Auf den Spuren der Sterngucker: Teleskope als Sammlerstücke

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Auf den Spuren der Sterngucker: antike Teleskope als Sammlerstück

Es braucht nur zwei geschliffene optische Linsen und ein Rohr, an dessen Enden sie eingeklemmt werden, um Entfernungen schrumpfen zu lassen. Diese einfachste Form eines Fernrohrs bietet zwar nicht viel Komfort und liefert keine überragenden Ergebnisse, dennoch basieren auch heute noch die kompliziertesten optischen Teleskope auf diesem Prinzip. Die Sehnsucht des Menschen bestand sicherlich nicht von vornherein darin, ein Fernrohr zu entwickeln. Er wollte dem Fernen näher sein und seine Neugier stillen, die immer wieder zu neuen Fragen führte. Die Leerstellen bei der Erklärung der Welt mussten geschlossen werden. Da Entfernungen nicht immer durch Reisen überbrückt werden können, mussten Hilfsmittel her, um wenigstens gefühlt näher am Geschehen sein zu können.
So wie wir heute millionenfach durch Telefone und Handys von einer Sekunde zur anderen Distanzen verschwinden lassen, verhielt und verhält es sich mit den alten Teleskopen. Sie dienten der Erkenntnis, dem Aufspüren von Gefahren oder der Erweiterung des Wissens. Und, im heute gebräuchlichen Sinn, der Erforschung des Himmels. Dort zwischen den Sternen lag schon immer die größte Sehnsucht der Menschheit.

Teleskop - eine kurze Begriffsbestimmung

Es existieren grundsätzlich zwei Erklärungen zur Entstehung und zum Gebrauch des Wortes. Im ersten Fall gilt die Verwendung des Fachbegriffs Teleskop heutzutage lediglich noch für Instrumente, die entweder auf optischer Basis oder durch technisch ausgereifte Verfahren astronomischen Beobachtungen dienen. Andere nach dem gleichen Prinzip funktionierende Geräte werden „Ferngläser“, „Fernrohre“ usw. genannt. Das Wort „Teleskop“ selbst stammt aus dem Griechischen und ist zusammengesetzt aus „fern“ und „besichtigen, betrachten“, und kann daher mit „Fernbetrachter“ übersetzt werden. Bei der Entwicklung zum Begriff des Fernrohrs stand hingegen das Lateinische Pate. In der alten Sprache der Wissenschaft nannte man ein Rohr, an dessen Enden optische Linsen angebracht waren „Tubus telescopius“, wörtlich übersetzt: „Fern-seh-Röhre“. In der zweiten Erklärungsvariante entwickelten sich die früher gleichbedeutenden Begriffe Fernrohr und Teleskop auseinander, und Teleskop gilt als Überbegriff für alle auf dieser Weise funktionierenden Geräte.

Fernrohr steht demnach für ein aus Linsen aufgebautes optisches Teleskop. Ein Teleskop-Fernrohr kann auch ein Fernrohr sein, dessen ineinander gesteckte Segmente man wie ein Teleskop ausziehen kann, um so bessere Fernsichtergebnisse zu erzielen.

Historisches zum Teleskop

Wie es zur „künstlichen“ Unterstützung des menschlichen Sehvermögens kam, kann nur vermutet werden. Vielleicht hielt sich jemand zufällig einen von der Natur geschliffenen Edelstein oder eine in vulkanischer Hitze geschmolzene Glasscherbe vor das Auge. Um dann festzustellen, dass sich die Welt veränderte, die hinter dieser „Linse“ zu sehen war. Probieren und kombinieren, entdecken und verwerfen - nach und nach entlockte der Mensch dem Licht und seiner veränderbaren Wirkung seine Geheimnisse. Die Erfahrung, den Horizont und was sich dort verbarg, näher an das Auge zu bringen, ließ mit Sicherheit bald den ersten Menschen mit einem Fernrohr am Auge den Kopf in den Nacken legen, um den Himmel näher zur Erde zu holen. Wenn man sich vergegenwärtigt, wie weit die historischen Völker mit der Erkundung des nächtlichen Himmels gekommen waren, bevor überhaupt an ein Instrument ähnlich dem Teleskop gedacht werden konnte, nötigt das heute noch Respekt ab. Viele der alten Entdeckungen wurden in der Neuzeit deutlicher und was unsere Ahnen aufgrund von Beobachtung und Kombinationsvermögen vermutet hatten, wurde in vielen Fällen bestätigt.
Der Himmel ist im Idealfall klar und so dunkel in der Nacht, als würde sich eine Kuppel aus schwarzem Samt über die Erde wölben. Je länger das menschliche Auge versucht in die Tiefe vorzudringen, desto unendlicher erscheint sie. Wie beeindruckend ist es erst, wenn man mit verstärkter Sehkraft auf Entdeckung geht. Der Samt der Nacht wird noch dunkler, die Unendlichkeit noch tiefer. Und in den schwarzen, zunächst noch leer geglaubten Räumen zwischen den funkelnden Himmelskörpern tauchen immer weitere auf. Alle Beobachtungen mit bloßem Auge oder mit primitiven Hilfsmitteln führten schließlich zur Entdeckung und Entwicklung des Teleskops. Es sind die Wünsche der Menschen, die Inspiration und Kreativität in Erscheinung treten lassen, wenn die Zeit für ihre Erfüllung gekommen ist.

