Aufsatzwaschbecken mit Design-Anspruch: Tipps zur Auswahl

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Aufsatzwaschbecken mit Design-Anspruch: Tipps zur Auswahl

Waschbecken gibt es in unterschiedlichen Formen, Modellen und Materialien. Bei der Neugestaltung und Renovierung des Badezimmers haben Sie beispielsweise die Wahl zwischen einem großen Waschtisch, normalen Handwaschbecken oder den stilvollen Aufsatzwaschbecken. Letztere bieten in puncto Design eine große Vielfalt. Ob Keramik, Mineralguss oder Naturstein – alle Materialien haben sich in der Praxis bewährt, gelten als strapazierfähig und sind einfach zu reinigen. Eine persönliche Note erhält das Bad beispielsweise mit einem farbigen Waschbecken. Zusätzlich stehen Ihnen matte oder hochglänzende Modelle zur Verfügung. Um bei diesem umfangreichen Sortiment nicht den Überblick zu verlieren, gehen wir in diesem Ratgeber näher auf die Aufsatzwaschbecken ein. Sie erfahren mehr über verschiedene Formen und Modelle und erhalten eine Anleitung zur Montage der Waschbecken.

Eigenschaften und Aufbau von Aufsatzwaschbecken – das sollten Sie wissen

Aufsatzwaschbecken sind speziell geformte Waschbecken, die auf eine Trägerplatte montiert werden. Alternativ können sie auf einem Unterschrank stehen und bieten zusätzlichen Stauraum. Das Besondere an diesen Modellen: Sie suggerieren stets den Eindruck, frei beweglich zu sein. Schalenwaschbecken befestigt man auf der Platte sogar so, dass die Waschschale nicht aufliegt, sondern zu schweben scheint. Geschichtlich gesehen ist diese Form der Waschbecken noch weit vor den wandhängenden Modellen verankert. Zu dieser Zeit gab es noch keine Badarmaturen und das Händewaschen erfolgte über einer gewöhnlichen Keramikschüssel. Sie befand sich als Handwaschbecken direkt auf einem Tisch. Mit dem Laufe der Zeit entwickelte sich das Design der Becken weiter. Heute haben Sie die Wahl zwischen runden, eckigen oder ovalen Design-Objekten. Eine andere Alternative bieten die interessanten Freiformen, die vor allem bei Naturstein-Becken für einen individuellen und einzigartigen Look sorgen. Kombinieren lassen sich die Aufsatzwaschbecken mit unterschiedlichen Badarmaturen. Entweder ist die Armatur sehr hoch und direkt auf die Trägerplatte montiert, oder es handelt sich um eine Wandarmatur mit einer angepassten Auslauflänge.

Modellauswahl – zwischen diesen Formen können Sie wählen

Die gängigsten Aufsatzwaschbecken gibt es entweder als eckige oder runde Varianten. Passen Sie die Form ihrem individuellen Geschmack und dem restlichen Bad-Design an. Runde Waschbecken sind mit einem Durchmesser zwischen 25 und 45 Zentimetern in fast allen Materialien zu haben. Eckige Handwaschbecken sind in quadratischen Größen sehr beliebt, zum Beispiel:

  • 30 cm x 30 cm
  • 45 cm x 45 cm
  • 50 cm x 50 cm

Jedes gewählte Aufsatzwaschbecken kommt erst zur Geltung, wenn sich rechts und links genügend Platz befindet. Kalkulieren Sie diese breite Ablage in die Planung der Trägerplatte oder des Unterschranks mit ein. Experten empfehlen für ein einfaches Waschbecken eine Platte von mindestens 100 cm Breite. Bei zwei Aufsatzmodellen benötigen Sie eine Mindestbreite von 140 cm. Allerdings hängen diese Maße zusätzlich von der gewählten Form des Beckens ab. Kalkulieren Sie bei der Planung von Tischplatte und Becken auch genügend Platz nach vorn ein. Sie müssen sich vor dem Becken bequem bewegen können und brauchen nicht auf ihren Stauraum verzichten. Etwa 70 Zentimeter Platz sollte zu den nächsten Elementen im Bad bestehen. Vor allem in kleineren Bädern ist dies nicht immer umsetzbar. Entscheiden Sie sich für eine aufgelockerte und moderne Optik deshalb lieber für ein kleineres Becken. Wer den Kontrast mag, sollte helle Waschbecken mit dunklen Möbeln oder einer dunklen Trägerplatte kombinieren.

Abgesenkte Aufsatzwaschbecken

Eine andere Modellvariante sind die abgesenkten Aufsatzwaschbecken. Hier stehen die Becken nicht direkt auf der Trägerplatte auf, sondern sind in das Material eingelassen. Sie bestimmen selbst, wie weit das Waschbecken in die Platte hineinragt. Für diese Montage eignen sich meist nur rechteckige oder runde Modelle. Ovale Aufsatzwaschbecken wirken komplett auf der Trägerplatte am besten. Hochwertige Qualität erkennen Sie hier nicht nur an Design und Funktionalität. Günstige Produkte weisen vermehrt Unebenheiten auf oder zeigen eine unsaubere Formgebung. Besonders ärgerlich sich unnötige Materialeinschlüsse oder fehlerhafte Übergänge zwischen den einzelnen Materialien. Bei den kleinsten Fehlern kann Badkeramik sehr empfindlich reagieren und verfügt dann über eine kürzere Betriebszeit.

Das gibt es bei der Badplanung mit einem Aufsatzwaschbecken zu beachten

Entscheiden Sie sich mit der Wahl des Waschbeckens, ob ein einfacher Waschtisch genügt oder ein Doppelwaschtisch integriert werden soll. Diese Entscheidung hängt von der kompletten Größe des Badezimmers ab. Doppelwaschtische gibt es nach Maßanfertigung zwischen 140 und 300 cm Breite. Mehr Komfort erhalten Sie mit einem passenden Unterschrank. Der Raum unterhalb des Waschbeckens bleibt sonst ungenutzt und Sie benötigen zusätzliche Badmöbel für ausreichend Stauraum. An fast allen Trägerplatten lässt sich ein Unterschrank montieren, bei Bedarf auch als Maßanfertigung. Ein besonderes Designelement sind Unterschränke, die rechts oder links vom Auflagebecken unter die Trägerplatte montiert sind. Über den Waschtisch gehört ein passender Spiegelschrank. Ein Spiegelschrank mit Türen ist meist auch von der Innenseite verspiegelt, um eine gute Rundumsicht zu erhalten. Außerdem erhalten Sie gleich zusätzlichen Stauraum für alle täglichen Kosmetikartikel. Für eine bessere Gesichtsausleuchtung dürfen Sie auf eine Leuchte über dem Spiegel oder Spiegelschrank nicht verzichten. Zugang zu Steckdosen lässt sich bei Aufsatzbecken auch unterhalb der Trägerplatte montieren. So bleiben sie auf den ersten Blick unsichtbar und unauffällig.

Die verschiedenen Materialien von Aufsatzwaschbecken und Trägerplatten

Im folgenden Abschnitt sollen Ihnen die verschiedenen Materialien vorgestellt werden, aus denen die Waschbecken selbst oder die Trägerplatten bestehen. Erleichtern Sie sich mit dieser Übersicht die Auswahl. Folgende Materialien stehen dabei für Aufsatzwaschbecken zur Verfügung:

  • Mineralguss
  • Geacryl
  • Tecnoril
  • Glas
  • Keramik

Mineralguss besteht aus natürlichen Mineralien wie beispielsweise Aluminiumtrihydrat oder Kalziumkarbonat. Als Verbundmaterial wird ein kleiner Anteil Polyesterharz hinzugefügt. Vergleichen Sie dies jedoch nicht mit einem einfachen Kunststoffmaterial. Der Verbunde aus diesen Stoffen fühlt sich angenehm an und überzeugen mit einem eleganten Aussehen. Die Gelocoat-Oberfläche lässt sich leicht reinigen und ist ideal für den Einsatz im Badezimmer. Sie ist nicht nur physisch sehr widerstandsfähig, sondern zeigt sich auch resistent gegen chemische Stoffe. Mineralguss ist ausreichend beständig gegen Temperaturschwankungen, gegen Sonneneinstrahlung und enthält keine Schadstoffe. Ein weiches Mikrofasertuch genügt für die tägliche Pflege. Den Glanz des Aufsatzwaschbeckens stellen Sie nach einiger Zeit des Gebrauchs mit Autopolitur wieder her.

Waschbecken aus Geacryl und Tecnoril

Hochwertige Qualität erhalten Sie mit einem Waschbecken aus Geacryl. Es handelt sich um einen keramischen Werkstoff, der sich als formstabil und besonders hygienisch erweist. Die geschlossene Oberfläche lässt sich sehr leicht reinigen, wobei Sie auch auf flüssige Reinigungsmittel zurückgreifen können. Gleichzeitig erhalten Sie eine glänzende und brillante Oberfläche, die sich angenehm bei Berührungen anfühlt. Die Pflegehinweise gleichen dem Mineralguss-Material.

Tecnoril gilt als sehr kompakter und stabiler Werkstoff. Es handelt sich um eine Mischung aus vorgeheiztem Acryl-Harz und Aluminiumhydrat. Die damit entstandene Oberfläche fühlt sich angenehm an und hält groben Einwirkungen stand. Entstehen doch kleine Kratzer, lassen sich diese durch ein Abschleifen des Materials entfernen. Danach wird die Oberfläche wieder mattiert und die Beschädigung ist ausgebessert. Tecnoril gilt als UV-beständig und ist ohne Zusatz von Schadstoffen gefertigt. Zur regelmäßigen Pflege gehört die Behandlung mit einem bestimmten Schwamm, um den Matt-Effekt der Oberfläche zu erhalten.

Aufsatzwaschbecken aus Keramik mit Waschtischplatten aus Glas

Auf einem Unterschrank oder einer Holzplatte eigenen sich spezielle Glasoberflächen, auf denen das Aufsatzwaschbecken steht. Vorteil am Material Glas: Es ist porenfrei und bietet eine hochglänzende Oberfläche. Mit diesem Aufbau schützen Sie empfindliche Materialien im Bad. Ein handelsüblicher Glasreiniger genügt zur regelmäßigen Pflege der Platte. Die meisten Aufsatzwaschbecken bestehen aus einfacher Keramik. Sie pflegen diese Becken mit einem handelsüblichen Badreiniger oder mit einem effektiven Essigreiniger. Die Waschtischplatten aus Glas besitzen meist eine Stärke von 1,5 cm. Achten Sie bei der Wahl auf absolute Transparenz, da herkömmliches Glas einen leichten Grünstich hat und die Farbe des Waschbeckenunterschranks trüben könnte.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Das Aufsatzwaschbecken selbst montieren

Ob Neuplanung oder Renovierung – Aufsatzwaschbecken montieren Sie mit den richtigen Werkzeugen und etwas Hintergrundwissen problemlos selbst. Anbei erhalten Sie eine genaue Anleitung zur Montage und eine Auflistung über die wichtigsten Werkzeuge. Ohne diese Utensilien sollte Sie die Montage nicht starten:

Für das Montieren der Waschtischplatte markieren Sie sich die Bohrlöcher an der Wand und schrauben Sie die Trägermodule fest. Achten Sie auf den korrekten Abstand und auf eine genaue Ausrichtung nach der Wasserwaage. Müssen Sie direkt in die Fliesen des Bades bohren, gibt es an der Bohrmaschine einige Einstellungen zu beachten. So dürfen Sie den Schlag nicht angeschaltet haben und nur mit geringer Drehzahl beginnen. Damit der Bohrer nicht abrutscht, hilft einfaches Malerklebeband, um die Bohrstelle zu markieren. Verschrauben Sie dann den Waschtisch mit den jeweiligen Trägern. Jetzt müssen die Öffnungen für das Ablaufventil und die Waschtischarmatur gebohrt werden. Beachten Sie dabei immer die Abmessungen und die Hinweise der Hersteller. Als Werkzeug verwenden Sie eine Lochsäge mit Akkuschrauber. Passen Sie dann den Waschtisch ein und befestigen Sie ihn auf der Trägerplatte.

Danach dichten Sie die Eckventile ab. Bestreichen Sie diese entweder mit Dichtungspaste oder nutzen Sie Hanf zum Umwickeln. Die Zapfen bei den Eckventilen müssen nach dem Anschrauben nach oben zeigen. Danach verbinden Sie das Abflussrohr mit dem vorhandenen Wandablauf. Manchmal müssen die Rohre noch gekürzt werden, damit der Siphon richtig passt. Setzen Sie dann das Ablaufsieb in die Öffnung des Beckens ein. Halten Sie das Ventil-Unterteil von unten gegen und ziehen Sie es oben an. Jetzt bringen Sie die Armatur an, wenn diese nicht fest in der Wand installiert ist. Führen Sie dabei die Armatur hinter dem Waschbecken mit den Gestängen nach unten. Stecken Sie die Flexschläuche auf die Eckventile und ziehen Sie die Überwurfmuttern an.

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