Babys Lieblingskuscheltier - worauf muß man achten?

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Was man als frischgebackene Eltern allzuleicht überschätzt, ist die Tatsache, wie wichtig Kuscheltiere und Schnuffeltücher für den Seelenfrieden des Kindes sein können.
Schon mit wenigen Monaten wählt ein Baby recht selbständig aus der Fülle an Plüschtieren seinen ganz besonderen Favoriten, der die nächsten Jahre sein Begleiter sein soll. Eltern können zwar steuernd eingreifen, indem sie bestimmte Kuscheltiere anbieten, aber die eigentliche Wahl trifft das Baby selbst.
Bis zum Kindergartenalter neigen Kinder dazu, ihre Kuscheltiere und -Puppen als gleichberechtigte Lebewesen mit Charaktereigenschaften und Bedürfnissen zu betrachten. Sie geben ihnen Halt und Geborgenheit, wenn Mama und Papa mal nicht da sind. Dem Kuscheltier werden Geheimnisse anvertraut, es läßt sich aus Wut an die Wand werfen, abknutschen und naßweinen und bleibt trotzdem der beste Freund. Insofern würde einem Kind, dem die Eltern das Kuscheltier vorenthalten, wahrscheinlich eine wichtige psychologische Stütze auf dem Weg zur Selbständigkeit verweigert.

Sorgsame Eltern achten bei der Wahl des Kuscheltieres für ihr Kind selbstverständlich darauf, dass diese Objekte kindersicher sind:
- unschädliche Materialien, keine Teile, die abgehen können (auf Augen, Nasen, Knöpfe achten), speichelfeste Farben
- CE-Zeichen - aber bitte nicht blind darauf verlassen, denn dieses Zeichen wird gern gefälscht!
- am besten deutsche Markenprodukte (HABA, Sigikid, Steiff, Sterntaler usw. haben von Haus aus extrem hohe Qualitätsvorgaben, die ihren teuren Preis wert sind), so schließt man auch wirksam Kinderarbeit in Entwicklungsländern aus und das Geld bleibt im Land.
- TCM/Tchibo läßt zwar in Asien produzieren, hat aber dermaßen harte Verträge für den Hersteller, dass die ruiniert wären, wenn sie irgendwelchen Murks abliefern würden. Die Konventionalstrafe bei Pfusch würde jeden Hersteller ruinieren.
- bei China-Ware von Discountern bitte genau nachschauen, ob das Tierchen chemisch riecht oder von Babys Zähnen zerlegt werden kann.
- das Kuscheltier muß leicht genug sein, dass es Baby nicht ersticken kann (viele Kinder ziehen es sich zum Einschlafen und Beruhigen über das Gesicht)
- waschbar, am besten sogar trocknergeeignet (wer will schon ein nasses Kuscheltier im Kinderbett haben oder dem Kind erklären, dass der Teddy heute nacht an der Wäscheleine schläft?)

Übrigens vertreten die meisten Ärzte heutzutage sogar die Ansicht, dass auch Kinder mit Hausstauballergien durchaus Plüschtiere haben dürfen, solange die Eltern regelmäßig dafür sorgen, dass das Plüschtier gewaschen wird. Bei schwer zu reinigenden Exemplaren hilft auch eine Nacht im Gefrierfach, um die Milben zu töten. Danach kräftig absaugen, ausbürsten oder ausklopfen - und schon darf gekuschelt werden!

Bei aller Sorgsamkeit vergessen die meisten Eltern allerdings eine ebenso wichtige Sache:
Was tun, wenn das Lieblingskuscheltier verloren geht? Man kann natürlich die Regel aufstellen, dass es nur in der Wohnung benutzt wird, aber wer möchte schon mit einem bockenden Baby darüber diskutieren? Man wundert sich sowieso, wie schnell man als Eltern die theoretisch guten Vorsätze auf ein alltagstaugliches Maß reduziert, wenn das Baby erstmal da ist.
Also packt man verzweifelt das Kuscheltier mit in die Kinderkarre und irgendwann passiert es dann, dass es im wahrsten Sinne des Wortes auf der Strecke bleibt. Denn Anbinden ist auch nicht immer klug - an dem Sicherungsband könnte sich ein Kind die Hand abschnüren oder sich selbst würgen.

Mit viel Glück, intensiver Suche, Herumtelefonieren und notfalls sogar einer Kleinanzeige findet sich das heißgeliebte Kuscheltier unter Umständen wieder an. Aber bis es soweit ist, hat das Kind sein erstes Verlusterlebnis zu verkraften und die Eltern leiden mit ihm.

Als letzte Chance bleibt eBay als Weg der Ersatzbeschaffung, gerade wenn Kind und Kuscheltier schon über ein Jahr alt sind. In Spielzeugläden wird man oft genug nicht fündig, weil die meisten namhaften Hersteller ihr Sortiment regelmäßig überarbeiten und meistens gerade das Gewünschte nicht mehr erhältlich ist.


Zum Glück gibts eBay!

Leider ist es zu beobachten, dass manche Leute mit der Not der Eltern und der Seelenpein ihrer Kinder versuchen, ein Geschäft zu machen. Ich meine damit nicht die Eltern, die die Spielkiste ihrer Kinder nach ungeliebten überzähligen Kuscheltieren ausmisten und ein paar Euros für den Spartopf der Kleinen einnehmen möchten.

Was mir einen bitteren Beigeschmack verursacht, sind jene Leute, die ein Billig-Kuscheltier von KiK für 19,99€ zzgl. Versand anbieten, wo zufällig das Originaletikett zu 2,99 € noch dranhängt und behaupten, es sei halt nicht nach dem Geschmack ihres Kindes gewesen. Und wenn man dann "weitere Artikel des Verkäufers" anklickt, findet man noch diverse andere Billig-Kuscheltiere aus der vorherigen Saison, die nun teuer wiederverkauft werden sollen und auf notgeplagte Eltern warten, die endlich wieder ein friedlich schlafendes Kind haben möchten und dafür bereit sind, fast das Zehnfache des ursprünglichen Preises zu zahlen. Das erscheint mir nicht wie ein Kinderzimmerflohmarkt, sondern nach systematischem Aufkauf von billigen Artikeln, um sie mit einem Jahr Verspätung mit extremer Preissteigerung wieder abzusetzen. Sozusagen Spekulation mit Plüschtieren. Unglaublich.

Eine Sache ist immer soviel wert, wie jemand anderes dafür zu zahlen bereit ist. Dass hier aber teilweise die Notlage von Eltern und Kindern ausgenutzt wird, halte ich für moralisch bedenklich. Am besten boykottiert man solche Angebote.

Mein Rat an Eltern: Sollte sich herausstellen, dass Ihr Kind ein Lieblingskuscheltier hat, ohne das es nicht einschlafen kann, dann besorgen Sie sich schnellstmöglich ein Reserveexemplar davon, um Tränen und wilde Preistreiberei zu vermeiden. Markenexemplare wie Sterntaler, 'Cause und Haba findet man mit etwas Geduld noch bei den meisten Händlern zu reellen Preisen, wenn man nicht erst Jahre nach Erstanschaffung auf die Suche geht. Tchibo und Discounterware sind unterschiedlich lange in den Läden bzw. bei eBay-Anbietern zu finden.

Auch hier gilt: Je länger der Zeitraum zwischen Erstanschaffung und Ersatzbeschaffung ist, desto schwieriger wird es und umso leichter wird man zur Beute von unfairen Preistreibern.
Gleiches gilt auch für die Dringlichkeit. Wer rechtzeitig für Ersatz sorgt, unterliegt auch nicht dem Druck, nun unbedingt zu jedem Preis kaufen zu müssen. Sondern hat die Chance, bei netten eBayern ein Schnäppchen zu machen. Und so bekommt das Kind, das seine Spielkiste ausmistet, ein paar Euros für seine Spardose oder neues Spielzeug - und das andere Kind ein Ersatzkuscheltier zu akzeptablem Preis.

Und genau dafür war eBay ursprünglich konzipiert: Als Flohmarkt, als Schnäppchenbörse - und nicht als Spekulationsobjekt.


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