Himmelsforschung ohne Teleskop

Forschung vermutet und spekuliert, und das ist ihr gutes Recht, bevor sie zu wissenschaftlichen Erkenntnissen gelangt. Die Zeugnisse über astronomisches Interesse aus frühesten Zeiten sind rar. Da die grundsätzlichen Neigungen der Menschheit über Jahrtausende hinweg jedoch gleich geblieben sind, dürfte als gesichert gelten, dass die frühen und frühesten Vorfahren ebenso erstaunt und gleichzeitig wissbegierig zu den Sternen aufgeschaut haben, wie bis heute alle folgenden Generationen. Beweise gibt es wenige. Außer einigen Indizien wie Höhlenmalereien, Knochenfunde und geritzte Steine ist aus prähistorischer Zeit nichts Handfestes überliefert. Kurze Zeit später änderte sich das. Auch wenn die Beweislage immer noch dünn ist, muss davon ausgegangen werden, dass Kulturen, die einen Kalender verwendeten, grundsätzliche Kenntnisse über das Jahresgeschehen in den Gestirnen gehabt haben. Erkenntnisse, die nur durch lange, geduldige Beobachtung verfügbar gemacht wurden. Prähistorische und frühzeitliche Instrumente zur Himmelsbeobachtung waren Steinkreise und nach dem Lauf der Sterne ausgerichtete Gebäude. Die Teleskope aus den Anfängen der Himmelsbeobachtung waren oft nicht mehr als im Boden verankerte Steinsäulen. Die Bilder, die sie zeichneten, waren ihre eigenen Schatten.

Zeugnisse gibt es von den Maya, die bereits vor Tausenden von Jahren eine Sonnenfinsternis beobachteten. Heute würde man das mit einem astronomischen Teleskop tun, im Idealfall mit einem Sonnenteleskop. In Mesopotamien führte das Wissen (oder Unwissen) über die astronomischen Vorgänge zur Anbetung von mit den Sternen verbundenen Gottheiten. Inder, Griechen, Chinesen, Ägypter und Araber, sie alle haben in die Sterne geschaut, wussten nach Jahrhunderten ihren Lauf zu berechnen und konnten eine Zeitrechnung und -messung einführen, sowie einen Kalender, nachdem sie den Lauf der Jahreszyklen ablesbar machten. Sie waren technisch gesehen auf einem viel niedrigeren Entwicklungsstand, als es die Menschheit heute ist. Umso beeindruckender sind ihre Leistungen, die Kühnheit ihrer Entwürfe und Entwicklungen, die logische Konsequenz ihrer Gedankengänge. Was hätten sie nicht alles entdecken können, wäre damals schon das astronomische Teleskop erfunden gewesen.
Der Wunsch des Menschen, den Sternen ihre Geheimnisse abzulauschen, hatte nicht immer etwas mit strenger Wissenschaft zu tun. Die Betrachtungen rund um die Tierkreiszeichen und die daraus entstehenden Horoskope sind ein ureigenes Betätigungsfeld für so manchen damaligen und für einige heutige Zeitgenossen. Natürlich wurden zur Beobachtung für diese Zwecke astrologische Teleskope verwendet.

