Augen auf - beim Münzenkauf!

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Der Kauf von Sammlergegenständen wie etwa Münzen ist Vertrauenssache  - erfordert aber auch etwas Sachkenntnis und Vorsicht!

Sie sind von Münzen fasziniert und möchten diese sammeln? Glückwunsch - Sie beginnen ein schönes Hobby!

Wer hat schon am Anfang umfangreiche Kenntnisse? Sie müssen den Beschreibungen und Bildern der Anbieter vertrauen, oder diese beurteilen können!

Und genau dabei möchte ich Ihnen helfen.

Ihr erstes, aber auch unentbehrliches Hilfsmittel ist ein kleiner Münzenkatalog für Ihr Sammelgebiet. Da ich mich nur mit deutschen Münzen befasst habe, schränke ich meine speziellen Ratschläge auch auf dieses Gebiet ein  - die Hinweise zu Bildern und Darstellungen von Angeboten sind wohl dennoch allgemein gültig.

So einen Katalog bekommen Sie für weniger als Euro 10,00. Gut angelegtes Geld. Denn jetzt sind Sie vor allen "merkwürdigen" oder eher fragwürdigen Angeboten sicher! Was Sie in dem Katalog nicht finden, dass wird es auch kaum geben können - egal was der Verkäufer verspricht!

Also bieten Sie nicht! Ihnen entgeht kein Schnäppchen bei einer Toprarität, sondern Sie erkennen ein fragwürdiges Angebot!

Achten Sie auf die Münzzeichen auf den Deutschen Münzen. Vielfach können Sie bereits hieran erkennen, dass keine Originalmünze, sondern eine Nachprägung angeboten wird. Diese Nachprägungen sind keine Fälschungen, da sie sich bewusst von den Originalen unterscheiden - nur sind es eben keine Originale und oft werden Nachprägungen aus anderem Metall gefertigt, als die Vorlagen. Eventuell Silber vergeoldet, statt Münzgold.

Die Münzzeichen können Sie in Ihrem Katalog nachschlagen. Als Beispiel: Die Hambuger Münzen aus der Kaiserzeit haben bis auf drei Ausnahmen stets das Münzzeichen "J" der Hamburgischen Münze. Die Ausnahmen sind sind 10 Mark 1873 und 1874 "B" = Hannover und 2 Mark 1877 "F" = Stuttgart.

Alle anderen Münzzeichen weisen eindeutig auf eine Nachprägung / Neuprägung / Kopie hin. So steht "W" nicht für Hamburg Wilhelmsburg , sondern für Uhren Weiss in Berlin! Kein Original - Finger weg - nicht bieten!

Zu den Bildern:

Ein seriöser Anbieter, egal ob privat oder gewerblich, wird immer versuchen Bilder zu zeigen, die die Münze so gut wie möglich erkennen lassen!

Dabei kommen entweder ebay XXL-Bilder oder private Bilderdienste zum Einsatz.

Wenn die Bilder aber verwackelt oder unscharf sind, dann stellt sich die Frage, ob der Anbieter es nicht besser kann, oder nicht besser will....

Bei Münzen entscheidet die Erhaltung über den Sammler- bzw. Handelswert.

Können Sie auf  den Bildern die Erhaltung nicht erkennen, dann bieten Sie lieber auf einen anderen Artikel. Ihnen entgeht in den meisten Fällen kein Schnäppchen, sondern Sie ersparen sich den Erwerb von Schrott!

Zu den Erhaltungsgraden:

Die Bezeichnungen für den Erhaltungsgrad einer Münze sind wohl nicht gesetzlich geschützt und werden daher recht großzügig verwendet.

Neben der Luxusstufe Polierte Platte (PP), die keine gewöhnliche Erhaltung ist, gibt es für Sammler noch drei relevante Erhaltungsstufen, die ich kurz aus einem Katalog zitiere:

Stempelglanz (st) oder bankfrisch (bfr) oft auch uncirculiert (= uncirculated) (unc): Münze ohne jegliche Umlaufspuren! Glänzender Hintergrund! Lediglich minimale Kratzer durch den Ausstoß aus der Prägemaschine.

Vorzüglich (vz). Bester Erhaltungsgrad einer Münze, die einmal im Umlauf war. Keinerlei Abnützungsspuren erkennbar und fehlerfreier Rand! Lediglich minimale Kartzer zulässig.

Sehr schön (ss). Nur minimale Umlaufspuren und geringste Abnutzungsspuren nur an den erhabensten Details! Das Münzbild muss in allen Details klar erkennbar sein - höchstens Haarzeichnungen wie Kronen oder Wappen dürfen leicht/(!) verwischt sein. Kleine Kratzer, aber keine Beschädigungen erlaubt.

Die Bezeichnungen werden gern verwendet, oft entsprechen aber die Münzen nicht der erforderlichen Qualität - achten Sie besser auf die Bilder, als auf den Text!

Als Beispiel:

Auf den Hamburger Münzen aus der Kaiserzeit ist oberhalb des Wappenschildes ein Helm mit Federbusch. Sind keine senkrechten Linien im Helm oder keine Struktur in den Federn erkennbar, dann ist die Münze nicht mehr "sehr schön", bestenfalls noch schön und damit nur noch eingeschränkt sammelwürdig!

Auf der Adlerseite muss neben der Krone mit den Bändern auch unbedingt das Wappenschild auf der Brust des Adlers erkennbar sein - wenn nicht, dann bieten Sie lieber auf eine andere Münze!

Rückgabe:
Ein Privatverkäufer kann die Rückgabe und Gewährleistung ausschließen. Das mache ich ebenfalls.
Allerdings weise ich den Käufer auf die Möglichkeit einer Reklamation hin.
Bei Mängeln, die dem Bild oder der Beschreibung nicht zu entnehmen sind (mir also entgangen sind), nehme ich die Ware natürlich zurück!
Meines Erachtens wird jeder seriöse Privatverkäufer genauso handeln! Fragen Sie einfach nach!
Bereits auf dem Bild klar erkennbare Mängel können Sie wohl kaum reklamieren - dafür sind gute Bilder vorhanden.

Wenn Ihnen der Ratgeber geholfen hat, dann freue ich mich über einen positiven "Klick"!




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