Barkas-Nutzfahrzeuge im Überblick: Pritsche und Bus

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Barkas-Nutzfahrzeuge im Überblick: Pritsche und Bus

Flexibel, robust und zuverlässig bereicherte der Barkas die Straßen der DDR. Verschiedene Karosserieversionen machten den Kleintransporter zu einem wahren Multitalent.

 

Ein Kleintransporter mit multifunktionalen Eigenschaften: der Barkas

Woher der Begriff Barkas stammt, ist unklar. Vielleicht verkürzte der Hersteller das Wort „Barkasse“. Als Barkasse auf der Straße transportiert der Kleintransporter Barkas mittelschwere Ladungen. Seine Geschichte begann in den 50er-Jahren im wiederbelebten Fahrzeugbau der DDR. Hergestellt im VEB Barkas Werk Karl-Marx-Stadt erfreute sich das Vorgängermodell, der Barkas-Framo, großer Beliebtheit. Die Bauformen reichten bereits zu dieser Zeit vom Kleinbus, Kasten- und Pritschenwagen bis zum Krankenwagen. Mit 0,5 bis 0,8 Tonnen Nutzlast waren die Busse ausreichend für kleine Transporte. Chronische Lieferschwierigkeiten des neueren Modells bescherten dem Framo eine lange Nutzungszeit. Die einfache Bauweise begünstigte den unkomplizierten Wechsel von Verschleißteilen wie Reifen oder Bremsen.

 

Pritsche, Löschfahrzeug oder Kleinbus: Der Barkas B 1000 lieferte alles in einem Modell

Ab dem Jahr 1954 entwickelte der volkseigene Betrieb ein neues Modell. Als Nachfolger des Barkas-Framo war der Barkas B 1000 drei Jahre nach Entwicklungsbeginn verkaufsfähig. In Anlehnung an seinen Vorgänger entstand das Fahrzeug ebenfalls in mehreren Karosserieversionen. Mit Koffer, Planen oder geschlossenem Aufbau erwies sich der Barkas B 1000 als brauchbarer Allrounder. Ausgestattet mit einem Dreizylinder-Zweitaktmotor kam der kleine Lkw überall zum Einsatz. Polizei, Forst, Feuerwehr und Militär: Allseits war der wendige Transporter gefragt. Robust und leistungsfähig überzeugte der Barkas B 1000 mit hoher Nutzlast bis zu einer Tonne. Obwohl dauerhaft begehrt, produzierte der volkseigene Betrieb lediglich 175.740 Fahrzeuge.

 

Barkas B 1100 und B 1000-1: Produktionseinstellung nach nur wenigen Prototypen

Die frühe Konstruktion des Barkas B 1000 entsprach dem technischen Stand westlicher Modelle. Danach geriet der Barkas zunehmend in Rückstand. Auf Geheiß der Politik kam das fortschrittlichere Modell, der Barkas B 1100, in die Schrottpresse. Mit dem Barkas B 1000-1 versuchte der volkseigene Betrieb nach der Wende die Produktion weiterzuführen. In Lizenz mit VW war der Einbau eines Viertaktottomotors geplant. Es entstanden einige Prototypen, bei denen die äußere Form verändert wurde. An den früheren Erfolg konnte das Unternehmen jedoch nicht wieder anknüpfen. Im Jahr 1991 lief der letzte multifunktionale Kleintransporter made in DDR vom Band.

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