Austausch des Mainboards: Gibt es eine Alternative zur Originalplatine?

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Austausch des Mainboards: Gibt es eine Alternative zur Originalplatine?

Das Mainboard ist die unverzichtbare Schaltzentrale eines jeden Computers. Dem Namen nach hat es eine eindeutige Funktion inne: Das „Hauptboard" versorgt sämtliche Bauteile des Rechners mit den nötigen Informationen und gewährleistet so den reibungslosen Betrieb. Störungen auf dem Mainboard, auch Motherboard oder Hauptplatine genannt, haben empfindliche Folgen für den gesamten Organismus des PCs.

Neben der Versorgungsleistung weiterer Komponenten wie etwa den Laufwerken oder der externen Grafikkarte befindet sich auf dem Mainboard selbst auch das wichtigste Bauteil installiert: der Prozessor inklusive Lüfter – einige Versionen besitzen zusätzlich noch eine Grafikkarte „on board", die eine externe Variante im Grunde überflüssig macht.

 

Prüfung des Mainboards

Wenn Probleme bezüglich der Hardware auftauchen, sollte der erste Blick ein prüfender auf das Mainboard sein. Unübersehbar ist es zentral im Innenraum platziert, seiner Form nach ähnelt es einer flachen grünen Kunststoffplatte, gespickt mit diversen Anschlüssen und Aufbauten in unterschiedlicher Größe. Schäden sind selten optisch erkennbar. Wie so oft im Bereich der Heimcomputer ist nach dem Verfahren des „Trial and Error" vorzugehen, dem schrittweisen Annähern an die Fehlerquelle.

Manchmal sind dann einzelne Bauteile auszumachen, ein anderes Mal erweist sich die gesamte Hauptplatine als nicht mehr zeitgemäß. Gerade nach Aufrüstungen gelangen viele Boards an ihre Leistungsgrenze, das heißt, sie können den Datenaustausch zwischen den einzelnen Komponenten nicht mehr auf hohem Niveau garantieren. Die einzelnen Geräte werden nicht mehr vollumfänglich versorgt und behindern die Gesamtleistung des Rechners. Um derartige Komplikationen bereits im Vorfeld zu verhindern, ist die passende Einrichtung Ihres PCs unerlässlich. Das nötige Know-how ist keinesfalls Expertenwissen, sondern für jeden einigermaßen technisch interessierten Nutzer im Bereich des Möglichen.

Unverzichtbar: Im Herzen des Mainboards liegt der Prozessor

Computerteile sind in nahezu allen Preisklassen erhältlich, meist bedeutet eine höhere Investition auch ein deutliches Plus an technischer Qualität. Unbedingt zu beachten ist dabei allerdings der Umstand, dass es mit einer reinen Aufrüstung nach den Maßgaben der Leistungsbereitschaft nicht getan ist. Das Mainboard muss auch in der Breite gut aufgestellt sein, die jeweiligen Einzelteile müssen stets in harmonischer Verbindung zueinander stehen und wiederum auf den Prozessor abgestimmt sein. Dieser entscheidet letztlich über die Geschwindigkeit der Arbeitsabläufe und die flüssige Darstellung auf dem Monitor.

Die Beschaffenheit des Prozessors wird an seinem Sockel festgemacht, je nach Hersteller existieren unterschiedliche Varianten, die untereinander nicht austauschbar sind. Selbst die Modelle ein und desselben Anbieters sind nicht zwingend zueinander kompatibel. Da der Prozessor für den richtigen Takt sorgt, kann er auch schnell aus selbigem geraten, sollte die eine oder andere Komponente nicht seinen Anforderungen entsprechen. Je stärker der Prozessor konzipiert ist, desto anspruchsvoller muss auch seine technische Umgebung gestaltet werden. Umfangreiche Mainboards stellen einige Steckplätze mehr zur Verfügung als eher durchschnittliche Versionen, hier ist immer die tatsächliche Nutzung entscheidend. Komplexe Mainboards können Kosten von vielen Hundert Euro verursachen, die sich für den normalen Anwender eher selten lohnen.

