Bambus: wächst schnell und verleiht dem Garten exotisches Flair

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Bambus: wächst schnell und verleiht dem Garten exotisches Flair

Bambus sieht in jedem Garten elegant und edel aus. Er bildet das Highlight einer jeden Flora und ist nicht nur bei Gartenfreunden überall auf der Welt sehr beliebt. Diese außergewöhnlichen Pflanzen sind in mehr als einer Hinsicht bemerkenswert. Sie verfügen über eine Vielzahl faszinierender Eigenschaften und finden in vielen unserer Lebensbereiche Anwendung. Erfahren Sie, was diese exotischen Arten so besonders macht und wie Sie diese auf Ihrem Grundstück kultivieren.

Physiologie und Verbreitung von Bambus

Bambus zählt zu der Kategorie der Süßgräser und gehört zur Unterfamilie der Bambusgewächse, von denen es weltweit etwa 1300 Arten gibt. Ihre natürlichen Verbreitungsgebiete liegen in Asien, Australien sowie Nord- und Südamerika. Der Schwerpunkt liegt allerdings auf den tropischen und subtropischen Gebieten, wobei einige Exemplare ebenfalls in kälteren Regionen gedeihen. In den Anden und im Himalajagebirge finden sich Pflanzen in Höhen von mehr als 4000 Meter. Als junge Gewächse sind sie grasartig und verholzen im Verlauf ihrer Entwicklung, da sie ebenso wie Bäume große Mengen an Lignin enthalten, das für diesen Vorgang zuständig ist. Die Halme sind schlank und häufig verzweigt. Sie zeichnen sich durch meterhohen Wuchs, ihre luftigen, immergrünen Blätterkronen und die mitunter riesigen Blütenrispen, aus.

Die Gewächse erreichen zum Teil riesige Dimensionen. Einige Arten werden bis zu 38 Meter hoch – und das bei einem Umfang von lediglich 80 Zentimetern. Bestimmte Bambussorten zählen zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt. Bei optimalen Bedingungen können sie pro Tag bis zu einen Meter länger werden. Durchschnittlich betragen die Wuchshöhen etwa 30 Zentimeter am Tag. Innerhalb weniger Wochen können Sie also vollständig ausgewachsene und schöne Exemplare bestaunen, die Ihren Garten in einen exotischen Ruhepol verwandeln.

Die meisten Bambussorten sind monokarp. Das bedeutet, dass sie in ihrem Leben nur ein einziges Mal blühen sowie Früchte tragen und nach einer Vegetationsperiode absterben. Bestimmte Arten bilden zum Beispiel etwa alle 80 Jahre im Zeitraum von wenigen Jahren allesamt ihre Blüten und gehen anschließend ein. Das hat zur Folge, dass selbst riesige Gebiete auf einem Schlag regelrecht kahl sind, da die Pflanzen etwa zur selben Zeit absterben. Im Gegensatz dazu sind die meisten anderen Bäume und Pflanzen Kreisläufen unterlegen, die jedes Jahr aufs Neue beginnen.

Die besonderen Eigenschaften von Bambus und seine Verwendung

In einigen Regionen unseres Planeten ist das Riesengras ein bedeutender Rohstoff. Vor allem in Asien wird es seit Jahrhunderten als Lieferant von Baumaterial und zum Verbrennen und Heizen genutzt. Bambus gehört seit Jahrtausenden zur Kultur des Kontinents und hat eine große Symbolkraft. Aber auch in Europa und Amerika erfreut er sich immer größerer Beliebtheit. Dieser Umstand hat mit den vielen außergewöhnlichen Eigenschaften der Wunderpflanze zu tun. Beispielsweise übertrifft das Verhältnis von Eigengewicht zu Nutzlast selbst das von Beton. In der Zugfestigkeit besiegt das besondere Gewächs sogar Stahl. Im Vergleich zum Holz neigt es weniger zum Quellen und Schwinden – ist also resistenter gegen Temperaturschwankungen und Veränderungen der Luftfeuchtigkeit.

