Auswandern in der Karibik

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Anmerkungen zum Thema "Auswandern"

Nützliche Gedanken zum Thema Auswandern by Hansen KG

Viele Menschen denken ans Auswandern, z.B. in ein sonnenfreundlicheres Land, im Alter oder gar schon in jungen Jahren. Aber sprechen sie auch die Sprache dieses Landes, haben sie genügend Kontakte, um sich auch wohl zu fühlen? Haben sie genügend finanziellen Rückhalt auch für unvorhergesehenes und Notfälle. Gibt es genügend gut ausgebildete Ärzte und Krankenhäuser dort? Welche Vorschriften und Gesetze (z.B. für Immigration, Steuer, Erbschaftsangelegenheiten, Firmengründungen etc.) gibt es für sie? Viele schimpfen gerne über die Bürokratie in Deutschland und vergessen dabei ganz, dass dieses in lateinamerikanischen Ländern noch wesentlich unangenehmer sein kann.

Man darf nie vergessen, dass zwar Schweizer, Deutsche oder Österreicher als bezahlende Urlauber fast überall gerne gesehen sind, aber die Begeisterung über sie schnell abnimmt, wenn sie - ohne sich zu integrieren - die lokale Kultur zu dominieren beginnen oder gar, wenn sie im Ausland Geld verdienen, das auch die Einheimischen gut gebrauchen könnten. Im Idealfall, sollten sie in diesen Ländern neue Arbeitsplätze schaffen, ihre gute berufliche Qualifikation für die Ausbildung der Menschen dort anwenden, in für Sie geeigneten Hilfsprojekten mitwirken oder als Rentner/in ihr Einkommen dazu wirtschaftlich beisteuern. Wer Auswandern will, muss den Urlaub in seiner aktiven Zeit zur Vorbereitung dazu nutzen, andernfalls wird er sehr unglücklich werden. Und man sollte sich wirklich fundiert informieren, ob man nicht doch eine Heimatbasis und Rückkehrmöglichkeit aufrechterhalten soll. Denn geschenkt bekommt man nirgends auf der Welt etwas und das soziale Netz ist in vielen Ländern Europas vergleichsweise immer noch besser als in Zentralamerika!

Wer sich eine Wohnung oder ein Haus auch für sein Alter plant, muss daran denken, dass die Immobilie behindertengerecht ist. Ansonsten wird sie kaum als Alterswohnsitz nutzbar sein!

Auswandern schützt nicht vor dem Fiskus

Die deutsche Steuerpolitik und die schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben auch dazu geführt, dass viele einen Umzug ins Ausland als eine Möglichkeit sehen, ihr mühsam erarbeitetes Vermögen auf legale Weise dem Zugriff des Finanzamtes zu entziehen. Hinzu kommt, dass sich der Staat ständig neue Einkunftsquellen erschließt, beispielsweise durch die Besteuerung privater Vermögensgegenstände (z.B. beim Verkauf des Einfamilienhauses und es offensichtlich auch zu einer Besteuerung der zur Altersabsicherung gesparten Beträge kommen wird.

Manche befürchten unter diesen Umständen sogar eine Neuauflage der Reichsfluchtsteuer. Doch selbst wenn es hierzu nicht käme: Schon jetzt langt das Finanzamt kräftig zu, wenn jemand seinen Wohnsitz ins Ausland verlegt. Denn bereits nach der gegenwärtigen Rechtslage gibt es die sog. Wegzugsbesteuerung.

Ein aufwändiger Umzug ins Ausland könnte sich deshalb als folgenschwerer Fehler erweisen. Das größte Problem liegt darin, dass man seine Zelte in Deutschland komplett abbrechen muss, wenn man den deutschen Finanzbehörden entkommen will. Dies hat eindrucksvoll das Strafverfahren gegen den früheren Tennisstar Boris Becker gezeigt. Schon eine Liege im Gästezimmer eines Freundes oder eine Hängematte unterm Dachboden machen alle Bemühungen wertlos.

Selbst ein Ferienhaus in Deutschland, das nur 1 x im Jahr genutzt wird, um Freunde und zurückgelassene Familienangehörigen zu besuchen, gilt dem Finanzamt als schlafbereite Stätte. Wer sich mehr als sechs Monate im Jahr in Deutschland aufhält, bleibt nach der Abgabenordnung auch wenn er im Hotel wohnt oder sogar im Gefängnis sitzt auf jeden Fall einkommensteuerpflichtig.

