Auslandsreise-Krankenversicherung -Tücke im Detail-

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Jeder zehnte Urlauber erkrankt im Ausland. Bei schwereren Erkrankungen oder bei Unfällen können so schnell enorme Kosten für die medizinische Behandlung anfallen. Eine Auslandsreise-Krankenversicherung kann hier finanziell schützen. Sie ist bereits für einen Jahresbeitrag von unter fünf Euro zu haben und zahlt im Bedarfsfall für die medizinische Behandlung und den oft sehr teuren Rücktransport nach Deutschland.

Wer als Urlauber so eine Versicherung im Gepäck hat, der wiegt sich meist in Sicherheit. So wie zum Beispiel Manfred Schröder aus Halle an der Saale. Der Chemiker zog sich bei einem Kuba-Urlaub einen Muskelabriss zu. Die Versicherung zahlte auch für die medizinische Versorgung, nicht aber für den Rücktransport. Begründung: Der sei medizinisch nicht notwendig. Manfred Schröder war offensichtlich doch nicht so gut abgesichert, wie er annahm: "Man fühlt sich da in der Situation schon sehr, sehr allein gelassen."

 

Kleingedrucktes prüfen

Generell raten Verbraucherverbände das Kleingedruckte vor Abschluss genau zu prüfen. Bianca Höwe vom Bund der Versicherten weist darauf hin, dass einige Versicherungen die Kosten für den Krankenrücktransport auch dann übernehmen, wenn er aus sozialen Gründen sinnvoll ist. Zum Beispiel, wenn ältere Reisende in einem Land medizinisch versorgt werden sollen, in dem sie weder die Sprache verstehen, noch Ansprechpartner haben.

Bei solchen sozialen Gründen zahlen den Rücktransport unter anderem die Versicherung des ADAC, die Elvia, die Europäische Reiseversicherung, HUK-Coburg Allgemeine, HanseMerkur und die Versicherung von KarstadtQuelle.

 

Keine Leistung bei Vorerkrankungen

Gerade vor dem Urlaub mit Kindern, sollte man seine Police genau prüfen. Denn: Erkrankt ein Kind, fallen neben der medizinischen Versorgung oft weitere Kosten an, wenn etwa ein Elternteil am Urlaubsort zurückbleiben muss. Schließlich will niemand seinen kranken Nachwuchs im Ausland allein zurücklassen. Doch genau diese Kosten übernehmen längst nicht alle Versicherungen.

Und auch im Fall von Vorerkrankungen zahlen viele Versicherungen nicht. Wer etwa unter Bluthochdruck leidet, bekommt bei einem Herzinfarkt oft nur die Notversorgung gezahlt, nicht aber weitere notwendige Operationen. Ein weiteres Beispiel sind Extremsportarten. Wer im Urlaub zum Beispiel einen Fallschirmsprung wagt, steht bei vielen Gesellschaften ohne Versicherungsschutz da.

Abschluss ist meist sinnvoll

Doch trotz dieser Einschränkungen ist eine Auslandsreisekrankenversicherung besonders für gesetzlich Krankenversicherte immer zu empfehlen. Denn nur innerhalb der EU und einigen weiteren Ländern, wie der Schweiz zum Beispiel, zahlt die Gesetzliche die Behandlungskosten, nicht aber einen Rücktransport. In den meisten Ländern der Erde ist man überhaupt nicht versichert.

Keine Police für Senioren

Allerdings wird nicht jeder versichert. So lehnen viele Versicherungen ältere Menschen ab. Bei manchen liegt die Altersgrenze schon bei 54 Jahren. Wer älter ist, dem wird auch schon mal die Police gekündigt. Oder man wird versichert, aber nur mit einem hohen Selbstbehalt.

Doch es gibt auch Ausnahmen. In der Regel ohne Altersbeschränkung und ohne Selbstbehalt versichern zum Beispiel HUK 24, HUK-Coburg Allgemeine, Inter Versicherung und die Pax Familienfürsorge.

Generell gilt: Es gibt viele Versicherungen auf dem Markt. Richtig geeignet sind für den einzelnen je nach Voraussetzung aber oft nur wenige. Wer hier genau vergleicht, kann sich viel Ärger und Geld sparen.

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