Autokauf, Kauf eines neuen oder gebrauchten Autos

Aufrufe 5 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Dies soll ein kleiner Ratgeber für alle diejenigen sein, die sich ein neues Auto kaufen wollen, aber aufgrund der großen Angebotsvielfalt auf dem Markt kaum mehr die Übersicht haben und deswegen nicht wissen, ob sie das richtige kaufen.

Ich bin seit Anbeginn meiner beruflichen Laufbahn in der Automobilbranche tätig. Begonnen habe ich im Finanzdienstleistungsbereich, später war ich drei Jahre lang als Automobilkaufmann tätig, seit Ende 2005 Jahren bin ich nun im Neu- und Gebrauchtwagenverkauf.

Ich freue mich über Eure Mails, keine Scheu, fragt mich ruhig aus.

Ein paar Tipps für Euch zusammengefasst, damit Ihr wisst, dass Ihr beim Autokauf nicht über den Tisch gezogen werdet:

Gebrauchtwagen:

  • Grundsätzlich würde ich Euch vom Privatkauf eines Auto abraten. Egal wie prima das Schnäppchen ist und wie nett der Verkäufer ist: Er ist kein Fachmann und kann Euch nie die komplette Geschichte des Autos abbilden. Zudem geht es ja um Eure Sicherheit, also wenn Privatkauf, dann mit dem Auto zur Dekra oder zum ADAC, und den Wagen vor dem Kauf durchchecken und bewerten lassen.
  • Wenn ihr ein Auto bei einem kleinen Gebrauchtwagenhandel um die Ecke kaufen wollt, ist hier die gleiche Vorsicht geboten wie bei einem Privatkauf. Die Autos die auf diesen Höfen stehen, sind in der Regel Fahrzeuge die ein markengebundenes Autohaus nicht mehr verkaufen will. Lassen Sie sich nie ohne Garantie und TÜV/AU neu abspeisen!
  • Mein Tipp: Kaufen Sie einen Gebrauchtwagen immer im Markenhandel, das heißt bei einem Autohaus, das einen Vertrag mit einem Fahrzeughersteller (z.B. VW, Peugeot, Skoda) hat. Dort könnt ihr sicher sein, einen Wagen zu bekommen, der gut durchgecheckt wurde. Fragen Sie trotzdem nach der Schadensgeschichte des Wagens. Ein gutes Autohaus verkauft in der Regel nicht nur das Auto, sondern gibt noch ein Sorglospaket dazu. Mindestens ein Jahr Garantie, TÜV/AU und Kundendienst neu und auch die Möglichkeit einen günstigen Winterradsatz zu erwerben. Eine Finanzierung beim Autohaus ist in der Regel dann die günstigere Variante, wenn der Verkäufer einen Zinssatz unter 9% anbietet (Gebrauchtwagen). Bei Jahres- oder Vorführwägen kann der Zins auch schonmal günstiger sein (5-7%).

Neuwagen:

Auch hier gilt wieder die Devise, lieber im Fachhandel, da wisst ihr was ihr bekommt, als irgendwo im Internet, wo man suggeriert bekommt man spart ein Haufen Geld. In den meisten Fällen ist dem nicht so!

