Apple iPhone - Die ersten Eindrücke

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Glitzerndes Silber, gebürstetes Aluminium, glänzendes Schwarz: Das ist der Stoff, aus dem die Träume unzähliger Mobiltelefonierer im Moment geschnitzt ist. Doch bis das heißbegehrte iPhone hierzulande erhältlich ist, wird noch einige Zeit vergehen. Grund genug, dem US-Modell genau auf den Zahn zu fühlen ob hinter dem Schein auch genügend Sein steckt.

Beeindruckendstes Element dieses Seins, das unter die Lupe genommen werden konnte: Der nahezu die gesamte Oberfläche des iPhone zierende berührungssensitive Bildschirm. Auf der stabilen, aus gehärtetem Glas bestehenden Front fallen Fingerabdrücke höchstens im ausgeschaltetem Zustand auf. Jede noch so hartnäckige Fettschliere, die Finger im Laufe eines langen Arbeitstages auf dem Gerät hinterlassen, wird von der hohen Helligkeit der Hintergrundbeleuchtung geflissentlich überstrahlt.

Ein Umstand, der vor allem Sonnenanbetern zugute kommt: Selbst bei direktem Sonnenlicht sind Menüs, Webseiten und E-Mails auf dem iPhone-Monitor gut zu erkennen. Nicht zuletzt dank eines Lichtsensors, der die Leuchtstärke beständig dem Umgebungslicht anpasst.

So sorgt das iPhone auch dafür, dass die virtuelle Tastatur für Texteingaben sichtbar bleibt. Sie zeigt im Normalzustand Buchstaben, eine Lertaste, Rückschritt- und Umschalt- sowie Eingabetaste. Satzzeichen und Ziffern verbergen sich hinter einer Extra-Taste, was in der Praxis allerdings nicht übermäßig stört. Die Bedienung erschließt sich mit einigen Tricks und Kniffen leicht binnen weniger Stunden, bleibt aber gegenüber Mobiltelefonen mit festen Tasten nicht zuletzt wegen der Unmöglichleit der „blinden“ Benutzung im Nachteil.

Negativ schlägt überdies zu Buche, dass weibliche Mobiltelefonkäufer vor eine quälende Wahl gestellt werden: Entweder verzichten sie auf lange Fingernägel oder aber auf zuverlässige iPhone-Texteingabe. Beides zusammen funktioniert nicht: Ab etwa drei bis vier Millimetern Nagellänge nimmt die Tippgenauigkeit rapide ab.

Nicht ganz ausgereift wirkt auch der Mechanismus zum Wechseln der Bildschirmanzeige beim Drehen des Gerätes um 90 Grad, der grundsätzlich in beide Richtungen funktioniert. Die Umschaltung vom Vertikal- in den Horizontalmodus gelingt manchmal gar nicht, manchmal nur mit zwei bis drei Sekunden Verzögerung. Nicht selten ertappt der frisch gebackene iPhone-Eigner dabei, sein Gerät verständnislos zu schütteln, um so den gewünschten Effekt herbeizuführen – was allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Pausen beim Wechsel der Bildschirmausrichtung sind allerdings die einzige Wartezeit, die iPhone-Nutzer in Kauf nehmen müssen; nahezu alle sonstigen Animationen laufen bemerkenswert flüssig. Gerade beim Verkleinern und Vergrößern von Objekten fühlt es sich an, als interagiere man mit wahren und nicht nur virtuellen Objekten. Ein Umstand, der besonders in der Cover-Flow-Ansicht in iTunes zum Tragen kommt.

Nicht zu gefallen weiß allerdings die fehlende Verknüpfung von Applikationen: Wer beispielsweise eine E-mail verfasst und zum Geschriebenen ein Foto hinzufügen möchte, ist hoffnungslos verloren. Wie auch in Safari fehlt jede Form von Dateiselektoren; Auf die hinter dem iPhone stehende Dateistruktur zuzugreifen, erweist sich als gänzlich unmöglich.

Bilder können somit nur verschickt werden, wenn sie im Fotoprogramm selektiert und von dort per Auswahl des passenden Symbols ans Mailprogramm überstellt werden. Ein umgekehrter Rückgriff funktioniert nicht.

Genauso erweist sich auch die Bluetooth-Implentation im US-iPhone als unzureichend: Gerade einmal zur Kommunikation mit Kopfhörern samt Mikrophon reicht die Schnittstelle. Ein drahtloser Datenaustausch, wie er bei allen aktuellen europäischen Mobiltelefonen schon seit Jahren Standard ist, gelingt nicht. Weder vom Rechner auf das iPhone noch umgekehrt lassen sich Bilder oder Texte transferieren.

Auch die mitgelieferte Kamera weiß ob ihrer mobiltelefontypisch minderen Qualität nicht zu überzeugen: Dass Videonahmen und Zoom fehlen, mag der geneigte Digitalfotograf noch verschmerzen. Höchstens unter perfekten Lichtverhältnissen gelingen jedoch mit dem verwacklungsanfälligen Objektiv ansehnliche Aufnahmen.

Trotz dieser Unzulänglichkeiten erweist sich das iPhone allerdings als bemerkenswertes Gerät: Intuitive Bedienungsmöglichkeiten wie das Heranzoomen mittels Fingerspreizens sind von geradezu genialer Einfachheit und sorgen beim Benutzen für viel Freude.

Kein eingeschränkter Internetbrowser, keine komplizierte Texteingabe mit T9-Funktion und gewiss kein den Zukauf teurer Servicepläne erfordender E-Mail-Dienst trüben das Gesamtbild: Vom Gehäuse über die Bedienung bis hin zur mitgelieferten Software ist das iPhone tatsächlich gänzlich anders als alles, was derzeit den Mobiltelefonmarkt bevölkert.

In Vorbereitung auf den Europastart muss allerdings gerade in den Bereichen MMS, Bluetooth und UMTS nachgebessert werden. Nur dann kann dem iPhone hierzulande der Erfolg beschieden werden, den es in den USA bereits genießt.

 

 

 

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