Um den passenden Prozessor ausfindig zu machen, muss der Sockeltyp in Erfahrung gebracht werden. Die genaue Wahl gilt es auch bei einem kompletten Austausch der Platine zu beachten, schließlich kann auch das neu eingesetzte Board früher oder später eine Aufrüstung benötigen, bei der dann erneut die Leistung des Prozessors im Vordergrund steht. Die beiden führenden Hersteller Intel und AMD produzieren Sockeltypen, deren Vermögen ganz wesentlich an ihrer Umgebung ausgerichtet wurde. Mit der Wahl des richtigen Prozessors ist ein bestimmter Rahmen abgesteckt, der mitunter wenig Spielraum für Veränderungen lässt.

Gegenstück zum Prozessor: der Chipsatz der Hauptplatine

Wenn der Prozessor den Takt vorgibt, dann sorgt der Chipsatz des Mainboards für dessen Intensität. Mit gleich zwei Sätzen vertreten, den sogenannten North- und Southbridges, verwalten diese den kompletten Datenverkehr zwischen Steckplätzen und angeschlossenen Geräten. Dabei herrscht eine strikte Arbeitsteilung: Der nördlich positionierte Chip kümmert sich um den Arbeitsspeicher, der südliche um den Kontakt zu den einschlägigen Schnittstellen wie Maus, Tastatur, Netzwerke und dergleichen.

Um eine möglichst reibungslose Kommunikation mit dem Prozessor zu gewährleisten, stammen auch die Chipsätze vom gleichen Hersteller – auch hier ist kaum Spielraum unter den verschiedenen Chipsätzen von AMD und Intel vorhanden. Letztere sind leicht an ihren Seriennummern, bestehend aus zwei Ziffern und einem Buchstaben, zu erkennen, AMD-Chips wiederum tragen drei Ziffern und wahlweise einen, zwei oder keinen Buchstaben. Sollten Sie ein vollständig ausgestattetes Mainboard erwerben, ist dieses aller Wahrscheinlichkeit nach bereits mit idealen Kombinationen versehen. Genauso sind im Handel allerdings auch spärlicher ausgerüstete Platinen erhältlich, selbst diese verfügen aber meist über die wesentliche Ausrüstung in Gestalt von Prozessor und passendem Chipsatz.

Ein technisch umfangreicheres Modell lohnt jedoch, zumal im Nachkauf: Nicht selten finden sich dort wichtige Extras, wie etwa eine Firewire-Option oder eine bereits integrierte Grafikkarte, die den Zusatzerwerb einer externen Variante – wenig Multimedia-Aktivität vorausgesetzt – überflüssig macht.

Unabhängig von der Leistung gibt das Volumen der Platine den Ausschlag

Bei aller Fokussierung auf die technischen Standards sollte ein vermeintlich banaler Aspekt nicht unbeachtet bleiben: der des tatsächlichen Umfangs der Hauptplatine. Unterschiedliche Hersteller fertigen unterschiedliche Mainboards, die sich in ihrer Größe mitunter drastisch voneinander unterscheiden. Um den Hauptplatinen-Einbau nicht zur Lotterie werden zu lassen, hat die Industrie einen Standard eingeführt, den sogenannten „Formfaktor". Dieser gibt Auskunft über den genauen Umfang des Mainboards und ermöglicht dadurch eine Orientierung an den räumlichen Dimensionen des eigenen PCs – ein zu kleines Gehäuse würde im schlimmsten Fall die Montage verhindern.

Das ATX-Format

Der populärste Maßstab ist ATX, er betrifft vor allem die zahlreichen PC-Sets, wie sie der Handel en masse vertreibt. Für kompaktere Computer gibt es das ATX-Format auch in der abgespeckten Version des Mini-ATX. Die Vorgängerversion, der AT-Standard, spielt seit einigen Jahren keine Rolle mehr; sollten Sie sich nicht sicher sein, zu welcher Baugruppe Ihr Mainboard gehört, ist der Unterschied leicht am fehlenden Netzteilschalter festzustellen. ATX-Varianten verfügen über einen solchen, beim AT-Modell fehlt er grundsätzlich. Ausschließlich bei kompakten Computergehäusen zum Einsatz kommen hingegen die ITX-Platinen. Diese sind praktischerweise kompatibel zur ATX-Norm, finden sich aber eher selten verbaut. Da beim Betrachten einer bereits verbauten Platine nicht immer ersichtlich wird, um welchen Formfaktor es sich genau handelt, lohnt der Blick in das Handbuch. Bei neu erworbenen und fachmännisch verpackten Mainboards erübrigt sich zwar das Nachschlagen, nichtsdestotrotz bleibt die korrekte Abmessung unverzichtbar.

