Astronomie für Kinder: Diese Teleskope kann Ihr Grundschulkind leicht bedienen

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Astronomie für Kinder: Diese Teleskope kann Ihr Grundschulkind leicht bedienen

Mithilfe von Teleskopen Objekte am Himmel zu betrachten, ihren Lauf zu verfolgen und so einen tieferen Einblick in den Kosmos zu erlangen, ist mehr als nur ein Teil der Physik. Astronomie ist für Kinder geradezu magisch. Dieser Ratgeber ist dazu gedacht, Ihnen bei der Wahl zu helfen, und darüber zu informieren, was beim Kauf beachtet werden sollte. Nahe und große Himmelskörper lassen sich schon mit dem bloßen Auge erkunden. Für das Entdecken ohne Hilfsmittel für das menschliche Auge nicht sichtbarer Gestirne ist ein professionelles astronomisches Instrument, das heißt ein Fernrohr oder ein Teleskop, unabdingbar. So können die Kleinen ihren Horizont erweitern, die Welt erkunden und für den Schulunterricht lernen.

Universelle Einsteigerteleskope für Ihr Grundschulkind oder spezielle Kinderausgaben: die Fakten

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem sogenannten Einsteigerteleskop und einem Teleskop für Kinder? Je nach Alter des Kindes, sowie nach vorgesehenem Mitwirken von Erwachsenen, ist der Unterschied mehr oder weniger bedeutsam. Die „Hardware", also das Gerät an sich, ist in beiden Fällen für astronomische Anfänger gedacht. Wenn Sie also zusammen mit Ihrem Kind den Sternenhimmel erkunden möchten, und Sie das Lesen der Beschreibung übernehmen, kann auch ein nicht gezielt für Kinder entwickeltes Instrument gewählt werden. Soll Ihr Sprössling sich allerdings allein mit dem Gerät vertraut machen, sollte eher eine Ausgabe erworben werden, dessen Handbuch in leichter, dem Alter Ihres Kindes entsprechender Sprache verfasst wurde. Speziell für Kinder entworfene Teleskope gibt es zum Beispiel von Schuco und Clementoni. Letztere Spielzeug-Firma bietet zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsfernsehsendung „Galileo" altersgerechtes Lernspielzeug an, darunter etwa „Das Teleskop" und „Das Astronomie-Labor". Ein weiteres Kinder-Teleskop erhalten Sie von Bresser Junior. Beliebte Einsteigerteleskope, die sich auch für ältere Kinder und für gemeinsames Erkunden mit älteren Geschwistern oder den Eltern eignen, sind unter anderem „Celestron First Scope" oder das handliche „Explorascope" vom Hersteller Celestron, sowie das „Starscope". Darüber hinaus bieten alle großen Teleskop-Marken, wie Seben, Meade und Skywatcher auch Anfänger-Teleskope an.

Die zwei Teleskoparten: Linsenteleskope und Spiegelteleskope im Überblick

Linsenteleskope, auch Refraktoren genannt, sind in aller Regel besonders lang und schmal. Die Öffnung, durch welche das Kind den Himmel betrachtet, befindet sich hier am hinteren Ende des Geräts. Dadurch lassen sich Linsenteleskope leicht von Spiegelteleskopen unterscheiden. Bei Teleskopen dieser Art fällt das Licht, zum Beispiel der Sterne, durch eine Objektivlinse und wird dort gebrochen. Durch die Okularlinse gelangt das Licht daraufhin in das Kinderauge und zeigt dem jungen Entdecker oder der jungen Entdeckerin den betrachteten Himmelskörper in Vergrößerung.

Spiegelteleskope, welche nach ihrem Erfinder Isaac Newton auch Newtons oder Newton-Teleskope genannt werden, sind im Vergleich zu Linsenteleskopen besonders dick und oft größer. Dies liegt an der in ihnen verwendeten Reflektortechnologie: Ein großer Hauptspiegel spiegelt Licht auf einen kleineren Fangspiegel, von welchem aus das Bild wie beim Refraktor durch die Okularlinse ins Auge gelangt. Ein zu beachtender Effekt ist hier, dass das übertragene Bild stets spiegelverkehrt und auf dem Kopf stehend dargestellt wird. Bei den meisten großen Teleskopen, die für die Erforschung des Weltalls genutzt werden, handelt es sich um Spiegelteleskope. Für den Kauf ist zu beachten, dass Newton-Teleskope nicht vom Ende her bedient werden. Die Öffnung für das Hindurchschauen befindet sich vorne. So sind die beiden Teleskoparten auch für den Laien einfach zu unterscheiden.

