Automatik Schweisshelme gefaehrlich gut ?

Aufrufe 32 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Automatisch verdunkelnde Schweißschutzhelme sollen Augen und Gesicht unter normalen Schweißbedingungen vor schädlicher Strahlung, Funken- und Spritzern schützen.
WEIL diese Helme schützen sollen, gehören sie zur Produktgruppe der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA oder international PPE Personal Protectice Equipment), für die es innerhalb der EU sehr strenge Richtlinien im Hinblick auf Funktionen und Materialien gibt. Im einzelnen wird verwiesen auf die Erfüllung der Normen EN 165, EN 166, EN 167, EN 168, EN 169, EN 175 und EN 379

NUR wenn ein Automatik Helm alle Tests der zertifizierenden Institution (z.B. DIN Certco fur Augenschutzgeräte  ) durchläuft und diese auch besteht, wird die Konformität nach europäischen Standards erteilt und ein Zertifikat ausgestellt.

WEIL diese Prüfungen und Zertifizierungen teuer sind (weit ueber 10.000 Euro pro Type) , wird sie auch von sehr vielen asiatischen Herstellern nicht beantragt. ODER aufgrund der Mangelhaftigkeit eines Helmes, dessen Automatik Filter oder Materialien, gar nicht ernsthaft erwogen weil man sowieso die Tests nicht bestehen würde !

SOLCHE Hersteller aber auch Händler formulieren dann aus verkaufstechnischen Gründen Sätze wie "der Helm entspricht den Normen .........." oder " der Helm wurde gemäss den Normen gefertigt" !!
DAS ist absolut unzureichend und nicht konform der aktuellen Rechtslage. Es MUSS eine Pruefung und ZERTIFIZIERUNG erfolgt sein BEVOR ein Automatik-Schweisshelm in der EU an den Endverbraucher verkauft werden darf.

ALLES andere ist nicht legal und man fragt sich manchmal ob einige Anbieter sich gar nicht des unglaublichen Risikos bewusst sind (erweiterte Händlerhaftung), auf das sie sich einlassen. Insbesondere bei einem Produkt der Klasse PPE Persönliche Schutzausrüstung. Ein Unfall genügt und das zweite Bein steht mit im Knast.....
Hier unsere Hinweise zum Kauf eines automatisch verdunkelnden Schweisshelms:

1. Achten Sie IMMER darauf das das Produkt GETESTET UND ZERTIFIZIERT ist. Lassen Sie sich im Zweifel eine Kopie des Zertifikates zusenden. Der Anbieter MUSS das haben. Wenn nicht: VORSICHT !
2. Achten Sie darauf, das Sie mehrere Einstellmöglichkeiten am Helm haben um die Lichtempfindlichkeit und Verdunkelungsstufe einzustellen.
3. Achten Sie auf schnelle Verdunkelungszeiten. Auch bei diesem Wert werden oft miserable Daten noch als gut angepriesen ! Einige Anbieter benennen die Zeit als Bruchzahl z.b. 1/30.000 Sekunde, andere als Dezimalzahl z.B. 0,001 Sekunde.
Was ist nun besser ? Besser ist SCHNELLER. Was heisst das beim Vergleich:
1/40.000 bzw. 0,000025 Sekunde ist extrem schnell
1/30.000 bzw. 0,000033 Sekunde ist Oberklasse
1/25.000 bzw. 0,00004 Sekunden ist ok ABER zum Beispiel
1/10.000 bzw. 0,0001 oder
1/4.000 bzw. 0,00025 ist ein sehr, sehr langsamer Wert verglichen mit den oben genannten Reaktionszeiten ! 10 x LANGSAMER !
4. Die Filterkassette der Helme verdunkelt dann, wenn ein Lichtbogezündet wird. Optische Sensoren erkennen das und leiten den Impuls weiter. Aber auch bei den Sensoren gibt es Unterschiede. Auch die Menge der Sensoren (4 sind immer besser als 2) ist wichtig. Gerade dann wenn die Schutzscheibe nach einigem Gebrauch verschmutzt oder verkratzt ist, kann es bei 2 Sensoren passieren das die Verdunkelung ggf. gestoert ist.

In Zusammenhang mit den Sensoren ergibt sich auch eine andere wichtige Information zur Kaufentscheidung, nämlich ab welchen Stromstärken die Filterkassetten ueberhaupt erst reagieren und verdunkeln. Von den meisten Anbietern gibt es dazu keine Angabe, obwohl unseres Erachtens hier eine DEUTLICHE  Notwendigkeit besteht !.
Gute Helme arbeiten bereits bei Niedrigstromschweissverfahren ab 5 Ampere !!

Auch bei den Materialien für die Helmschale wird gerne (am falschen Ende) gespart. Helmschalen aus PP (Polypropylen) sind zwar leicht und unbedenklich im Gebrauch, aber Polypropylen hat technische Nachteile. Dazu gehört in erster Linie die geringe Kälteresistenz (PP wir schnell sproede) und die relativ geringe Schmelzpunkttemperatur von 160 Grad Ceslsius. Siehe dazu auch den Auszug aus Wikipedia:
"PP hat eine Glasübergangstemperatur von 0 bis ?10 °C und wird somit bei Kälte spröde. Die obere Gebrauchstemperatur liegt bei 100 bis 110 °C. Der Kristallit-Schmelzbereich liegt bei 160 bis 165 °C."
Polyamid als Helmmaterial hat sich da wesentlich besser bewährt, wird nicht spröde, Schmelzpunkt 230 Grad C und ist schlagfester als PP - aber auch teurer !
Fazit: AUGEN auf beim Helmkauf ! Vergleichen Sie unbedingt die wichtigsten Funktionen. Ihre Augen sollten es Ihnen wert sein einige Euro mehr auszugeben, dafür aber ein sicheres und funktionierendes Produkt zu erwerben.

Die Helme von Proteco-Werkzeug P600e und P600e-c sind gute Besipiele dafür.


Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden