Aquarium neu einrichten - aber richtig.

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Aquarium neu einrichten - Aquarium pflegen - Aquarienprobleme vermeiden - Aquarium richtig gestalten - Freude am Aquarium haben - Algen von Anfang an verhindern. Es wird wieder ein langer Bericht, weil ich nichts auslassen möchte, denn Sie möchten Ihr Aquarium auch lange und das möglichst ohne Probleme betreiben. Es lohnt sich also viel zu lesen. Gerade bei Neueinrichtungen werden viele Fehler gemacht die dem Neu-Aquarianer schnell die Freude an diesem schönen Hobby verderben, sowie Fische und Pflanzen das Leben kosten. Der Start beginnt mit der Auswahl des Aquariums und der Größe von diesem. Es ist letztlich gleichgültig ob das Aquarium nur 20 oder 200 Liter hat, denn richtig gemacht funktionieren beide gleich gut. Mein Nano Becken mit nur 13 Litern Wasserinhalt ist auch mein schönstes Becken, denn da ist der Pflegeaufwand geringer als in den großen Aquarien. Aquarium gekauft und nun geht es an das einrichten des Aquariums, wobei größte Sorgfalt bei den Einrichtungsutensilien wichtig ist. Beginnend mit dem Kies, der auf jeden Fall kalkfrei sein muss, was leider nicht alle als Aquarienkiese verkauften sind. Wir haben sehr viele Kunden gehabt bei denen kalkhaltiger Kies größte Probleme hervor gerufen hat. Am sichersten sind Sie, wenn Sie sich von Anfang an für Quarzkies entscheiden, der garantiert kalkfrei ist und zudem durch die runde Körnung eine optimale Zirkulation des Wassers im Boden zulässt. Normaler Kies behindert die Zirkulation des Wassers im Boden dadurch, dass sich der abgeflachte Kies im Boden ähnlich einer Mauer übereinander schichtet und somit wichtige Zirkulation blockiert. Idealste Körnung von Quarzkies sind 0,7 - 1,2 mm und bis maximal 2,0 mm Aber Achtung: Kaufen Sie nur Naturkies und keinen schönen bunten Farbkies, der schon das Ende Ihrer aquaristischen Freude sein könnte. Es gibt in der Natur keinen leuchtend roten oder leuchtend hellgrünen Kies und Fische möchten es natürlich und sich wohlfühlen, was mit solchen Kiesfarben garantiert nicht der Fall ist. Auch der BNA (Bundesverband für fachgerechten Natur und Artenschutz e. V.) empfiehlt Naturkies in seinem Schulungsordner für Aquaristik. Das schlimmste an den Farbkiesen ist aber, dass diese schön in allen Regenbogenfarben eingefärbt sind und damit die Farbe sich nicht im Wasser löst zusätzlich mit Epoxidharz versiegelt werden. Epoxidharz enthält giftige Stoffe wie Phenole und Amine - siehe Wikipedia - und ist kein Stoff für einen Lebensraum wie das Aquarium. Aushärtung kann über Monate dauern, unter Wasser gar nicht mehr, wenn nicht richtig über viele Monate ausgehärtet, oder richtig aufbereitet. Ich persönlich halte den Einsatz im Aquarium für unverantwortlich, weil ich schon zuviel in dieser Hinsicht erlebte. Einige Beispiele dazu: Viele Garnelen glaubten nach einer Einfahrzeit von Wochen in Garnelenbecken kaum eingesetzt daran, weil der Kies das Wasser vergiftete. Ein Diskushalter ließ ein Becken Wochen einfahren, während er auf den bestellten hellbraunen Kies wartete. Mit Erhalt des Kieses wusch er diesen zigmal aus und setzte am Abend ein Zuchtpaar in das Becken. Am nächsten Morgen konnte er die schräg stehenden Diskus gerade noch retten die in trübem Wasser am Rande des Todes waren. Manche Hersteller weisen auch auf eine kurzzeitige Wassertrübung hin, aber ohne Warnhinweis auf pures Gift. In einigen Fällen konnten wir uns stagnierenden Pflanzenwuchs trotz optimalster Bedingungen nicht erklären, bis wir darauf kamen, dass Farbkies verantwortlich dafür war, denn kaum den Boden erneuert wuchsen auch die Pflanzen in aller Pracht. Bodengrund - Langzeitdünger? Nein, den habe ich nicht vergessen, denn dieser ist so wichtig wie die richtige Kiesauswahl weil der falsche Bodengrund auch zu immensen Problemen