BGB, Verbraucherschutz, Standardfälle - 10 Bücher über Zivilrecht, die sich lohnen

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BGB, Verbraucherschutz, Standardfälle - 10 Bücher über Zivilrecht, die sich lohnen

Das Zivilrecht regelt im Gegensatz zum öffentlichen Recht die Beziehungen zwischen rechtlich gleichgestellten Rechtssubjekten. Der Grundgedanke des Zivilrechts ist die Privatautonomie, also die Freiheit des Einzelnen, mit anderen Personen Verträge abzuschließen oder in sonstige Rechtsbeziehungen zu treten. Die Regelungen des Zivilrechts kommen dann zur Anwendung, wenn eine solche Rechtsbeziehung gestört ist. Die Teilbereiche des Zivilrechts sind der Allgemeine Teil, der unter anderem Regelungen zu Rechtsgeschäften, Verbraucherschutz sowie weitere allgemeingültige Normen beinhaltet, das Schuldrecht, das Sachenrecht, das Familienrecht und das Erbrecht. Regelungen für alle diese Teilgebiete finden sich im Bürgerlichen Gesetzbuch. Für jeden dieser Themenbereiche gibt es eine Vielzahl von Büchern. Unter diesen gibt es wiederum Klassiker, die man als Student oder Interessierter gelesen haben sollte.

Für das zivilrechtliche Grundverständnis: Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)

Um sich überhaupt einen Überblick über das Zivilrecht verschaffen oder mit ihm arbeiten zu können, sollten Sie das Bürgerliche Gesetzbuch in der aktuellen Fassung vorliegen haben. Diese Kodifikation des Zivilrechts erhalten Sie auch bei eBay. Es enthält Vorschriften zu sämtlichen Rechtsgebieten, die dem Zivilrecht zuzuordnen sind, so zum Beispiel zum Schuldrecht, zum Sachen- und zum Erbrecht.

Das Bürgerliche Gesetzbuch trat am 01.01.1900 in Kraft, folglich noch zu Zeiten des Deutschen Kaiserreichs. Seitdem wurde es regelmäßig überarbeitet, wobei die wohl wichtigste und umfangreichste Änderung die Schuldrechtsreform im Jahre 2002 darstellt. Sie war notwendig geworden, um das deutsche Recht an Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft anzupassen. Im Zuge dessen fand eine große Umstrukturierung statt, wobei zahlreiche Nebengesetze in das Bürgerliche Gesetzbuch integriert wurden. Ebenso wurden für alle Normen amtliche Überschriften eingefügt, was vor allem für Anfänger auf dem Gebiet des Rechts sehr hilfreich ist und die Suche nach speziellen Regelungen schneller und effektiver werden lässt.

Buchtipp zum Allgemeinen Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches

Der Allgemeine Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches enthält Regelungen, die für alle folgenden Teilgebiete im Gesetzbuch gleichermaßen gelten. Diese sind allerdings stark abstrahiert, sodass es dem juristisch nicht so bewanderten Leser unverständlich sein kann. Ein Klassiker unter Jurastudenten der ersten Semester ist das Buch „Allgemeiner Teil des BGB“ von Hans Brox und Wolf-Dietrich Walker. Die erste Ausgabe erschien bereits im Jahre 1976. Die Autoren schaffen es, die oftmals komplexen Zusammenhänge, die der Laie auf den ersten Blick oftmals nicht sieht, nachvollziehbar darzustellen. So behandelt das Buch, im Einklang zur Gliederung im Bürgerlichen Gesetzbuch, die Definitionen der einzelnen Rechtssubjekte, wie natürliche und juristische Personen, Verbraucher oder Unternehmer. Zudem gibt es Abschnitte zu den Themen Verbraucherschutz, Geschäftsfähigkeit, Willenserklärungen, Verträge, Bedingungen einer Vertragspartei und Stellvertretung. Auch die Regelungen zur Verjährung und ihre Auswirkungen werden umfassend erläutert.

Buchtipps zum Schuldrecht: zum Allgemeinen Teil und zum Besonderen Teil

Das Schuldrecht regelt die Schuldverhältnisse, sowohl gesetzliche als auch vertragliche. Das sind Rechte und Pflichten, die juristischen und natürlichen Personen dadurch entstehen, dass sie miteinander Vertragsbeziehungen eingegangen sind. Das Recht der Schuldverhältnisse unterteilt sich in den Allgemeinen Teil des Schuldrechts und den Besonderen Teil.

