Aus drei mach eins: Opel Vivaro, Renault Trafic und Nissan Primastar

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Opel Vivaro, Renault Trafic und Nissan Primastar – Drillinge aus enger Zusammenarbeit

Wer bei eBay auf der Suche nach einem Automobil im Bereich der Kleintransporter oder Kleinbusse ist, wird womöglich auf einen Opel Vivaro oder einem Renault Trafic stoßen und sich vermutlich wundern, wie sehr sich diese beiden Kleinbusse optisch gleichen. Bei weiterer Recherche findet man auch den Nissan Primastar, der sich ebenfalls nicht von den beiden europäischen Modellen unterscheidet. Doch wie kommt es zu diesem Drilling? Lesen Sie die Antwort und weitere Fakten über die Kooperation der drei bekannten Hersteller in diesem Ratgeber.

Die Opel-Nissan-Renault-Kooperation und wie es dazu kam

Bereits seit 1999 besteht das Renault-Nissan-Bündnis des französischen Automobilherstellers Renault und des einstigen japanischen Konkurrenten Nissan. Man erhoffte sich so ein beidseitiges Wachstum auf dem globalen, hart umkämpften Automobilmarkt. Eine Rechnung, die mehr als aufging. Durch die Kooperation konnten beide Unternehmen auf Know-how und Forschung des jeweils anderen zugreifen. So brachte Nissan sein Fachwissen für Benziner in die Kooperation mit ein, während Renault auf Dieselmotoren spezialisiert war. Die Sinnhaftigkeit dieser Zusammenarbeit zeigte sich spätestens während der Weltwirtschaftskrise im Jahr 2007, in der sich beide Automobilhersteller gegenseitig stützen konnten. Eine gemeinsame Forschung und Entwicklung von Zukunftstechnologien ist ein weiterer Bestandteil der Kooperation, die unter anderem die ersten serienmäßig hergestellten Elektrofahrzeuge hervorbrachte. Außerdem können so Produktionskapazitäten des anderen Partners genutzt werden. So laufen von Renaults Fertigungsstätten auch Fahrzeuge des japanischen Konzerns vom Band und umgekehrt.
Um nicht als Konkurrenten auf dem Weltmarkt auftreten zu müssen, legt Renault seinen Schwerpunkt auf Europa, Nordafrika und Südamerika, während Nissan besonders in Japan, Nordamerika, Mexiko, China und im mittleren Osten vertreten ist. Weiterhin stehen der interkulturelle Erfahrungsaustausch und das gemeinsame Beschreiben von „best practice"-Verfahren stark im Vordergrund und verdeutlichen auch das Bestreben, abseits der eigentlichen Automobilfertigung, für beide Seiten einen Mehrwert durch das Bündnis zu generieren.

Opel - offiziell Adam Opel AG - ist ein deutscher Automobilhersteller und wurde 1862 gegründet. Das Traditionsunternehmen, das über Nähmaschinen, Fahrräder und Motorräder hin zu Pkws eine interessante Produktentwicklung im letzten Jahrhundert bietet, gehört bereits seit 1929 zum amerikanischen Automobilkonzern General Motors. Dieser blickt auf eine schwierige Vergangenheit zurück, inklusive einer Insolvenz und Neufirmierung. Die bereits angesprochene Weltwirtschaftskrise traf das US-Unternehmen hart und die angestrebte Allianz mit Renault-Nissan als Weg aus der Krise scheiterte noch im gleichen Jahr. Trotz der Zugehörigkeit Opels zu General Motors wurde das Scheitern positiv vom deutschen Hersteller aufgenommen. Eine Zusammenarbeit zwischen Opel und Renault besteht schon seit 1996. Eine zusätzliche Kooperation des amerikanischen Mutterkonzerns mit dem französischen Konkurrenten hätte die Existenz Opels gefährdet, da die deutsche Firma als Vertreter in Europa damit überflüssig geworden wäre. Somit führten die Zusammenarbeit zwischen Opel und Renault und das spätere Bündnis von Renault und Nissan zu der eigentlichen Dreier-Kooperation der in diesem Ratgeber vorgestellten und bei eBay erhältlichen Nutzfahrzeuge.

Movano, Master und Interstar: die ersten Modelle der Zusammenarbeit ab 1996

Die Kooperation der drei Automobilhersteller Opel, Renault und Nissan zeigte 1998 das erste Ergebnis. In Zusammenarbeit wurde ein Kleintransporter entwickelt, der in Frankreich von Renault gebaut, jedoch separat unter eigenem Namen vertrieben wurde. Die somit baugleichen Modelle waren der Opel Movano und der Renault Master 2, Nissan folgte 2002 mit dem Interstar. Der Kleintransporter besaß einen Dieselmotor in verschiedenen Größen mit 1,9 bis 3 l Hubraum und einer Leistung von 80 bis 146 PS. Auch die Modellpflege erfolgte gemeinsam, so präsentierte Opel 2010 den Opel Movano B, der wiederum baugleich mit dem Renault Master 3 und dem Interstar-Nachfolger Nissan NV400 war. Ersatzteile und Gebrauchtfahrzeuge dieser Modellreihen finden Sie bei eBay.

Im Kleinbusbereich präsentieren die Kooperationspartner das Ergebnis einer weiteren Zusammenarbeit

Während die vorgestellten Kleintransporter wie der Opel Movano in erster Linie reine Nutzfahrzeuge sind, die in Betrieben zum Transport eingesetzt werden, sollte eine weitere Zusammenarbeit sich stärker auf den Privatgebrauch und die Personenbeförderung konzentrieren. Das Ergebnis wurde 2001 veröffentlicht. Der Opel Vivaro ist, wie die Schwestermodelle Renault Trafic und Nissan Primastar, ein Kleintransporter mit unterschiedlicher Motorisierung. Die Modelle werden als Benziner mit 2,0 l sowie auch als Diesel mit 1,9 – 2,5 l angeboten und bieten so bis zu 146 PS.
Eine Überarbeitung der Modelle erfolgte bereits 2002 und bestätigte mit dem Gewinn des niederländischen „Van oft the Year"-Award, der jährlich von Journalisten aus ganz Europa vergeben wird, für die beiden Modelle von Opel und Renault den Erfolg der bereits langjährigen Kooperation. Für die bestmögliche Angebotsvielfalt bieten alle drei Hersteller den in der Standardversion mit acht Sitzplätzen ausgestatteten Kleinbus auch als über 5 m langen Combi-Kleinbus sowie als Kleintransporterausführung in Form von einem Kastenwagen mit einfacher oder mit Doppelkabine an. Auch bei dieser Generation der gemeinsamen Baureihe werden die einzelnen Modelle unabhängig voneinander unter eigenem Namen vermarktet. Eine Verlängerung dieser Kooperation zwischen Opel, Renault und Nissan wurde übrigens bereits 2010 angekündigt.

Drei baugleiche Modelle: Das sind die Vorteile für die Hersteller und für den Käufer

Eine weltweite Kooperation, die als Ergebnis mehrere Generationen von Kleintransportern und Kleinbussen hervorgebracht hat: baugleiche Modelle mit getrennten Vermarktungswegen und somit gegenseitiger Konkurrenz. Die offensichtlichen Nachteile eines Bündnisses mehrerer Automobilhersteller werfen sicherlich Fragen auf, und auch die Vorteile für den Käufer mögen nicht immer ersichtlich sein.
Doch sowohl Hersteller als auch Käufer profitieren von diesem Bündnis. Für den Hersteller minimiert sich das finanzielle Risiko, da die Kosten für Forschung, Design und die Herstellung durch die drei Partner geteilt werden. Dies ist besonders im Segment der Nutzfahrzeuge wichtig, da hier die verkauften Stückzahlen wesentlich niedriger sind als bei Pkws. Kooperationen in diesem Bereich sind somit keine Seltenheit. Neben Daimler-Chrysler und VW arbeiten auch Fiat und Peugeot-Citroën seit Jahren zusammen im Transporterbereich. Ein weiterer Vorteil ist die mögliche Arbeitsaufteilung. Während Renault-Nissan sich gezielt auf die Entwicklung und Umsetzung des Motors und des allgemeinen Designs konzentriert hat, konnte Opel seine Fertigungsstätten für die Herstellung anpassen und somit vorbereiten. Die Erkenntnisse aus diesen Vorbereitungen und Umsetzungen können die jeweils anderen Hersteller dann selbst verwenden und so aus den Erfahrungen des anderen lernen. Auch dies spart Geld und bietet somit gerade im finanziellen Bereich unumstrittene Vorteile.

Dieses für die Hersteller erfolgreiche Fertigungsmodell hat somit im Bereich der Nutzfahrzeuge seine Daseinsberechtigung, doch im Pkw-Bereich sind diese Kooperationen bisher nicht vertreten. Dies liegt vor allem am Prestige der einzelnen Pkw-Marken und Modelle. Während Nutzfahrzeuge rein nach der Funktionalität gewählt werden, steht bei der Wahl des Pkws vor allem die Marke im Vordergrund. Daneben ist die gemeinsame Herstellung ein großer organisatorischer Aufwand, der bis zur eigentlichen Fertigung Jahre dauern kann. Einhergehend mit der fraglichen Etablierung wie im Nutzfahrzeugsegment ist dies ein Risiko, das bisher kein Automobilhersteller eingehen will.

Doch auch der Endkunde profitiert von der hier vorgestellten Kooperation und der separaten Vermarktung des Opel Vivaro, Renault Trafic und Nissan Primastar. Zum einen konzentrieren sich die Hersteller bei ihrer Vermarktung auf ihre eigenen Zielmärkte, somit bietet sich eine weltweit flächendeckende Verfügbarkeit eines der drei baugleichen Modelle. Käufer in Ballungsgebieten, wie bei uns in Deutschland, haben durch die Präsenz aller drei Hersteller die Wahl und können zwischen Opel, Renault und Nissan je nach nächstgelegener Vertragswerkstatt oder dem präferierten Service der einzelnen Firmen wählen. Hier gibt es diverse Unterschiede. So sind Opel-Werkstätten für Kulanzarbeiten bekannt, während Renault sich objektive Entscheidungen, in Form von Sachverständigen, die zur Werkstatt fahren, vorbehält und somit der selbstverantwortliche Entscheidungsspielraum des jeweiligen Händlers oder der jeweiligen Werkstatt vor Ort stark eingeschränkt ist. Dies kostet Zeit. Anhand von diesem Beispiel wird klar, dass Sie bei der Wahl also auf die Rahmenbedingungen achten sollten.
Weiterhin vorteilhaft ist, dass die gemeinsame Entwicklung eine gewisse Sicherheit bei der Technik und der Verarbeitung für den Käufer bietet, was gute Bewertungen in diversen Tests belegen. Neuwagen können zudem günstig durch die aufgeteilten Herstellungskosten vertrieben werden. Die große und weitreichende Verfügbarkeit auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt sorgt natürlich auch für eine große Auswahl an Ersatzteilen. So finden Sie bei eBay preiswerte Ersatzteile für die drei Kleinbusse, da die jeweiligen Komponenten variabel in allen drei Modellen eingebaut werden können. Die Kooperation sorgt also auch im Endkundensegment für monetäre Vorteile, sowohl bei Neuwagen als auch bei Gebrauchtwagen.

Was Sie unbedingt beim Kauf der drei Kleinbusse beachten müssen

Trotz der vereinten Entwicklung und Fertigung sind auch Konstruktionsfehler bei solch einer Kooperation nicht zu vermeiden. Somit sollten Sie beim Kauf eines der drei Modelle bei eBay folgende zwei Punkte unbedingt beachten: Bei der Kleinbusvariante darf die hinterste Sitzreihe nicht von Kindern bis zu 36 kg verwendet werden. Ausgenommen ist der Sitz rechts außen, der als einziger keinen Sitz der mittleren Reihe vor sich hat. Durch die recht enge Bauweise können Kinder bei einem Aufprallunfall mit dem Kopf gegen die Rücklehne des Vordersitzes stoßen, was ein enormes Verletzungsrisiko darstellt. Entsprechende Hinweise haben die Hersteller in ihren Bedienungsanleitungen beschrieben.
Weiterhin starteten alle drei Hersteller 2009 eine große Rückrufaktion für den Drilling. Ein festgestelltes Problem mit den Sicherheitsgurten, ebenfalls bei der Kleinbusvariante, erfordert einen Werkstattbesuch, wo entsprechende Schrauben an den Gurten der äußeren Plätze der hinteren Sitzreihen nachgezogen und fixiert werden müssen. Wenn Sie sich bei eBay im Gebrauchtwagen-Segment nach einem dieser Modelle umsehen, vergewissern Sie sich beim Kauf, ob diese Reparatur bereits durchgeführt wurde oder ob dies noch nachgeholt werden muss. Ansonsten bieten der Opel Vivaro, der Renault Trafic oder der Nissan Primastar einen zuverlässigen Kleinbus oder Kleintransporter, je nach gewünschter Konfiguration, die alle auf einer gemeinsamen Entwicklung und somit ausgereifter Technologie und vorbildlicher Zusammenarbeit basieren, und so zuverlässige Automobile bei eBay darstellen.

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