Alles eine Frage der Optik - gerade bei einem Teleskop

Selbst wenn man heutzutage bei der Erwähnung des Begriffs zuerst verschiedene Brillengestelle vor sich sieht oder die Namen von Discountern, die Sehhilfen anbieten, ist Optik nicht die Lehre von der Brille, sondern die Lehre vom Licht. Sie ist eine präzise Wissenschaft, die zum einen viele Meilensteine an Erkenntnis vermittelt und zum andern in eine praktische Handwerkskunst gipfelte, deren beste Vertreter zu Recht als Meister bezeichnet werden. Optikern und Feinoptikern darf es keinesfalls an Durchblick mangeln, damit sie in der Lage sind, ihre Meisterstücke jederzeit in bester Qualität abzuliefern. Das optische Instrument, mit dem alles beginnt, ist das Auge. Seinem Aufbau nach ist es ein komplexes System einer Sammellinse. In dieser werden, ähnlich wie in einem Teleskop oder Fernrohr, Lichtwellen verarbeitet. Der Unterschied zu den technischen Instrumenten besteht in der letztendlichen Verwendung des in den Raum zwischen den Linsen eintretenden Lichts, das von Gegenständen reflektiert wird. Durch die Tuben der Teleskope tritt es hindurch, um dem Auge sichtbare Bilder zu liefern. Das geschieht auf einer „Leinwand“, auf die die Lichtwellen auftreffen, um vom Gehirn als das interpretiert zu werden, was wir sehen.

Um die Erfinder des Teleskops oder auch des Teleskop-Fernrohrs ranken sich sowohl Legenden, wie auch darüber gestritten wird, wer der Erste war, der ein in vollem Umfang funktionierendes Gerät vorstellte. Von mehreren Wissenschaftlern und Forschern existieren stichhaltige Nachweise über ihre Verdienste rund um die Optik und die Weiterentwicklung der Teleskope. Zwei von ihnen haben ihre Mitwirkung durch ihre Erfindungen und Entwicklungen bestätigt.

Teleskop nach Kepler

Dies ist das typische „astronomische“ Fernrohr und wurde nach Johannes Kepler benannt, der es in der ursprünglichen Bauweise als Erster beschrieben hatte. Da sich die Strahlen innerhalb des Tubus, des Fernrohrkörpers kreuzen, betrachtet man durch die dem Auge zugewandte Linse, das Okular, das Objekt als reales Bild auf dem Kopf stehend. Der Einsatz dieses astronomischen Teleskops erweiterte die Möglichkeiten und Erkenntnisse der Sternengucker um ein Vielfaches.

Galilei-Teleskop

Erfunden wurde dieses Instrument durch einen holländischen Brillenmacher, weswegen es auch „holländisches Fernrohr“ genannt wird. Galilei nahm die Idee auf und entwickelte sie weiter, wodurch es zum Namen des Gerätes kam. In Galilei-Fernrohren wirken andere optische Gesetzmäßigkeiten als in dem von Kepler gebauten Gerät. Zwei große Vorteile, die es zum Einsatz von handlichen Ferngläsern tauglich macht, sind die kürzere Bauform und die „Ausgabe“ des Bildes am Okular. Das betrachtete Bild steht aufrecht und kann mühelos durch das Auge wahrgenommen werden.

Praktische Tipps zum Teleskop

Antike Teleskope sind selten und kostbar. Sollten Sie Ihres nicht nur in einer Vitrine oder Schatulle aufbewahren wollen, sondern damit die Sterne beobachten, empfiehlt sich neben einem pfleglichen Umgang der Einsatz eines Stativs. Himmelsbeobachtung braucht Geduld, und auf Dauer haben Sie ohne dieses Hilfsgerät wenig Freude an Ihren Entdeckungen, die verwackeln und undeutlich werden. Pflegen Sie Ihre antiken Stücke, egal ob sie noch zum Einsatz kommen oder nur Ihrer Leidenschaft als Sammler dienen. Ein Messing-Teleskop sollte von Zeit zu Zeit poliert werden, nicht nur um den Glanz zu erhalten. Die fein gearbeitete Oberfläche ist sehr empfindlich. Sind Sie im Besitz eines oder mehrerer Leder-Teleskope liegt es in Ihrem Interesse, dass die Schutzhaut aus dem edlen, natürlichen Material nicht austrocknet und brüchig wird. Solange die altehrwürdigen Stücke auch bisher gehalten haben, es trägt zu ihrer Langlebigkeit bei, wenn Sie sich darum kümmern.

Wenn Sie auf den Geschmack gekommen sind, gehen Sie auf die Suche. Das Angenehme ist, Sie benötigen kein Fernrohr, um Ihr ganz eigenes, persönliches, antikes Teleskop zu entdecken. Bei eBay können Sie ohne optische Unterstützung ganz nah heran surfen.

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