Aus alt mach neu – Computergehäuse tauschen leicht gemacht

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Aus alt mach neu – Computergehäuse tauschen leicht gemacht

Wenn Sie das Gehäuse Ihres Computers tauschen möchten, steht Ihnen eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung. Big-Tower und PC-Midi-Tower sowie viele andere Gehäuse-Arten können gewählt werden, wenn Sie Ihrer alten Hardware ein neues Gewand geben möchten. Bevor Sie mit dem Austausch beginnen können, sollten Sie jedoch die unterschiedlichen Tower-Modelle kennen und wissen, worauf beim Umbau zu achten ist.

ATX, Micro-ATX, ITX: Welcher Formfaktor ist der richtige?

Beim Kauf eines PC-Towers müssen Sie zuerst ermitteln, welcher Formfaktor der richtige für Sie ist. Zu unterscheiden sind hier vor allem die Formfaktoren ATX und ITX sowie die Zwischenform Micro-ATX.
Micro-ATX-Mainboards zeichnen sich durch eine kompakte Größe aus und können in allen ATX-Towern verbaut werden. Umgekehrt gilt jedoch nicht, dass alle ATX-Mainboards in Micro-ATX-Gehäusen montiert werden können. Sie sollten also vor dem Kauf ermitteln, welchen Formfaktor Ihr Mainboard besitzt, an das alle anderen Komponenten des Computers angeschlossen werden. Erst danach können Sie ein passendes Gehäuse finden.

Einen Spezialfall stellt ITX dar. Hierbei handelt es sich um besonders kleine und kompakte Gehäuse, die häufig nur eine sehr begrenzte Anzahl an Hardwarekomponenten aufnehmen können. Diese Tower sind vor allem im Wohnzimmer und überall dort zu finden, wo Platz eingespart werden muss. In einem ITX-Gehäuse können Sie auf gar keinen Fall ATX-Mainboards verwenden, die für diese Gehäuseklasse deutlich zu groß sind.

Mini-, Midi- oder doch Big-Tower? Das sind die Unterschiede

Nach der Festlegung des Formfaktors müssen Sie sich für eine Gehäusegröße entscheiden. Der Markt bietet Tower in zahllosen Variationen mit unterschiedlichen Abmessungen, Schubfächern für Laufwerke und vielen anderen Merkmalen. Am wichtigsten ist hier die Unterscheidung in ATX-Midi-Tower, ATX-Big-Tower und Mini-Tower. Ambitionierte Anwender entscheiden sich für die großen Big-Tower, die fünf oder mehr Einschubfächer für Laufwerke vorsehen. In diesen Fächern auf der Vorderseite des Towers lassen sich CD- und DVD- sowie Blu-Ray-Player unterbringen und viele andere Laufwerkstypen. Falls Sie einen DVD-Player und einen Blu-Ray-Player für Ihre Medien benötigen und zudem einen Brenner sowie weitere Geräte, dann ist ein Big-Tower sicherlich eine gute Wahl. Bei eBay finden Sie eine große Auswahl an entsprechenden Gehäuse-Modellen.

Die Midi- und insbesondere Mini-Tower sind deutlich genügsamer, wenn es um den Stellplatz geht. Diese Tower können sogar auf dem Schreibtisch platziert werden. Hier sollten Sie beachten, dass sich in besonders kleinen Gehäusen nur Micro-, nicht aber ausgewachsene ATX-Mainboard unterbringen lassen. Weiterhin können in diesen Gehäusen nur wenige Laufwerke installiert werden und die Verlegung von Kabeln und die Montage von Kühlkörpern fallen aufgrund des Platzmangels schwerer.

Viel Platz für Gehäuselüfter ist wichtig

Damit Sie Ihre Komponenten nach dem Umbau ausreichend kühlen können, sollten Sie genügend Platz für Gehäuselüfter einplanen. Je kleiner das Gehäuse ist, desto weniger Lüfter können Sie verbauen und desto kleiner werden diese in der Regel ausfallen. Gehäuselüfter können eine Größe von 80 bis 120 mm oder mehr aufweisen, in Big-Towern können bis zu zehn dieser Lüfter verbaut werden. Gerade bei Mini-Towern sind die Möglichkeiten für den Lüftereinbau hingegen stark eingeschränkt, sodass zum Beispiel auf der Vorderseite auf einen Lüfter verzichtet werden muss. Das schränkt Ihre Möglichkeiten beim Kreieren eines Luftstroms im Gehäuse ein.

Wenn Sie sich für ein neues Gehäuse entscheiden, haben Sie die Wahl, ob Sie Ihre alten Lüfter weiterverwenden oder das neue Gehäuse bereits über vorinstallierte Lüfter verfügen soll. In vielen Fällen verkaufen die Hersteller Tower, in denen eine gewisse Anzahl von Lüftern bereits vorhanden ist, diese müssen in der Regel nur noch mit dem Mainboard oder dem Netzteil verbunden werden. Wenn Sie Ihre alten Lüfter weiterverwenden möchten, sollten Sie darauf achten, dass im neuen Gehäuse die entsprechenden Montageplätze dafür vorhanden sind.

Tower mit oder ohne Netzteil?

Beim Kauf eines neuen Towers können Sie entscheiden, ob dieser bereits mit einem Netzteil ausgerüstet sein soll oder nicht. Ein PC-Tower mit Netzteil hat den Vorteil, dass Sie sich um den Einbau dieser Komponente nicht mehr kümmern müssen und dass die integrierten Netzteile häufig günstiger sind als Komponenten von Drittherstellern. Als nachteilig erweist sich hier, dass Sie keine Auswahlmöglichkeit haben, welches Netzteil zum Einsatz kommt und dass Gehäuse ohne Netzteil günstiger sind.

Sollte Ihr altes Gehäuse noch über ein ausreichendes Netzteil verfügen, gibt es keinen Grund, dieses nicht im neuen Gehäuse weiterzuverwenden. Probleme ergeben sich nur dann, wenn Sie gemeinsam mit dem Gehäuse auch Teile der Hardware austauschen und diese mehr Leistung benötigen sollte. In diesem Fall können Sie gezielt nach Gehäusen suchen, die mit einem entsprechend dimensionierten Netzteil ausgestattet sind.

Ein Gehäuse mit integriertem Netzteil ist in jedem Fall ein guter Kauf für wenig erfahrene Anwender, die den Kauf eines separaten Netzteils scheuen und diese nicht verbauen möchten. Netzteile von Drittherstellern sind jedoch in der Regel leiser und können interessante Ausstattungsmerkmale wie ein Kabelmanagement besitzen, bei dem sich nicht benötigte Kabel entfernen lassen. Letzteres ist bei integrierten Netzteilen häufig nicht gegeben.

Besonders platzsparend: Cube-Gehäuse

Eine Alternative zu den Tower-Gehäusen stellen die Cubes dar. Hierbei handelt es sich um würfelförmige Gehäuse, die deutlich kleiner sind als Big-Tower und auch deutlich niedriger als zum Beispiel Midi-Tower. Diese Produkte stellen Kompromisslösungen dar, da die Stellfläche zwar größer ist als bei vielen Midi- und Mini-Towern, dafür die Erscheinungsform durch die sehr geringe Höhe immer noch äußerst kompakt ist. Solche Gehäuse haben trotz ihrer kleinen Größe aufgrund der Quaderform ein verblüffend großes Volumen und bieten damit intern viel Platz für große Grafikkarten und andere Komponenten. Auch wenn sich in solchen Gehäuse-Modellen bei Weitem nicht die Anzahl von Komponenten verbauen lässt, wie es bei den großen Towern der Fall ist, können hier dennoch ausgewachsene Kühlkörper und große Erweiterungskarten untergebracht werden. Die Cubes unterscheiden sich hinsichtlich des allgemeinen Aufbaus nicht von Towern, sodass der Wechsel auf die gleiche Art und Weise erfolgt wie bei diesen Gehäusen.

Beim Kauf eines solchen Cubes sollten Sie darauf achten, dass sich die Aufnahme für das Mainboard auf der Rückseite des Cubes herausziehen lässt. Das ist eine Eigenschaft, die auch viele Tower aufweisen, der Einbau des Mainbaords und vieler anderer Komponenten wie des Arbeitsspeichers oder des Prozessor-Kühlers fallen so deutlich leichter.