führt und Fische und Pflanzen gefährden kann. Auf Jahre optimalste Versorgung der Pflanzen mit dem richtigen Bodengrund ist oft ein Grund diesen mit zu kaufen und darauf zu vertrauen, dass Pflanzen damit wachsen und Algen nicht entstehen. Hier ist es wie mit dem Kies, dass die richtige Auswahl über Erfolg entscheidet und nicht richtig sind Bodengrund Mischungen die mit aus organischem Material wie Torf, Erde, oder ähnlichem bestehen. Hier kann es zu der Entstehung von hochgiftigem Schwefelwasserstoff im Boden kommen und viele Aquarianer wunderten sich schon, dass Welschen an die Oberfläche schossen, was diese oft tun, aber dann plötzlich tot auf den Boden trudelten. Schwefelwasserstoff war die Ursache und ist auch oft ein Grund wenn Pflanzen nicht wachsen und eingehen. Skeptisch sollte man sein, wenn geworben wird, dass Pflanzen auf Jahre optimal damit versorgt werden können, was unmöglich ist, denn Pflanzen brauchen viele Elemente um richtig wachsen zu können und die können nicht auf Jahre als Vorrat in einem Bodengrund sein. Einzig auf Jahre könnte man dreiwertiges Eisen in dem Bodengrund deponieren, was auch nicht selten der Fall in solchen Mischungen ist und zu Problemen führt, die ich hier jetzt nicht alle aufzählen möchte. Im Zweifelsfall sollte man auf Bodengrund verzichten, oder sich gleich für unbedenklichen entscheiden der nur aus mineralreichem Gestein unter dem Kies bestehen sollte aus dem Pflanzen sich Nährstoffe über die Wurzel aufschlüsseln können. Zeolith, Lava-Granulat, gebrannter Ton und Lehm sind solche Gesteine die sehr viele Elemente beinhalten und zu keiner Verrottung im Boden führen können. Aquarium steht, Kies ist drinnen und nun können wir das Becken vor weiterer Einrichtung 3/4 mit Wasser befüllen. Ein Tipp von Anfang an ist für kleine Aquarien bis 60 Liter, was ja Anfänger-Aquarien in der Regel sind, das Wasser vor Verwendung ab zu kochen was die in der Regel hohen Wasserwerte aus der Leitung etwas verbessert, Fischen und Pflanzen das Leben erleichtert und durch weniger Kalk auch Kalkalgen, die gefürchteten Pinselalgen nicht fördert. Im Test für diesen Tipp, ansonsten vollentsalzen wir natürlich, brachten wir Leitungswasser von Karbonathärte 7 auf 4, die Gesamthärte von 17 auf 10 und den pH-Wert von 7,5 auf 7,0 herunter. Damit lässt es sich dann schon für Fische und Pflanzen gut leben, auch wenn diese Methode durch den Zeitaufwand und die Energiekosten nicht wirtschaftlich ist. Zum Start, wenn man sich nicht gleich einen Teil oder Vollentsalzer leisten kann/möchte, ist es eine gute Methode um besseres Wasser zu erhalten. Für Besitzer größerer Aquarien empfehlen wir dann schon die Teil oder Vollentsalzung mit der man auch sehr kostengünstig, sogar optimalstes Aquarienwasser herstellen kann. Verdunstwasser sollte auch immer in Kleinaquarien mit destilliertem Wasser (5Liter 1,29 - 1,69 €) oder größere Aquarien mit entsalztem Wasser nachgefüllt werden. Verdunstwasser hat nämlich keine Salze, und die Salze verbleiben bei Verdunstung im Aquarium. Füllen wir das Verdunstwasser dann mit Leitungswasser nach, so bringen wir immer mehr Salze in das Aquarium ein, was nicht nur die GH, sondern auch den Leitwert des Wassers immens bis lebensfeindlich erhöht. Einrichten des 3/4 mit Wasser gefüllten Aquariums unterliegt ähnlichen Kriterien wie unter Kies beschrieben, dass nichts kalkhaltig sein sollte, was schöne Steine oder Schiefer, am Wegesrand gefunden leider oft sind. Übrigens auch die schönen weißen Lochsteine im Handel sind kalkhaltig und darum sollten Sie sich versichern lassen dass das, was Sie kaufen auch keinen Kalk enthält. Darum, weil bei pH Werten unter 7 der Kalk durch das sauere Wasser gelöst wird und auch durch CO2 Zugabe, wozu wir später noch kommen werden. Interieur wie Deko-Steine, Höhlen, Wurzeln können Sie nun so einbringen wie Sie