Teleskopmontierungen: Was Sie über die unterschiedlichen Halterungen wissen sollten

Da Teleskope gerade für Kinderhände zu groß und generell zu schwierig und ansonsten nur ungenau zu handhaben sind, wenn sie nicht auf einem Gestell zu befestigen sind, werden sie normalerweise direkt mit einer Montierungsmöglichkeit geliefert. Hierbei lassen sich drei Haupttypen unterscheiden. Von diesen ist die Dobson-Montierung die einfachste. Nicht ganz leicht zu handhaben, ist sie allerdings günstig und mit etwas Übung auch bestens für die astronomische Beobachtung geeignet. Das Teleskop sitzt auf einem Unterschrank, der horizontal bewegt werden kann und zusätzlich in einem Gelenk, das die Ausrichtung nach unten und oben erlaubt. Bei der azimutalen Montierung sitzt das Teleskop auf einer Gabel, welche mit Hilfe von Schrauben oder Hebeln in der Höhe verstellbar und selbst nach links und rechts zu drehen ist. Leider ist eine genaue Einstellung mit dieser Montierungsart besonders schwierig. Auf der anderen Seite stellt sie eine günstige Möglichkeit dar, einem Kind den Einstieg in das Sternebeobachten zu gewähren. Die parallaktische Montierung ist eine weitaus zuverlässigere Einstellungsmöglichkeit und dementsprechend kostspieliger. Das Teleskop ist hier auf zwei Achsen befestigt, die sich unterschiedlich einstellen lassen. Dies hat den Vorteil, dass sich auch ein sich bewegendes Objekt leicht durch Anpassen einer der zweier Achsen verfolgen lässt. Dies ist bei azimutaler Montierung nicht ganz so leicht möglich.

Ferngläser als astronomisches Werkzeug und integrierte Suchfernrohre

Über das Beobachten mit dem Teleskop ist auch die Nutzung eines Fernglases nicht zu unterschätzen. Bereits eine geringe Vergrößerung lässt Objekte am Nachthimmel sichtbar werden, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Ein Fernrohr ist darüber hinaus besonders kindgerecht, denn die Bedienung ist einfach, das Gerät sehr leicht und die Nutzung nicht auf den Himmel beschränkt. Hochwertige Kinderfernrohre und Kinderferngläser finden Sie zum Beispiel von Scout. An Teleskopen ist in vielen Fällen ein kleines Suchfernrohr angebracht, das die Ausrichtung des Teleskops erleichtert. Dies muss für die korrekte Anwendung justiert werden. Dazu werden die Teleskopsicht und die Sicht des Fernrohrs so aufeinander abgestimmt, dass das zu beobachtende Objekt durch beide Instrumente ideal sichtbar ist. So kann Ihr Kind sich das Suchen durch das stärker vergrößernde Instrument, das Teleskop, erleichtern, und den Himmelskörper sofort und schnell finden.

Alternative Anschaffungen und Zusatzmaterial für Kinderteleskope

Wenn sich Ihr Kind von ganzen Herzen ein Teleskop wünscht, sollten Sie einige zusätzliche oder auch alternative Anschaffungen in Erwägung ziehen, um Enttäuschungen vorzubeugen. Denn leider ist es so, dass der Kauf eines Teleskops eben nicht der Beginn einer langen Leidenschaft der Astronomie, sonder das Ende einer gerade erwachten darstellt. Kinder sind in aller Regel davon beeinflusst, was sie im Fernsehen oder in Büchern sehen. Und in Sachen Weltall sind dies zumeist bearbeitete Nahaufnahmen ferner Galaxien, die von den teuersten und empfindlichsten Teleskopen der Welt gemacht wurden. Im Vergleich dazu stellt einen Stern ein bisschen größer zu sehen, häufig eine Enttäuschung dar. Wenn Sie Ihrem Sprössling aber den Unterschied erklären und deutlich machen, welche Erlebnisse er oder sie beim Sternebeobachten erwarten kann, sind die Erwartungen gleich ganz anders.

