Ausgefallener Schmuck aus fernem Kontinent: asiatische Ringe für Groß und Klein

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Ausgefallener Schmuck aus fernem Kontinent: asiatische Ringe für Groß und Klein

Nachweislich wurden bereits vor 21.000 Jahren Ringe hergestellt und getragen. In jeder Kultur sind Ringe als Accessoire zu finden. Ringe waren und sind nicht nur zum Schmücken gedacht, sondern können auch Wertobjekte sein. In Indien sichern sich die Frauen beispielsweise durch den Kauf von Schmuck ihre Witwenrente für den Fall eines vorzeitigen Todes ihrer Ehemänner. Auch in Deutschland wird Echtschmuck gerne im Pfandhaus als Tauschobjekt genutzt.

Geschichte der Ringe

Zunächst wurden Ringe aus Knochen, Holz und weichem Gestein geschnitzt. Im Laufe der Jahrtausende beherrschten die Menschen das Feuer und entwickelten Techniken, um Bronze, Eisen und Edelmetalle zu schmelzen und zu Ringen zu gießen.

Symbolik der Ringe: Eheringe, Giftringe und Siegelringe

Die Tradition des Tragens gleicher Ringe als Zeichen der Verbundenheit von Eheleuten geht weit zurück. Jedoch kann man nicht mit Sicherheit sagen, wann sich dieser Brauch festigte und verbreitete. In der Antike wurde er vermutlich bereits gepflegt. Der Giftring hingegen gehört vor allem in das Reich der Mythologie. Hierbei handelt es sich um Ringe mit Klappverschluss, in denen Gift untergebracht ist. Man lenkt das Opfer ab und mischt ihm das Gift unbemerkt ins Getränk. Der Siegelring hatte seine Hochzeit im Mittelalter. In ihn ist zumeist das Familienwappen eingelassen. Auf Urkunden oder zum Verschließen von Briefen wurde Siegelwachs auf Pergament geträufelt und schließlich durch eindrücken des Siegelrings gekennzeichnet. Er galt als Zeichen von Macht, denn nur bedeutende Familien hatten ein eigenes Wappen.

Ringe im religiösen Kontext

Als Zeichen der Macht sind auch die Ringe in der katholischen Kirche entstanden. Sie zeigen an, von welchem Stand der Geistliche ist. So trägt der Papst als höchster Vertreter Gottes auf Erden den Fischerring. Der asiatische Raum ist hingegen geprägt vom hinduistischen und buddhistischen Glauben. Hier spielt der Ring als Zeichen der Macht keine Rolle, sondern soll den Träger beim Anblick an seinen Glauben erinnern. Andere  Ringe dienen durch die Kraft der Symbolik dazu, dem Träger Kraft zu schenken und die entsprechenden Eigenschaften zu unterstützen.

Symbole in der asiatischen Kultur

Die Symbole haben im asiatischen Kulturkreis einen wesentlich höheren Stellenwert als in vielen anderen Kulturen. Nicht nur die Schriftzeichen, sondern auch Bildsymbole gelten als kraftvoll. Es werden zumeist Pflanzen, Wesen, Tiere, Naturphänomene, Gegenstände oder sogar Farben dargestellt, die für bestimmte Eigenschaften oder Zustände stehen. Durch die Verwendung von Schriftzeichen können auch Farben optisch ansprechend in Silberschmuck eingraviert werden.

Die Symbole kennen: Bedeutung und Interpretation

Jedoch sind genauere Kenntnisse von Vorteil, um unter den vielfältigen Symbolen genau das Richtige zu wählen. Zum Beispiel hat der Ring an sich im Chinesischen auch eine Bedeutung. Er steht für Dauerhaftigkeit und Beständigkeit, und gilt außerdem als Zeichen der Rückkehr. Einige Symbole sind eindeutig und symbolisieren auch in anderen Kulturen dieselben Tugenden und Eigenschaften. So zum Beispiel das Buch, welches für Gelehrte und Gelehrsamkeit steht. Das die Axt jedoch als Symbol der Vermittlertätigkeit getragen wird, findet hingegen keine direkte Entsprechung in der europäischen Bildsprache. Oftmals sind Symbole auch nicht eindeutig, sondern können sehr unterschiedlich interpretiert werden. Rot steht beispielsweise sowohl für Freude und Gemeinschaft als auch für Krieg. Zwei Dinge, die sich bereits im Kern widersprechen. Gelb wiederum symbolisiert den Kaiser. Neuerdings steht aber auch die „gelbe Literatur" für Pornografie. Eine Doppeldeutigkeit, die den Kaisern garantiert missfallen hätte. Generell sollte man darum Menschen, die sich mit Symbolen schmücken, daher nach der persönlichen Interpretation fragen, ehe man voreilige Schlüsse zieht. Sollte man allerdings den Drachen als Symbol entdecken, ist Vorsicht besser denn Nachsicht. Dieses Symbol hat sich nämlich auch die chinesische Mafia zu Eigen gemacht. Wobei nicht jeder Drachenträger ein Mafiosi ist, aber man weiß ja nie …

