Backgammon: So bringen Sie mit Taktik und Geschick Ihre Spielsteine ins Ziel

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Backgammon: So bringen Sie mit Taktik und Geschick Ihre Spielsteine ins Ziel

„Backgammon" ist eines der ältesten und erfolgreichsten Spiele der Welt. Neben strategischem Geschick kommt es auch darauf an, wie viel Glück der einzelne Spieler hat. Diese Mischung aus Glück und Taktik macht das Spiel seit Jahrhunderten für Anfänger und Profis gleichermaßen faszinierend und interessant. Ob als kleine Reiseversion oder Edelversion aus Holz oder Glas, dieses Spiel ist weltweit sehr beliebt. Auch handgearbeitete Spiele sind sehr beliebt. 

Der Spielaufbau von „Backgammon"

„Backgammon" ist ein Spiel für zwei Spieler. Auf dem Spielbrett befinden sich auf jeder Seite zwölf Dreiecke. Diese Dreiecke werden auch als Zungen oder Punkte bezeichnet. Um die Punkte besser unterscheiden zu können, sind diese in zwei unterschiedlichen Farben auf dem Spielbrett abgebildet, die sich abwechseln. Auf jeder Seite werden diese Dreiecke zwischen dem sechsten und siebten Dreieck durch die Bar in das Heim- und Außenfeld aufgeteilt. Die Bar ist ein senkrechter Strich, der die vier Quadranten abteilt. Jeder Spieler hat 15 Steine, die nach festen Regeln auf dem Spielbrett platziert werden, dabei kommen 15 weiße und 15 schwarze Spielsteine zum Einsatz. Die einzelnen Dreiecke sind nummeriert, die Nummerierung reicht von 1 bis 24. Zu Beginn werden zwei Spielsteine auf Punkt vierundzwanzig jedes Spielers platziert, fünf Steine auf dem dreizehnten Dreieck, drei auf dem achten Dreieck und fünf auf dem sechsten Dreieck jeden Spielers. Allerdings gibt es für die Aufstellung der Steine verschiedene Varianten, beispielsweise kann das Heimfeld für die weißen Steine oben links oder unten rechts liegen. Bei „Backgammon" werden zudem noch zwei sechsseitige Würfel und ein Würfelbecher benötigt. Bei Wettkämpfen wird zusätzlich ein sogenannter Dopplerwürfel eingesetzt.

Die Spielregeln von „Backgammon"

Der Gewinner des Spiels ist der Spieler, der zuerst seine Steine vom Spielbrett „abtragen" konnte. Darunter versteht man einfach gesagt, dass jeder Spieler seine Steine von einer Seite zur anderen befördert. Um wie viele Felder Sie Ihre Steine vorwärts bewegen dürfen, entscheiden die beiden Spielwürfel. Auf den Dreiecken können Sie Ihre Steine frei bewegen, außer es sind bereits zwei Steine des Gegners auf einem Dreieck. Dann ist dieser Punkt gesperrt. Um es Ihrem Gegner möglichst schwer zu machen, seine eigenen Steine frei zu bewegen, muss es demnach Ihr Ziel sein, möglichst viele Punkte zu sperren. Befindet sich ein Stein des Gegners auf einem Dreieck, und der Spieler erreicht durch sein Würfeln diesen Punkt, dann darf er den Stein des Gegners entfernen. Der Gegner muss dann mit diesem Stein von vorne beginnen. Wenn alle eigenen Steine im letzten Viertel angekommen sind, können diese nacheinander durch das Würfeln aus dem Spiel genommen werden.

Sobald ein Spieler keine Steine mehr im Spiel hat, ist er der Sieger des Spiels. Dabei gibt es verschiedene Varianten: Hat der Gegner noch gar keinen Stein ausgesetzt, währenddessen der andere Spieler bereits fertig ist, dann spricht man von einem Gammon. Bei einem Gammon erhält der Spieler den doppelten Gewinn. Von einem Backgammon spricht man, wenn der Gegner noch keinen Stein ausgesetzt hat und sich zusätzlich alle seine Steine noch im Haus des Gegners befinden. Für ein Backgammon erhält der Spieler den dreifachen Gewinn. Dies ist gleichzeitig der höchste Gewinn, der ohne den Dopplerwürfel erzielt werden kann.

