinflussen, begrenzt.
Die Gesamtmenge des weltweit bisher geförderten Goldes beträgt 165.000 Tonnen. Da die Rentabilität der Goldförderung wesentlich vom Goldpreis abhängt, haben Minenbetreiber wenig Interesse daran, den Goldpreis negativ zu beeinflussen. Allenfalls die amerikanische Zentralbank kann durch Goldverkäufe den Dollar stützen.
Der Marktwert der gesamten Goldmenge entspricht schätzungsweise 8,7 Billionen Dollar, gegenüber dem Wert aller Anleihen im Wert von 91 Billionen und dem Wert von Derivaten im Wert von 700 Billionen Dollar. Der Gesamtanteil des Goldes am internationalen Markt entspricht gerade 0,96 Prozent des weltweiten Finanzvermögens. Im September 2010 lag der Anteil von Gold an den Währungsreserven gerade bei 10,1 Prozent.

Umgekehrte Preisentwicklung

Wichtig ist es auch zu wissen, dass in Krisenzeiten die Goldnachfrage sinkt, sobald Notverkäufe dazu zwingen, Gold zu verkaufen. Insofern sind Goldanlagen langfristige Wertanlagen. Wer Goldbarren kauft, sollte bereit sein, Preisschwankungen zu verkraften, weil er auf den Verkaufserlös nicht angewiesen ist.
Insofern eignet sich Gold auch zur Altersvorsorge und zum Vermögenserhalt, sofern der Besitzer in Zeiten stärkeren Geldbedarfs auf andere Vermögen zugreifen kann oder über ein entsprechend hohes Einkommen verfügt. Wenn Aktienpreise, Fonds und Immobilienpreise fallen, steigt der Goldpreis an.
Da Gold nicht künstlich reproduziert werden kann, hat es durchaus die Bedeutung einer Sonderwährung, deren Kurs das Misstrauen in das Papiergeld widerspiegelt. Dieses Misstrauen können sich Käufer von Goldbarren zunutze machen.

Kaufkraft von Gold - ein anschauliches Beispiel

Ein weiterer Indikator für die Sicherheit der Wertanlage Gold bildet der Kaufpreis. An diesem Parameter lässt sich die Sicherheit von Gold als Wertanlage besonders gut darstellen. Der Wirtschaftswissenschaftler Stephen Harmston stellte die Wertstabilität an folgendem Beispiel dar: Zur Zeit des neubabylonischen Reichs (600 v. Chr.) entsprach eine Feinunze Gold dem Gegenwert von 350 Laib Brot. Anfang 2009 betrug der Wert einer Feinunze 770 Euro und der Brotpreis lag bei 2,20 Euro. Ein Anleger konnte also für eine Feinunze 350 Laib Brot kaufen. Bis 2010 stieg der Brotpreis auf 3,50 Euro, der Preis einer Feinunze stieg auf 1300 Euro. Dies entsprach umgerechnet einer Menge von 371 Laib Brot. Ein Investor bekam also für eine Feinunze Gold soviel wie vor 2600 Jahren oder mehr.
An diesem Beispiel lässt sich besonders gut darstellen, weshalb Gold in Zeiten erhöhter Inflation ein sicheres Mittel zur Sicherung von Vermögen ist. Ein Blick in vergleichende Tabellen lohnt sich. Dennoch schwankt die Kaufkraft von Gold in gewissen Grenzen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Die langfristige Preisentwicklung wird außerdem durch Förderkosten beeinflusst. Steigt der Goldpreis stark an, dann wird die Förderung günstiger, und das Interesse, Gold auf den Markt zu bringen, wächst.
Ein weiterer Vorteil von Gold ist seine Überlebensfähigkeit. Goldbesitz überlebt jede Währungsreform und jede Abwertung, denn Gold ist an kein Zahlungsversprechen von Unternehmen oder Regierungen gebunden. Gold steht keinen Schulden gegenüber, wie etwa der Besitz von Wertpapieren oder Derivaten. Insofern droht bei Goldbesitz keine Enteignung durch die Insolvenz eines anderen Schuldners.
Dies unterscheidet Gold grundlegend von allen anderen Wertanlagen, abgesehen von Immobilien, deren Wert aber stark von einer marktorientierten Dividende abhängt.