Das asiatische Alphabet

Die Alphabete im asiatischen Raum sind vielfältig. Allein in der japanischen Schrift gibt es drei verschiede Schriften: das Kanji, das Hiragana und das Katakana. Die vierte, Romaji genannt, ist nur bedingt eine Schrift, da man hiermit lediglich Schriftzeichen ins lateinische Alphabet übersetzt und umgekehrt. Insgesamt existieren sowohl in Japan als auch in China 3600 verschiedene Schriftzeichen. Da sind wir mit unseren 24 Buchstaben doch wirklich noch gut weggekommen. Neben den japanischen und chinesischen Schriftzeichen umfasst der asiatische Raum auch noch Koreanisch, Tibetisch, Devangari, Panjabi, Hindi, Gujarati, Bengalisch und viele weitere Schriften. Deshalb sollte man nicht davon ausgehen, dass jeder Asiate die Schriftzeichen lesen kann, die man ihm unter die Nase hält. Die meisten Schriftzeichen, die wir in die Hände bekommen, dürften jedoch chinesisch sein. Im Gegensatz zur japanischen Schriftform benutzen die Chinesen keine Agglutinationen, sondern die Worte bleiben in jedem Zusammenhang unverändert.

Die Sprache der Symbole

Der Drache - ein kraftvolles Symbol

Es gibt bestimmte positiv behaftete Symbole, die in der asiatischen Welt immer wieder auftauchen. Zum Beispiel steht der Drache sowhl für Macht, Stärke, göttlichen Schutz, für den chinesischen Kaiser, den Osten, den Regen, die Zeugungskraft, das Männliche (Yang) und ist Bestandteil des chinesischen Tierkreises. Dargestellt wird der Drache mal als komplettes Wesen, das sich um den Finger schlingt, oder auch nur als Drachenkralle. Diese Symbolhaftigkeit genügt, um dem Träger Stärke zu geben und ihn an seine Ziele zu erinnern.

Der Pfau - die Schönheit

Der Pfau hingegen steht für Würde und Schönheit. Um ihn zu gestalten, bedient sich die Kunst zahlreicher Techniken und Ideen. Zum einen gibt es natürlich die schlichte in Silber gehaltene 2D-Darstellung. Naturgetreuer, in Farbe und in 3D wird der Ring allerdings schnell zur Herausforderung bei alltäglichen Handgriffen. Eine weitere Art, den Pfau darzustellen, bietet das Pfauenauge, das sich bestens in eingefärbten Steinen nachbilden lässt. Ein Ring mit einer solchen Abbildung zählt dann allerdings zum Modeschmuck und nicht zum traditionellen asiatischen Schmuck.

Ying und Yang - das Gleichgewicht

Ying und Yang beschreiben das Gleichgewicht, das in allen Lebensbereichen herrschen soll. Ob männlich (Yang) und weiblich (Ying), dunkel und hell oder schwarz und weiß. Der Anblick des ineinander geschwungenen Zeichens soll an die Bedeutsamkeit der Ausgewogenheit erinnern.

Die Sonne

Die Sonne symbolisiert den Osten, die Männlichkeit, den Frühling, die Geburt und ebenfalls den chinesischen Kaiser. Eingraviert auf Ringen findet man zumeist die Sonne als Halbkreis mit angedeuteten Strichen als Strahlen. Die verschnörkeltere Version, wie sie in vielen Esoterikläden zu finden ist, hat im asiatischen Raum nicht viel Platz. Vom Kauf bestimmter Sonnensymbole sollte man jedoch Abstand nehmen, da sie dem Hakenkreuz zum Verwechseln ähnlich sehen.