„Backgammon" mit dem Dopplerwürfel spielen

Insbesondere bei „Backgammon"-Wettkämpfen wird der sogenannte Dopplerwürfel eingesetzt. Dieser Würfel wird nicht zum normalen Würfeln verwendet, sondern hat eine besondere Aufgabe. Im Gegensatz zu einem normalem Würfel, ist ein Dopplerwürfel mit den Zahlen zwei, vier, acht, 16, 32 und 64 beschriftet. Wenn ein Spieler während eines Spiels der Meinung ist, dass er das Spiel gewinnen wird, so kann er seinem Gegner den Dopplerwürfel anbieten. Nun hat der Gegner zwei Möglichkeiten: Entweder er lehnt das Angebot ab, dann endet das Spiel und er ist der Verlierer. Oder er akzeptiert den Einsatz des Dopplerwürfels. Dann bekommt er diesen, und der Würfel wird mit der Zahl zwei nach oben auf den Tisch gelegt. Das bedeutet, dass der Einsatz bzw. das Ergebnis des Spiels verdoppelt wird.

Glaubt nun im weiteren Spielverlauf der andere Spieler, dass er als Sieger aus dem Spiel gehen wird, dann kann er nun seinerseits die Verdopplung anbieten. Durch den Einsatz des Dopplerwürfels können Spiele, deren Ergebnis schon so gut wie sicher ist, schneller beendet werden. Dies führt zu einem schnelleren Spielverlauf und besonders bei Turnieren zu einer besser vorhersehbaren Spieldauer. Allerdings sollten Sie immer genau überlegen, wann Sie den Dopplerwürfel zum Einsatz bringen. Hierbei müssen Sie gut abwägen, denn wenn der Gegner nicht auf das Angebot eingeht, erhalten Sie nur den einfachen Gewinn. Dann kann es auch Sinn machen, auf den Einsatz des Dopplerwürfels zu verzichten und stattdessen auf Gammon oder Backgammon zu spielen.

Allgemeine Tipps und Tricks für ein erfolgreiches „Backgammon"-Spiel

Wie bei den meisten Brettspielen gibt es auch bei „Backgammon" einige Tipps und Tricks, mit denen Sie erfolgreicher spielen. Schon der Eröffnungswurf hat eine entscheidende Bedeutung für den weiteren Spielverlauf. Denn je nachdem, welche Felder Sie besetzen, können Sie schon von Anfang an strategisch wertvolle Felder für sich gewinnen. Mit einem Dreierpasch können Sie beispielsweise die sehr wichtigen Felder 13 und 7 besetzen. Als bester Eröffnungswurf wird der Sechserpasch angesehen. Je nachdem, wie Ihr Gegner eröffnet, kann nach diesem Wurf, eine Verdopplung schon sinnvoll sein.

Ein entscheidender Punkt ist, dass Ihr Heimfeld stark ist. Denn je mehr Steine Sie selbst im Heimfeld platziert haben, umso schwieriger wird es für Ihren Gegner, seine Steine wieder einzusetzen. Auch wenn er seinen Stein noch einsetzen kann, sind seine Zugmöglichkeiten dadurch häufig stark eingeschränkt. Dadurch wird es für Ihren Gegner sehr schwer, seine eigenen Tricks und Strategien anzuwenden. Auch sollten Sie darauf achten, dass Ihre Steine stets miteinander kommunizieren können. Hierunter versteht man, dass diese nie mehr als sechs Felder voneinander entfernt sind. Denn nur dann können Sie Ihre Spielsteine untereinander decken. Wenn dagegen Ihre Spielsteine weiter voneinander entfernt sind, können diese von Ihrem Gegner angegriffen und geschlagen werden.

Daneben sollten Sie immer versuchen, einen Anker zu setzen. Darunter versteht man, dass Sie möglichst den Fünferpunkt mit Ihren Steinen sperren. Dieser Punkt wird durch seine strategische Wichtigkeit häufig auch als Goldener Punkt bezeichnet. Weiterhin sollte es immer Ihr Ziel sein, möglichst viele einzelne Steine Ihres Gegners zu schlagen. Denn dann müssen diese von vorne anfangen und müssen wieder einen weiten Weg zurücklegen. Alleinstehende Steine sind immer risikoreich, da Sie der Gefahr ausgesetzt sind, geschlagen zu werden. Zu Beginn stellt es noch kein großes Problem dar, wenn man selbst geschlagen wird. Im Normalfall wird man seine Steine recht schnell wieder ins Spiel bringen können. Erst im weiteren Spielverlauf kann es hier durch Blockaden zu Schwierigkeiten kommen.

Versuchen Sie möglichst viele Blockaden aufzubauen. Denn durch zwei oder mehr Steine auf einem Feld blockieren Sie dieses Feld für Ihren Mitspieler. Eine besondere Form der Blockade stellt dabei eine Prime dar. Unter einer Prime versteht man mehrere blockierte Felder direkt hintereinander. Die größte Prime, eine sogenannte Full Prime, ist besteht, wenn sechs Felder nacheinander blockiert sind. Dadurch sind die Möglichkeiten Ihres Gegners sehr stark eingeschränkt, und es kann vorkommen, dass er kaum Varianten für eigene Züge hat. Auch kann er dadurch gezwungen werden, eigene Strategien aufzugeben und Blockaden seinerseits aufzulösen.

Mit diesen „Backgammon"-Strategien spielen Sie erfolgreich

„Backgammon" ist kein reines Glücksspiel. Ähnlich wie beim „Poker" oder „Schach" können Sie mit der richtigen Strategie den entscheidenden Vorteil erzielen.

Das Lauf- und Rennspiel

Eine sehr einfache Strategie, die auch Anfänger gut spielen können, ist das Lauf- oder Rennspiel. Dabei verfolgt der Spieler das Ziel, seine Steine so auf dem Spielbrett zu positionieren, dass sie keinen Kontakt mehr zu den Steinen des Mitspielers haben. Das heißt, er sorgt dafür, dass mehrere Felder nacheinander mit mindestens zwei Steinen besetzt sind und dadurch nicht mehr vom Gegner geschmissen werden können. Auch die letzten Steine werden bei dieser Strategie an den Steinen des Gegners vorbeigebracht. Diese Strategie ist umso erfolgreicher, je höhere Augenzahlen Sie würfeln.

Das Blockadespiel

Neben dem Laufspiel ist das Blockadespiel eine sehr effektive Taktik. Dabei geht es darum, mehrere Punkte hintereinander für den Gegner zu sperren, um eine Blockade zu erzeugen. Ein Punkt ist immer dann gesperrt, wenn zwei oder mehr gleiche Steine dort abgelegt sind. Besonders effektiv ist diese Strategie, wenn Sie es schaffen, mehrere Dreiecke hintereinander für den Gegner zu sperren. Schaffen Sie eine Full Prime, dann sind die Handlungsmöglichkeiten Ihres Gegners stark eingeschränkt. Am besten wirkt diese Taktik im Heimfeld. Denn dann kann es passieren, dass Ihr Gegner Probleme dabei bekommt, seine Steine über die Bar ins Spiel zu bringen. Der Vorteil des Blockadespiels ist es zudem, dass es den Spieler oftmals dazu zwingt, Steine zu bewegen, die er am liebsten an ihrem Platz belassen hätte. Beispielsweise kann er gezwungen sein, eigene Blockaden aufzulösen, oder seine eigene Taktik zu zerstören.

Das Haltespiel

Wenn Sie weit zurückliegen, bietet sich das Haltespiel an. Ziel bei dieser Strategie ist es, den Goldenen Punkt zu besetzen. Zusätzlich sollten Sie versuchen, eine Prime in Ihrem eigenen Heimfeld zu platzieren. Wenn nun Ihr Gegner eine eigene Blockade auflösen muss, und einzelne Steine setzen muss, können Sie die Initiative übernehmen. Für diese Strategie braucht es sehr viel taktisches Geschick, weshalb sie für Anfänger nicht empfehlenswert ist. Die einzelnen Strategien werden in „Backgammon"-Büchern zusammen mit den Regeln genau erklärt und sind insbesondere für Anfänger empfehlenswert.

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