Autobatterien kaufen, wechseln, laden: Wie geht's?

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Die Autobatterie bekommt immer mehr zu tun. Wo früher nur Licht, Lüftung und Radio unter Strom sein mussten, will heute mehr betrieben werden. Wenn der Motor (noch) schweigt und die Lichtmaschine nicht läuft, ruht die Last der Stromversorgung auf den Schultern der Starterbatterie. Was Sie als Autofahrer oder Autofahrerin darüber wissen sollten, lesen Sie hier.
Autobatterien kaufen, wechseln, laden: Wie geht's?


Beachtenswert: Zur Autobatterie gehört ein Starthilfekabel

Kennen Sie das? Sie wollen losfahren, aber das Auto springt nicht an – die Batterie ist leer, weil Sie das Licht angelassen hatten. Meist findet sich rasch ein Fahrzeughalter, der Starthilfe geben kann, nur fehlt dann oft ein Starthilfekabel.
Tipp: Starthilfekabel im Kofferraum haben. Eine Kabellänge von mindestens 3 Metern empfiehlt sich, da Sie dann flexibler im Bezug auf die Fahrzeugposition sind.
Wenn sich übrigens niemand für die Starthilfe findet, rufen Sie ein Taxi: Die Fahrer haben fast immer ein Kabel an Bord.
 


Die Bauformen von Autobatterien

Autobatterien sind in aller Regel sogenannte Bleiakkumulatoren. Sie bestehen aus 6 verbundenen Zellen, von denen jede eine Spannung von gut 2 Volt erzeugt. Neben Blei und Bleidioxid enthält die Batterie eine 37-prozentige Schwefelsäure-Verbindung. Dieses Elektrolyt wird als Medium für die elektrischen Reaktionen benötigt. Pluspunkt von Gel-Batterien: Ihr stark verdicktes Elektrolyt kann nicht auslaufen oder überschwappen.
Sogenannte AGM-Batterien binden die Schwefelsäure in einem Glasfaservlies. Vorteile: hohe Zuverlässigkeit auch bei grimmigem Frost, eine geringe Selbstentladung und lange Lebensdauer. Nachteil: AGM-Batterien sind deutlich teurer als herkömmliche Bleiakkumulatoren.
 


Batteriewartung? Eher nicht

Die gute Nachricht: Inzwischen werden hauptsächlich wartungsfreie Kalzium-Starterbatterien in Fahrzeugen verbaut und im Handel angeboten. Sie verlieren fast keine Flüssigkeit mehr durch Verdunstung und müssen deshalb nicht mit destilliertem Wasser wiederaufgefüllt werden. Auch ist die Selbstentladung dieser Batterien gering. Das neue Cabrio sollte also auch nach dem Winterschlaf in der Garage problemlos anspringen.
Die schlechte Nachricht: Das Plus an Wartungsfreundlichkeit wird leider mit geringerer Zyklenfestigkeit erkauft. Die Standard-Kalzium-Batterie übersteht also weniger Lade- und Entladungsvorgänge ohne Kapazitätseinbußen. AGM-Batterien haben auch hier die Nase vorn und bleiben länger leistungsfähig.
 


Batteriekauf: Welche ist passend?

Für die meisten PKW ist der Kauf einer neuen Starterbatterie unproblematisch. Dennoch sollten Sie vorab einen Blick in die Betriebsanleitung werfen, um festzustellen, ob es zum Batterietyp spezifische Vorgaben des Herstellers gibt.
Tipp: Um sicherzugehen, dass die neue Batterie zu den speziellen Erfordernissen, Anschlüssen und der Befestigung im Fahrzeugs passt, können Sie bei neueren Batteriemodellen auch die European Type Number (ETN) zu Rate ziehen. Alle Modelle mit derselben ETN können Sie gegen die alte Batterie austauschen.
 


Billigbatterie – ja oder nein?

Testberichte zeigen, dass auch manche günstige No-Name-Batterien mit guter oder zumindest akzeptabler Qualität aufwarten. Nur ist man hier vor Fehlgriffen nicht gefeit. Ein Batterieausfall ist mit Mühsal, Ärger und mitunter erheblichen Kosten verbunden. Wenn Sie die Güte der Batterie nicht wirklich beurteilen können, bleiben Sie lieber bei günstigen Modellen von Marken wie Bosch. Sie kosten zwar mitunter 30 - 50 Prozent mehr. Auf lange Sicht gesehen lohnt sich diese Investition aber oft.
Tipp: Bei Vergleichstests erzielen Batterien von EXIDE (Sonnenschein), aber auch von VARTA oder Moll, regelmäßig gute Ergebnisse.
 


Batteriewechsel – so geht’s

Wenn Ihnen Schraubenzieher und Schraubenschlüssel keine Angst einjagen, können Sie den Batterietausch selbst bewerkstelligen:

  • Entfernen Sie etwaige Abdeckklappen von den beiden Polen.
  • Klemmen oder schrauben Sie nacheinander die beiden Anschlusskabel ab:
  • Starten Sie, um Kurzschlüsse und Stromschläge zu vermeiden, unbedingt mit dem Minuskabel – in der Regel ist es schwarz. Biegen oder legen Sie es so zur Seite, dass kein stromleitender Kontakt zu Metallteilen des Motors oder der Karosserie mehr möglich ist.
  • Danach klemmen Sie das (rote) Pluskabel ab und legen es ebenfalls zur Seite.
  • Je nach Bauweise Ihres PKW müssen Sie noch vorhandene Befestigungsklammern abschrauben, beziehungsweise die alte Batterie von der Sockelplatte lösen.
  • Kippen Sie beim Herausheben die alte Batterie nicht zu stark, damit keine ätzende Batteriesäure austritt.
  • Nun setzen Sie die neue Batterie ein, befestigen sie und verbinden dann die beiden Polkabel – diesmal in umgekehrter Reihenfolge: zuerst das Pluskabel, dann das Minuskabel.
  • Da durch den Tausch, die Stromversorgung des Autos unterbrochen wird, müssen Sie wahrscheinlich noch Uhr und Radiosender im Auto neu einstellen.
 

Batterietrauma: Tiefentladung

Die Tiefenentladung ist der Erzfeind jeder Autobatterie. Bleibt das Licht oder ein anderer Stromfresser versehentlich über längere Zeit an oder wird ein Fahrzeug nur sehr selten bewegt, kann sich die Batterie zu stark entladen. Auch Defekte an der Lichtmaschine oder sehr häufige Kurzstreckenfahrten können dazu führen. Zwar gelingt zumeist die Wiederbelebung. Allerdings wird die Batterie dabei so gut wie immer beschädigt und verliert an Ladekapazität. Wiederholte Tiefentladungen machen herkömmlichen Starterbatterien meist den Garaus.
Tipp: Einige Batterietypen wie Gelbatterien sind besser gegen Tiefenentladung geschützt als Standardbatterien.
 


Gegen schwächelnde Batterien: Ladegeräte

Besonders, wenn Sie ältere Fahrzeuge, Oldtimer oder Cabriolets in der Garage stehen haben, kann ein Batterieladegerät sinnvoll sein. Ein langer oder strenger Winter kann Starterbatterien besonders stark zusetzen. Manchmal ist es sogar ratsam, sie im Herbst auszubauen und einzulagern.
Tipp: Um Beschädigungen oder Verpuffungen durch Überladung zu vermeiden, sollte das Ladegerät mit einem Überlastungsschutz ausgestattet sein – es schaltet sich dann rechtzeitig ab, wenn die Batterie ausreichend gefüllt ist.

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