  • Lassen Sie sich vom Händler ein gutes Paket schnüren. Darin enthalten sein sollten ein faires Angebot für den Neuwagen, ein gutes Angebot für den Gebrauchtwagen und ein gutes Finanzierungsangebot. Achtet auch Komplettheit! Entspricht der Neuwagen meinen Wünschen? Passt die Finanzierung zu mir? Hat der Verkäufer auch wirklich alles eingerechnet? - Der Punkt ist nicht zu verachten! Viele Verkäufer stellen ein Auto zusammen, rechnen die Transportkosten dazu und fertig. Machen Sie ihn gezielt daruf aufmerksam, er soll die Zulassungsgebühren, Winterkompletträder, Fußmatten, KfzBrief, Warndreieck, eventuell von Ihnen gewünschtes Zubehör wie Anhängekupplung etc. einkalkulieren. Nur dann wissen Sie welche Kosten auf Sie zukommen.
  • Suchen Sie sich zwei bis drei Autos aus die Ihnen gefallen, und lassen Sie sie sich vom Verkäufer zeigen. Entscheiden Sie nicht nur nach dem Preis, sondern hauptsächlich nach dem Auto! Es nützt Ihnen nichts jetzt 500€ zu sparen, wenn Sie die nächsten 7 Jahre Rückenschmerzen beim Fahren haben! Wichtig ist auch ob Sie sich bei dem Händler wohlfühlen und ob Vertrauen entstanden ist.
  • Zeichen für ein gutes Autohaus: Der Verkäufer spricht Sie an, nicht Sie den Verkäufer. Man kann Ihnen innerhalb von zwei Tagen eine Probefahrt im gewünschten Modell realisieren. Das Autohaus ist ein A-Vertragspartner, das heißt es kommuniziert direkt mit dem Hersteller/Importeur. Der Verkäufer redet nicht schlecht über seine Konkurenzmodelle, macht andere Autos schlecht. Sie fühlen sich nicht unter Druck gesetzt. Das Autohaus macht einen gepflegten, gut organisierten, sauberen und freundlichen Eindruck.
  • Konditionen. Jedes Autohaus hat Zahlen die auf Listen stehen, und Aktionsbeträge mit denen es arbeiten kann. Es gibt immer eine Grundbedingung: den Listenpreis mit allen Nebenkosten des neuen Autos, den Wert des alten Autos laut DAT oder Schwacke, und einen Finanzierungszins, der beim Neuwagen in der Basis bei ca. 7% liegt. Lassen Sie sich vom Verkäufer alle diese Zahlen zeigen, in Ihrer Wunschkonfiguration. Der Verkäufer kann jetzt seinen Aktionsgeldbeutel aufmachen und diese Zahlen im Sinne des Kunden verändern. Er kann zum Beispiel den Zinssatz absenken (alles unter 4% ist sehr gut!), den Neuwagenpreis reduzieren oder Ihren Altwagen teuer machen. Achten Sie darauf dass er das auch tut! Verstehen Sie aber auch, dass er Ihnen keine 2000€ Neuwagennachlass, 2000€ mehr für Ihren Altwagen und eine Null-Prozent Finanzierung gleichzeitig anbieten kann. Nachlässe oder Aktionsbeträge sind immer Hersteller-und Fahrzeugabhängig. Wenn es bei einen VW Polo maximal 8% sind, bei einem Peugeot 207 maximal 14% und bei einem Fiat Ulysse schon fast 20% sind, bekommt man auf manche Fahrzeuge auch gar keine Vergünstigung. Zum Beispiel bei Porsche oder Mercedes. Achten Sie einfach darauf dass das Auto und das drumherum auf Sie passt, dann machen Sie nichts falsch.

Und ein persönlicher Tip. Achten Sie darauf welches Fabrikat Sie erwerben. Ob neu oder gebraucht. Wenn Sie eine Fahrzeug fahren wollen bis es auseinanderfällt, ist der Hersteller egal. Wenn Sie aber nur für wenige Jahre planen, und kein Leasing oder eine Ballonfinanzierung machen wollen, sollten Sie sich gegen ein wenig gängiges Fahrzeug entscheiden. Am Rande: Ein drei Jahre alter Polo, 206 oder Corsa verkauft sich wesentlich besser, wie ein drei Jahre alter Kia, Daihatsu oder Lancia! Achtung, Hersteller die viele Tageszulassungen, Vorführwägen oder Speziellangebote haben und Ihre Autos zu Tiefstpreisen verknallen, tun das nicht aus Kundenliebe, sondern weil sie ein Absatzproblem haben! Hier ist Vorsicht geboten, Autos die sich neu schlecht verkaufen, haben auch den bedeutend größeren Wertverlust und die Autohäuser nicht den finanziellen Spielraum, einen guten Service zu bieten.

Na dann, Glück auf beim Autokauf!

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden