Barefoot Sattel

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Hallo,

wie wahrscheinlich die meisten jungen Mädels habe ich in den ersten Reiterjahren Englisch- Unterricht gehabt.Ich kaufte mir später ein Pferd und bemerkte, das es mit dem sattel nicht wirklich glücklich war. Wir probierten einen Westernsattel und fühlten uns beide gleich viel wohler. Nun stand ich wieder vor einem Sattelkauf und wollte auf jeden Fall dem Western- Stil treu bleiben, da es sich sehr gut in einem Westernsattel sitzen läßt. Für mich als Frau hatte mein Westernsttel einen großen Nachteil: Er war zu schwer.Mein neues Pferd sollte einen leichteren Sattel bekommen und einen Sattel der auch für ihn angenehm  ist.An dieser Stelle möchte ich gerne ein text von Frau S. Ullmann, der "Erfinderin" des Barefoot- sattel einfügen:Leider ist es weitverbreitet (meist unter den Westernreitern), dass ein Sattel eine möglichst große Auflagefläche auf dem Pferdrücken haben sollte. Schaut man sich den Pferderücken aber genauer an, so stellt man fest, dass gerade bei Pferden mit kurzem Rücken nur sehr wenig "geeigneter Platz" zum Sitzen vorhanden ist. Die Schulter sollte nicht durch das Reitergewicht in ihrer Bewegung eingeschränkt sein, denn die Scapula (Schulterblatt) hat oben einen Knorpel, der ca. eine Hand breit ist. Dieses Knorpelmaterial kann sich entzünden oder zumindest Schmerzen verursachen, wenn ein starrer Sattelbaum in der Bewegung ständig daran reibt - was bedeutet, dass der Reiter hinter der Pferdeschulter sitzen sollte. Da die Dornfortsätze der Brustwirbelsäule sich vom Widerrist aus gesehen nach hinten neigen und aber ihre Richtung ändern (15 steht gerade, 16, 17, 18 neigen sich Richtung Pferdeohr), fällt es einem Pferd schwer den Rücken in Wölbung zu bringen, wenn der Reiter diesen Punkt an dem die Dornfortsätze sich sehr nahe kommen (um BW 15) belastet. Die Wölbung des Pferderückens ist aber (in jeder Reitweise!) notwendig um das Reitergewicht tragen zu können, Durchblutung der Muskulatur (und damit Aufbau der Muskulatur), und die Seitneigung der BW zu ermöglichen. Daher sollte man auch vor diesem kritischen Punkt (BW 15) sitzen. Welcher Platz bleibt also für den Reiter? Der Platz hinter dem Widerrist (BW 9) bis vor dem Punkt an dem sich die Dornfortsätze annähern (BW 15). Diesen Teil des Rückens nennen wir Sattellage (dort würde man auch ohne Sattel "automatisch" sitzen) und dieser Platz ist bei kurzrückigen Pferden nicht größer als 2 handbreit, bei Pferden mit längeren Rücken etwas mehr, doch ist es gerade auch bei Pferden mit langen Rücken sehr wichtig in der Sattellage zu sitzen, da die Spannweite der "Rückenbrücke" weiter ist und ein solches Pferd sich schwerer tut, mit der Hinterhand genügend Gewicht aufzunehmen. Ein weiterer Grund warum es dem Pferd am angenehmsten ist, das Gewicht des Reiters an dieser Stelle zu tragen, ist dass der Schwerpunkt eines Pferdes sich unter der Sattellage befindet. So kann das Pferd das Gewicht auf seinem Rücken am besten ausbalancieren. Der Barefoot kann über der Schulter gesattelt werden, da das Formteil des Vorderzwiesels sich im weichen Nubukleder mitbewegen kann und nicht durch den Reiter nach unten auf die Scapula gedrückt wird. Daher ermöglicht der Sattel dem Reiter in der Sattellage zu sitzen, wo man sitzen sollte, ohne das Pferd in der Bewegung einzuschränken. Liebe Grüße! Sabine Ullmann

--> Wir haben unseren barefoot Sattel jetzt seit 3 Wochen, die ersten Ritte waren komisch, unsicher, aber sehr bequem. Auch mein Pferd mag den Sattel. Aufsatteln, gurten ,ausreiten...alles ohne Probleme. Er läßt sich sehr gut "rund" reiten damit. Viel besser als mit jedem anderen Sattel zuvor. Nur Mut! Ein Barefoot für Dein Pferd!

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