Basiswissen Musik: bedeutende Opern- und Operettenkomponisten von N bis Z

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Basiswissen Musik: bedeutende Opern- und Operettenkomponisten von N bis Z

Haben Sie sich bereits in dem umfangreichen Angebot von Opern und Operetten bei eBay umgesehen, dann sind Sie sicherlich auf bekannte und unbekannte Komponisten gestoßen. Der folgende kleine Überblick mit den bedeutendsten Opern- und Operettenkomponisten soll Ihnen dabei helfen, eventuell vorhandene Wissenslücken aufzufüllen. Dabei wird hier nur auf die Komponisten mit Nachnamen eingegangen, die zwischen N und Z angesiedelt sind. Außerdem kann aufgrund des Textumfanges nur eine sehr kleine Auswahl getroffen werden.

Komponisten von Opern und Operetten des 17. Jahrhunderts - Claudio Monteverdi, Johann Sebastiani und Henry Purcell

Claudio Monteverdi lebte von 1567 bis 1643 in Italien und war als Priester, Sänger, Gambist und Komponist tätig. Seine Werke sind typisch für die Wende von der Renaissance zum Barock. Er führte vor allem das damals relativ junge Genre der Oper zu einem seiner ersten Höhepunkte. So wurde er schon zu Lebzeiten damit berühmt. Insgesamt schrieb er 18 Opern, allerdings sind nur die drei Stücke „L'Orfeo", „Il ritorno d'Ulisse in patria" sowie „L'Incoronazione di Poppea" erhalten geblieben.

Der 1622 in Weimar geborene Johann Sebastiani gilt als Schöpfer der ersten deutschen Oper. Sie trägt den Titel „Verliebtes Schäffer-Spiel" und wurde vom Musikwissenschaftler Michael Maul im Jahr 2001 in Vilnius wiederentdeckt. Den Titel erste deutsche Oper hatte übrigens bis 1991 das verschollene Stück „Dafne" von Heinrich Schütz inne. Für sie konnte allerdings der Musikwissenschaftler Wolfgang Steude durch einen Brief von Schütz nachweisen, dass „Dafne" keine Oper war. Johann Sebastiani starb 1683 in Königsberg. Seine Oper ist unter dem Titel „Pastorello musicale" oder „Verliebtes Schäferspiel" erhältlich.

Der Engländer Henry Purcell etablierte das Genre Oper auf der Insel. Hierfür ist seine 1689 uraufgeführte Oper „Dido und Aeneas" verantwortlich. Für sie verarbeitete der Komponist Elemente der französischen und italienischen Oper. Er kopierte diese aber nicht, sondern entwickelte eine eigene Tonsprache, die sehr eng mit dem Text verbunden war. Zu Lebzeiten galt Purcell als der bedeutendste Komponist Englands. Und auch heute noch beeinflusst sein Werk viele Musiker. Beispielsweise bezieht sich Pete Townshend von der Band „The Who" in den Anfangstakten des Liedes „Pinball Wizard" auf Purcell.

Oper- und Operettenkomponisten des 18. Jahrhunderts 

Giovanni Battista Pergolesi

Der italienische Komponist Giovanni Battista Pergolesi wurde nur 26 Jahre alt, aber innerhalb von fünf Jahren schuf er sein umfassendes Werk, das auch heute noch gern in Italien und außerhalb aufgeführt wird. Pergolesis früher Tod verklärte ihn und sein Schaffen ähnlich, wie es bei Mozart der Fall war. Seine zwei abendfüllenden Opern „Lo frate innamorato" und „Il Flaminio" sind der Opera buffa zuzuordnen, sprich der komischen Oper oder musikalischen Komödie. Interessant ist hier, dass der Komponist die Musik sehr geschickt mit der Dramaturgie verwebt und gültige Konventionen bricht. Beispielsweise wird der Bravourgesang so übertrieben, dass er zur Karikatur mutiert und Standesdünkel und Ähnliches entlarvt. Einfache Lieder hingegen werden für das Ausdrücken von tiefen Empfindungen genutzt. 