Die kleinsten Gehäuse: ultrakompakte Mini-ITX-Gehäuse

Falls ein Cube immer noch nicht klein genug sein sollte, ist vielleicht ein Mini-ITX-Gehäuse die richtige Wahl für Sie. Hierbei handelt es sich um die kleinsten Gehäuse auf dem Markt, die nur eine sehr begrenzte Anzahl von Laufwerken und anderen Komponenten aufnehmen können. Vorteile sind hier im günstigen Preis und der äußerst geringen Stellfläche zu sehen, die für die Platzierung dieser Computer in der Wohnung benötigt wird. So lassen sich solche Gehäuse zum Beispiel komfortabel im HiFi- oder Home-Cinema-Rack unterbringen und fügen sich so harmonisch in die Wohnung ein. Das ist ein entscheidender Vorteil gegenüber Towern, die häufig auch optisch sehr dominant sind.

Seitenfenster und Sichtblenden: Auf diese Ausstattungsmerkmale kommt es an

Hochwertige Tower sind viel mehr als bloß einfache Unterbringungsmöglichkeiten für die Hardware. Sie haben auch ästhetische Qualitäten und drücken den Stil ihres Besitzers aus. Hierzu bieten die Hersteller eine Vielzahl von unterschiedlichen Modellvarianten an, die sich durch interessante Ausstattungsmerkmale auszeichnen, an die Sie vielleicht im ersten Moment gar nicht denken.

Fenster

Dazu gehören zum Beispiel Seitenteile mit einem eingelassenen Fenster, die den Blick auf das Innere des Gehäuses freigeben. Solche Tower sind gerade bei Moddern beliebt, die LED-Elemente im Inneren des Computers unterbringen, auf farbige Flüssigkeiten für die Wasserkühlung setzen und ähnliches. Häufig können solche Fenster auch einen praktischen Zweck haben, wenn es darum geht, sich über die Funktionstüchtigkeit zum Beispiel von Lüftern einen Überblick zu verschaffen.

Sichtblenden

Ebenfalls möglich ist die Verwendung einer Sichtblende, die nur im Zusammenhang mit einem Fenster im Seitenteil Sinn macht. Hierdurch wird der Festplattenkäfig verdeckt, wodurch der Blick alleine auf das Mainboard und die wesentlichen Hardwarekomponenten gelenkt wird. Sie können bei entsprechenden Modellen selbst entscheiden, ob Sie die Seitenblende einsetzen möchten oder nicht.

Lüftungsgitter

Ebenfalls von großem Wert können geschickt platzierte Lüftungsgitter auf der Vorder- und Rückseite sowie an den Seitenteilen sein. Bei allen Gehäusen stellt sich die Frage, wie die warme Abluft optimal abtransportiert werden kann. Die Lüftungsgitter helfen dabei, die Luft so schnell wie möglich aus dem Gehäuse zu transportieren.

Achten Sie auf genug Platz

Weiterhin sollten Sie beim Kauf eines neuen Gehäuses darauf achten, dass hinter dem Steckplatz für die Grafikkarte genügend Platz bis zum Festplattenkäfig vorhanden ist. Hier kann es beim Wechsel auf ein kleineres bzw. ein kompakteres Gehäuse zu Platzproblemen kommen, sodass sich große Grafikkarten nicht mehr installieren lassen. Vor dem Kauf ist es daher sinnvoll, die Länge der vorhandenen Grafikkarte auszumessen. Hierin ist kein Problem zu sehen, falls Ihr Computer über eine integrierte Grafiklösung verfügen sollte: In diesem Fall ist die Grafikeinheit auf dem Mainboard verbaut.

Dieses Zubehör erleichtert den Austausch des Gehäuses

Damit der Austausch des Gehäuses gelingt, benötigen Sie nicht nur einen passenden Tower oder Cube, sondern auch das notwendige Zubehör. Hierzu gehören unterschiedliche Einzelteile wie etwa Slotblenden, Schrauben und Panels sowie Kabelbinder und vieles anderes mehr. Diese Bauteile helfen dabei, die verschiedenen Komponenten zu installieren und das Gehäuse für den Transport sicher zu machen. Weiteres wichtiges Zubehör sind zum Beispiel Einbaurahmen für Festplatten, mit denen 2,5-Zoll-Festplatten in 3,5-Zoll-Rahmen eingebaut werden können. Front-Panel-Hubs verlegen die USB-Anschlüsse auf die Vorderseite des Gehäuses, sodass Sie die Slots leichter erreichen können. Die Auswechslung des Gehäuses ist der richtige Zeitpunkt, solche Umbauten vorzunehmen.

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