BMW Z3: Schon James Bond wusste ihn zu schätzen

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BMW Z3: Schon James Bond wusste ihn zu schätzen

James Bond fuhr den BMW Z3 im Jahr 1995 in seinem Kinofilm „Golden Eye“. Pierce Brosnan als damaliger Darsteller des Agenten 007 hatte somit bereits ein Jahr vor dem offiziellen Verkaufsstart das Vergnügen, das Kraftpaket zu lenken. Als im Juli 2002 das vorläufig letzte Fahrzeug des Modells vom Band lief, ging für viele Fans eine Ära zu Ende.

Der BMW Z3 – die Rahmendaten

Hersteller des Fahrzeugs, das unter der simplen Verkaufsbezeichnung „Z3“ läuft, ist BMW. Das Fahrzeug ist der Klasse der Sportwagen zuzuordnen. Es gibt ihn als Roadster, dann wird er mit zwei Türen ausgeliefert, oder als Shooting Brake, wobei der Z3 dann als Dreitürer hergestellt wird. Zum Einsatz kommen Ottomotoren von 1.8 bis 3.2 Liter, was einer Leistung von 85 bis 239 kW entspricht. Das Fahrzeug ist kompakt und hat Außenmaße, die je nach Modell zwischen 4025 x 1692 x 1266 mm bis zu 4050 x 1740 x 1306 mm liegen. Bei einem Radstand von 2459 mm bringt der Z3 ein Leergewicht von 1225 bis maximal 1450 kg mit. Ein Vorgängermodell gibt es vom Z3 nicht, jedoch ist als Nachfolgermodell der BMW Z4 zu nennen.

Der BMW Z3 auf dem Vormarsch

Im September des Jahres 1995 wurde der erste BMW produziert, der komplett außerhalb Deutschlands gefertigt wurde. Der Ort der Herstellung lag in den USA, der überwiegende Teil der Werk- und Fertigungsstoffe wurde in Nordamerika eingekauft. Was für Fans der Bayerischen Motorenwerke ein Stilbruch war, war für das Management eine betriebswirtschaftliche Überlegung. Der BMW-Konzern wollte sich von den Kursschwankungen weitgehend unabhängig machen. Den Beginn der Produktionsreihe kennzeichneten die Vierzylindermodelle Z3 Roadster 1.8 und Z3 Roadster 1.9. Letzterer war das Fahrzeug, das im James-Bond-Film „Golden Eye“ für Furore sorgte, ein strategischer Werbecoup, der im Folgenden für einen sehr guten Absatz der Modellreihe sorgte. Bereits 1995 war die Nachfrage nach dem Z3 Roadster 1.9 hoch, doch die Fans mussten noch bis 1996 warten, bevor sie das Modell bestellen konnten. Im selben Jahr legte BMW nach: Der Z3 Roadster 2.8 kam mit einem Sechszylinder-Motor auf den Markt und bekam durch breitere Kotflügel ein markanteres Design.

Die Weiterentwicklung des BMW Z3 zum BMW Z3 M

Die Entwicklung ging bereits 1997 weiter. Aus dem Z3 wurde der Z3 M Roadster fortentwickelt, der einen 3.2-Liter-Sechszylindermotor hatte und einige technische Änderungen aufwies. Neben der Änderung der Motorleistung, gab es Verbesserungen am Fahrwerk, der Abgasanlage und der Elektrik. Doch auch die Optik veränderte sich und brachte Neues. Spiegel, Heckklappe und Frontspoiler wurden etwas geglättet und die Mittelkonsole im Innenraum erhielt ebenfalls einen neuen Anstrich, indem zusätzliche Instrumente eingebaut wurden.

1998 fügte BMW der Baureihe ein Kombicoupé hinzu, das als sogenannter „Shooting-Brake“ designt war. Der Begriff „Brake“ bedeutet „Fuhrwerk“, wobei Fuhrwerke früher dazu eingesetzt wurden, um die Kraft und Energie von Wildpferden zu kanalisieren und gezielt zu brechen, also „to brake“, damit sie gezähmt als Arbeitspferde eingesetzt werden konnten. Die Fuhrwerke, die zur Zähmung der Pferde benutzt wurden, hatten einen sehr einfachen Aufbau, sodass Sie überwiegend zur Jagd eingesetzt wurden. Ein Fuhrwerk, mit dem man damals zum Schießen, was übersetzt „shooting“ heißt, ausfuhr, hatte im Volksmund deshalb den Namen „Shooting Brake“. Ein heutiges Fahrzeug, das mit dem Zusatz „Shooting Brake“ versehen ist, weist eine spezielle Form der Karosserie auf. Sie erinnert von der Silhouette her eher an einen lang gezogenen Kombi, jedoch ist es im Falle des BMW Z3 ein Coupé mit Steilheck. Das Design eines Shooting Brakes ist windschnittig, elegant und sportlich, so auch das Kombicoupé dieser Baureihe. Allerdings fand es in Kreisen von Liebhabern des Z3 keinen allzu großen Anklang, da es durch die schnittigen Formen fast schon gesichtslos wirkte und aufgrund dessen von ihnen den Beinamen „Turnschuh“ erhielt.

Ab 1999 erhielt der BMW Z3 lediglich marginale Änderungen

Die erfolgreiche Z3-Reihe erfuhr ab 1999 keine nennenswerten Änderungen mehr. Das Heck wurde zunächst dahin gehend verändert, dass die Kotflügel hochgezogen wurden. Die Rückleuchten erhielten eine neue Form und erstrahlten seitdem in einer L-Form. Auch wurde der Abschluss des Fahrzeugs durch eine leicht gebogene Heckklappe verändert. Vorne bekamen die Scheinwerfer Chromringe. Auch der BMW M3 Roadster erhielt diese Chromringe, alles andere blieb im ursprünglichen Zustand erhalten.

Um diese Unterschiede überhaupt erkennen zu können, muss man sehr in der Materie sein und die einzelnen Modelle nebeneinander stellen. Bei eBay finden Sie von vielen BMW Z3 Modellen maßstabsgetreue Nachbildungen unterschiedlicher Größe, die es Ihnen ermöglichen, sich eine Galerie des Z3 in Ihr Haus zu holen. Die Änderungen unter der Motorhaube bezogen sich hauptsächlich auf die Motorenleistung. 1999 wurde erstmals ein Z3 Roadster mit einem 2.0-Liter-Motor auf den Markt gebracht. Weitere Veränderungen folgten im Jahr 2000, als dasselbe Modell als 3.0i, 2.8 und 2.2 produziert wurde. Die übliche Leistung von 252 kW blieb erhalten. 2001 dann schob BMW einen Z3 M Roadster und ein Z3 M Coupé mit einem S54-Motor nach, der als Reihensechszylinder-Ottomoter im Hochdrehzahlbereich eine Einzeldrosselklappenanlage auswies. Die zusätzliche Ausstattung mit einer Doppel-Vanos-Nockenwellenverstellung sorgte für ein extrem gutes Ansprechverhalten des Motors. Allerdings lag die Leistung lediglich bei 239 kW, was dem Umstand zuzuschreiben war, dass die Länge der Auspuffanlage nicht reichte, um eine ebenso hohe Leistung zu erreichen, wie es beim Z3 Roadster der Fall war.

BMW Z3 – Die Ausstattung des Fahrzeugs

2002 galt auch das letzte produzierte Modell der Z3-Baureihe als eines der besten Roadster auf dem Markt. Ihm wurde hohes Fahrvergnügen zugeschrieben und das setzte ihn von seiner Konkurrenz ab. Als ausgesprochen gute Wahl zeigte sich der BMW Z3 2.2i. Er liegt zwischen dem verhältnismäßig schwach motorisierten Vierzylinder 1.9i, der lediglich 87 kW aufweist, und dem Kraftpaket M Roadster. Der BMW Z3 spricht unterschiedliche Käufertypen an. Als Auto für etablierte Geschäftsleute, Männer wie Frauen, kommt das Fahrzeug genauso zum Zuge. Auch als hochwertiges Geburtstagsgeschenk für Töchter wohlbetuchter amerikanischer Geschäftsleute war es ein Verkaufsschlager. Besonders das grünblau lackierte Modell von 1995/96 steht bei Kennern nach wie vor ganz oben auf der Liste, ist es doch die originale James-Bond-Farbe.

