Authentische Vintage-Herrenmode: Ratgeber für die Auswahl von Hosen aus früheren Jahrzehnten

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Authentische Vintage-Herrenmode: Ratgeber für die Auswahl von Hosen aus früheren Jahrzehnten

Wer Vintage trägt, liegt voll im Trend. Mode muss heute nicht mehr fabrikneu oder brandaktuell sein, sondern darf ruhig bereits einige Jahre beziehungsweise Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Der Charme von Kleidungsstücken aus der Vergangenheit ist absolut angesagt und ermöglicht Ihnen einen ganz besonderen, individuellen Style.

Sie möchten sich nicht kleiden wie alle anderen und Ihre Jeans nicht täglich fünfmal an einem anderen Mann auf der Straße sehen? Dann ist Vintage-Mode genau das Richtige für Sie. Denn mit Kleidung und Accessoires aus längst vergangenen Zeiten können Sie Ihrer Garderobe frischen Wind einhauchen und Ihren Modestil origineller und individueller gestalten. Vielleicht haben Sie sogar ein Lieblingsjahrzehnt und möchten gerne so viele authentische Stücke von damals wie möglich in Ihre heutigen Outfits integrieren? Oder Sie sind auf der Suche nach einigen exklusiven Stücken, die Ihren Kleiderschrank und Ihren Style zu etwas ganz Besonderem machen? Generell ist alles erlaubt, wenn es um die Auswahl von Vintage-Mode geht. Natürlich können Sie sich auf ein bestimmtes Jahrzehnt festlegen und Kleidung und Accessoires aus dieser Dekade zu Ihrem ganz persönlichen Markenzeichen machen. Es ist aber auch möglich, stattdessen verschiedene Lieblingsteile aus unterschiedlichen Epochen aufzustöbern und ihnen mithilfe Ihrer bereits vorhandenen Kleidungsstücke einen modernen Twist zu verleihen.

Vintage-Hosen aus längst vergangenen Tagen wiederentdecken

Was Herrenhosen angeht, haben die vergangenen Jahrzehnte so einiges zu bieten, mit dem Sie Ihrer Garderobe einen ganz besonderen Charme verpassen können. Von bunten Schlaghosen über Karottenjeans zu eleganten Anzughosen gibt es vieles zu entdecken, wenn es um authentische Vintage-Hosen geht. Welche Schnitte, Farben, Materialien und Muster zu welcher Zeit modern waren und wie Sie bestimmte Teile heute kombinieren können, zeigen Ihnen die folgenden Kurzbeschreibungen.

Cool oder elegant: Hosen aus den 1950er-Jahren

In den 1950er-Jahren wollte man die Entbehrungen und Leiden des Krieges so schnell wie möglich hinter sich lassen. Für die Mode bedeutete das, die wieder aufkommende Lebensfreude widerzuspiegeln und die funktionale, praktische Kleidung der letzten Jahre hinter sich zu lassen. Die Herrenmode der 1950er verdrängte also triste Anzüge und Kleidungsstücke, die aus alten Militäruniformen zusammengenäht worden waren, mithilfe von neuen, jugendlichen Teilen wie den ersten Blue Jeans, Lederjacken, Ringelsocken und T-Shirts. Als Gegentrend zur rebellischen Coolness entwickelte sich außerdem eine Mode, die auf schicke Eleganz setzte, welche in den Kriegsjahren zu kurz gekommen war. Männer trugen edle Anzüge aus hochwertigen Stoffen, und als Accessoire war der passende Hut ein absolutes Must-have. Hosen aus diesem Modejahrzehnt sind also sehr vielschichtig - einerseits knallenge, ziemlich kurz gehaltene Röhrenjeans und andererseits elegante Anzughosen. Die Hosen der 50er-Jahre können Sie relativ unproblematisch ins Hier und Jetzt transportieren und ganz nach Belieben, Ihrem eigenen Stil und dem jeweiligen Anlass cool oder elegant kombinieren.