Damit die Aufrüstung gelingt: PCI-Steckplätze auf dem Mainboard

Einer der häufigsten Gründe für den Austausch des Mainboards ist der akute Mangel an freien Steckplätzen. Besonders der mittlerweile gängige PCI-Express-Steckplatz wird gerade bei Komplett-Sets spärlich verbaut, meistens ist er nur einmal vorhanden. Da aber im Grunde alle Grafikkarten heutzutage über eben diese Erweiterungsleiste mit der Platine verbunden werden, tut zumindest eine Verdopplung Not. Beim PCI (Peripheral Component Interconnect) handelt es sich um eine solide und bereits ältere Kontaktstelle, deren Anfänge eher bescheiden ausfielen. Lediglich kleinere Bauteile fanden dort ihren Platz und erst durch die Aufrüstung und Ergänzung um den Zusatz „Express" rangieren die Steckleisten mit dem charakteristischen Plastikhebel zwecks Einrasten ganz oben auf der Liste der unverzichtbaren technischen Komponenten auf dem Mainboard.

Die Leistungsdichte ist enorm, übertragene 32 Gigabyte pro Sekunde sind der Standard. Der PCI-Express stellt den benötigten Strom zur Verfügung, den gerade starke Grafikkarten dringend benötigen. Bis zu sechs Hochleistungs-Bauteile können manche Platinen über ihre PCI-Stecker aufnehmen, allerdings mit voneinander abweichenden Frequenzen. Denn der Prozessor versorgt bei voller Belegung alle Steckplätze nicht alleine nach deren Bedarf, sondern nach einer bestimmten Reihenfolge – nur so kann der Gesamtbetrieb aufrechterhalten werden. Natürlich dürfen darüber die übrigen, vermeintlich sekundären Steckplätze nicht in Vergessenheit geraten: Tastatur, Monitor, Drucker und vor allem der Universalanschluss schlechthin, nämlich USB, sind notwendige Kontakte, ohne die etwa ein Modem nicht mit dem Computer verbunden werden könnte. Im Grunde gilt: Je aufwendiger das Mainboard gestaltet ist, desto leistungsstärker und wiederum umso reicher an Steckplätzen ist es konzipiert.

Die korrekte Lüftung der Hauptplatine

Das unüberhörbare Summen eines laufenden PCs ist jedem Nutzer schon einmal aufgefallen; man gewöhnt sich leicht daran und überhört es mit zunehmender Dauer. Dieses Geräusch rührt von der unverzichtbaren Lüftung der einzelnen Bauteile her und ist von immenser Wichtigkeit. Dies betrifft nicht alleine Grafikkarte und Netzteil, auch das Mainboard als Ganzes bedarf der kontinuierlichen Versorgung mit Kaltluft. Auch hier sind selten entsprechende Ventilatoren ab Werk verbaut, lediglich einzelne Bauteile genießen Abkühlung. Die flächenmäßig riesige Platine bleibt außen vor. Dies hat nicht zuletzt Platzgründe: Das Innenleben eines PC-Gehäuses ist knapp kalkuliert, neben den Komponenten gilt es schließlich, diverse Kabel unterzubringen, dennoch sollte die Option gerade beim Einsetzen eines neuen Mainboards nicht ungenutzt bleiben.

Empfehlenswert sind zwei kleinere Lüfter. Sie ergeben in der Summe eine erträgliche Geräuschkulisse und stehen einem wuchtigen Einzelapparat in Sachen Effizienz in nichts nach. Zu guter Letzt sei darauf hingewiesen, dass sämtliche Maßnahmen im Verlauf eines Einbaus ohne Spezialwerkzeug zu erledigen sind, ein handelsüblicher Werkzeugkasten mit einer paar Schraubenziehern genügt. Dank der flächendeckenden Normierung im Computerbereich halten sich die Unterschiede der verschiedenen Hersteller und ihrer Produkte – siehe Prozessor und Sockel – in Grenzen. Das gilt vor allem für die Befestigung von Lüftern, die auf in die Platine eingelassene Windungen aufgesetzt werden. Schon während des Kaufs ist so die genaue Planung einer späteren Installation vorzunehmen.

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