Aus Bambus werden alle Arten von Produkten hergestellt, die im alltäglichen Gebrauch Anwendung finden. In modernen Häusern und Wohnungen werden immer häufiger Parkettböden eingesetzt, die aus dem belastbaren und widerstandsfähigen Material hergestellt wurden. Es gibt Möbel, Körbe, Wände und Brücken aus Bambus. Auch als Furniergrundlage kann es dienen. Dazu wird es in dünnen Schichten zu Platten gepresst. Traditionell werden aus dem Gewächs in vielen Ländern der Welt die unterschiedlichsten Musikinstrumente gebaut, wie Trommeln oder Bläser. Selbst Papier und Textilien gibt es auf Grundlage der Tropenpflanze. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Bambus mit dem schnellen Wachstum und dem vielfältigen Nutzen der Rohstoff des 21. Jahrhunderts wird und sich gegenüber vielen Materialien durchsetzt.

Bambus in der Ernährung und der Schönheitspflege

Im Lebensmittelbereich finden vor allem die jungen Sprösslinge des Bambusrohrs Verwendung. Sie werden aus der Erde ausgegraben und sind vorwiegend in Asien ein beliebtes Gemüse, halten aber immer mehr Einzug in die europäische Küche. Nicht nur den Menschen schmecken die hellgelben, länglichen Sprossen, sie sind ebenfalls ein nahrhaftes und beliebtes Futter für Kleintiere, wie Meerschweinchen oder Kaninchen. Auch enthält die Pflanze haferähnliches Korn, aus dem größtenteils Tee hergestellt wird. Das goldgrüne Getränk enthält Kohlenhydrate, Ballaststoffe, Proteine sowie Vitamine und ist ein effektiver Muntermacher vor allem während der kalten Jahreszeit. Zudem gibt es sogar verschiedene Sorten Bambus-Bier, die viel besser schmecken, als vermutet.

In der traditionellen asiatischen Medizin wird das Riesengras seit vielen Generationen häufig wegen des hohen Kieselsäuregehalts in unterschiedlichen Bereichen genutzt. In Kombination mit dem ebenfalls in den Halmen enthaltenen Bambus-Zucker eignet sich die Pflanze hervorragend als Heilmittel- und Kosmetikgrundlage. Neben seiner gesundheitsfördernden Wirkung verbessert das Extrakt die Elastizität und Spannkraft der Haut und mildert erste Anzeichen der Alterung. Der erfrischende und edle Duft ist ein zusätzliches Extra für das Wohlbefinden und wird häufig in Parfüms oder Shampoos verwendet. Inzwischen haben Kosmetikhersteller die Wirkung der exotischen Pflanze entdeckt und ganze Produktlinien auf Grundlage von Bambusextrakt entwickelt.

Bambuspflanzen für Ihren Garten – Planung ist unerlässlich

Da Sie nun wissen, wie außergewöhnlich die tropische Pflanze ist, wollen Sie sicherlich direkt loslegen und möglichst viele Exemplare in Ihrem Garten kultivieren. Doch zunächst sollten Sie beachten, dass sich nicht jede Art für die heimische Zucht eignet und einige der Gewächse nicht winterhart sind oder bereits nach einigen Jahren direkt nach der Blüte absterben. In Mitteleuropa sind unter Hobbygärtnern der Flachrohr- und der Schirmbambus am weitesten verbreitet, da sie mit kalten Temperaturen gut zurechtkommen und resistenter gegen Schädlinge und Krankheiten sind. Erkundigen Sie sich im Vorfeld über die spezifischen Eigenschaften Ihrer favorisierten Arten und vermeiden Sie spätere unangenehme Überraschungen.

Die einzelnen Gattungen der tropischen Gewächse unterscheiden sich unter anderem durch die Länge ihrer Rhizome. Als solche bezeichnet man die Wurzelstöcke von Gräsern und Stauden und diese können, je nach Spezies, kurze Ausläufer bilden oder ausufernd in die Länge wachsen. Dieses Merkmal ist vor allem für die Wahl des Standorts entscheidend. Nicht wenige Hobbygärtner, die ihren neuen Bambus auf der Terrasse pflanzen, erleben nach einigen Jahren eine böse Überraschung. Aufgrund des starken Wachstums breiten sich die Rhizome schnell unter dem Terrassenboden aus und plötzlich tauchen in den Fugen und an der Häuserwand viele neue Halme auf. Die zähen, harten Ausläufer lassen sich im Nachhinein nur mit viel Mühe entfernen, halten Sie daher die Wurzeln Ihres Bambus‘ mit einer Rhizomsperre im Zaum, die Sie dementsprechend platzieren. Oder Sie nutzen den spezifischen Wuchs zu Ihrem Vorteil und legen eine Bambushecke an, die nicht nur immergrün, sondern auch dauerhaft blickdicht ist.

