Aufzucht, Pflege, Einsatzbereich: nützliches Wissen über feine Minze

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Aufzucht, Pflege, Einsatzbereich: nützliches Wissen über feine Minze

Kräuter sind seit Hunderten von Jahren weitverbreitete Nutzpflanzen, die sowohl optisch als auch verarbeitet immer wieder für Begeisterung sorgen und als Garten- und Küchenkräuter seit jeher kultiviert werden. Die Minze gehört zu den beliebtesten Kräutersorten und sollte in keinem Kräutergarten fehlen. Gerade weil Minze so pflegeleicht und besonders beständig ist, legen sich viele Hobbygärtner und Kräuterfans stets mehrere Stauden zu.
Einst von den Chinesen in der Welt verbreitet, gilt Minze heute in vielen Kulturkreisen als wesentlicher Bestandteil der im Alltag verwendeten Küchen- und Heilpflanzen. Neben der geschmacklichen Raffinesse, die je nach Gattung variiert, weist Minze nämlich hohe Heileigenschaften auf. Minztee bei Erkältungen ist da nur eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten. Mit ihren über 20 Sorten und Gattungen, die auf verschiedene Arten zubereitet, genutzt und verarbeitet werden können, ist die Minze eines der vielseitigsten Kräutergewächse. Immer mehr Menschen bauen mittlerweile ihre eigenen Kräuter in Gärten oder in Balkongefäßen an. Auch Minze kann im Eigenanbau viel Freude bereiten. Wie Sie Ihre Minzpflanzen am besten aufziehen, pflegen und wo sie Ihnen nützlich sein kann, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.

Wichtiges zur Aufzucht von Minzpflanzen

Minzstauden gelten als robust und sind winterhart, was auch jene Hobbygärtner begeistert, die pflegeleichte Pflanzen in ihrem Garten oder auf ihrem Balkon bevorzugen. Am meisten verbreitet in hiesigen Gärten ist die Pfefferminze, im Fachjargon “Mentha Piperita” genannt. Doch die folgenden Tipps zum Anbau und zur Aufzucht gelten für alle Gattungen erhältlicher Minzpflanzen.

Den richtigen Standort finden

Ein besonders wichtiges Merkmal für die Bestimmung des richtigen Standortes der Pflanze im Garten: Minzstauden mögen es gerne feucht. Suchen Sie sich also eine Stelle in Ihrem Garten, wo der Boden leicht, aber tendenziell eher feucht ist. Allerdings sollten Sie Minze nicht ganz im Schatten aufziehen oder einsetzen, denn die Sonne ist wichtig für das Aroma und das Wachstum der Staude. Halbschattige Lagen sind hierbei besonders geeignet, aber auch ein Standort, an dem sich Sonne und Schatten im Laufe des Tages abwechseln, sorgt für ideale Umstände zur Aufzucht von Minzpflanzen. Auf Balkonen können Sie die Minze getrost in einen einzelnen Topf einsetzen, den Sie, je nach Sonnenstand an einen anderen Ort stellen können, und der Pflanze ganz flexibel ihr benötigtes Aufzuchtumfeld schaffen.

Die Aussaat

Wenn Sie Minze von Anfang an aufziehen möchten, sollten Sie in den Monaten März und April die Samen im Frühbeet einsäen, flach mit Erde bedecken und stets feucht halten. Nach 15 bis 20 Tagen ist die Keimzeit der Pflanze abgeschlossen und Sie können die Minzpflänzchen an den von Ihnen bestimmten Standort setzen. Idealerweise setzen Sie diese 5 cm tief in die Erde und achten, bei mehreren Stauden, auf einen Mindestabstand von ungefähr 40 cm zur nächsten Pflanze. Weil die Pflanze viele Nährstoffe aus ihrem Boden zieht, sollten Sie die Minzstauden ungefähr alle drei Jahre an einen anderen Ort in Ihrem Garten umsetzen. Dort, wo die Minze zuvor stand, sollten Sie eine gewisse Zeit lange keine Minze oder andere Gewächse der Lippenblütler-Familie (z. B. Thymian, Salbei, Lavendel) mehr einsetzen, damit sich die Erde erholen kann.