Jean-Philippe Rameau

Jean-Philippe Rameau war ein Musiktheoretiker und Komponist, der von 1683 bis 1764 in Frankreich lebte und hier maßgeblich die französische Oper nach Jean-Baptiste Lully weiter entwickelte. Zu seinen bekanntesten Opern gehören „Hippolytos und Aricia" aus dem Jahr 1733 und „Castor und Pollux" von 1737. Gerade „Hippolytos und Aricia" bildete dabei die Grundlage für den Ruhm des Komponisten, denn in dieser Oper offenbarte er die Fähigkeit, unglaublichen musikalischen Reichtum zu schaffen. Ein Zeitgenosse bemerkte dazu, dass in „Hippolyte et Aricie" Musik für zehn Opern stecken würde. Ludwig der XV. erhob Rameau in den Adelsstand und machte ihn zum Kabinettskomponisten. Nach seinem Tod geriet der französische Komponist schnell in Vergessenheit, wurde aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Interessant ist dabei, dass viele Kompositionen von Jean-Philippe Rameau zu seinen Lebzeiten als unspielbar galten. Heute gehören sie dagegen in das Repertoire eines jeden Barockensembles.

Antoni Salieri

Durch den Film „Amadeus" wurde der italienisch-österreichische Komponist Antonio Salieri bekannt, auch wenn die darin dargestellte Konkurrenz bzw. der Neid Salieris auf Mozart in dieser Form rein fiktional ist. Der in Österreich Anton Salieri genannte Kapellmeister und Musikpädagoge schuf über 40 Opern. Zu den bekanntesten zählen „Armida" aus dem Jahr 1771, „Der Rauchfangkehrer" von 1781 oder „Les Danaïdes" von 1784. Sein Schaffen steht in der Tradition der italienischen Oper seria, also der ernsten Oper. Außerdem flossen in seine Musik die reformistischen Gedanken von Christoph Willibald Gluck ein, der ein Förderer Salieris war. Leider wurde, wie schon im erwähnten Film „Amadeus" und auch in verschiedenen Theaterstücken, postum Rufmord an Antonio Salieri begangen. Sogar seine Musik wurde als uninspiriert abgetan. Glücklicherweise begann die Musikwelt am Anfang des 21. Jahrhunderts den Komponisten, der von 1750 bis 1825 lebte, wieder zu entdecken und seine Kompositionen zu rehabilitieren.

Antonio Vivaldi

Der wohl bedeutendste italienische Komponist des 18. Jahrhunderts ist Antonio Vivaldi. Er schuf fast 500 Violinenkonzerte und 55 Ripienokonzerte sowie 21 Kammerkonzerte. Seine erste Oper wurde 1713 in Vicenza uraufgeführt und trägt den Titel „Ottone in villa". Es ist ein Verwirrspiel um die Liebe in drei Akten. Diesem folgten bis zum Jahr 1739 noch 50 weitere Opern. Zu ihnen gehören etwa „Farnace" von 1727 oder das sehr bekannte „L'Olimpiade" aus dem Jahr 1734. Seine letzte Oper schrieb er 1739 zwei Jahre vor seinem Tod. Sie ist verschollen und trug den Titel „Feraspe". Lange Zeit war die Musik Vivaldis vergessen, wurde aber Anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt. Das sicherlich bekannteste Werk des Komponisten ist „Die vier Jahreszeiten". Melodien daraus werden gern für Filmmusiken und Werbejingles verwendet.

Komponisten von Opern und Operetten aus dem 19. Jahrhundert und 20. Jahrhundert

Jacques Offenbach

Einer der bekanntesten Vertreter der Operette ist Jacques Offenbach, schließlich prägte er diese wie kein anderer und verhalf ihr dazu, als eigenständiges Genre des Musiktheaters anerkannt zu werden. Dazu muss angemerkt werden, dass die Offenbachsche Operette anders ist als die weithin bekannte Wiener Operette. Geboren wurde Offenbach 1819 in Köln. Er studierte in Paris, brach aber sein Studium ab und wurde 1849 Dirigent am Théâtre français, wo er die Bühnenmusik für die Theaterstücke schrieb. 1855 eröffnete er ein eigenes Theater und feierte 1858 einen großen Erfolg mit der Operette „Orpheus in der Unterwelt". Ihr folgten viele weitere wie „Die schöne Helena" oder „Ritter Blaubart". Sein Spätwerk ist gekennzeichnet durch die Oper „Hoffmanns Erzählungen". Diese ist heute, neben Carmen, die am meisten gespielte französische Oper. Jacques Offenbach starb 1880 in Paris.