Der optimale Standort und richtige Boden für Ihren Bambus

Es wird Sie nicht überraschen, dass Bambuspflanzen sonnige und warme Plätze bevorzugen. Richten Sie sich in Ihrer Standortbestimmung danach und beachten Sie zudem, dass größere Bäume und Sträucher, die in der Nähe wachsen Schatten werfen, den die tropischen Gewächse nicht sehr gut vertragen. Auch starker Wind kann den jungen Halmen schaden, die der Belastung häufig nicht gewachsen sind. Doch keine Sorge, die Phase der Verletzlichkeit ist zum Glück schnell vorbei.

Ein weiterer entscheidender Faktor ist die Größe der Fläche, die Ihnen zur Verfügung steht. Es macht keinen Sinn, ein sieben Meter hohes Exemplar auf einer Fläche von vier Quadratmetern zu setzen, da es mit der Zeit zu viel Platz beansprucht. Für die Vorüberlegungen ist häufig ein Pflanzplan hilfreich. Zeichnen Sie darauf die Umrisse und Maße Ihres Grundstücks und die Standorte Ihrer übrigen Flora ein – so haben Sie einen übersichtlichen Eindruck des restlichen Areals.

Wichtig ist ebenfalls eine gute Bodenvorbereitung. Lockern Sie die Erde und entfernen Sie gewissenhaft alle größeren Steine und Wurzeln, die dem Wachstum nur im Weg stehen. Alle Bambusgewächse bevorzugen sandig-lehmige bis humose Pflanzenerde. Wenn die Bodenverhältnisse nicht optimal sind, können Sie durch die Zugabe von Torfhumus die Qualität erhöhen und schnelleres Wachstum begünstigen. Haben Sie in Ihrem Garten schweren, undurchlässigen Boden, besteht die Gefahr von Staunässe. Um diese zu verhindern, arbeiten Sie Sand, Blähtonkugeln oder Perlit ein und erhöhen Sie so die Drainagefähigkeit des Erdreichs. In heißen Sommermonaten können Sie den Bereich um die Pflanzen mit Rindenmulch auslegen, um die Verdunstung zu reduzieren. Stickstoff ist wichtig für alle Bambusgewächse und deswegen sollten Sie sie regelmäßig mit stickstoffbetontem Dünger behandeln.

Das sollten Sie über Schädlinge Ihrer Bambuspflanzen wissen

Manchmal hilft jedoch auch die beste Pflege nicht – gegen Schädlinge und Parasiten können Sie in den meisten Fällen nichts tun. Allerdings ist es hilfreich, diese zu kennen, um im Fall der Fälle geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Anfang der Neunziger Jahre wurde mit den Pflanzenimporten aus China ebenfalls die Bambusmilbe angeschleppt, die hierzulande vor allem in südlichen und wärmeren Regionen zu finden ist und bei Ihrer Pflanze großen Schaden anrichten kann. Diese und andere blattfressende Insekten wie Schmierläuse können Sie entweder abspülen oder im Extremfall mit speziellen chemischen Mitteln bekämpfen. Löchrige Blätter sowie gelbe Stellen sind Anzeichen für einen Befall, denen Sie unbedingt nachgehen müssen, wenn Sie verhindern wollen, dass Ihre Riesengräser nicht mehr zu retten sind. Schnecken sind ebenfalls Schädlinge, denn diese fressen Löcher in die Halme hinein, die daraufhin absterben oder umknicken. Sammeln Sie sie also gründlich auf. Manchmal werden Rhizome von Wühlmäusen gefressen. In diesem Fall gießen Sie eine Brühe aus vergorenen Holunderblättern oder abgestandene Molke in die Wühlmausgänge und vertreiben somit die Nager.

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