Tipps zur Überwinterung

Da Minzstauden winterhart sind, können Sie Minze getrost auch in den Wintermonaten im Freien belassen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass Sie die Pflanze weitestgehend zurückschneiden. Um die Triebe der Pflanze vor Frost, Schnee und anderen Witterungsbedingungen zu schützen, können Sie die Stauden mit einer Blasenfolie, Gaze oder einem Vlies bedecken oder einwickeln. Im Topf gehaltene Minze neigt allerdings eher dazu, dem Frost zu erliegen, da die Topfgefäße meist keinen ausreichenden Schutz vor der Kälte bieten. Holen Sie Ihre Minztöpfe am besten in die Wohnung und pflegen Sie die Pflanze hier wie gewohnt weiter oder setzen Sie die Minzpflanzen in eine Rabatte, wo die Triebe und Wurzeln besser vor Frost geschützt sind.

So pflegen Sie Ihre Minzpflanzen richtig

Da Minze in feuchten und moorigen Böden am besten gedeiht, sollten Sie die Minzstauden ordentlich wässern. Staunässe sollte allerdings vermieden werden. Gerade, wenn Sie Ihre Minze im Topf aufziehen, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Pflanze in einen Topf setzen, aus dem das überschüssige Wasser wieder ablaufen kann, in Gärten sollten Sie Drainagen legen oder die Minze an einen Ort setzen, wo das Wasser sich gut in der Erde verteilt. Der Boden sollte stets leicht feucht gehalten werden, aber nicht nass sein. Wer düngen möchte, sollte dies nur tun, wenn die Erde nährstoffarm ist oder die Minze im Topf angezogen wurde. Bei einem ordentlichen Wachstum der Pflanze sollten Sie allerdings auf das Düngen verzichten. Weil die Minze eine Nutzpflanze ist und auch in Ihrer Küche zum Einsatz kommt, sollten Sie beim Dünger selbstverständlich darauf achten, ein Düngemittel auf biologischer Basis einzusetzen. Spezielle Kräuterdünger sind hierfür ideal. Hin und wieder sollten Sie die Pflanzen zurückschneiden, um zu vermeiden, dass niedriger sitzende oder kleinere Blätter keine Sonne mehr abbekommen. In der Regel hält man Minzgewächse auf einer Höhe von 15 cm - 30cm.

Was bei der Ernte von Minze zu beachten ist

Minze können Sie ganzjährig ernten, die Treibe und Blätter sind aromareich und saftig. Ernten Sie die Blätter einfach und schnell mit der Hand oder einer Gartenschere und entfernen Sie die Stiele weitgehend. Besonders aromatisch sind die Blätter, wenn Sie am Morgen geerntet werden. In der Regel verlieren Kräuter einiges an Geschmack, wenn Sie in die Blüte kommen. Daher sollten Sie darauf achten, das Blühen zu unterbinden oder die Blätter vor der Blüte abzuernten und zu trocknen. Gerade das Trocknen von Minze zur späteren Verwendung in der Küche ist sehr beliebt. Hierzu ernten Sie am besten ganze Stängel, die Sie in Bodennähe mit einer Gartenschere abschneiden und dann gebündelt über Kopf trocknen. Um zu vermeiden, dass die Blätter beim trocknen Schimmel ansetzen, sollten Sie darauf achten, dass Sie das Bündel an einem trockenen Ort aufhängen, an dem wenig Luftfeuchtigkeit herrscht.
Wenn die Blätter getrocknet sind, können Sie die Blätter rebeln. Das bedeutet, dass Sie die getrockneten Blätter behutsam mit der Hand vom Stiel streifen und so stark zerkleinern, wie Sie es persönlich möchten. Gerebelte Minze können Sie in einem Gewürzglas oder einem anderen, fest verschlossenen Gefäß aufbewahren. Da getrocknete Minze allerdings nach und nach ihren Geschmack verliert, empfiehlt es sich, größere Mengen nach dem Rebeln oder Trocknen einzufrieren.

