Atemschutz bei der Arbeit wird oft unterschätzt!

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Atemschutz bei der Arbeit wird oft unterschätzt!

Warum Atemschutz bei der Arbeit lebenswichtig sein kann

Wer häufiger privat oder beruflich handwerklich arbeitet oder mit Chemikalien zu tun hat, weiß um die potenziell hohen Gesundheitsgefahren, auch und speziell für die Atmung. Das gilt außerdem und insbesondere für Angehörige medizinischer, therapeutischer und pflegerischer Berufe sowie privat Pflegende, die viel mit Keimen in Kontakt kommen. Diese Keime, aber auch Schleifstaub verschiedener Werkstoffe, Lacke und Farben und Chemikalien können kurzfristig oder auf Dauer und ohne Atemschutz zu Lungen- und Atemwegserkrankungen führen. Chemikalien können Verätzungen und Vergiftungen hervorrufen und das Tumorwachstum anregen. Auch Holz-, Metall- oder Steinstaub kann irreversible Schäden der Bronchien verursachen, besonders wenn nahezu täglich damit gearbeitet wird. Angehörige von Berufsgruppen wie Tischler, Chemiker, Pflegeberufe, Schlosser und Lackierer erkranken sehr viel häufiger an Atemwegserkrankungen als andere.

Eine maßgebliche Unterteilung ist die in atemluftabhängige und atemluftunabhängige Atemmasken sowie in Geräte, die nicht direkt am Kopf getragen werden und der Reinhaltung der Luft dienen.

Atemluftunabhängigen Masken

Je nach Zusammensetzung der umgebenden Luft kann, wie bei den atemluftunabhängigen Masken, Atemluft über einen angeschlossenen Behälter zugeführt werden. Das kann sinnvoll sein, wenn die Sauerstoffkonzentration der Umgebungsluft geringer als 17 Prozent ist, wie zum Beispiel bei Feuerwehreinsätzen.

Atemluftabhängige Masken

Auch atemluftabhängige Masken leisten einen wichtigen Beitrag zum Atemschutz in der Arbeitswelt. Besonders im Gesundheitswesen als Schutz vor Ansteckung, aber auch im Baugewerbe und in der Industrie kommen sie häufig zum Einsatz. Wie ihr Name sagt, versorgen diese Masken den Träger mit der umgebenden Atemluft, filtern jedoch bestimmte Stoffe heraus, damit diese nicht oder nur in verringerter Konzentration in die Atemwege gelangen. Geräte zur Luftreinhaltung sind unter anderem Absauger, die Dämpfe oder Staub dort aufnehmen und ableiten, wo sie entstehen. Sie leisten ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Arbeitssicherheit, da sie dauerhaft zulässige Atemluftwerte ermöglichen.

Die Verantwortung von Arbeitgebern

Arbeitgeber sollen ihren Mitarbeitern, sofern erforderlich, Mittel zum Schutz der Gesundheit vor arbeitsbedingten Schädigungen zur Verfügung stellen. Insbesondere dann, wenn in einem Arbeitsbereich die zulässigen Grenzwerte für die Luftzusammensetzung auch mit einer Absaugung überschritten würden, also die Gesundheitsgefahr entsprechend hoch ist. Obwohl es dahingehend gesetzliche Regelungen gibt, halten sich noch immer etliche Betriebe nicht oder nur unzureichend daran. Ein verantwortungsbewusster Arbeitgeber stattet seine Mitarbeiter in jedem Fall mit Atemschutz aus, sofern sie mit potenziell gefährlichen Substanzen arbeiten. Angestellte sollten genaue Anweisungen zum Umgang mit einem Atemschutz erhalten. Es kann sich lohnen, regelmäßig auf die Langzeitgefahren hinzuweisen, die das Arbeiten ohne Atemschutz unter Umständen birgt. Atemschutz ist ein brisantes Thema, das nicht in Vergessenheit geraten darf. Es liegt sowohl in der Verantwortung der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer, diesem Thema mehr Beachtung zu schenken.

Berufsgruppen, Arbeitsbereiche und der jeweilige Atemschutz

In den meisten Berufen wird Wert darauf gelegt, dass ein Atemschutz leicht an- und abzulegen ist und möglichst wenig bei der Arbeit behindert.