Fahrgefühl

Beim Einsteigen ins Fahrzeug müssen Sie ein wenig in die Knie gehen, denn der Z3 liegt tief. Sie gleiten in elektrisch verstellbare Ledersportsitze und schließen die Tür mit einem leisen Schnalzen. Die Innenraumgestaltung allerdings ist sehr dezent und hält einem Vergleich mit einem typischen 3er BMW stand, nicht mit einem Sportwagen aus einer entsprechenden Preisklasse. Die Anzeigen sind verhältnismäßig schlecht einsehbar und auch die Knöpfe und Schalter im Cockpit sind so oberflächennah eingebaut, dass sie kaum zu ertasten sind. Es dauert deshalb einige Zeit, bis man sich an die spartanische Ausstattung gewöhnt hat und sich zurecht findet. Der Motor brummt tief und vermittelt den Eindruck von Kraft. Das Fahrzeug hat einen Überrollbügel, Bordcomputer und eine satte Musikanlage. Falls Sie sich für den Kauf eines BMW Z3 entscheiden, macht es Sinn, sich ein Fahrzeug mit Klimaanlage auszuwählen. Die ist nicht immer serienmäßig dabei, sodass Sie darauf achten sollten. Auch gibt es Unterschiede in der Bedienung des Daches. Wer die manuelle Bedienung wählt, bekommt eine wartungsfreie Version, die sich unkompliziert bedienen lässt. Die elektrische Variante wirkt einerseits beim Einkaufspreis preissteigernd und ist andererseits mit zusätzlichen Kosten für die Wartung in einer Fachwerkstatt verbunden.

BMW Z3 im Straßenverkehr

Das Fahrwerk des BMW Z3 ist überzeugend. Auch die erste Modellvariante des Jahres 1996 war ein alltagstauglicher Sportwagen. Das Fahrwerk ließ sich sportlich bedienen, die Lenkung war direkt ansprechbar und die Schaltwege kurz. Auch heute ist ein Z3 gut zu fahren, im Straßenverkehr macht er eine gute Figur und die Handhabung in engen Straßen, Parkhäusern oder verbauten städtischen Bereichen ist einfach.

Es gibt Besitzer, die Ihr Fahrzeug mit individuellen Optionen ausgestattet haben. Dazu gehören zusätzliche Seitenairbags oder automatische Stabilitätskontrolle und Traktion, die Sie an der Abkürzung „ASC + T“ erkennen können. Wenn Sie Wert auf eine optimale Abstimmung des Fahrwerks legen, sollten Sie bei der Wahl des passenden Modells auf diese Feinheiten achten.

Schwachstellen beim BMW Z3 – was Sie genau überprüfen sollten

Es gibt einige Schwachstellen, die Sie beim Kauf oder Verkauf eines BMW Z3 überprüfen sollten. Zunächst ist es empfehlenswert, das Verdeck in Augenschein zu nehmen. Hier können sich Gebrauchsspuren und Risse an den Nähten zeigen. Wenn das Dach nicht mehr dicht ist, kaufen Sie ein teures Problem ein, denn im Grunde bleibt Ihnen nichts anderes übrig, als das Hardtop zu ersetzen. Deshalb sollte Sie ein beschädigtes Verdeck in Ihre Preiskalkulation mit einbeziehen. Falls Ihnen als Besitzer des Fahrzeugs aufgefallen ist, dass Sie häufig defekte Glühlampen hatten, könnte das auf Spannungsspitzen in der Elektrik hinweisen, die unter Umständen das System lahmlegen könnten. Die Funktionsfähigkeit der Elektrik ist deshalb für Käufer und Verkäufer ein Punkt, den Sie sicherstellen sollten. Ebenfalls ein typisches Z3-Problem, das mit der Elektrik zusammenhängt, sind die Fensterheber. Es kommt immer wieder vor, dass sich das Seitenfenster des Fahrers nicht richtig schließt.

Weitere typische Mängel beim Z3 sind unter anderem auch die Auspuffblende und der Auspuffkrümmer. Die Auspuffblende löst sich erfahrungsgemäß ohne Ankündigung und sollte regelmäßig auf ihren Sitz überprüft werden. Auch die Schraube des Auspuffkrümmers lockert sich und fällt ab, was Zündaussetzer zur Folge hat. Empfehlenswert ist die Kontrolle und Montage aller Aufhängepunkte der Auspuffanlage, denn ansonsten schlägt diese bei einer gewissen Motordrehzahl sehr gut hörbar gegen das Bodenblech. In der Wartung ist wichtig, dass Sie die Kupplungspedalwelle regelmäßig fetten, da diese sonst schnell an Leichtgängigkeit verliert. Hoher Verschleiß ist auch bei den Zündkerzen und beim Zündspulenkabelbaum zu verzeichnen.

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