Audio Docks & Mini-Lautsprecher von Bose – warum haben sie einen so guten Ruf?

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Audio Docks & Mini Lautsprecher von Bose – warum haben sie einen so guten Ruf?

Guter Klang ist nicht selbstverständlich. Gemeinhin verbindet man einen exzellenten Sound mit riesigen Lautsprecherboxen, die, einem Audio-Altar gleich, an einem zentralen Platz im Wohnzimmer aufgestellt sind. In anderen Räumen scheint Sound dagegen zweitrangig zu sein. Das Küchenradio plärrt den Lieblingssong, und man findet ihn trotzdem schön. Menschliche Ohren filtern scheinbar das heraus, was sie hören wollen. Selbst an einen Klang, der mehr an ein Telefon erinnert als an eine HiFi-Anlage kann man sich somit gewöhnen.

Herr Bose wollte guten Klang

Dr. Amar G. Bose konnte das offenbar nicht. Als Doktorand am MIT (Massachusetts Institute of Technology) in den 50er Jahren, kaufte er sich ein paar teure Lautsprecherboxen – und war bitter enttäuscht. Trotz beeindruckender Kennzahlen überzeugte ihn nicht, was er aus diesen Boxen hörte. Der ultimative Test für ein Audio-System war für ihn der Vergleich mit dem Klang einer Live-Darbietung. Diese frühe Erfahrung sollte für sein ganzes späteres Leben prägend werden.

Spezielle Forschungen

Er begann mit Forschungen auf dem Gebiet der Psychoakustik. Die Lehre von der Wahrnehmung des Klangs erklärt, wie sich der individuelle Klangeindruck bildet, und inwiefern er sich von objektiven Messergebnissen unterscheidet. Wie am Beispiel des Küchenradios deutlich wird, neigt das menschliche Ohr dazu, sich einen Klang „schön zu hören". Bestimmte fehlende Frequenzen werden dabei automatisch vom Gehirn ergänzt. Auf einer cleveren Ausnutzung dieser Mechanismen beruht zum Beispiel das Komprimierungsverfahren mp3, das vom Fraunhofer Institut entwickelt wurde und in der Lage ist, die Dateigröße eines Soundfiles auf ein Zehntel zu reduzieren – ohne hörbare Qualitätseinbußen.

Dr. Bose wurde Professor für Elektrotechnik am MIT und befasste sich hauptsächlich mit Entwicklungen auf dem Gebiet der Lautsprechertechnik. Ein Lautsprechersystem soll ein Audiosignal möglichst linear übertragen. Der erzeugte Schall sollte also den gleichen Frequenzverlauf haben wie das elektronische Signal, das die Lautsprecher erreicht. Im mittleren Frequenzbereich gelingt das meist recht gut. Ein Problem stellt die Abstrahlung von sehr hohen bzw. sehr tiefen Tönen dar. Insbesondere die Bassabstrahlung scheint große Massen (die der Lautsprecherbox) und große Flächen (die der Lautsprechermembran) zu erfordern.

Ein simples Beispiel dafür liefert die Natur. Große Tiere geben tiefe Geräusche von sich: Ein Bär brummt hauptsächlich in Basstönen. Kleine Tiere dagegen piepsen oder zirpen – sie erzeugen Geräusche im hochfrequenten Bereich. Es liegt auf der Hand, dass die jeweils erforderlichen Energien für die Schallabstrahlung ähnlich verteilt sind: Die Erzeugung druckvoller Bässe benötigt eine große elektrische Leistung. Die Forschungen von Bose richteten sich darauf, dieses scheinbar allgemeingültige Gesetz zu durchbrechen. Mit seiner 1964 gegründeten Firma gelangen ihm dabei erstaunliche Fortschritte. Das Bose Waveguide System ermöglichte es, auch mit sehr kleinen Geräten einen warmen, vollen Klang zu erzeugen, der alle hörbaren Frequenzen gleichmäßig abstrahlt. Das Küchenradio musste nicht mehr krächzen, sondern war in der Lage, den Raum mit angenehmem Stereo-Klang zu erfüllen.

Das Waveguide-System

Bereits das Grammofon nutzt ein ähnliches Prinzip. Mit einer simplen mechanischen Vorrichtung, dem Schalltrichter, verwandelt es das fast unhörbare Kratzen der Nadel auf der Schallplatte in einen Klang, der zwar nicht wirklich schön, aber zumindest hörbar wird. Dies funktioniert vollkommen ohne Strom. Der Schall wird ohne Zuführung von Energie verstärkt. Das Grundprinzip, die Schallwellen durch ein Rohr zu lenken und sie damit zu verstärken, machte sich Bose zu eigen. Die Wirkung wird besonders bei tiefen Frequenzen deutlich. Durch die Summe der Reflexionen, Resonanzen und Interferenzen wird der Klang verstärkt. Allerdings ist die Verstärkungswirkung zunächst im Bereich der Eigenfrequenz des Rohres besonders hoch. Man will jedoch kein indifferentes, dumpfes Dröhnen hören, sondern einen gleichmäßigen, warmen Klang, der sich über alle Bassfrequenzen erstreckt.

Die Entwicklung der Bose Corporation richtete sich nun darauf, dieses Ziel zu erreichen. Durch Modifikationen des Rohrdurchmessers und seiner Wandstärke gelang dies im Verlauf der Entwicklung zunehmend besser. Vielfältige Windungen des Rohres verhinderten zudem eine störende Eigenschwingung und ermöglichten es, das ganze System so klein zu gestalten, dass es nicht mehr Volumen einnimmt als ein großes Buch. 1984 erlangte das System die Serienreife. 1987 wurde Dr. Amar G. Bose und sein Partner Dr. William Short für diese Entwicklung zum „Erfinder des Jahres" gekürt. Das Bose Wave-Radio war eines der Geräte, mit denen die Firma eine führende Marktposition im Bereich der Kompaktlautsprecher erreichen konnte. Mit dem Motto „Besserer Klang durch Forschung" wird diese Position bis heute behauptet.

Bose Mini-Lautsprecher

Das Ziel, einen authentischen Live-Sound mit sehr kleinen Lautsprechersystemen nachzuempfinden, zieht sich durch die gesamte Geschichte der Bose Corporation. Die Grundidee blieb dabei stets die gleiche: Ähnlich wie bei einem Live-Konzert, bei dem die Zuhörer einen Großteil des Gesamtsounds indirekt über Reflexionen wahrnehmen, wurden Systeme entwickelt, die ebenso auf indirekte Abstrahlung setzen. Eine Vielzahl von Patenten zeichnen diesen Weg nach: Das 901 Direct/Reflecting Speaker System war das Erste in dieser Reihe und wurde bereits 1968 vorgestellt. Der Einstieg von Bose in das professionelle Geschäft der Live-Event-Beschallung folgte 1972. Auch hier wurden Maßstäbe in puncto Kompaktheit und Klangqualität gesetzt. Eine gesamte PA-Anlage bestand nun unter Umständen aus lediglich zwei handlichen Boxen, die in einen Kofferraum passten.

Acustic Wave Music Systems, auch als Waveguide bezeichnet, markierte den Durchbruch in der Home-Audio-Branche. Alle Mini-Lautsprechersyteme besitzen Anschlussmöglichkeiten für externe Audioquellen. Sie können, fast unsichtbar, als Verstärkung für den Fernsehton, für CD-Player und Mp3-Player genutzt werden. Mit kompletten Home-Entertainment-Systemen, die durchweg auf den bahnbrechenden akustischen Entwicklungen der Firma aufbauen, gelang 1990 der Einstieg in die Dolby-Surround-Technik. Die Entwicklung des sogenannten Lifestyle-Systems geht bis heute weiter. Aktuelle Anlagen sind kabellos und nutzen Bluetooth für die Signalübertragung. So wird das Heimkino ohne Kabelgewirr Realität.

Das Wave Radio

1993 kam das – so die Eigendarstellung der Firma - „wohl am besten klingende Radio der Welt", das Wave Radio, auf den Markt. Fast unverändert wird es bis heute gebaut. Es besitzt einen internen Tuner, jedoch auch Anschlussmöglichkeiten für externe Geräte. So kann es flexibel für das Musikhören bei jeder Gelegenheit und in allen Räumen des Hauses genutzt werden.