Um genau zu wissen, wo frischgebackene Astronomen nach bestimmten Sternen und anderen Himmelskörpern suchen müssen, bietet es sich an, eine kindgerechte Sternkarte zu besorgen, zum Beispiel von Kosmos, oder ein Buch, anhand dessen Ihr Kind die Sternlandschaft kennenlernen kann, so etwa das "Himmelsjahr" oder "Welcher Stern ist das?". Alternativ zu einem Teleskop können auch Heimplanetarien die Entdeckungslust stillen, und da Darstellungen hier in der Regel spektakulärer ausfallen, wird Enttäuschungen direkt vorgebeugt. Beispiele sind das Kosmos Planetarium oder, für Science-Fiction Fans, das Star Wars Planetarium. 

Sicherheit beim Sternebeobachten und erste Ideen: So wird Ihr Kind schnell zum Astronomie-Profi

Der wahrscheinlich wichtigste Hinweis ist, Ihr Kind gleich zu Beginn darüber aufzuklären, dass es auf gar keinen Fall mit seinem Teleskop direkt in die Sonne schauen darf. Es besteht Erblindungsgefahr. Bestimmte Sonnenfilter, die nur einen Bruchteil der gefährlichen Strahlung durchlassen, können Sie dazu kaufen. Weiterhin zu beachten ist, dass die Nutzung durch Fensterglas die Schärfeeinstellungen eines Teleskops negativ beeinflussen kann. Es sollte also nach Möglichkeit im Freien eingesetzt werden. Im Übrigen besteht ein Bedarf nach möglichst intensiver Dunkelheit. Lichtverschmutzungen durch selbst mittelgroße Städte kann eine verheerende Wirkung auf das Sichten ferner Sterne haben. Zudem kann Hilfe von Erwachsenen für das Erlernen der richtigen Handhabung des Teleskops nützlich sein. Auch das richtige Sehen will gelernt sein. Zu empfehlen ist, keine Hubble-Teleskop-Bilder zu erwarten, sondern sich auf die ganz kleinen Details zu konzentrieren. So wecken Sie bei sich selbst und Ihrem Sprössling sicherlich schnell die Faszination am Funkeln im All. Ebenso muss das Ausrichten des Geräts erst geübt werden. So ist es nützlich, sich bei Tag mit dem Teleskop vertraut zu machen. So weiß man im Dunkeln dann, wo alle Schrauben und Öffnungen zu finden sind. Das trifft sich außerdem gut, denn welches Kind will bei der Postlieferung des astronomischen Werkzeugs auch bis zur Nacht warten müssen?

Noch ein Wort zum Anfang der Sternenstudien: Ein guter Anfangspunkt ist das nähere Studieren des Mondes. Zunächst ist er offensichtlich besonders leicht am Himmel zu finden, außerdem lassen sich an seinem Beispiel die unterschiedlichen Einstellungen des Teleskops üben. Zu beachten ist hier, dass Teleskope in der Regel mit einer Reihe von unterschiedlichen Okularen geliefert werden. Diese sind nach Zahlen sortiert. Je höher die Zahl, desto geringer die Vergrößerung. Am Mond kann Ihr Kind leicht für sich herausfinden, welches Okular sich am besten für die jeweilige Aufgabe eignet. Ferner ist er nicht selten auch bei Tageslicht zu sehen und daher für das Vertrautwerden mit den astronomischen Instrumenten geeignet. In darauf folgenden Himmelsbeobachtungen können Planeten, Satelliten oder die Milchstraße in Angriff genommen werden. Mit dem richtigen Equipment, ein bisschen Geduld und der richtigen Einstellung werden aus Ihren Kindern ganz fix Sternenkundige, die Ihnen das Universum erklären. Ein Teleskop ist da unter Garantie der richtige Anfang. Aber auch ein Heimplanetarium, eine Sternkarte oder ein astronomisches Buch können so manches leisten, naturwissenschaftliche Neugier zu wecken. 

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