Grenzen verschwimmen: authentische 1960er-Jahre-Hosen

Die 1960er-Jahre waren ein wichtiges Modejahrzehnt, in dem die Grenzen zwischen Männlichkeit und Weiblichkeit verschwammen und festgefahrene Konventionen und Regeln aufgebrochen wurden. Während Frauen Hosen, Anzüge und gerade, klare Linien für sich entdeckten, wurde die Mode für die Herrenwelt deutlich weicher und weiblicher. Rüschenhemden und schmale Anzüge waren absolut angesagt. Dazu trug Mann zunehmend lange Haare. In Sachen Hosen ging es sehr gemustert zu. Von Karos und Streifen bis hin zu Hahnentritt und Fischgrätmuster war alles dabei und wurde möglichst figurbetont in Szene gesetzt. Generell rutschte der Bund der Hose weiter nach unten und landete auf den Hüften. Wenn Sie sich für eine Hose aus den 1960er-Jahren entscheiden, die auffällig gemustert ist, und ihr einen modernen Twist verleihen wollen, sollten Sie ihr möglichst dezente Stylingpartner an die Seite stellen. Ein Kopf-bis-Fuß-Outfit im Sixties-Look mit Rüschenhemd wäre übertrieben und nicht modern. Wählen Sie stattdessen schicke Schuhe und ein unauffälliges Hemd oder einen schlichten Pullover.

Authentische Hosen aus den 1970er-Jahren mit Schlag

In den 70er-Jahren wurden Freiheit und Individualität groß geschrieben. Dementsprechend auffällig fiel auch die Mode aus. Bunte Farben und schrille Muster wurden wild gemixt und auch in Sachen Materialien und Schnitte war alles erlaubt, was gefiel. Was die Beinbekleidung anging, war die große Zeit der Schlaghose gekommen. Ob aus Jeansstoff, Cord, Synthetikmaterialien, Leinen oder Baumwolle - eine Hose war in den 1970ern nur hip, wenn sie ab dem Knie so breit wie möglich auseinanderging. Wenn Sie sich also für eine authentische Hose aus dieser Modedekade entscheiden, geht es nicht ohne Schlag. Dementsprechend ratsam ist es, oben herum eher schmalere Pullover und Jacken zu tragen und so das Volumen der Hose auszugleichen. Sehr gut passen Slim-Fit-Hemden jeglicher Art, die aber unbedingt in den Hosenbund gesteckt werden. Was Sie außerdem beachten sollten, wenn Sie eine 1970er-Jahre-Hose in der heutigen Zeit tragen wollen, sind Farben und Muster. Damals mag es hip gewesen sein, möglichst viele bunte Farben und wilde Muster zu kombinieren. Heute ist das zwar auch immer mal wieder angesagt, aber gerade in Verbindung mit den heutzutage doch sehr auffälligen Schlaghosen wäre ein schriller Farb- und Mustermix doch zuviel des Guten.

Hosen aus den 1980er-Jahren stilsicher in Szene setzen

Die Mode der 1980er-Jahre war geprägt von weiten, voluminösen Oberteilen. Enge Hosen, Jeans und Leggins bildeten dazu den passenden Kontrast. Wenn Sie auf der Suche nach Hosen aus diesem Modejahrzehnt sind, sollten Sie sich also bewusst sein, dass es in Sachen Beinbekleidung damals sehr körperbetont zuging. Vor allem Jeans konnten in den 80ern gar nicht eng genug sein. Wenn Sie mehr Bewegungsfreiheit brauchen oder eventuelle Problemzonen verstecken wollen, können Sie auch zu den damals sehr angesagten Stoffhosen greifen, die oben eher weit geschnitten waren und erst an den Unterschenkeln eng wurden. Dieser sogenannte Karottenschnitt ist ein weiteres sehr prägnantes Merkmal, das typisch für die Mode der 80er-Jahre ist. Ebenso wie die obligatorischen weißen Tennissocken, die zu jeder Hose kombiniert wurden. Allerdings sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihr Vintage-Outfit wirklich komplett auf das jeweilige Modejahrzehnt ausrichten oder lieber modern interpretieren möchten. Denn so angesagt Vintage-Looks heute sind, so verpönt sind manche Stylingideen allerdings auch mit der Zeit geworden. Weiße Tennissocken, die zwischen Hose und Schuhen hervorschauen, stehen heutzutage auf der Liste der Modesünden ganz oben und sollten in Verbindung mit 80er-Jahre-Hosen lieber im Schrank bleiben. Auch wenn es um das passende Oberteil zu Ihrer neuen Vintage-Hose geht, ist es ratsam, dem Ruf der 1980er nicht willenlos zu folgen. Die damals absolut angesagten, sehr voluminösen Schulterpolster wirken heute schnell übertrieben. Was Sie allerdings aus dieser Modedekade auch heute noch gut zu Ihrer neuen Hose kombinieren können, sind Polohemden und weite Sweatshirts.