Docking-Stationen

Audio Docks sind die konsequente Fortführung des Gedankens, das Hören von Musik ohne schwere Boxen überall und in guter Qualität zu ermöglichen. Meist sind diese Geräte wahlweise mit Netz- oder Akkuspeisung zu betreiben. Mit einer Handbewegung soll die Audioquelle einsatzbereit sein. Dies kann ein Mp3-Player, ein Smartphone oder ein Tablet-Computer sein. Zunächst sind Bose Audio Docks für Apple-Produkte wie den iPod oder das iPhone ausgelegt. Sie bedienen die Apple-eigene Schnittstelle Lightning. Damit können Smartphones ab iPhone 5 nicht nur einfach in das Gerät eingesetzt werden, sondern korrespondieren mit diesem. Über die mitgelieferte Fernbedienung kann die Kombination Audiodock/Smartphone bedient werden. Die Playlist des Handys kann abgerufen werden, Grundfunktionen wie An/ Aus-Schalter, Volumeregler und Next/Pevious sind einfach zu steuern.

Nebenbei laden Audio Docks den Smartphone-Akku auf. Auch wer kein iPhone besitzt, kann dieses Gerät nutzen: Mit einem 3,5 mm Klinkenstecker kann jede beliebige Audioquelle angeschlossen werden. Ein Griff an der Rückseite sowie die Unabhängigkeit vom Stromnetz qualifizieren das Gerät zum ständigen Begleiter auf Reisen. Audio Docks gibt es in den vielfältigsten Formen, vom Standalone-Gerät bis hin zu erweiterbaren Systemen, die das Audiosignal kabellos zu weiteren Satelliten übertragen. So können mit einer Audioquelle mehrere Räume beschallt werden.

Die Vermarktungsstrategie von Bose

Bose ging in puncto Vermarktung von Beginn an einen ganz eigenen Weg. Das Wave Radio war nie im Handel erhältlich. Es kann ausschließlich online oder per Post bestellt werden. Obwohl einige Bose-Artikel mittlerweile im Elektronikhandel verfügbar sind, hält die Firma an Besonderheiten beim Verkauf fest. Dieses etwas elitär anmutende Verkaufsgebaren trug sicher ebenso zum Image der Firma bei, wie das Design der Geräte. Betont schlicht und schnörkellos wird damit elegante Zeitlosigkeit und hohe Qualität vermittelt. So wurde beispielsweise das Aussehen des Wave Radios seit seiner Markteinführung 1993 nicht verändert. Kritiker sehen in dieser Strategie eine gewisse Ignoranz gegenüber dem Zeitgeist. In der Tat muten viele Bose-Produkte an, als würden sie aus den 90er Jahren stammen.

Das Bild wird vervollständigt durch eine weitere Eigenheit der Bose Corporation: Für keines der Geräte werden Kennzahlen veröffentlicht. Diese Maßnahme wird von Bose dadurch begründet, dass allein der Höreindruck den Kunden überzeugen soll, ohne dass technische Angaben das Bild beeinflussen. Damit wird die Kaufentscheidung in gewisser Weise zu einer Glaubensfrage. Das Image der Firma spielt dabei eine ähnlich wichtige Rolle wie beim Partner Apple: Mit Spitzentechnik und hervorragendem Design möchte man sich von der Konkurrenz abheben. Beide Firmen eint zudem der Umstand, dass es lange Zeit keine ernsthafte Konkurrenz für sie gab. Dies hat sich heute in beiden Fällen grundlegend geändert. Bei objektiven Messtests wurden Bose-Geräte teilweise von Konkurrenzprodukten übertroffen.

Welches Bose-Gerät ist das richtige für Sie?

Bei eBay gibt es eine Vielfalt von Mini-Soundanlagen mit Adaptern für verschiedene Signalquellen, kabelgebundene oder kabellose Signalübertragung, Netzspeisung oder Akkubetrieb. Von einem exzellenten Sound bei geringem Volumen der Geräte können Sie ausgehen, wenn Sie sich für Bose entscheiden. Was also sind Ihre speziellen Bedürfnisse? Steht bei Ihnen Flexibilität im Vordergrund, Mobilität oder Erweiterbarkeit? Möchten Sie ein Lautsprechersystem wahlweise mit iPod oder iPhone ansteuern? Wünschen Sie sich exzellenten Klang für unterwegs? Haben Sie vor, Ihre Wohnung auf elegante Weise zentral mit Musik zu versorgen? All das können Sie mit dem richtigen Equipment von Bose erreichen. Der etwas höhere finanzielle Aufwand für ein Bose-System kann sich lohnen, weil Sie es wahrscheinlich viele Jahre benutzen werden. Machen Sie sich mit dem breiten Angebot vertraut und finden Sie die maßgeschneiderte Lösung für Ihre Bedürfnisse.

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