Balkonkästen und Blumenkästen - wer die Wahl hat, hat die Qual!

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Balkonkasten - wer die Wahl hat, hat die Qual!

Mit der Hilfe von Blumenkästen können Sie auf Ihrem Balkon eine grüne Oase schaffen und auch vor Fenstern können die Pflanzgefäße angebracht werden. Für die Produkte gibt es unterschiedlichste Befestigungsmöglichkeiten, die Sie je nach Anbringungsort auswählen sollten. Auch bei der Bepflanzung haben Sie die Qual der Wahl. Doch wenn Sie die richtige Auswahl treffen, haben Sie die ganze Saison Freude an den Pflanzen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie die Kästen optimal befestigt werden und was Sie tun müssen, um die Pflanzgefäße bestmöglich auszunutzen.

Klassiker unter den Blumenkästen

Klassische Blumenkästen haben einen länglichen rechteckigen Querschnitt. Sie werden an der Außenseite von Balkonen oder Fenstern angebracht. Bepflanzt bringen die Kästen ein Stück Natürlichkeit und Lebendigkeit zu Ihnen nach Hause. Neben den klassischen Blumenkästen gibt es Produkte mit integriertem Wasserreservoir. Auch wasserspeichernde Einlagen oder Granulat können eingesetzt werden, worüber Sie in diesem Ratgeber noch mehr erfahren. Am weitesten verbreitet sind Modelle aus Kunststoff, die es in verschiedenen Farben – meistens erdfarben oder Dunkelgrün – gibt. Doch auch Produkte aus Terrakotta, Keramik oder Edelstahl sind im Kommen. Ebenfalls beliebt sind Produkte aus Holz, deren Pflegeaufwand aber höher ist. Je nach dem Gewicht des Pflanzgefäßes müssen die Befestigungen einiges aushalten können. Denn Blumenkasten, Erde und Pflanzen sind mitunter sehr schwer.

Eigenschaften eines guten Balkonkastens

Balkonkasten ist nicht gleich Balkonkasten. Einige Modelle eigenen sich besser für den Zweck als andere. Ein gutes Pflanzgefäß ist - wenn möglich - UV-beständig und auch frostsicher. Ebenfalls sollte es Hitze gute vertragen können und Öffnungen haben, damit das Gießwasser abfließen kann. Wenn Ihr Balkonkasten nicht über Öffnungen verfügt, können Sie – je nach Material – mit einer Bohrmaschine zwei bis drei Löcher in den Boden des Gefäßes bohren.

Leicht und vielseitig: Blumenkästen aus Kunststoff

Blumenkästen aus Kunststoff sind ein Renner, obwohl das Material meistens nicht besonders umweltfreundlich ist – vor allem PVC. Doch der günstige Preis trägt bei den Produkten häufig zur Kaufentscheidung bei. Leider ist Kunststoff nicht besonders widerstandsfähig. Sobald die Temperaturen sinken und Frost einsetzt, wird das Material leicht spröde und splittert. Auch eine starke Wurzelbildung halten die meisten Kästen, die es schon für wenige Euro gibt, nicht aus. Doch Kunststoffkästen haben auch Vorteile. Neben dem günstigen Preis sind sie Fliegengewichte. Selbst mit Erde und Pflanzen befüllt können sie hochgehoben und versetzt werden.

Produkte aus Holz vor Witterungseinflüssen schützen

Mit Blumenkästen aus Holz zieht Natürlichkeit auf Ihrem Balkon ein. Sie sind nicht zu verwechseln mit Pflanzkästen, die nicht für die Montage an Balkonen geeignet sind, sondern auf den Boden gestellt werden. Doch der Pflegeaufwand des Materials ist höher als bei Kunststoff. Wenn die Kästen nicht lackiert sind, sollten sie ein- bis zweimal im Jahr mit Öl bzw. Hartwachs behandelt werden. Auf diese Weise bleibt das Holz frisch und Verwitterungsspuren werden stark eingedämmt. Wenn Holz trocken ist, entstehen schnell Spannungsrisse. Durch das Einreiben mit Öl vermeiden Sie dies. Gerade Balkonkästen stehen die meiste Zeit in der Sönne, die das Holz austrocknet und zur vorzeitigen Alterung beiträgt. Lackierte Produkte halten Sonne besser aus. Statt das Holz immer wieder einzuölen, können Sie die Blumenkästen auch vor dem Aufhängen lackieren. Wenn die lackierte Oberfläche beschädigt wird, schleifen Sie den Kasten ab und lackieren ihn erneut.