"Om" - die Entstehung des Universums

Mit dem Wörtchen „Om" suggerieren die meisten Menschen aus christlich geprägten Ländern lediglich den Yogasport. Der Klang beim aussprechen des Wortes erinnert nach dem hinduistischen Glauben an die Entstehung des gesamten Universums. Sie gilt als heilige Silbe und bezeichnet die Gegenwart des Absoluten. Dargestellt wird dieses Wort zumeist in der hinduistisch-indischen Schrift Devangari. Diese Schrift wird auch in Nepal genutzt.

Schriftzeichen statt Bilder

Für all diese Symbole gibt es nicht nur die bildliche Darstellung, sondern auch die Schriftform. So gibt es zahlreiche Ringe, in die lediglich die Schriftzeichen eingraviert sind. Der Träger des Rings, der um die Bedeutung der Schriftzeichen weiß, fühlt sich schon durch den Anblick gestärkt, egal in welchem Alphabet der Schmied zu Hause war.

Tibet – Tradition trifft auf Tourismus

Tibet ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt für seinen Silberschmuck. Leider hat die chinesische Besatzungsmacht die meisten Silberschmiede verdrängt. In früherer Zeit war es üblich, dass der Schmuck als Teil der Mitgift der Braut übergeben und dann von Generation zu Generation weitervererbt wurde. Anders als bei uns ist der gute Schmuck nicht für den Kasten gedacht, sondern wird auch im Alltag getragen. So erklärt sich wahrscheinlich auch der Hang vieler indischer Frauen, vom Handgelenk bis zum Ellenbogen Armreifen zu tragen.

Schmuck aus Silber und Türkis

Ursprünglich verwendeten die Tibeter eingeschmolzene Silbermünzen mit einer Kupferlegierung, das einen geringen Silberanteil enthielt. Diese Mischung neigt allerdings dazu, anzulaufen. Da die kaufkräftigen Touristen jedoch glänzendes Silber bevorzugen, werden inzwischen Schmuckkollektionen mit 925er-Sterlingsilber produziert. Das angelaufene Silber wurde noch mit naturbelassenem – dadurch aber leider anfälligen – Türkis aufgewertet. Hier nutzt man inzwischen auch den geschliffenen und damit stabilisierten Türkis. Türkis ist ein Mineralgestein, das nur in wenigen Regionen der Erde kristallisiert wird. Angeblich befindet sich eine dieser großen Lagerstätten in Tibet. Doch aufgrund fehlender Beweise gibt es an dieser Theorie berechtigte Zweifel. Fakt ist jedoch, dass China große Türkisvorkommen hat und Türkis auch in großen Mengen exportiert.

Nepal – Schmiedekunst aus dem Herzen des Himalajas

Die Staatsreligion Nepals war bis zum Jahre 2006 der Hinduismus. Nur fünfzehn Prozent der Bevölkerung sind Anhänger des Buddhismus. Dies erklärt auch die starke Anlehnung der Schmuck produzierenden Handwerker auf religiöse Symbole. Die Nepalesen glauben an das Kastensystem. Schmuck wird allein von den Sunar - der Kaste der Goldschmiede - produziert. Die Kunst des Handwerks wird von einer Generation an die nächste Generation weitergegeben. Im Gegensatz zu den Tibetern verwenden die Nepalesen auch andere Metalle zur Produktion von Ringen. Sie spielen regelrecht und kombinieren verschiedene Metalle in einem Ring, wodurch wunderschöne farbliche Effekte entstehen.

Ringe aus Kupfer, Messing und Coinsilver

So werden Kupfer und Messing gerne zusammen verflochten oder mit aufwendigen Gravuren versehen. Sehr beliebt ist auch das Schmieden von Schmuck aus drei Metallen. Hier werden Kupfer, Messing und sogenanntes Coinsilver kombiniert. Wie der Name schon sagt, handelt es sich auch hier um die bei Tibetern sehr beliebten eingeschmolzenen Silbermünzen. Das Schmieden dieser Ringe erfordert viel handwerkliches Geschick, da die einzelnen Metalle in dünne Streifen gegossen und schließlich verflochten werden. Zudem wird auch in Nepal gerne der Türkis mit Silber kombiniert. Hier jedoch auch als Untergrund für Silbergravierungen. Andere Steine sind der Lapislazuli in tiefem Blau oder das Rot der Koralle. Hier kann man sich dann auch auf seinen Geschmack verlassen und braucht nicht unbedingt die Symbolik zu beachten.

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