Basiswissen Modelleisenbahn H0: Loks, Waggons und Gebäude aus dem Hause Trix

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Basiswissen Modelleisenbahn H0: Loks, Waggons und Gebäude aus dem Hause Trix

Egal ob groß oder klein, alt oder jung – Modelleisenbahnen erfreuen sich seit Jahrzehnten ungebremster Beliebtheit. Und egal welche Haltung man zu den kleinen Modellen hat, eine gewisse Faszination kann man Ihnen ohne Zweifel nicht absprechen. Für die einen mag es der Detailreichtum der kleinen Dioramen sein, andere schätzen die maßstabsgetreue Anwendung der klassischen Zugmodelle. Wiederum andere sind fasziniert von der technischen Funktionalität der Fahrzeuge und Schienensysteme. Jeder Mensch findet seinen ganz eigenen Zugang zur Thematik.

Die Auswahl der richtigen Technik und der passenden Modelle

Gute Vorüberlegung ist die halbe Miete und viel Geduld sollte in jedem Fall mitgebracht werden. Modelleisenbahnen stellen kein schnelllebiges Hobby dar, sondern beanspruchen viel Zeit und Sorgfalt. Überlegen Sie es sich daher im Vorfeld lieber zweimal, ob Sie den logistischen und organisatorischen Aufwand wirklich wagen wollen, den eine solche Anlage mit sich bringt. Wenn Sie sich dafür entscheiden, gilt es allerhand Aspekte im Vorfeld und während der Ausübung dieses Hobbys zu beachten. Der folgende Ratgeber soll daher einen Überblick über all die Bereiche geben, die Sie als Basiswissen für den Modelleisenbahnbau benötigen. Insbesondere soll dabei auf die Produkte der renommierten deutschen Spielwarenfirma Trix eingegangen werden.

Diese Aspekte sollten Sie bei der Planung Ihrer Modelleisenbahn beachten

Bevor Sie intensiv in die Welt der Modelleisenbahnen einsteigen, ist es hilfreich, sich erst einmal bei der Planung des Unterfangens genau Gedanken darüber zu machen, was Sie konkret wollen. Welcher Typ von Modellbauer sind sie beispielsweise?

  • Mögen Sie es möglichst maßstabsgetreu und detailverliebt?
  • Sind Ihnen die Dioramen wichtiger als die Züge an sich?
  • Legen sie in erster Linie Wert auf die tadellose technische Funktionalität Ihrer Anlage?
  • Bevorzugen Sie traditionelle Analogtechnik oder möchten Sie sich gern mit den neuesten Digitalvarianten auseinandersetzen?

Ein eindeutig richtiges oder falsches Verhalten ist dabei nicht wirklich auszumachen, oftmals ist es auch eine Kombination unterschiedlicher Typen und Varianten, die zum Erfolg führt. Wichtig ist natürlich, dass Sie dabei den für Sie bestmöglichen Weg finden. Spaß und Freude an der Arbeit mit Modelleisenbahnen sollte letztendlich das wichtigste Kriterium darstellen.

Unterschätzen Sie die Logistik im Vorfeld des Anlagenbaus nicht

Neben diesen inhaltlichen Fragen ist es auch wichtig, bestimmte logistische Punkte im Vorfeld abzuklären. Beachten Sie daher folgende Punkte:

Kalkulieren Sie den Platz in Ihren eigenen vier Wänden ausreichend. Modelleisenbahnen können optional sowohl sehr wenig aber auch enorm viel Platz einnehmen. Dies ist vor allem wichtig, da ja im Normalfall maßstabsgetreu gearbeitet wird und eine entsprechend große Nachbildung auch den dafür notwendigen Platz benötigt. Stets sollten Sie dabei im Hinterkopf behalten, dass Sie das Modell eventuell noch einmal erweitern.