Doch auch bei deutlich kürzeren Aufenthaltsdauern kann es gefährlich werden, wenn Finanzbeamte und Finanzgerichte spitzfindig sind. Aber selbst wenn man alle Brücken im Heimatland abgebrochen hat, bleiben Einkunftsquellen mit deutschem Bezug abgabepflichtig, auch selbst dann, wenn die Steuergesetze dieses im eigentlichen Gastland nicht vorsehen.

Solange Sie einen deutschen, schweizerischen oder österreichischen Pass besitzen und in diesen Ländern Einkommen erzielen, wird sie der Fiskus über damit belangen können. Auch auf einen weiterlaufenden Familienbetrieb, ein Wertpapierdepot oder eine vermietete Immobilie greifen die Finanzämter weiterhin zu. Und wer seine Firma vorher stilllegt oder verkauft, muss den Gewinn hieraus ohnehin versteuern, weil die sog. stillen Reserven steuerverhaftet im Sinne des Einkommensteuergesetzes sind.

Noch strenger sind die Regeln, wenn jemand in eine sog. Steueroase (Belize) auswandert. Wer in ein Niedrigsteuerland umzieht, unterliegt nach dem Außensteuergesetz noch 10 Jahre lang der Einkommensteuer. Schweizer Staatsbürger sind erst dann für einen regulären Wegzug ins Ausland berechtigt, wenn keine Steuerschulden im Lande mehr vorliegen.

Es gibt weitere Gefahrenquellen: Wer beispielsweise mit mindestens 1 % an einer Kapitalgesellschaft (z.B. einer GmbH) beteiligt ist, unterliegt einer Zwangsrealisierung seiner Gewinne durch das Finanzamt, sobald er Deutschland verlässt. Hinsichtlich dieses Punktes gibt es allerdings Lösungsmöglichkeiten. So kann man sich beispielsweise (noch) durch eine Umwandlung der GmbH in eine Personengesellschaft schützen.

Langfristig bleibt aus steuerlicher Sicht ohnehin jeder Wegzug aus Deutschland zwecklos, wenn man nicht die eigenen Kinder gleich mitnimmt. Denn anderenfalls müssen diese, wenn der Auswanderer stirbt, das Erbe doch noch in vollem Umfang versteuern. Sind ihre Steuerfragen nicht restlos geregelt, werden ihre Kinder im Ausland womöglich auch keine Stipendien erhalten.

Aber selbst wenn die Kinder mit umziehen, bleibt ihre Erbschaftsteuerpflicht 5 Jahre lang bestehen (in Steueroasen, beispielsweise Belize: 10 Jahre) fortbestehen. Und wenn etwa ein Grundstück in Deutschland zurückbleibt, droht sogar eine Doppelbesteuerung mit einigen lateinamerikanischen Ländern.

Der Fiskus wird sie jedoch weiterhin verfolgen. Sind sie erst in ihrem Gastland integriert, werden bald schon die dringend benötigten Steuerreformen greifen. Eine Luxusimmobilie im Wert von US$ 250'000 wir dann ebenso besteuert werden, wie damals ihr Reihenhäuschen in München. Waren sie in Europa ein überzeugter Mercedes-Benz Fahrer, könnte es passieren, dass sie nun wegen Geldmangel gezwungen werden auf eine asiatische Billigmarke wechseln zu müssen.

Die Einkommens- und Lohnsteuer ist in Zentralamerika praktisch unbekannt, wird zukünftig jedoch vermehrt diskutiert. Sollten sie dazu noch das Pech haben, mit der/dem falschen lateinamerikanische/m Partner/in zusammenzuleben, verlieren sie oft gleich noch die Hälfte Ihres Vermögens durch Erbschaftsansprüche.

Warum auswandern?

Bevor man nun weitere Pläne dazu schmiedet, sollte eine tiefgehende Analyse der eigenen Motive und der Gründe vorangestellt werden. Dazu erstellt man am besten eine Pro- und Contra-Liste von gegebenen Umständen und unterscheidet genau zwischen persönlichen Motiven, die vom Auswanderungsland unabhängig sind und zwischen Gründen, die das Wunschland betreffen.

Warum findet man das Leben an einem Traumstrand, der schon morgen von Hotelburgen verbaut sein könnte so erstrebenswert? Findet man sein Lebensglück nicht überall? Was stört einem in Europa? Was wäre bei der Indianerbevölkerung in Talamanca anders als in Deutschland? Will man wirklich seinen Lebensstil ändern oder nur das "europäische Leben" nach dorthin exportieren? Wenn man "aussteigen" will, sucht man nicht oft vergebens einen Weg "zurück zur Natur" in einer fremden Welt, warum ist dieses nicht am Bodensee oder im Westerwald möglich?

Menschen aus Zentralamerika wollen nicht "aussteigen", im Gegenteil, viele wollen den westlichen Lebensstil und emigrieren zu hunderttausenden nach den USA.

