Ärger mit Zulasung kann vermieden werden!

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Ärger mit Zulassung kann vermieden werden!


Worauf sollte man beim Kauf eines Festbrennstoffkessels achten?


Bei dem fast immer erwähnten CE Zeichen handelt es sich um ein EU weit einheitliches Prüfzeichen. Dieses Prüfzeichen wird „wertlos“, wenn dem Produkt (Festbrennstoffkessel) eine nicht harmonisierte ( nicht vereinheitlicht) Norm zu Grunde liegt. Genau das ist bei Festbrennstoffkesseln nach EN 303 – 5 der Fall.

Diese uneinheitliche Norm (EN 303 – 5) ist in mehrere Klassen untergliedert. Sie unterscheiden sich z.B. beim Wirkungsgrad als auch bei den Abgaswerten (Emissionen) ganz erheblich. Das ist in etwa vergleichbar mit den Abgasnormen für Pkw. Die „schlechteste Klasse“ darf zum Beispiel den fünffachen!!! Schadstoffausstoß gegenüber der „besten Klasse“ haben. In einigen (Ost) europäischen Ländern ist die „schlechteste Klasse“ erlaubt, nicht aber in Deutschland (Österreich, Schweiz, Schweden)! Hier ist die „beste Klasse“ unbedingt erforderlich.
 
Auf Grund dieser uneinheitlichen Norm (EN 303 – 5), muss der Kessel nach jeweiligen nationalen Normen, also nach deutschen Richtlinien, geprüft werden. Werden alle Prüfungen (Einzelprüfung ist unzureichend) positiv bestanden, wird durch ein Prüfinstitut (z. B. TÜV) ein Prüfzeugnis mit Zulassungsnummer oder ein Verwendbarkeitsnachweis ausgestellt. Dann darf der Kessel auch das gesetzlich vorgeschriebene Prüfzeichen, das Ü – Zeichen, führen.

Erst jetzt darf der Kessel in Deutschland in Verkehr gebracht werden!

Wer von seinem (Kessel) Anbieter darauf hingewiesen wird, dass vor dem Kauf die Zulässigkeit mit dem Schornsteinfeger abzuklären ist, sollte sich gut den Sinn und Zweck dieses Hinweises überlegen. Ein Schornsteinfeger entscheidet „nur“ darüber, ob die baulichen Gegebenheiten (z. B. Aufstellungsraum, Schornstein) und / oder der Brandschutz den Erfordernissen genügen. Ein Kessel hat beim Verkauf eine Zulassung oder er hat eben keine! Ein Schornsteinfeger kann keine Zulassung ausstellen! Die Verkehrspolizei erteilt auch keine (Pkw) Zulassung. Sie kontrolliert sie nur – so wie der Schornsteinfeger.

Bei Nichtbeachtung kann es nach dem Kauf ein „böses Erwachen“ bei der Abgasmessung geben und / oder es können durch das zuständige Landratsamt, dort Umweltamt, empfindliche Geldbußen mit Auflagen an den Betreiber verhängt werden. Die Kesselanlage kann auch durch die Behörde zwangsweise stillgelegt werden. Auch sollte der Verlust des Versicherungsschutzes im möglichen Schadensfall in Betracht gezogen werden.

Bei älteren Kesseln (z. B. DDR – Kessel) ist oft gar kein Prüfzeichen vorhanden und deshalb sind diese Kessel bei „Neuinstallation“ ebenfalls unzulässig.

A lso vielleicht nicht nur auf den Preis achten.

Ein in Deutschland zugelassener Kessel hat u. a.

laut DIN EN 303 – 5 ein deutschsprachiges Typenschild mit Kesselklasse 3

und

die Erlaubnis das Ü – Zeichen zu führen.

Tipp:

Die gesetzliche Ü – Zeichen Pflicht können Sie nach jeweiliger Landesbauordnung (LBO) Ihres Bundeslandes auf den Seiten von Bauordnungen (.de)  nachlesen. Nach Auswahl (linker Rand) finden Sie diese unter Abschnitt: Bauprodukte, Bauarten (meistens zwischen § 14 und § 22, je nach Bundesland)

(Die Informationen beruhen auf einen Kenntnis- und Rechtsstand von Juni 2008.)
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