  • Obwohl viele Modelleisenbahnbauer gern auf Garage oder Keller als Ort für Ihr Liebhaberthema zurückgreifen, sollten Sie stets darauf achten, dass übermäßige Luftfeuchtigkeit und eine starke Sonneneinstrahlung keinen zu großen Einfluss auf die Platte haben. Dies kann zur Ausbleichung oder Rost führen und damit dauerhafte Schäden an Ihrem Modell verursachen.
  • Auch im Winter sollte ihre Modelleisenbahn stets gut geheizt sein, vermeiden Sie daher auch Räume mit hoher Wasserverdunstung. Eine spezielle Schutzplane ist in den inaktiven Momenten hilfreich, um vor Schmutz, Staub und Feuchtigkeit zu schützen.
  • Regelmäßige Wartung und Pflege der Anlage sind stets zu beachten. Wenn man Sie nicht frühzeitig erkennt, können kleinere Risse und Rost nachhaltig größeren Schaden anrichten.
  • Behalten Sie dabei stets ihr persönliches Preis/Leistungsempfinden im Auge. Das jeweilige finanzielle Budget sollte immer wieder reflektiert werden. Größere Anlagen kosten nicht nur beim Kauf mehr, sie benötigen anschließend auch wesentlich mehr Strom, Heizkosten und müssen eventuell auch häufiger repariert werden. Schätzen Sie selbst ein, wo Ihre finanzielle Obergrenze liegt.
  • Planen Sie genug Zeit ein. Wie eingangs bereits erwähnt, eignen sich Modelleisenbahnen denkbar schlecht für hektische und ungeduldige Menschen. Vielmehr erfordern sie ein hohes Maß an Feingefühl und Geschick. Speziell der Aufbau ist nicht in ein paar Tagen erledigt, sondern eher als längerfristiges Projekt zu sehen. Die Auswahl der richtigen Modelle, Fahrzeuge und Zusatzkomponenten frisst dann ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Teil an Zeit. Entscheiden Sie daher selbst, wie viel von ihrer Freizeit Sie dem Hobby widmen möchten.

Die Wahl der richtigen Nenngröße - H0 ist dabei meist Standard

Wann immer Sie vor der Entscheidung stehen eine Modelleisenbahnplatte aufzubauen, werden Sie mit der Wahl der richtigen Nenngröße konfrontiert. Sie ist entscheidend, wenn es um die Festlegung des entsprechenden Maßstabes Ihres Modells geht. Unter einer Nenngröße wird ein genormter Modellmaßstab verstanden, der das Ziel hat, das Größenverhältnis von Vorbild und Modell auszudrücken. Die Größe H0 ist dabei die aktuell am häufigsten verbreitete Norm für Schienensysteme. Sie ist durch die Normen der Europäischen Modellbahnen und der National Model Railroad Association festgelegt. Sie beruht dabei auf der Hälfte des noch Anfang des 20. Jahrhunderts weitverbreitetem Systems der Größe 0.

Eine herkömmliche Schienenspur wird in Deutschland mit 1435 mm festgelegt, die Nenngröße H0 arbeitet im Maßstab 1:87. Im Modell sind dies somit 16,5 mm. Modelleisenbahnbauer können neben den normalen Schienen auch auf diverse Sondermodelle zurückgreifen. Dazu zählen die Meterspur (H0m), eine Schmalspur (H0e) oder die Schienen einer Parkbahn (H0p). Hier wird das Größenkonzept der Originale lückenlos auf die Modelleisenbahnen angewendet.

Mit den richtigen Anbietern und Sets gelingt der Einstieg mühelos

Sollten Sie intensiver in die Welt des Modelleisenbahnbaus einsteigen wollen, dann empfiehlt sich ein spezielles Starterset. Dabei gibt es Varianten, die bereits komplett vorgefertigte Landschaften mit Zügen und Gebäuden. Diese sind allerdings in Ihrer Anschaffung sehr preisintensiv und erlauben häufig wenig handwerkliche Veränderung im Anschluss. Besser sind dabei Zugsets, die mit einer ausreichenden, aber von Set zu Set variierenden, Grundausstattung daher kommen. Immer ist hierbei aber mindestens eine Lokomotive mit einer unterschiedlichen Anzahl von Waggons vorhanden. Auch eine gewisse Anzahl von Gleisen gehört zur Grundausstattung dazu. Auch Weichen sind keine Seltenheit, die Steuerung ist ebenfalls bereits integriert. Das reicht zwar noch nicht zum optisch beeindruckenden Diorama, bietet aber einer erste Möglichkeit, die Züge in Aktion zu testen.