Friedrich Smetana

Friedrich Smetana wurde 1824 in Litomyšl in Ostböhmen geboren. Sein Werk „Die Moldau" gehört sicherlich zu den bekanntesten Stücken in der Musikgeschichte. Der böhmische Komponist war das achte Kind in der Familie Smetana und wurde deutschsprachig erzogen. Erst im Erwachsenenalter lernte er die tschechische Sprache, da sein Nationalgefühl für seine Heimat erwachte. Er engagierte sich stark für die tschechische Nationalbewegung, was sein sinfonischer Zyklus „Mein Vaterland" deutlich zeigt. Im Jahr 1884 starb Friedrich Smetana in Prag. Berühmte Opern von Smetana sind unter anderem „Die verkaufte Braut" aus dem Jahr 1866, „Die zwei Witwen" von 1874 oder „Der Kuß" von 1876. 

Vom Walzer bis zur Vertonung bekannter Literatur – Johann Strauß, Giuseppe Verdi, Richard Wagner

Johann Strauß

Der Walzerkönig Johann Strauß prägte das Bild, das man heute gemeinhin von der Operette hat. Der 1825 in St. Ulrich bei Wien geborene Komponist und Kapellmeister ist nicht zu verwechseln mit seinem gleichnamigen Vater, der den Radetzkymarsch komponierte oder mit seinem Neffen, der die Operette „Katz und Maus" verfasste. Strauß schuf bis zu seinem Tod im Jahr 1899 zahlreiche Walzer, mit denen er weltberühmt wurde und die wohl bedeutendsten Operetten in der Geschichte des Genres. Hierzu zählen „Die Fledermaus", „Der Zigeunerbaron" und natürlich „Wiener Blut".

Guiseppe Verdi

Am 10. Oktober 1813 wurde Giuseppe Verdi in Le Roncole im Herzogtum Parma geboren. Die Opern des italienischen Komponisten gehören zu den bekanntesten in der Musikwelt und sind geprägt von der Romantik. Bezeichnend für Verdis Opern ist, dass die Melodie den dramatischen Ausdruck trägt und nicht das Orchester in den Vordergrund drängt. Im Mittelpunkt seiner Werke stehen Tragik und Humor, sprich das rein Menschliche. Aus diesem Grund vertonte er oft die Stücke großer Autoren wie Shakespeare oder Schiller. Zu den bekanntesten Opern des Komponisten gehören „Nabucco", „Macbeth", „La Traviata" oder „Aida". Verdi starb am 27. Januar 1901 in Mailand.

Richard Wagner

Kein anderer Komponist prägte das Bild der deutschen Oper so sehr wie Richard Wagner. Seine Opern gestaltete der am 22.05.1813 in Leipzig geborene Komponist als dramatisches Gesamtkunstwerk. Musiktheoretisch und -praktisch setzte er viele Neuerungen durch, die bis heute Auswirkung haben. Hier sei besonders seine Oper „Tristan" erwähnt, von der man gemeinhin behauptet, dass sie der Ausgangspunkt der Modernen Musik sei. Auch ist Richard Wagner Gründer der Bayreuther Festspiele, die bis heute ein weltbekanntes Musik- und Theaterfestival sind. Richard Wagner starb am 13. Februar 1883 in Venedig. Zu den bekanntesten Opern des Komponisten gehören „Der fliegende Holländer", „Der Ring der Nibelungen" und „Die Meistersinger von Nürnberg".

Carlf Orff und Kurt Weills – zwei bedeutende Komponisten des Musiktheaters

Der 1895 in München geborene Carl Orff ist ein Komponist neuerer Opernwerke. Neben dieser Tätigkeit engagierte er sich sehr als Musikpädagoge und entwickelte das Orff-Schulwerk. Berühmt wurde der Münchner mit seinem Chorwerk „Carmina Burana". Wichtige Opern Carl Orffs sind „Die Kluge" von 1943, „Antigonae" von 1949 und „Prometheus" aus dem Jahr 1968. Der Komponist starb 1982 in München.

Das sicherlich bekannteste Werk Kurt Weills ist „Die Dreigroschenoper" nach einem Schauspiel von Bertolt Brecht, zudem er die Musik komponierte und deren Stücke, wie „Die Moritat von Mackie Messer" immer wieder in der E- und U-Musik gecovert werden. Kurt Weill wurde als deutscher Jude im Jahr 1900 in Dessau geboren und musste aufgrund der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die USA emigrieren. Hier nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und bezeichnete sich danach als amerikanischen Komponisten. Kurt Weil starb bereits im Alter von 50 Jahren am 03. April 1950 in New York. Mit den Opern „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" aus dem Jahr 1930 oder „Die Bürgschaft" von 1932 erlangte er Weltruhm. Ihm zu Ehren findet seit dem Jahr 1993 jährlich um den 2. März das Kurt-Weill-Fest in Dessau statt.

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