Anno 1602: Ein Muss für Aufbaufans

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Die Segel des Seehundes wiegen im Wind. Die Besatzung des Schiffes liegt erschöpft auf dem Deck. Es herrscht Totenstille, aber diese wird im folgenden Moment von der Stimme des Ausguckers zerissen: “Land! Land in Sicht!” Die Matrosen nehmen diese Worte freudig auf und bereiten sich auf DIE ERSCHAFFUNG EINER NEUEN WELT vor.


1. Aller Anfang ist schwer
2. Der Weg ist das Ziel
3. Von Handelsbilanzen und Kriegskosten
4. Zur Technik
5. Fazit
6. Daten zum Spiel


1. Aller Anfang ist schwer

Jeder fängt mal klein an. Im Kampagnenmodus muss man anfangs mit 1-3 kleinen Inseln auskommen und meistens aus einer Pionierkolonie eine Siedlerkolonie machen. Der Sinn bzw. das Ziel des Spiels besteht darin, seine Städte zu größtmöglichen Prunk und Reichtum auszubauen, es sei denn der Auftrag lautet anders. Aber vor allem im Endlosspiel muss man das eben genannte Ziel immer vor Augen haben, denn es dauert ewig und endet nie, auch nicht wenn man seine Gegner vernichtet hat. In der Kampagne sind die Aufträge die es zu bewältigen gilt, sehr unterschiedlich. Hat man gerade erst ein Gewürzmonopol errichtet muss man sich in der nächsten Mission dann gegen Piraten zur Wehr setzen. Die Handelsbilanz (Differenz zwischen Ein-und Verkauf der Rohstoffe und Waren) muss in vielen Aufträgen positiv sein. Dies sollte aber mit den richtigen Waren kein Problem darstellen. Gold bzw. Schmuck, Waffen und gehobenere Gebrauchsgüter wie Kakao erzielen hier die nötigen Verkaufspreise.

Der Aufbau einer Siedlung gestaltet sich jedoch leider nicht unterschiedlich, sondern ist fast immer der selbe. Man fängt entweder mit einem Schiff an (beladen mit Holz, Werkzeugen und Narung zum Aufbau einer Siedlung auf einer Insel der Wahl) oder übernimmt eine schon funktionierende Siedlung. Wenn man aber nur mit einem Schiff anfängt hat man die Qual der Wahl und muss sich seine erste Insel heraus suchen, wobei die Insel schon die größte im Atoll sein sollte. Man unterscheidet prinzipiell 2 Typen von Inseln. Die einen die mit Nadel- bzw. Mischwald aufwarten und jene mit tropischen Wald. Auf den ersteren wachsen Tabak, Zuckerrohr und Wein. Auf dem anderen Inseltyp wächst nur Kakao, Baumwolle und Gewürze. Wenn man nun seine erste Siedlung gegründet hat, kann man nur Pioniere sein eigen nennen, die zudem auch noch geringe Steuern zahlen. Aber diese reichen um dann weiter zu expandieren. Bevor aber die Expansion geschieht muss die Holz-und Nahrungsversorgung stimmen.


2. Der Weg ist das Ziel

Das Volk verlangt nun immer mehr nach Gütern die man nicht nur mit einer Hütte ranschaffen kann. Kann man aber stetig die Forderung nach neuen Waren (Kakao, Kleidung, Schmuck, etc.) sowie neuer Gebäude (Badehaus, Schule, Theater, Kathedrale, etc.) erfüllen, so werden aus den Pionieren Siedler. Danach folgen Bürger, Kaufleute und zu guter Letzt Aristokraten. Diese verschlingen zwar Unmengen an Nahrung, Kleidung, Alkohol usw., bringen aber immenses Geld in die Staatskasse. Wie es nun einmal mit zunehmender Bevölkerungsdichte heutzutage ist, war das früher auch nicht anders. Die Kriminalität steigt erheblich wenn sich in einer Stadt schon mehr als 1000 Einwohner befinden. Zur Abschreckung der möglichen Verbrecher dient ein Galgen mit einem baumelnden ehemaligen Subjekt das anscheinend nicht auf der Seite der Guten war. Falls man aber die Kriminalität nicht bekämpft, kann das schlimme Folgen haben. Vermehrt werden Marktkarren überfallen, und wenn man sich vorstellt das diese gestohlene Ladung dann dringend benötigt wurde, überlegt man sich lieber zweimal ob man nicht doch lieber die paar Taler in einen Galgen investiert und für Abschreckung sorgt. Zudem häufen sich die Fälle eines Brandes in einer Siedlung und das kann mitunter sehr schlimme Folgen haben, wenn man nicht wenigstens eine Feuerwehr sein eigen nennen kann. Ist dies nicht der Fall brennt das Feuer eben so lange bis nichts mehr zum Brennen da ist. Da ich schon einmal bei Katastrophen bin, will ich nun auch noch mal kurz die Pest ansprechen, denn die kann es auch erheblich in sich haben, wenn man nicht wenigstens einen Arzt in seiner Siedlung besitzt. Also immer schön einen Arzt und eine Feuerwehr bauen.