Gold und andere Anlageformen

Neben der Sicherheit einer Anlage spielt der Aspekt der Performance eine wichtige Rolle. Bei einem Vergleich zwischen Gold und anderen Anlageformen wie Aktien, Staatsanleihen, Immobilien und Währungen lassen sich teilweise große Unterschiede feststellen. Zwischen 2000 und 2010 Jahren stieg der Goldpreis inflationsbereinigt um 302 Prozent. Von 1990 bis 2000 fiel der Preis um real 47,1 Prozent.
Zwischen 2000 und 2010 fiel der Aktienkurs der DAX-Unternehmen um real 8,1 Prozent, während er zwischen 1990 und 2000 real um 273,1 Prozent wuchs. Die Frage der Performance ist also abhängig von den betrachteten Zeiträumen.
Unter den in solchen Vergleichen herangezogenen Anlageformen hat Gold seit 1970 die zweitbeste Performance unter den ausgewählten Anlageklassen, was für Gold als langfristige Anlageform spricht. Nur mit sehr viel riskanteren Geschäften lassen sich kurzfristig höhere Gewinne erzielen.

Fazit

Der Kauf von Goldbarren ist besonders für konservative Anleger interessant, die nach einer Möglichkeit suchen, den Wert ihres Vermögens zu erhalten. Die Kaufkraft von Goldvermögen ist stabil und die Gewinnchancen sind gut.
Barren sind in verschiedenen Größen am Markt erhältlich und sollten sinnvoll kombiniert werden. Wer also mehr als ein Kilo Gold kaufen möchte, kann mehrere Barren verschiedener Größe im Hinblick auf die Dauer der Anlage erwerben. Vorteilhaft ist neben der Kaufkraft die Befreiung von der Mehrwertsteuer. Aber auch Gebühren und Kosten für die Lagerung sollten bei der Berechnung des Wertes oder seiner Steigerung miteinbezogen werden.
Gold kann als sichere Anlageform betrachtet werden, weil sein Wert an kein Verkaufsversprechen gebunden ist. Es gilt als krisensicher, da sein Wert bei wachsender Inflation steigt und Goldbesitz auch jede Währungsreform übersteht. Außerdem steigt der Goldpreis bei fallendem Dollar. Da Gold nicht synthetisch hergestellt wird und die Minenbetreiber kein Interesse an fallenden Preisen haben, ist die Goldmenge an den Preis gebunden.
Alle diese Faktoren machen Gold trotz schwankender Preise zu einer sicheren langfristigen Anlage, die verglichen mit anderen Anlagen eine gute Performance bietet. Besonders in Hinblick auf den Negativzins, der andere Formen der Altersvorsorge zu einem Verlustgeschäft werden lässt, ist Gold eine vergleichsweise sichere Alternative. Im Hinblick auf die Preisentwicklung der nächsten Jahrzehnte bietet sich ein allmählicher Einstieg in Gold als Anlageform an. Da am Aktienmarkt durch billiges Geld zwar im Augenblick große Gewinne erzielt werden, Experten aber bereits von einer schleichenden Inflation durch die Überzeichnung von Vermögenswerten sprechen und allgemein von einer steigenden Inflation ausgegangen wird, ist Gold auch derzeit trotz leicht fallender Preise eine Anlageform, die sich rechnen kann.
Wer also sein Vermögen absichern möchte, kann sich dabei auf Gold als Anlageform verlassen. Gerade im Hinblick auf einen erneuten Einbruch der Märkte, der von den meisten Akteuren erwartet wird und sich in absehbarer Zeit ereignet, können sich Goldbesitzer zu den künftigen Gewinnern zählen, deren Vermögen nicht von extremen Kursschwankungen oder den Zahlungsversprechen von Schuldnern abhängt, die im Krisenfall insolvent sind.

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