Coca Cola McDonalds und PizzaHut

Sollten Sie der Meinung sein, dass Zentralamerika am Ende der Welt liegt, liegen Sie falsch!

Sicherlich gehören einige dieser Länder zu den ärmsten der Welt, sie könnten womöglich auch leben wie die ärmsten auf dieser Welt, doch kaum jemand, der aus hoch industrialisierten Ländern auswandert, ist auch wirklich bereit dazu. In Wahrheit liegt der Trend in gesamt Lateinamerika in einem amerikanischem kapitalistischen System, das zum Ziel hat, dieselben Werte zu erreichen, die in den meisten Ländern Europas schon lange zum täglichen Leben gehören.

Außer Coca Cola, McDonalds und PizzaHut werden Vollkornbrot, Yoghurt und Schokolade in Zentralamerika mit denselben Maschinen hergestellt, die auch in Europa verwendet werden. TetraPak ist TetraPak, Zement kauft man denselben bei Holderbank in Brasilien, New York oder Panama. Mercedes Benz, Ford und Toyota sind dieselben wie überall, Benzin dazu erhält man bei Shell in Berlin, wie in Managua, San José oder Tegucigalpa.

Suppen von Maggi und Knorr sind in jeder Pulperia erhältlich, die es leider bald nicht mehr geben wird, weil die großen Supermärkte in die man nur noch einmal pro Woche mit dem Auto einkaufen geht, einiges günstiger sind als der Tante Emma Laden.

Kinder wünschen sich auf Weihnachten am liebsten wie überall auf der Welt Nintendo, Barbie und Lego und gehen am Tag nach der Bescherung gerne mit den Eltern in ein Fastfood Restaurant essen, um sich nachher den neuesten Walt Disney Streifen im Kino ohne Hunger ansehen zu können. Im Januar werden die Geschenke dann wieder umgetauscht, weil der Sohn lieber ein rotes anstatt blaues Fahrrad haben möchte.

Eine neue Existenz

Das Hauptproblem in Zentralamerika ist, eine Erwerbsquelle zu finden. Die Kaufkraft ist nur sehr gering und es ist nicht einfach, als Ausländer sich dem Lebensstil anzupassen. Die Inflationsrate frisst einem ein Loch in den Geldbeutel, Kreditgeber verlangen von einem bis zu 47% Jahreszins inkl. Bearbeitungsgebühren.

Rentenversicherungen stecken oft noch in den Kinderschuhen und die Staaten leiden an permanentem Geldmangel um nur das nötigste an Infrastruktur erledigen zu können.

Finanzielle Sicherheit kann man eigentlich nur erreichen, indem man entweder das Geld von Ausländern abzweigt, oder Aufträge über ein eigenes gut gehendes Geschäft bekommt. Das ist auch der Grund, dass viele Immobilien völlig überzahlt werden und selten jemals wieder veräußert werden können.

Als Angestellter müssen sie zufrieden sein, mit dem, was sie in Deutschland vor 25 Jahren verdient hätten. Grundsätzlich ist zu überlegen, mit welchen Voraussetzungen man in diesen Ländern startet. Das betrifft vor allem den finanziellen Hintergrund. Möchte man z.B. im Tourismusgeschäft tätig werden, oder etwas Neues aufbauen, ist es sehr empfehlenswert und wichtig, einen ausreichenden finanziellen Hintergrund für die Anfangsinvestitionen zu haben. Diese können je nach Vorhaben relativ hoch werden und bewegen sich meist in sechsstelligen Dollarsummen.

Zwar kann der allgemeine Lebensunterhalt im Moment noch etwas niedriger gehalten werden als in Europa, aber das betrifft nur die Grundbedürfnisse. Weitere Investitionen, wie Telefon, Auto, Computer, vor allem Importgüter sind wesentlich teuer wie in Europa. Andere Tätigkeiten außer der Selbständigkeit lassen sich nur schwer finden, denn die Arbeitslosigkeit ist z.T. erheblich.

Hier sollte man vorab sich genau überlegen, welche Ausbildung man mitbringt und wo Bedarf besteht. Außerdem besteht wie in jedem Land der Welt ein gewisser Rassismus gegenüber Ausländern, es sei denn, die Einheimischen profitieren von ihrem Kapital, dass in Projekte und Lebensunterhalt im jeweiligen Land investiert werden. Ein Hypothekarzins ist in der Schweiz zehn mal günstiger zu bekommen als z.B. in Honduras.

