Aquarienmembranpumpe - sinnvoll leistungsgeregelt !

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Angefangen hat alles damit, dass eine neu angeschaffte Aquarienbelüfterpumpe, obwohl sie drei Becken zu versorgen hatte, zu leistungsstark war. Zudem war das Gerät durchaus nicht so "flüsterleise", wie dies die Beschreibung versprochen hatte. Altherkömmlicherweise lässt sich natürlich die Luftmenge durch die bekannten, in die Schlauchleitung eingebauten, Lufthähnchen minimieren. Dadurch entsteht aber in der Pumpe eine Art Rückstau, sodass die Membranen und Ventilplättchen unnötig belastet werden, daneben werden Geräuschpegel (Wohnbereich !) und Spulenerwärmung negativ beeinflusst. Wer einmal eine Spule kontaktiert hat, welche beispielsweise über Nacht (in der Zeitspanne, in der die Pflanzen selbst Sauerstoff entziehen ) in Betrieb war, versteht, wovon ich spreche. Handelsübliche Steckerdimmer arbeiten aber erst ab einem Verbrauch von ca. 30 Watt vernünftig, soweit sie überhaupt den spulenbedingten Induktionsbereich verkraften; ein Regeltrafo ist dagegen eine zwar praktikable, jedoch recht unwirtschaftliche Lösung.

Für Bastler, Tüftler und ähnliche "Exoten" stelle ich deshalb meine preiswerte und zuverlässige Konstruktion vor, in der bescheidenen Erwartung, jene mögen ihren Gefallen daran finden!

Zum Einbauen der simplen Schaltung eignen sich Gehäuse von defekten Steckerdimmern, Funkzwischensteckern, bzw. je nach Ausführung auch von "arbeitsunwillig" gewordenen ähnlich gebauten Schaltuhren. Nachdem diese (bis auf den Stecker- bzw. Steckdosenanteil) "ausgeweidet" sind, verbindet man einen der Steckerpole und die Schutzerdungsfeder mit den entsprechenden Kontakten der integrierten  Schukodose. Eine (Universalgleichrichter-)Diode "mittelgroßer Bauart" verbindet den noch freien Pol mit dem noch nicht belegten Dosenkontakt. Nachdem die Sinuskurve von 50Hz nun um eine Halbwelle beschnitten wurde, steht jetzt ein pulsierender Gleichstrom gleicher Frequenz mit - grob ausgedrückt - hälftiger Spannung zur Verfügung. Die Aquarienbelüfterpumpe läuft leiser, bei geringerer Erwärmung und weniger Verschleiß! Die Luftleistung reicht immer noch leicht aus, die Lufthähnchen dienen nur noch der Feinregulierung der drei Becken untereinander!

Wer es noch "edler" mag, kann obiges Grundmodell folgendermaßen aufrüsten:

1. Ein Mikroschalter (Typ: 0-I) reicht angesichts der geringen Leistungen von max. 50 Watt vollkommen aus. Komfortabler noch wäre ein Mikroschalter mit der Schaltfolge I-0-I, also ein Umschalter mit zentraler AUS-Stellung. Die angesteckte Pumpe ließe sich dann abschalten, mit reduzierter oder  mit voller Leistung betreiben, wenn die Diode quasi in der zweiten I-Stellung des Schalters umgangen (überbrückt) wird. Bei Schalterstellung 0 liegt dann keine, bei I die reduzierte und bei II die volle Spannung an, falls doch wieder einmal die volle Leistung benötigt werden sollte.                                                                       

2. Neben dem genannten "tuning" (von Punkt 1) baute ich noch eine Glimmlampe ein, welche den (groben) Schaltzustand anzeigt.

3.Es empfiehlt sich zudem die Installation eines kleinen Sicherungshalters mit einer Glassicherung (100...200mA). Logischerweise sind auch alle nicht benötigten Gehäuseöffnungen, beispielsweise mit verschweißten oder verklebten Kunststoffplättchen, zu verschließen.

Mit dem beschriebenen "Vorschaltgerät für Kleinverbraucher" lassen sich kleine Stabheizer im Aquarien- und Terrarienbereich, Heizkissen, Trinkwasserheizungen für Vogeltränken, Heizmatten der Terraristik (hier kann je nach Typ ein leises 50Hz-Summen auftreten), entsprechende Weihnachtsbeleuchtungen... kurz unzählige ohm´sche und manche induktive Lasten einstufig regeln - und das bei Materialkosten von wenigen Cents, soweit man nicht ohnehin alle Materialien schon irgendwo "ausgeschlachtet" hat. Ab jetzt gilt es eben auch noch, Gehäuse von defekten Funkzwischensteckern, Steckerdimmern ... zu horten!  Viel Erfolg wünscht

                                                                                                              huehni48

p.s.: Man möge mir die wenig exakte Diodenbezeichnung "mittelgroße Bauart" nachsehen. Es passen hier nämlich viele gängige Universaltypen. Wichtig ist nur, dass sie sich nicht allzu stark erwärmen (evtl. Kühlblech verwenden!) ... einfach ausprobieren! Bei der geringen  Leistungsaufnahme   einer Belüfterpumpe (in meinem Falle 5 W) dürfte es ohnedies keine Probleme geben.

p.s.: Eine exakte Nachmessung ergab, dass an der Ausgangsseite gerade 137,2 V (Leerlaufspannung) anlagen.



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