Was es beim Kauf von Vintage-Hosen zu beachten gilt

Egal, für welches Modejahrzehnt Ihr Herz schlägt und für welche Vintage-Hose Sie sich entscheiden - bevor Sie wirklich zuschlagen, sollten Sie sich einige Dinge bewusst machen, denn schließlich handelt es sich bei solch einer Hose nicht um ein nagelneues Teil, das gerade erst die Fabrik verlassen hat und so gefertigt wurde, dass es den heutigen Ansprüchen und Gegebenheiten gerecht wird. Stattdessen haben Sie es mit einem gebrauchten Kleidungsstück zu tun, welches in längst vergangenen Zeiten geschneidert wurde. Dementsprechend gibt es bei beziehungsweise vor dem Kauf einige wichtige Aspekte beachten.

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass sich die Größen der 1950er-, 1960er-, 1970er- oder auch der 1980er-Jahre sehr von den heute gängigen Maßeinheiten unterscheiden können. Verlassen Sie sich also nicht darauf, dass eine Vintage-Hose genauso sitzt wie Ihre Lieblingsjeans, die Sie letztes Jahr gekauft haben, auch wenn sie die gleiche Größe hat. Um sicherzugehen, dass ein Vintage-Teil wirklich passt, sollten Sie es unbedingt anprobieren, bevor Sie es kaufen, denn nicht nur die Größe, auch der Schnitt kann völlig anders ausfallen als sie es erwarten.

Keine Angst vor Gebrauchsspuren 

Nicht nur hinsichtlich der Größen und Schnitte unterscheiden sich Vintage-Teile sehr von Kleidungsstücken, die Sie heute fabrikneu erwerben. Machen Sie sich bewusst, dass Ihre neue Lieblingshose bereits vor Jahrzehnten die Lieblingshose von einem anderen Mann war. Dementsprechend weist sie sehr wahrscheinlich Tragespuren und gewisse Abnutzungserscheinungen auf. Wenn Sie also nicht selbst Hand anlegen und eventuelle lose Säume, fehlende Knöpfe, aufgerissene Nähte und ähnliches auf eigene Kosten reparieren lassen möchten, sollten Sie vor dem Kauf gewissenhaft prüfen, ob die Vintage-Hose gut erhalten ist oder ob es daran Mängel zu beanstanden gibt, die Sie für unzumutbar halten. Behalten Sie dabei allerdings immer im Hinterkopf, dass Sie sich nun einmal für ein bereits getragenes Kleidungsstück entschieden haben, welches Jahrzehnte alt ist und diese dementsprechend höchstwahrscheinlich nicht im absolut einwandfreien Zustand überlebt haben kann. Wer Vintage kauft, muss Gebrauchsspuren und kleinere Makel in einem gewissen Rahmen in Kauf nehmen, was nicht heißt, dass Sie für teures Geld ein Teil erwerben sollen, das fast auseinanderfällt.

Je älter ein Kleidungsstück, umso sensibler die Pflege

Auch was die Pflege angeht, müssen Sie eine Vintage-Hose anders behandeln als ein neues Exemplar. Sie hat vermutlich bereits ziemlich viele Wäschen und Reinigungen hinter sich und vielleicht auch gar kein Etikett mehr, dem Sie entnehmen könnten, wie sie gereinigt werden muss. Im Zweifelsfall sollten Sie Ihr neues Lieblingsteil also lieber per Hand waschen oder professionell reinigen lassen. Wenn Sie das Material hingegen eindeutig zuordnen können und der Ansicht sind, das gute Stück selbst sauber zu kriegen, denken Sie an entsprechende Waschmittel für Wolle, Synthetikstoffe oder sonstige spezielle Materialien.

 

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