Autoverkauf, Sachmängelhaftung, Rücktritt vom Vertrag

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Autoverkauf Online, Kamelhandel ? was ist los in Deutschland....?

wir haben im alten Jahr unsere treue Familienkutsche online verkauft.

Zunächst hatten wir alle möglichen und unmöglichen Fragen bezüglich des Zustandes, des Alters, der Laufleistung und des Preises geduldig beantwortet, auch dass das Fahrzeug 20 Jahre alt und eine Laufleistung von über 2000000 km auf dem Tacho hat.

Wahrheitsgemäß wurden einige Sachmängel aufgeführt, die bereits im Inserat benannt worden waren und auch, dass das Fahrzeug seit mehrern Jahren in unserem Besitz gehegt und gepflegt worden ist. Inspektionen erfolgten noch im September und die große Inspektion wurde noch vor dem Wintereinbruch durchgeführt. Kurzum, ein altes, aber gepflegtes Fahrzeug der Marke Daimler Benz stand zum Verkauf an.

Wir hatten uns an den vielen Angeboten im Internet orientiert und ebenso den Text abgefasst ...." gebrauchtes Fahrzeug, altersbedingter, aber gepflegter Zustand mit kleinen Mängel als Teileträger oder an Bastler zu verkaufen ".

Es war dann nach unzähligen Anrufen und Anfragen, ein ernsthafter Kaufinteressent übrig gebleiben, man wurde nach ausgiebiger Probefahrt, unter dem Wagen Kontrolle und sonstigen Prüfungen der technischen und mechanischen Teile, handelseinig.

Beide Parteien hatten sich auf auf einen handelsüblichen Kaufvertrag für private Verkäufer ( ADAC ) eingelassen.

Nach langem hin & her, wurde unter endgültigem Preisnachlass das Fahrzeug verkauft und die Käufer, angereist mit der kompletten Familie, entschwanden aus dem Blickfeld des erschöpften Verkäufers.

Lange hatten man von diesem " Käufern" keine Ruhe, laut am Telefon tönend, man hätte einige falsche und betrügerische Angaben gemacht und ihn, den Käufer arglistig getäuscht wollte man das Fahrzeug am Wochenende wieder zurück bringen und vom Vertrag wegen arglistiger Täuschung zurücktreten.

Nun waren unsere Sinne geschärft, arglistige Täuschung ? Betrug ?, was soll das, es herrschte Aufruhr in der Familie des Verkäufers, da wollte einer sich billig aus der Affaire ziehen, hatte bei einem günstigeren Auktionsangebot vermutlich den Zuschlag erhalten und wollte nun gaaanz elegant unter Angabe von Sachmängel, die keine sind aus dem Vertrag ausscheiden, dass Fahrzeug wieder vor die Tür stellen, mittlerweile hatte man aus einem Nichtraucher Auto eine " Qualmstube" gemacht, den Gurtaufroller der hinteren Sitzbank perforiert und herausgerissen, sowie den bis dahin pfleglich behandelten Daimler, wie einen Traktor behandelt !!

So nicht, die Gründe : wir wären gewerblich und könnten den Sachmängelausschluß nicht anführen, sie würden auch das Fahrzeug nicht ummelden, da wir arglistig Mängel unterschlagen hätten.

Nun es gibt Grundsatzurteile, die besagen, erstens dass ein Fahrzeug, dass ausschließlich privat genutzt wird auch privat verkauft werden kann, ( Az : AG München Adjur 24/03 C ) dass als Verschleißteile die Teile anzusehen gilt, die das Fahrzeug laufen, bremsen, federn, verpuffen und verschliessen lassen, zb. Bremsen und Bremsscheiben sind wenn abgeschliffen kein Sachmangel, sondern normaler Verschleiß, Urteil vom AG Aachen 6 S99/03-ADJUR 59313-vom 23.10.03, bei Fahrzeugen über 10-15 Jahren, dergleichen gilt für Querlenker, Stoßdämpfer, Gummidichtungen und Motoraufhängungen, keine Sachmangel, sondern normaler Verschleiß, Urteil LG Dessau, vom 23.12.02 Az.: 7T542/02.

Also bitte, wer sagt es denn, immer mal die juristische Hilfe anklicken und sich die neusten Infos holen, wenn man Online verkauft.

Nicht erlaubt und auch juristisch nicht durchsetzbar sind : Verkäufe des Artikel durch dritte , zb.:" verkaufe für einen Freund, der hat keinen PC , usw " die schönsten "Angabeblüten" haben wir da schon entdeckt, oder Angabe das es sich um ein Bastlerfahrzeug handelt, der Verkäufer muss immer wahrheitsgetreue Angaben machen, auch wenn er sich dann angeblich schlechter stellt beim Verkauf, wer das nicht tut, handelt unseriös und wird auch auf Dauer mit dieser VK-Methode nicht durchkommen und macht sich darüber hinaus strafbar wegen arglistiges verschweigen.

Grundsätzlich hat keiner etwas zu verschenken, aber man sollte auch wie in allen Dingen fair bleiben, als Verkäufer genau so wie als Käufer, gute Ware, guter Preis !!

 

MB 230 TE /  Bj.87/88

 

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