Nahezu alle Hersteller bieten unterschiedliche Startersets an, wahlweise auch mit Figuren, Gebäuden oder Fahrzeugen. Zu den renommiertesten und beliebtesten Herstellern zählen dabei:

Die Firma Trix – ein Traditionsunternehmen im Bereich der Modelleisenbahnen

Seit Jahrzehnten genießt das Unternehmen Trix einen überaus guten Ruf unter Modelleisenbahnfreunden auf der ganzen Welt. Beständigkeit und Qualität bestimmen Philosophie und Angebot des Nürnberger Spielwarenherstellers. Inzwischen bildet das Modelleisenbahnsegment um die Nenngröße H0 das Hauptsortiment der Firma, deren Wurzeln sich bis ins Jahr 1838 zurückverfolgen lassen.

In den Anfangstagen war das Unternehmen in erster Linie mit der Produktion von kleinen Metallspielwaren und Zinnsoldaten beschäftigt. Doch erst in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts tauchte der Name Trix im Rahmen des ersten Trix Metallbaukastens aus dem Jahr 1931 auf. Erklärungsversuche für den neuen Firmennamen gibt es viele, am wahrscheinlichsten scheint eine Ableitung vom englischen Wort „Triplex“ zu sein, welches sich auf dass spezielle Drei-Loch-System des Metallbaukastens bezieht.

Die erste Modelleisenbahn aus dem Hause Trix

Die erste Modelleisenbahn im weiteren Sinne entstand dabei bereits in den 1920er Jahren. Diese Tischeisenbahn wurde neu konzipiert und in Form des Nachfolgemodells „Trix Express“ im Jahr 1934 auf den Markt gebracht. Das damals noch auf der Nenngröße 00 beruhende Gefährt konnte sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreuen. Die jüdischen Eigentümer Stephan Bing und Siegfried Kahn waren allerdings gezwungen, kurz vor Kriegsbeginn nach England zu emigrieren, von wo aus sie die Geschicke nur notdürftig lenken konnten. Kriegsbedingt kam daher Anfang der 40er Jahre auch die Produktion des Trix Express zum Erliegen.

In den 1950er Jahren kam es dann zu einer erneuten Blütezeit der Firma, die „Express“-Reihe erfreute sich gesteigerter Beliebtheit. Allerdings nicht lange. Bereits Ende der 60er Jahre begann der Stern von Trix zu sinken, in den darauffolgenden Jahrzehnten reduzierte man das Angebot Stück für Stück. Aufgrund der anhaltenden Krise der Modelleisenbahnindustrie wurde Trix im Jahr 1997 vollständig vom großen Marktführer Märklin übernommen, allerdings als eigenständige Marke weitergeführt. Im Zuge weiterer Rationalisierung sind die Modelle heut zum Nischenprodukt geworden und erfreuen sich gerade unter Sammlern und Kennern sehr großer Beliebtheit.

Vergriffen und heiß begehrt – Modelle aus dem Trix-Sortiment

Auch wenn Trix inzwischen eine Abteilung von Märklin ist, so gibt es in regelmäßigen Abständen neue Modelle der Traditionsmarke. Die Firma hat sich dabei vor allem auf die Produktion hochwertiger Sondermodelle oder der Neuauflage klassischer Modelle spezialisiert. Halbjährlich erscheinen dabei neue Kataloge, welche kurz das aktuelle Sortiment beleuchten. Es gibt einen speziellen Trix-Club für Sammler und Fans, für denen auch immer wieder Sondermodelle hergestellt werden. Dazu zählen auch limitierte Sonderbauten.

Es gilt allerdings zu beachten, dass die klassische Trix-Express-Serie vor einigen Jahren eingestellt wurde und keine neuen Produkte dafür mehr hergestellt werden. Trix ist dabei Opfer des 2009 gestellten Insolvenzantrages der Firma Märklin geworden. Vereinzeltes Zubehör und Gebäudeteile sind noch lieferbar, allerdings nicht mehr im großen Stil.

 

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