Der Allgemeine Teil des Schuldrechts wird sehr ausführlich und verständlich in dem Buch „Schuldrecht I, Allgemeiner Teil“ von Dieter Medicus und Stephan Lorenz dargestellt. Die Autoren gehen dabei detailliert auf die wichtigen Regelungen ein. Im Mittelpunkt stehen der Inhalt, die Gestaltung und das Erlöschen von Schuldverhältnissen sowie die Übertragung von Forderungen. Wichtige Themen sind zudem das Recht der Leistungsstörungen, also Unmöglichkeit, Verzug und Schlechtleistung.

Der Besondere Teil des Schuldrechts beinhaltet die einzelnen Schuldverhältnisse. So finden sich unter anderem Regelungen zum Kauf, zum Darlehensvertrag, zur Schenkung, zur Miete und zum Werkvertrag. Sie finden auch Normen bezüglich der Vertragsbeziehungen zwischen Unternehmen und Verbrauchern. Der Schutz der Verbraucher nimmt einen ganzen Abschnitt ein, was die Bedeutung dieser Problematik für den Gesetzgeber widerspiegelt. Diese umfangreichen Themengebiete sind sehr anschaulich und klar strukturiert in dem Buch „Schuldrecht. Besonderer Teil“ von Dirk Looschelders zu finden. Der Autor geht auf sämtliche Arten von Schuldverhältnissen ein, erklärt die gegenseitigen Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und die möglichen Rechtsfolgen, falls eine Partei ihre Pflichten verletzt.

Buchtipp zum Sachenrecht

Ein weiteres Fachgebiet des Zivilrechts ist das Sachenrecht. Es regelt die Rechtsverhältnisse bezüglich Sachen. Damit sind nicht nur bewegliche Sachen gemeint, sondern auch unbewegliche, beispielsweise Grundstücke. Das Sachenrecht enthält unter anderem Regelungen darüber, wann und wie ein Eigentumsrecht an einer bestimmten Sache entsteht, wie es übertragen werden kann und wie es sich zum Besitz abgrenzt. Über diese Thematik können Sie in dem Buch „Sachenrecht“ von Manfred Wolf nachlesen. Der Autor geht dabei auch sehr umfangreich auf die Sicherungsrechte ein. Er erläutert die Voraussetzungen und juristischen Folgen von Grundschuld und Hypothek. Er stellt anschaulich dar, was bei einem Grundstückskauf zu beachten ist und wie Sie sich dabei umfassend rechtlich absichern können.

Buchtipp zum Familienrecht

Obwohl der Staat sich nicht in das Familienleben seiner Bürger einzumischen versucht, besteht bei Streitigkeiten innerhalb einer Ehe, Lebensgemeinschaft, Familie oder Verwandtschaft ein großer Regelungsbedarf. Die Normen des Abschnittes „Familienrecht“ im Bürgerlichen Gesetzbuch legen beispielsweise fest, wie Ehen oder Lebensgemeinschaften eingegangen oder aufgelöst werden, wer Unterhaltszahlungen leisten muss und in welchem Umfang dies erfolgt. Gabriele Wunsch erläutert alles Wissenswerte in ihrem Buch „Familienrecht“. Darin finden Sie auch Erklärungen zur Pflegschaft, Betreuung und Vormundschaft. Vor allem die letztgenannten Bereiche können im Alltag schnell einmal zum Thema werden, wenn sich ein Familienmitglied im Alter dahingehend absichern möchte, dass jemand anderes über seinen Aufenthaltsort oder medizinische Maßnahmen entscheiden soll, wenn es das selbst nicht mehr kann.

Buchtipp zum Erbrecht

Das Erbrecht ist ein sehr komplexes Gebiet. Es regelt zum einen die Verfügungen über das Eigentum, die jemand für den Fall seines eigenen Todes trifft, zum anderen auch die Fälle, in denen jemand durch entsprechende Verfügungen einer anderen Person begünstigt wird. Bücher zum Erbrecht gibt es viele, einige davon sind allerdings sehr umfangreich und tiefgehend, sodass sie als Lektüre für einen juristischen Laien relativ schwer zu verstehen sind. Sehr empfehlenswert für jeden Interessierten ist allerdings das Standardwerk „Erbrecht“ des bereits beim Allgemeinen Teil des Bürgerlichen Gesetzbuches angesprochenen Autorenteams Hans Brox und Wolf-Dietrich Walker. Es fasst die wichtigsten Themenbereiche schwerpunktmäßig zusammen und gibt einen anschaulichen Überblick über die wichtigsten Normen und Zusammenhänge. Ein ganzer Abschnitt widmet sich der Erstellung eines rechtsgültigen Testaments, seinen Voraussetzungen und wie Sie eine Ausschlagung des Erbes vornehmen müssen.

Sehr empfehlenswert: Kommentar zum Zivilrecht

Ob Sie Gesetzestexte oder juristische Bücher im Rahmen Ihres Studiums lesen, oder Sie sich aus beruflichen beziehungsweise privaten Gründen für bestimmte Rechtsgebiete des Zivilrechts interessieren, ein Kommentar ist in jedem Fall sehr hilfreich. Während ein Gesetzestext lediglich den genauen Wortlaut jeder Norm enthält, beinhaltet ein Kommentar zusätzlich umfangreiche Definitionen, Querverweise, Erklärungen und passende Urteile. Er hilft, die manchmal nur schwer zu verstehenden Begriffe zu interpretieren und gegeneinander abzugrenzen. Das Standardwerk für das Zivilrecht ist der von vielen Autoren verfasste Palandt - Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch von Otto Palandt. Dieses Werk gilt schon seit Jahrzehnten als unverzichtbarer Begleiter für alle, die sich näher mit dem Zivilrecht befassen. Dieser Kommentar ist zwar teurer als andere Bücher, dies ist aber seinem Umfang geschuldet. Um möglichst viele Informationen geben zu können, enthält ein Kommentar, so auch dieser, viele Abkürzungen. Sollten Sie eine nicht zuordnen können, hilft Ihnen ein übersichtliches Abkürzungsverzeichnis weiter. Haben Sie Interesse daran, wichtige Gerichtsentscheidungen zu einem bestimmten Thema nachzulesen, bietet Ihnen der Kommentar die exakten Fundstellen. Dadurch sparen Sie wertvolle Zeit für weitergehende Recherchen und können umgehend die gewünschten Urteile in entsprechenden Sammlungen heraussuchen.

Buchtipp zum Verbraucherschutz

In Deutschland gibt es kein spezielles Gesetz, das den Verbraucher schützt. Das liegt aber nicht daran, dass es dem Gesetzgeber gleichgültig wäre, sondern an der Systematik des deutschen Rechts. Zahlreiche Normen zum Schutz der Verbraucher sind in den unterschiedlichsten Bereichen des Zivilrechts zu finden. So enthält das Bürgerliche Gesetzbuch unter anderem Vorschriften zu Haustürgeschäften, Fernabsatzverträgen, Teilzeit-Wohnrechten und Verbraucherdarlehensverträgen. In anderen Abschnitten finden sich weitere Regelungen, die zwar auch den Verbraucher schützen sollten, aber nicht ausschließlich ihn. Vielmehr umfasst der Schutz alle am Rechtsverkehr teilnehmenden Personen. Ein Beispiel dafür sind die Regelungen zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Eine empfehlenswerte Lektüre hierzu ist das Buch „Verbraucherschutz im Zivilrecht“ von Barbara Grunewald. Sie fasst die wichtigsten Vorschriften übersichtlich zusammen und geht neben Haustürgeschäften und Fernabsatzverträgen insbesondere auf Gewinnspiele und die Zusendung unbestellter Waren ein. Das Buch ist so geschrieben, dass auch ein juristisch nicht Vorgebildeter die Materie gut versteht und die Erörterungen nachvollziehen kann.

Buchtipp zu Standardfällen aus dem Zivilrecht

Für juristische Anfänger und interessierte Laien gibt es Publikationen, die Gesetze und einzelne Vorschriften anhand von Fallbeispielen ausführlich erläutern und systematisch zur Problemlösung führen. Unter den Büchern von Jan Niederle findet sich eine Sammlung von häufig auftretenden, zivilrechtlichen Rechtsproblemen, die er zusammen mit Christine Merten unter dem Titel „Standardfälle - Zivilrecht für Anfänger“ veröffentlicht hat. Behandelt werden Fälle zum Vertragsrecht, zur Problematik der Vertragsabschlüsse durch Minderjährige, zur Stellvertretung und zum Kaufrecht allgemein. Die Autoren gehen auf Lösungsansätze ein, die im Zusammenhang mit der Rückabwicklung von Verträgen stehen, die wissentlich oder in Unkenntnis mit Minderjährigen abgeschlossen wurden. Zudem erörtern sie ausführlich sämtliche Fehler der Vertragsparteien, die bei der Abgabe von Willenserklärungen auftreten können und zeigen mögliche Rechtsfolgen. Möchten Sie sich zu einem der aufgeführten Fälle weitergehende Informationen einholen, können Sie sich an die stets am Ende eines Abschnittes angegebene Literaturliste halten.

Wenn Sie sich für ein spezielles Thema des Zivilrechts interessieren und tiefer in die Materie einsteigen wollen, beispielsweise in das Schuldrecht, steht Ihnen auch hier ein großes Angebot an Büchern mit Standardfällen zur Verfügung, die das jeweilige Rechtsgebiet dann natürlich noch detaillierter aufzeigen. Eine große Auswahl an solchen Rechtsbüchern erwartet Sie bei eBay.

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