es möchten, wobei wir hier immer den mittigen Raum im Aquarium empfehlen, denn es soll ja noch Platz für Pflanzen sein. Heizung anbringen wenn das Becken voll Wasser ist und auf eine Temperatur von 25 Grad eingestellt ist es für die meisten Fischarten und Pflanzen eine ideale Temperatur. Nun kommt der nächste schwierige Teil und das ist die Inbetriebnahme des Filters der ja die biologische Stabilität des Wassers bewirken soll indem Bakterien darin siedeln sollen die giftige Stoffe wie Ammoniak und Nitrit direkt in Nitrat überführen. Bis es soweit ist brauchen Sie Geduld, denn während sich jede normale Bakterie im Wasser alle 30 - 40 Minuten einmal verdoppelt brauchen die wichtigen Bakterien Nitrobacter/Nitrosomas & Co. 20 - 24 Stunden um sich einmal zu verdoppeln und daran ändern auch sogenannte Filterstarter nichts weil man Bakterien weder konservieren noch einfrieren kann. Glauben Sie also nicht, dass mit einem Mittelchen in 1 Woche soviel Bakterien der wichtigen Sorten im Wasser vorhanden sind, dass Sie bedenkenlos Fische einsetzen können. Tausende Aquarianer haben das schon mit dem Verlust aller Fische gebüßt und im Schnitt bekomme ich 3 x in der Woche E-Mails mit Hilferufen weil die Fische sterben. Dieses immer, weil zuwenig Bakterien vorhanden sind die Fischausscheidungen, usw. schnell genug in Nitrat wandeln können. Diese Bakterien brauchen wenigstens 4 Wochen um in solcher Zahl vorhanden zu sein, dass man einige Fische gefahrlos einsetzen kann. Eine wirklich vollbiologische Filterung beginnt erst nach 3 Monaten und hier liegt das nächste Problem, denn viele Aquarianer haben in dieser Zeit den Filter schon 2 x gereinigt und damit die kostbaren Bakterien, gerade in der Entstehung, wieder zerstört. Nächstes Problem ist, dass viele Filter von der Bauweise oder Bestückung her gar nicht in der Lage sind eine wirklich vollbiologische Filterung zu gewährleisten. Besonders davon betroffen sind die kleinen Aquarien die mit Innenfiltern angeboten werden die in der Regel nur als bessere Wasserumwälzer funktionieren und mit Schaumstoffpatrönchen bestückt sich entwickelnde Bakterienkolonien mit Zusetzung des Filterschaumstoffes wieder ersticken. Lesen Sie hierzu mehr in den Tipps rund um das Aquarium unter F - Filterung aber richtig. Das heißt nicht, dass Sie mit dem Innenfilterchen das Aquarium nicht betreiben können, denn richtig bestückt kann dieser auch vollbiologisch funktionieren und dazu ist das Zeolith auch das ideale Filtermaterial. Es wird auch im Innenfilter - für Außenfilter gilt das gleiche - mit zunehmender Verschmutzung immer noch so mit Wasser durchströmt, dass die Bakterien auf dem Zeolith mit Sauerstoff versorgt werden und sich vermehren können. Ist der Filter dann mal stark verschmutzt, dann wird das Zeolith darin nur leicht in Aquarienwasser ausgespült, damit die wichtigen Bakterien darauf erhalten bleiben. Reinigen Sie dagegen die mit dem Filter gelieferte Schaumstoffpatrone, was nur mit größerem Druck möglich ist, dann haben Sie auch die sowieso nur auf der äußeren Hülle angesiedelten Bakterien damit zerstört. Das nächste Problem im Zusammenhang mit der Filterung ist der im Wasser nötige Sauerstoff, der ja nur in das Wasser gelangt wenn Pflanzen diesen auch produzieren können. Oft aber nicht für 24 Stunden ausreichend vorhanden sein kann, da Pflanzen in der Nacht auch Sauerstoff aufnehmen und CO2 durch Zellatmung abgeben. Hier sind wir auf den Luftsauerstoff angewiesen der durch den Filtereinlauf in das Wasser gebracht werden sollte. Dieses so, dass der Filterauslauf halb über und halb unter Wasser für eine gute Oberflächenbewegung des Wassers sorgt. Dies gewährt dann auch den Gasaustausch CO2/Sauerstoff und es kommt zu keinem Biofilm auf der Wasseroberfläche der alles Leben darunter erstickt. Verfahren Sie so, dann können Sie getrost auf Luftsprudler