Band- u. Netzaufdruck ECHT?

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Ab 21. Juni 1948 wurden die Dauerserien Arbeiter und Ziffern mit Überdrucken versehen. Viele dieser Marken sind mit Aufdrucken selten und teuer. Unzählige dieser Marken sind deshalb mit falschen Aufdrucken versehen. Die Originale wurden in 14 verschiedenen Druckereien überdruckt. Der echte Aufdruck ist immer Buchdruck.
Die meisten Fälschungen sind im Offsetdruck hergestellt. Nachfolgend zwei gute Offsetdruckfälschungen. Beim Offsetdruck wird die Druckfarbe gleichmäßig verteilt, die Farbe wird ohne Druck, über ein Gummituch, auf das Papier übertragen. Beim originalen Druckverfahren, dem Buchdruck, wird Farbe auf erhabene Metallteile aufgetragen und diese mit Druck ins Papier gedrückt. Bei sehr hohem Druck wird die Farbe unter dem Metall meist so stark nach außen gedrückt, dass nur dort Druckerschwärze tiefscharz erscheint. Siehe die Bilder von Originalen, ganz unten. Bei den druckenden Teilen ist die Farbe oft deutlich dünner aufgetragen. Sehr deutlich bei der 60 Pf. Arbeiter zu sehen. Bei den echten Aufdrucken sieht man die Metallteile als hellere Stellen und um diese herum, ungleichmäßig breite, tiefschwarze Quetschränder. Bei der Herstellung falscher Klisches für den Buchdruck, werden die Quetschränder mit fotografiert und das Ergebnis sieht man auf der gelben Marke. Statt sauberer Kurven, verläuft der Aufdruck wellenförmig, in stark unterschiedlicher Dicke. Es gibt noch bessere Fälschungen, die man an abweichender Zeichnung erkennen kann.



Bei beiden Fälschungen oben, sieht man zwar auch einen kleinen, schwärzeren Rand. Dort sammelte sich die Farbe beim Trocknen, aber die großen, bedruckten Fläschen in der Mitte zeigen das typische Aussehen des Offsettdrucks. Die Farbe sieht aus, als wäre sie mit einem Schwamm aufgetupft.



Auf gelben Grund ebenfalls ein echter Aufdruck. Wer die Marken im Original vor sich hat, kann nach diesen Merkmalen suchen. Die helleren, graugrün scheinenden Aufdruckteile des Posthorns, sind der eigentliche Abdruck des Metalls, von dem gedruckt wurde. Da hier ja auf bereits bedrucktes Papier gedruckt wurde, perlt die Farbe natürlich ab und ist bei entsprechend dickem Auftrag auch über den grauen Stellen wieder schwarz zusammengelaufen. Dafür sorgt der Fettanteil in der bereits gedruckten Farbe. Wo der Aufdruck über vorher unbedrucktes Papier geht, sind die typischen Merkmale am Besten zu erkennen. Bei falschen Buchdruckaufdrucken sind die grauen Teile viel breiter und unregelmäßiger. Das gesamte Druckbild wird viel unregelmäßiger. Linien sehen Teils aufgeblasen aus, wie ein aufgepumpter Fahradschlauch ohne Mantel.

Ein gutes Mittel, selbst eine Vorprüfung vorzunehmen ist, sich eine Schablone anzufertigen. Man nimmt eine billige Marke mit echtem Aufdruck, eine ungebrauchte ohne Gummi oder ein Stück mit starken Zahnfehlern und klebt sie auf ein Stück saubere, dünne, feste Pappe. Dann schneidet man die Pappe genau in der Mitte des Aufdrucks durch. Die entstandenen Hälften kann man, wie ein Lineal, an die zu prüfenden Marken anlegen. Echte Prüfstücke zeigen dann fast immer eine exakte Fortsetzung des Druckbildes über Schablone und Prüfstück hinweg. Eine Ausnahme sind die viele kleinen Abarten, Plattenfehler usw. Es stimmen dann aber immer wenigsten Teile exakt. Fälschungen weichen meist kontinuierlich ab. Von Linie zu Linie wir die Abweichung größer.

Auch hier gilt bei den teuren Marken, fast alle vorhandenen Stück sind bereits geprüft. Ungeprüfte Marken, meist auch noch gegen die Ebayregeln, als "ohne Obligo" angeboten, sind immer falsch und sind wertlos.

Wollen Sie sich selbst ein Bild über ein Angebot machen, benötigen Sie einen Scan von mindestens 1200 DPI Auflösung. In jedem Fall ist es richtig, bei ernsthaftem Interesse, vom Verkäufer einen größeren Scan anzufordern. Das schützt auch davor, das der Verkäufer das Artikelbild nur kopiert hat und nachher die Ware nicht liefern kann. Auch bei bereits  signierten Marken ist Vorsicht angebracht. Bei aktuellen Prüfern kann man meist, gegen Rückporto, eine günstige Nachprüfung bekommen.

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