Vielseitig, aromatisch und erfrischend - Einsatzbereiche von Minze

Minze ist ein wahrer Alleskönner in der Küche und kann im Handumdrehen für einen besonderen Geschmack oder ein intensives Aroma sorgen. Fleischgerichte wie beispielsweise Lamm, Wild oder Rindfleisch erhalten durch das Würzen mit Minze einen feinen Geschmack. Aber auch Soßen, die zu Fleischgerichten oder deftigen Gemüsesorten gereicht werden, erhalten durch das Hinzufügen von Minze eine einzigartige Geschmacksnote. In der orientalischen Küche ist Minze ein fester Bestandteil und wird auch in Joghurts oder Suppen gegeben. Auch in Bars und Restaurants wird Minze gerne eingesetzt, um besondere Drinks oder raffinierte Desserts zu entwerfen.
Moderne Köche verwenden Minze auch gerne in Verbindung mit sommerlichen Obstsorten und erzielen dadurch erfrischende Kreationen, wie Melonensalate mit Minze oder Fruchtsorbets, die durch Minze erst ein besonderes Aroma erhalten. Allerdings sollten andere Gewürze, die Sie in Kombination mit der Minze verwenden möchten, einen ähnlich intensiven Geschmack aufweisen. Thymian oder Rosmarin harmonieren zum Beispiel hervorragend miteinander. Besonders beliebt ist die Verwendung getrockneter Minze als Tee. Hierzu können Sie Minze und Schwarztee zu gleichen Teilen mischen und mit Wasser aufgießen oder einen reinen Kräutertee brauen. Minztee wirkt krampflösend und beruhigend auf den Magen. Ein Glas Minztee nach nachhaltigen Speisen kann die Verdauungsfunktionen des Magens unterstützen. Generell werden der Minze intensive Heilfähigkeiten nachgesagt. Minze kann, beispielsweise als Öl verarbeitet, bei Kopfschmerzen, Entzündungen und Erkältungen für Heilerfolge sorgen.

Minze ist nicht gleich Minze - andere Gattungen im Überblick

Neben der weitverbreiteten Pfefferminze haben sich im Laufe der Jahrzehnte auch andere Minzsorten etabliert. Gärtner und Kräuterliebhaber aus aller Welt haben in der Vergangenheit unzählige neue Minzarten durch Zucht geschaffen und auch diese bieten ein breites Spektrum an Verwendungsmöglichkeiten. Bei diesen Minzsorten liegt das Hauptaugenmerk auf besonderen Geschmacksrichtungen. So schmeckt beispielsweise die Apfelminze sehr fruchtig und enthält kein Menthol, weshalb sie auch oft als Kinderminze verkauft wird. Schokoladenminze hingegen ist süß und weist zusätzlich ein leichtes Schokoladenaroma auf, weshalb Sie für Eis- und Süßspeisen gerne verwendet wird. Auch Orangenminze erfreut sich durch ihr frisches Orangenaroma großer Beliebtheit und kommt häufig als Tee zum Einsatz.

Nana, Krause Minze und Co

Die Sorten Nana und Krauseminze sind am ehesten verwandt mit der klassischen Pfefferminze, weisen allerdings einen höheren Mentholgehalt auf und sind mitunter robuster gegen Frost, um eine längere Verwendbarkeit und Erntezeit zu ermöglichen. Krauseminze wird gerne in Salate oder Süßspeisen gegeben, da sie ein würzig-süßes Aroma abgibt. Die sogenannte Hemingway-Minze oder Mojito-Minze ist für Drinks besonders beliebt, da sie einen recht geringen Mentholgehalt aufweist und einen vollmundigen Geschmack mitbringt. Optisch sehr ansprechend ist die Silberminze, die gerne als Beigabe zu Blumengestecken und -Sträußen verwendet wird, da die silbrigen Triebe sehr gut zu Rosen passen oder wegen ihres intensiven Duftaromas auch gerne in die Wohnung gehängt werden. Doch neben all diesen Sorten gibt es noch unzählige Kreuzungen und Züchtungen von Minzen, die Sie je nach Bedarf in Küche und Haushalt einsetzen können. Alle Minzsorten haben allerdings eines gemeinsam: Sie sind pflegeleicht, robust und können Ihnen mehrere Jahre als Nutzpflanze dienen.

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