Auch Regen und Feuchtigkeit machen Holz zu schaffen. Wenn Blumenkästen mit Öl eingerieben sind, kann das Holz die Feuchtigkeit nicht aufnehmen. Falls Ihr Kasten auf einer Unterlage steht, sollten Sie zwischen Pflanzgefäße und Unterlage eine Schicht Styropor legen, sodass das Holz nicht ständig im Feuchten steht.

Holzkästen auskleiden

Wenn Sie Erde und Pflanzen direkt in den ungeschützten Holz-Blumenkasten geben, wird das Material ständig der Feuchtigkeit ausgesetzt und fängt an zu faulen. Daher sollten Produkte aus Holz innen ausgekleidet sein. Wenn die Pflanzgefäße nicht von Haus aus verkleidet sind, können Sie selbst Hand angelegen. Mit einem Tacker und Teichfolie verlängern Sie die Langlebigkeit Ihres Blumenkastens enorm. Die Teichfolie tackern Sie von innen an das Holz. In den Boden stechen Sie einige Löcher, damit das Gießwasser abfließen kann. Eine zusätzliche Drainage aus Hydrokultursteinen sollte vor dem Befüllen des Kastens in das Gefäß gegeben werden, um Staunässe zu vermeiden. Eine ansprechende Alternative zu schweren Holz-Balkonkästen sind Pflanzgefäße aus Weide, die ebenfalls innen mit einem Schutz versehen sein sollten. Ist dies nicht der Fall, können Sie sie selbstständig mit Teichfolie verkleiden.

Polyrattan als Alternative zu natürlichen Produkten

Eine schöne Alternative zu natürlichen Materialien sind Pflanzkästen aus Polyrattan. Das künstliche Flechtmaterial wird aus Polyethylen hergestellt, das eine industriell gefertigte Alternative zu Rattan ist. Polyrattan ist wetterbeständiger als natürliche Materialien und verliert im Laufe der Zeit kaum seine Farbe.

Besonders haltbar: Zink

Zink-Pflanzgefäße sind bekannt für ihre lange Haltbarkeit. Metallisches Zink ist noch dazu bis nahezu 100 Prozent recycelbar und schont daher die Umwelt. Sonne, Regen, Wind – gegenüber Witterungseinflüssen bildet das Material eine Schutzschicht aus Zinkoxid und Zinkkarbonat und hält daher fast jedes Wetter aus. Doch auch Zink hat Nachteile. In seltenen Fällen reagieren die Pflanzen auf das Überangebot des Nährstoffes Zink. Noch dazu ist Zink ein guter Leiter: Wenn Sonne auf den Kasten scheint, leitet das Material die Wärme an die Erde weiter. Empfindlichen Pflanzen kann die Überhitzung ihrer Wurzeln schaden. Wie bei Pflanzgefäßen aus Holz fehlen bei Zink-Produkten häufig die Abflusslöcher. Doch wenn Sie nun zum Bohrer greifen und selbst Löcher bohren möchten, können Sie auf das unter dem Zink befindliche Material treffen, das mitunter schnell rosten kann und durch die Verzinkung geschützt werden sollte. Bei Blumenkästen aus Zinkguss oder Zinkdruckguss ist das Nachbohren allerdings kein Problem. Verzinkte Kästen ohne Löcher sind am besten für Blumentöpfe geeignet, die einen eigenen Untersetzer haben.