Wenn die Idee besteht, eine Existenz z.B. im Tourismus aufzubauen, sollte man sich jedoch immer im klaren sein, dass man gegenüber den etablierten Mitspielern in diesem Business nur als kleiner Fisch mitschwimmt, außer sie haben vor, Investitionen in Millionenhöhe zu tätigen. Viele kleine Hotelunternehmen finanzieren sich aus Not mit Neben- und Gegengeschäften wie Autovermietung etc. In Deutschland wäre niemand bereit für die Vermittlung eines Mietwagens bis 30% an den Hotelbesitzer indirekt weiterzugeben.

FAZIT: Ohne ausreichende Kenntnisse über die Länder Zentralamerikas, die Kultur dieser Länder und ein gutes finanzielles Polster für die Anfangsphase und evtl. Investitionen wird es äußerst schwierig werden Fuß zu fassen.

Vorbereitung

Sehr wichtig ist natürlich eine gute Vorbereitung, vor allem was Sprachkenntnisse anlangt. Die Sprache ist immer der Schlüssel dazu. Auswanderer, die die jeweilige Landessprache nicht verstehen, verstehen auch nicht die Kultur in der sie leben. Dafür gibt es genügend Beispiele von Gastarbeitern in Europa.

Erkundigen sie sich auch bei den jeweiligen Ämtern (Botschaften, Konsulate) über die Vermögensnachweise, die sie benötigen um überhaupt in ein Land einwandern zu können. Sie besorgen sich diese Unterlagen am besten vor Ort in den dafür eigens zur Verfügung stehenden Immigrationsbüros der jeweiligen Staaten.

Anwälte vor Ort können ihnen zwar helfen, den bürokratischen Aufwand schneller abzuwickeln, sind jedoch keine Garantie für die Aufnahme ihrer Person. Sie benötigen Anwälte um Dokumente beglaubigen zu können.

Klassisches Einwanderungsländer wie die USA, Kanada und Australien haben aus gutem Grund strengere Einwanderungsbestimmungen wie Zentralamerika. Berufliche Qualifikation und genügend finanzielle Reserven werden jedoch vermehrt auch von den zentralamerikanischen Ländern gefordert. Zum Teil sind diese Bestimmungen bereits Tatsache geworden und verunmöglicht vielen Einwanderungswilligen eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten.

Haben sie vor, etwelche Investitionen zu tätigen oder gar ein eigenes Unternehmen zu eröffnen, setzen sie sich mit den jeweiligen Handelskammern und Wirtschaftsorganisationen in Europa und Zentralamerika in Verbindung. Sie werden erstaunt sein, mit welchen effizienten Mitteln man ihnen dort helfen kann, welche Standorte und Branchen für sie interessant sind und wie sie ihre Investitionen am besten absichern können.

Sollten formelle Unterlagen wie z.B. ein polizeiliches Führungszeugnis etwelche negativen Einträge aufweisen, wird es für sie schwierig werden auszuwandern.

Lateinamerikanische Kultur

Man sollte sich schon vorher darüber klar sein, dass man in dem anderen Land stets ausgegrenzt leben wird als Ausländer. Ganz unabhängig davon, dass Lateinamerika sehr herzlich und gastfreundlich ist. Sie haben jedoch einen anderen Hintergrund, andere Erinnerungen, Vorstellungen und Lebensziele. Dazu trägt auch der in uns verwurzelte höhere Lebensstandard bei, in dem wir aufgewachsen sind, den man nicht so leicht ablegen kann.

Erst mal eine Probephase

Eine Art Probephase ist eine gute Möglichkeit, sich vor die endgültige Entscheidung nach Zentralamerika auszuwandern, zu stellen. Das sollten ein paar Monate sein, in denen man das Land und die Menschen kennen lernt, wo und wovon man dann dort leben kann.

Den besten Test, den man überhaupt machen kann, ist praktisch ohne viel Geld durchzukommen, sich vorerst in keiner Weise von eigenen Landsleuten helfen zu lassen, denn nur somit lernen sie die wirklichen Gegebenheiten am besten kennen.

In fünf Sterne Hotels ist die Welt rund um den Globus übrigens dieselbe. Eine deutschsprechende Reiseleitung benötigen sie sowieso nicht, wenn sie vorhaben sich in ihrer für sie bevorzugten Kultur zu integrieren und umgehen Sie auf jeden Fall sämtliche Unterkünfte, die von deutschsprechenden geführt werden um uneingenommen Ihre Eindrücke verarbeiten zu können.

Dieses und das mit garantierter Sicherheit, bringt sie Ihrem Ziel schneller näher, die etwas andere Mentalität und Kultur Lateinamerikas zu verstehen und wer weiß, mit etwas Glück und ein paar guten Freunden finden Sie dort vielleicht sogar das Paradies.

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