mit Blubberblasen verzichten, die Ihnen den Rest von dem für das Pflanzen lebenswichtige CO2 aus dem Wasser treiben, denn nicht Sauerstoff treibt CO2 aus dem Wasser aus, sondern diese Luftsprudler durch die Wasserbewegung die von diesen erzeugt werden. Zudem gewähren diese Sprudler, abgesehen von weiteren Nachteilen die diese mit sich bringen, auch nicht den ordentlichen Gasaustausch. Auch Filter mit Riesenleistung und Wellen treiben CO2 aus dem Wasser aus und nicht der Sauerstoff, den sie damit einbringen. Haben Sie es bis hierher geschafft, dann sind Sie schon ein gutes Stück weiter, aber leider noch nicht am Ende, denn nun geht es darum die eingesetzten Pflanzen zum wachsen zu bringen und die Algen fern zu halten, bevor die Fische einziehen können. Hier passieren dann die ersten gravierenden Fehler, denn Pflanzen brauchen optimale Bedingungen um wachsen zu können und den Algen den Lebensraum streitig zu machen. Das Dilemma ist, dass Pflanzen am meisten Nitrat, Phosphat und Kalium täglich in relativ großer Menge, neben vielen anderen Elementen in Spuren brauchen. Weil wir ja noch keine Fische im Aquarium haben entsteht hier auch kein Nitrat und Phosphat, was die Pflanzen uns direkt verübeln, denn ohne diese Stoffe funktioniert die gesamte Pflanze nicht und kann auch andere Elemente nicht zu Ihrem Stoffwechsel verwenden. Sie können zwar einen Dünger kaufen, doch ist dieser in der Regel ohne Nitrat/Phosphat und enthält meist auch nicht ausreichend Kalium um den Bedarf für lange zu decken. Pflanzen kümmern also vor sich hin und Algen mit weniger zufrieden erobern das Aquarium bevor überhaupt die ersten Fische eingezogen sind. Hier habe ich mich gerade entschlossen, um dieses Problem bei Anfängern zu verhindern anzuregen, dass wir einen Volldünger mit kleiner Menge zum starten anbieten. Wichtig für Pflanzen ist, dass alle Elemente da sein müssen um die Funktion zu gewährleisten und fehlt eines, dann nutzen auch 17 weitere im Überfluss nichts. Das was Pflanzen hauptsächlich brauchen und bei Aquarienstart so gut wie nie bekommen ist das CO2 als Hauptelement. Fehlt es, so haben die meisten Pflanzen die Möglichkeit sich damit trotzdem zu versorgen, indem Sie den Karbonaten das CO2 entziehen wodurch Kalk ausgefällt wird der die Grundlage für die Kalkalgen, die Pinselalgen ist. Siehe hierzu die Beschreibung unserer Bio CO2 Anlage, die weit über 11.000 x verkauft der Garant für erfolgreiche Aquarien ist. Düngen Sie Pflanzen auch entgegen vieler anderer Meinungen sofort mit CO2 nach dem einsetzen und ab dem nächsten Tag mit einem Komplex-Alleindünger, aber nicht im voraus für einen längeren Zeitraum, sondern täglich mit Tropfen damit es zu keinem Nährstoffüberangebot kommt von dem die Algen profitieren könnten. Kein Dünger von uns, berate ich Sie trotzdem gerne zur richtigen Anwendung. Haben Sie die Kriterien oben soweit erfüllt und umgesetzt, dann haben Sie optimalste Voraussetzungen für den Start in die Aquaristik und zur Freude an dem neuen Hobby Biotop im Wohnzimmer. Es gibt noch viel zu wissen, was wir nach und nach in den Tipps rund um das Aquarium einstellen werden, aber erst einmal ist ein gelungener Start das wichtigste. Noch ein Tipp zum Schluss: sollte Ihnen das abkochen von Wasser oder Verwendung von destilliertem Wasser zu müßig sein, so beachten Sie bitte, dass Sie kein Wasser aus der Leitung direkt in das Aquarium schütten. Lassen Sie Wasser immer einen Tag in einem Kanister oder Eimer abstehen - Ihre Fische danken es ihnen, denn Chlor verätzt die Kiemen der Fische und schädigt Fisch und Pflanzengewebe. Was nach einfüllen von Leitungswasser an vielen Bläschen an der Aquarienscheibe sehen ist kein Sauerstoff, sondern Chlor. Die Abkochmethode entfernt auch dieses sofort aus dem Wasser. Ihr Aquarichtig Team
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