Mediterranes Flair: Produkte aus Terrakotta

Terrakotta ist ein Naturmaterial, das einen erdig bis rötlichen Ton hat. Daher wirken Blumenkästen aus Terrakotta natürlich und warm. Das Besondere ist, dass Terrakotta Wasser aufnehmen kann. Diese Fähigkeit Wasser zu speichern, ist bei Balkonkästen nützlich, denn es wird letztendlich wieder an die Pflanzen abgegeben. Diese so entstehende Verdunstungskühle schützt Pflanzen an heißen Tagen vor dem Austrocknen. Auch Schimmelbildung ist in den Gefäßen seltener als in Kunststoffgefäßen, da die Erde besser belüftet wird. Wenn die Gefäße vorschriftsmäßig gebrannt wurden, sind sie frostfest und widerstandsfähig. Nur dünne Produkte halten dem Frost nicht stand. Der einzige Nachteil von Terrakotta-Blumenkästen liegt darin, dass die Produkte trotz ihres hohen Gewichts nicht bruchfest sind. Daher müssen Sie die Gefäße vorsichtig transportieren. Einmal angebracht verbreiten die Blumenkästen ein mediterranes Flair.

Kästen mit Wasserspeicher

Blumen in Kästen müssen gerade an heißen Tagen täglich gegossen werden. Um Ihnen das Gießen zu erleichtern, gibt es Produkte mit Wasserspeicher. In den Kästen ist ein Wasserreservoir integriert, dessen Stand Sie bei fast allen Produkten an einer Anzeige ablesen können. Die Pflanzen stehen nicht direkt im Wasser, sondern werden mittels eines Bewässerungssystems gegossen. Das Wasser im doppelten Boden verdunstet und gelangt über Einlegeböden oder Erdkegel direkt zu den Pflanzen. Bei fast allen Modellen ist das Prinzip des Wasserreservoirs ähnlich und es können mehrere Liter Wasser in den Speicher gefüllt werden. Allerdings funktionieren die Produkte nicht gut, wenn die Pflanzen noch klein sind und nur wenige Wurzeln haben, die nicht vollständig bis zum Boden reichen. Daher sollten Sie anfangs kontrollieren, ob die Erde feucht ist und Pflanzen direkt gießen, sollten diese an Wassermangel leiden. Funktioniert das Prinzip des integrierten Speichers, können Sie sogar einige Tage ohne schlechtes Gewissen verreisen, denn Ihre Pflanzen werden versorgt.

Wasserspeichermatten

Eine Alternative zu Produkten mit integriertem Reservoir sind Wasserspeichermatten. Für diese Produkte benötigen Sie keine speziellen Töpfe. Die Matten werden einfach vor dem Bepflanzen in die Kästen gelegt und lassen sich auf die richtige Größe zuschneiden. Sie können das Sechsfache ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen und geben es von unten an die Pflanzen weiter. Auch diese Produkte sind als recycelbare Modelle erhältlich.

Flexible Befestigungen für Blumenkästen

Befestigungen für Pflanzgefäße müssen einiges aushalten. Der Kasten muss sicher in den Produkten sitzen, um auch bei starkem Wind nicht herunterzufallen. Da sich die Kästen fast immer in luftiger Höhe befinden, müssen sie ausreichend gesichert werden. Wenn Sie eine flexible Lösung suchen, sodass Sie die Befestigung jederzeit entfernen können, sollten Sie auf Klemmprodukte setzen. Es gibt zahlreiche Kästen, die in der Mitte eine tiefe Einbuchtung haben. So können Sie einfach über Balkongeländer oder -brüstungen gestülpt werden. Mit Fixiereinheiten können Sie das Produkt dann am Geländer sichern, sodass es auch bei Sturm nicht herunterfällt. Der Rest des Topfes besteht aus zwei Kammern, eine befindet sich nach dem Anbringen auf der Balkoninnenseite, die andere auf der Außenseite. In die Kammern werden die Blumen gepflanzt. Da die Kästen leicht abzumontieren sind, können Sie im Winter im Haus untergebracht werden, sodass nicht winterharte Pflanzen überleben.

Fest installierte Halter

Oberstes Gebot bei der Auswahl von Befestigungen: Auf die Tragekraft der Halter achten. In den Herstellerangaben sollten diese zu finden sein – ebenso wie Erläuterungen zu passenden Maßen. Die Halter können an Balkonen oder Mauern mittels Schrauben fest installiert werden. Nachteil ist, dass Sie Bohrungen nicht umgehen können. Als Mieter sollten Sie sich daher bei Ihrem Vermieter erkundigen, ob das Bohren erlaubt ist. Halterungen gibt es in den verschiedensten Maßen und Formen. Das Gesamtbild ist am harmonischsten, wenn Kasten und Befestigung von der Farbe aufeinander abgestimmt sind.

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