Halbmasken

Daher sind sogenannte Halbmasken weit verbreitet, die Augen und Stirn unbedeckt lassen. Dabei sollte immer und besonders die umgebende Atemluft beim Arbeiten bedacht werden. In den meisten Fällen sind Masken ausreichend, welche die vorhandene Atemluft filtern. Sollten hinsichtlich der Atemluft Grenzwerte unter- oder überschritten werden, muss ein luftunabhängiges Atemschutzgerät eingesetzt werden, also eine Maske, die an einen Behälter mit einem Luft-Sauerstoff-Gemisch angeschlossen wird. Flaschen mit Pressluft zum Anschließen können Sie ebenfalls bei eBay erstehen.

Umluftunabhängige Masken

Umluftunabhängige Masken werden zum Beispiel bei Feuerwehreinsätzen, von Tauchern oder in Laboren getragen. Es gibt sie als Halbmasken und als Vollmasken. Beide Arten können ähnliche oder dieselben Funktionen erfüllen. Diese Atemschutzmasken arbeiten mit verschiedenen Systemen, jedoch in der Regel nach demselben Prinzip. Die Zufuhr der Umgebungsluft ist blockiert und es wird kontrolliert Atemluft in das Innere der Maske abgegeben. Die ausgeatmete Luft wird abtransportiert, zum Beispiel kann sie durch eine einseitige Ventilklappe austreten.

Vollmasken

Vollmasken haben zumeist ein hohes Gewicht und erfordern einen vergleichsweise hohen Zeitaufwand beim Anlegen. Ihr Vorteil besteht darin, dass neben Mund und Nase auch die Augen und Teile des Kopfes geschützt werden.

Je nach Beruf sind die Anforderungen an einen Atemschutz also sehr unterschiedlich. Verdunstende Holzlacke verhalten sich zum Beispiel anders als Rauch, Staub oder Keime, weshalb Masken in diversen Ausführungen erhältlich sind. Auch hinsichtlich des Aufbaus und der Materialien, die zum Einsatz kommen, unterscheiden sich Mittel zum Atemschutz voneinander.

Atemschutz in medizinischen Berufen, Gesundheitsberufen und Laboren

Im Gesundheitswesen ist Atemschutz von hoher Relevanz. Ob Mediziner, Therapeuten, Pflegekräfte oder Kosmetiker – all diese Berufsgruppen haben häufigen und wechselnden Kontakt zu Menschen diverser Altersklassen.

Atemschutz für Kliniken, Arzt- und Therapiepraxen und häusliche Pflege

Im medizinischen Bereich gilt es natürlich besonders, auf möglichst hohe Keimfreiheit der verwendeten Schutzkleidung zu achten und somit Ansteckungen zu vermeiden. Besonders bei älteren und akut erkrankten Patienten muss in jedem Fall ein Atemschutz getragen werden. Aus diesem Grund gehört der Atemschutz für den medizinischen Bereich, also für Zahnärzte, Therapeuten und zunehmend auch in Kliniken, zur normalen Arbeitsausrüstung. Derartige Schutzmasken müssen bei Kontakt mit immungeschwächten oder Patienten mit Infektionen angelegt werden, was sowohl dem Schutz der eigenen Gesundheit als auch der des Patienten dient.
Diverse Behandlungsmethoden in der Medizin, der Sprach- und Physiotherapie sowie in der Pflege erfordern den direkten Kontakt mit Kopf- und Mundbereich des Patienten. Dabei kann zwangsläufig auch die Ausatemluft des Patienten eingeatmet werden, was nicht nur unangenehm, sondern auch ansteckend ist. Auch können Mediziner, Therapeuten und Pflegekräfte Patienten ungewollt anstecken, deren Immunabwehr geschwächt ist. Aus diesen Gründen liegt der richtige Atemschutz im medizinischen Bereich im Interesse von Angestellten und Patienten. Auch für die Betreuung zu Hause, zum Beispiel im medizinischen Pflegedienst, kann ein Atemschutz sinnvoll sein, besonders in Zeiten von Infektionswellen.
Der am weitesten verbreitete ist der sogenannten Mundschutz, der aber auch die Nase abdeckt. Ein Textilmaterial unterschiedlicher Stärke, vorgeformt oder flexibel, wird mittels Gummischlaufen an den Ohren befestigt und vor Mund und Nase gehalten. Auf diesem Weg wird die ein- und ausgeatmete Luft teilweise gefiltert und gereinigt. Grobe Tropfen und Partikel werden von den Atemwegen abgehalten, wodurch ein kurzfristiger Aufenthalt und die Arbeit mit einem erkrankten Menschen möglich sind. Ein dauerhafter Schutz gegen ansteckende Erkrankungen ist mit einem einfachen Mundschutz allerdings nicht gegeben. Aus Gründen der Sterilität und der Hygiene sind Produkte aus diesem Bereich nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen und müssen nach Gebrauch entsprechend entsorgt werden.

Atemschutz im Bereich Kosmetik und Wellness

Auch für Kosmetikerinnen und Kosmetiker sowie Masseurinnen und Masseure kann sich der Einsatz eines Mundschutzes als sinnvoll und schützend erweisen, da diese mit vielen unterschiedlichen Menschen in direkten Kontakt kommen.

Atemschutz in Betrieben und auf Baustellen

Besonders im Handwerk sowie im Baugewerbe als auch in der industriellen Produktion ist Atemschutz von großer Bedeutung. Hier wird täglich mit Materialien und Substanzen gearbeitet, die sich hochgradig schädigend auf die Atemwege und die Lunge auswirken, wenn kein Atemschutz verwendet wird.

Absaugmaschinen zur Luftreinhaltung und als Atemschutz in Betrieben

Bei der Bearbeitung von Holz und Metall, zum Beispiel in Schreinereien oder Schlosserbetrieben und in der Industrie, wird viel zugeschnitten, gesägt, geschliffen und gefräst. Dabei entstehen große Mengen feinsten Holz- oder Metallstaubs, der in der Lunge und den Atemwegen großen Schaden anrichten kann. Daher gibt es für Betriebe, in denen täglich die zulässigen Mengen an Staub in der Atemluft überschritten würden, die Auflage, eine Abluft anzubringen. Diese wird zumeist direkt an der Maschine, also der Fräse, der Säge oder anderen Maschinen, angebracht und saugt den entstehenden Staub direkt ab, sodass nur noch geringe Anteile in die Atemluft gelangen. Absauger sind in mobiler Form oder zur Montage an Maschinen, wie sie vor allem Tischler und andere Handwerksbetriebe einsetzen, erhältlich.

Tragbarer Atemschutz – Filterung der Atemluft durch Schutzmasken

Neben Absaugmaschinen muss bei vielen Tätigkeiten zusätzlich ein Atemschutz getragen werden, der Staubpartikel abfängt. Hier haben sich die sogenannten Grobstaubmasken bewährt, da sie gröberen Staub und Späne problemlos abhalten, zum Beispiel beim Fräsen. Bei Staub mit besonders feinen Partikeln und auch bei der Entwicklung von Dämpfen und Smog ist der Einsatz von Feinstaubmasken empfehlenswert.

Ein weiterer Bereich, in dem unbedingt ein Atemschutz getragen werden sollte, ist dort, wo Oberflächen lackiert werden. Viele Mittel zur Bearbeitung und Versiegelung von Holz und Metall enthalten hoch konzentrierte Lösungsmittel, die in größeren Mengen giftig sind. Lackiermasken bieten einen guten Schutz vor Dämpfen und Perfusio und eignen sich unter anderem für Kfz-Handwerker, die Karosserien und Fahrzeugteile lackieren, und für den Einsatz in Tischlereien.

Ob eine umluftabhängige Schutzmaske ausreichend ist oder nicht, sollte unbedingt im Vorfeld geprüft werden. Je nachdem, ob die umgebende Atemluft beim Arbeiten im vorgeschriebenen Bereich liegt oder nicht, sollten weitere Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Das kann von Masken mit Ventilen oder speziellen Filtern bis hin zu einer externen Sauerstoffversorgung reichen.

Generelle Überlegungen vor dem Kauf von Atemschutz

Generell ist natürlich der Einsatzbereich für einen Atemschutz relevant. Bringen Sie dazu unbedingt in Erfahrung, von welcher Luftbelastung bei der geplanten Tätigkeit zu rechnen ist. Sollte die umgebende Atemluft während des Arbeitsvorgangs festgelegte Grenzwerte über- oder unterschreiten, wird ein atemluftunabhängiger Atemschutz benötigt. Ist dies festgelegt, müssen weitere Parameter wie Materialeigenschaften und Lebensdauer, Anpassbarkeit, Stückzahl und Preis beachtet werden. Abhängig davon, wie viele Mitarbeiter mit dem Atemschutz ausgestattet werden sollen, wie intensiv und wie oft sie Dämpfen, Keimen oder Staub ausgesetzt sind, sollte ein entsprechend belastbarer und den gesundheitlichen Erfordernissen entsprechender Atemschutz ausgewählt werden. Bei häufigem, regelmäßigem Gebrauch ist besonders auf hochwertige Verarbeitung und Qualität zu achten, die sich zum Teil auch im Preis niederschlagen. Eine höhere Investition in geprüfte Qualität kann sich allerdings vielfach auszahlen, wenn es um die Gesundheit geht.

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