Antiquarisches Buch: Zusatzbedeutungen helfen verkaufen

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Über die Suchmaschine Google kann der Verkäufer elegant zusätzliche Bedeutungen (Querbedeutungen) als Sammel- und Kaufanreiz einkopieren.

(Zugleich Absatz 9 der Hinweise für Verkäufer und Käufer antiquarischer Bücher)

Wer Bücher bei ebay einstellt, tut gut daran, mit Firefox zu surfen. Nicht nur um Bill Gates eins auszuwischen und der besseren Datensicherheit wegen, sondern um mit mehreren gleichzeitig geöffneten Tabs arbeiten zu können. Ich habe bei der Titelaufnahme immer ZVAB und die OPACS von Berlin (Staatsbibliothek) und Leipzig (Deutsche Bücherei) offen, daneben meist auch Digibib, die dem KVK technisch überlegene Metadatenbank der deutschen Bibliotheken. Nie aber sollte man sich an die Titelaufnahme machen, ohne einen weiteren Tab eingerichtet zu haben für  G o o g l e.

Womit wir bei einem kleinen Geheimnis angelangt sind, bei der Technik oder besser Taktik des Zusatz-, Doppel- und Mehrfachnutzens, den man für sein zu verkaufendes Buch findet (nicht erfindet).  Sie geben die Hauptworte des Titels und/ oder den Verfasser bei Google ein, und dann sehen Sie sich die ersten 8-10 Resultate näher an. Erstaunlich oft werden Sie feststellen: Es gibt eine zusätzliche Bedeutung, die mein Buch hat, und mit der ich es  b e w e r b e n  kann.

Damit tun wir grundsätzlich das Gleiche wie der Antiquitätenhändler, der die Tabaksdose "von Karl dem Großen" anbietet, oder der Hotelier, der damit wirbt: "Hier hatte Goethe im Jahre 1802 übernachtet".

Eine fast immer mögliche Zusatzwerbung ist das Einkopieren der Kurzbiographie des  V e r f a s s e r s, etwa aus der Wiki oder einer ihm gewidmeten Internetseite. Da verfährt man recht großzügig - aber bitte immer sinnentsprechend - und kopiert auch größere Textmengen ein. Damit die Artikelbeschreibung lesbar bleibt, setzt man solche Zusatztexte in kleinerer Schrift - 8 oder höchstens 10 Punkte tuns. Ferner ist es ein gutes Werk, wenn man in solchen Sekundärtexten den betreffenden Personennamen farbig, etwa in Rot, auszeichnet.

Neben der Biographie des Verfassers kann auch der  O r t s b e z u g  nützlich sein. Es ist erstaunlich, mit welcher Hingabe Oberbayern, Franken oder Sachsen Bücher sammeln, die in ihrer Region "irgendwie" spielen oder einen Bezug dazu haben. Ich bin eine endlose Samnmlung von Schriften zum Kirchenbau nicht etwa an Architekten oder Theologen losgeworden, weit gefehlt, Null Interesse - nein, die Heimatsammler haben brav alle die unansehnlichen Baukastenkirchen der Gründerzeit in Text und Bild erworben. Wenn sie nur in Hammelburg oder Miesbach gebaut wurde - sammeln, kaufen!

Querbezüge zu irgendwelchen S a m m e l g e b i e t e n  können nicht emsig genug hergestellt werden. Briefmarkensammler kaufen alles, was mit Post zu tun hat, mit Begeisterung, bis hin zur Schrift über Brieftauben. Völlig aus dem Häuschen sind die Freunde des blutigen Kriegshandwerks - solang irgendwer irgendwann abgemurkst  wurde mit staatlicher Genehmigung, sind sie zur Stelle und kaufen. Nicht anders waten die Verehrer der Kriminalromane begeistert im Blut. Kannst du irgendeinen Bezug  zum Automobil herstellen, freue dich - ultimative Steigerung ist das Motorrad, alles  dazu thematisch Direkte und an den Haaren herbeigezogene Indirekte - schon ist es verkauft! In den entsprechenden Abteilungen der Irrenhäuser, für gemäßigte Fälle, triffst du die Sammler von Wappen und Flaggen, von alten Stoffen, von Eisenbahnen, von alten Spielsachen, von Hinrichtungszeremonien und unsittlichen Büchern. Jedes nackte Bein, im Pornozeitalter eigentlich lachhaft, hier wirds gesammelt, Stichwort FKK.

Beim Herstellen von Beziehungen muß man sich schon an den realen Inhalt des Buches halten, sonst blitzen wir natürlich ab bei den Sammlern, die  i h r  geliebtes Fachgebiet viel besser kennen als jeder Buchantiquar. Wer täuscht, wird flugs entlarvt. Deshalb ist es immer der beste Weg, via  G o o g l e  zu arbeiten und die  B e d e u t u n g des Buches durch Einkopieren zu "beweisen". Wobei diese Beweisführung sinnigerweise gleichzeitig Arbeitsersparnis darstellt, denn mit einiger Übung geht das Googeln ruck-zuck.

Bis zur Fortsetzung schönen Tag noch!
Schlagwörter:

Antiquitäten

Bücher

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