3. Von Handelsbilanzen und Kriegskosten

Nun muss man keine Betriebswirtschaft studiert haben, um zu merken das etwas nicht kostenlos produziert wird. Kosten steigen mit der Anzahl der Waren die es zu produzieren gilt, aber das tun die Steuereinnahmen meist auch. Und irgendwann ist man an einem Punkt angekommen, wo man nicht mehr weiß wo man das Geld investieren soll. Dachte ich auch, bis einige meiner kleineren Siedlungen in Schutt und Asche lagen. Meine aufstrebende Stadt hat viele Neider auf sich gezogen (Piraten und Konkurenten), und ich musste wohl oder übel mein sauer verdientes Geld in die Waffenproduktion investieren um mich bei einem neuen Angriff gegebenenfalls zu schützen. Aber welcher Soldat kämpft denn schon umsonst? Also muss man ab der Ausbildung des 1. Soldaten eine Heeresbilanz mit einrechnen. Dies kann mitunter sehr sehr teuer werden, wenn man eine riesige Insel hat, da die Kanonentürme und eben die Soldaten Kosten für sich beanspruchen.


Angriff ist ja aber bekanntlicherweise die beste Verteidigung, also schlägt man selber lieber zu, anstatt eines Tages überrascht zu werden. Dabei sollte man bei einer Invasion einer feindlichen Insel immer seine Leute erst einmal in der Nähe der Schiffe lassen, da diese doch enormen Feuerschutz bieten. Ist die gegnerische Armee nun geschlagen kann man einfach die Marktplätze und das Kontor zerstören. Ist dies geschehen kann man nun sein Kontor an die Stelle des zerstörten Kontors bauen. Diese Aktion führt zur Übernahme der Insel mit den gesamten Einwohnern und Rohstoff- bzw. Produktionsbetrieben. Entscheidet man sich aber dazu eine Siedlung neu zu gestalten kann man auch getrost alle befindlichen Gebäude auf der Insel zerstören und mit einem Siedlungsaufbau beginnen wie man ihn gewöhnt ist.


4. Zur Technik

Wie steuert man das ganze überhaupt?
Eigentlich ganz simpel.....nämlich mit der Maus. Die Maus allein reicht eigentlich schon um das Geschehen gut in den Griff zu bekommen. Mit der Tastatur kann man nur geringfügige Veränderungen am Spielverlauf steuern. Zum Beispiel kann man sich die Zugehörigkeit von Soldaten anzeigen lassen oder die Spielgeschwindigkeit ein wenig nach oben drücken. Die Kameraperspektive in Anno 1602 ist isometrisch (also von schräg oben auf das Geschehen). Man kann sie 4 mal zu jeweils 90° drehen und 3 fach zoomen. Somit bleibt einem als Spieler also nichts verborgen. Die Bildschirmauflösung geht von 640x480 bis 1024x768, wobei letztere auf meinem ganz alten PII 300 schon mehr als problemlos lief.


5. Mein Fazit:

Anno 1602 brachte neuen Wind in das Genre. Niemand hatte Anno vorher auf der Rechnung, aber der Hype darum war riesig. In manchen Spielezeitschriften hielt sich Anno sogar fast 2 Jahre in den Lesercharts. Kein Wunder das solch ein Erfolg Neider oder Nutznießer brachte. Etliche “Missons-CD’s” entstanden, die eigentlich nicht mal den Wert einer Diskette hatten. Zum Glück hatte Herstelller Sunflowers rechtzeitig reagiert und eine entsprechende eigene Missions CD nachgeliefert, die sogar recht gut war. Missionseditor und viele neue Kampagnen waren auf der CD. Aber was hatte Anno damals wie heute so gut gemacht? Es war einfach diese Ruhe...man hatte zwar nicht alle Zeit der Welt, dennoch war es ein gemütliches und zudem komplexes Strategiespiel mit einigen Elementen einer Wirtschaftssimulation. Das wäre meine Erklärung für den grenzenlosen Erfolg. Ich selber spiele Anno 1602 auch heutzutage noch des öfteren, denn dieses einmalige Flair, die immer noch annehmbare Grafik und einfach das Prinzip des Aufbauens und Handels haben es mir persönlich sehr angetan. Anno 1602 wurde zwar oft gepatcht, aber in der Version 1.0 (also die Verkaufsversion aus dem Jahre 98) waren bei mir NIE irgendwelche Bugs oder Ungereimtheiten. Die Installation ist sehr einfach gehalten und man hat eigentlich keine Probleme dabei. Auch die Ladezeiten sind mit heutigen PC’s minimal. Der Schwierigkeitsgrad ist angemessen, und Einsteiger sowie Aufbaufans werden schnell ihren Spass finden. Nach dem erfolgreichen meistern der Kampagne widmete ich mich meinem ersten Endlosspiel. Wie ich oben schon erwähnte endet es nie. Man kann solange spielen wie man will und sich seine eigenen Ziele setzen. Meine Ziele waren meist das Aufbauen eines Gold bzw. Schmuckmonopols. Auch die „Hauptstadt“ immer weiter auszubauen und zu verbesseren hat mich wirklich sehr lange an den Bildschirm gefesselt. Das Spiel fand nie Stillstand und Perfektionisten konnten sich richtig austoben und selbst ich, der nicht alles ganz so genau nimmt, konnte ständig an der Stadt weiterbauen und jeden letzten Bauplatz zu nutzen. Ich habe Anno 1602 natürlich auch schon im Mehrspielermodus gegen ein paar Kumpels im Netzwerk gespielt, und wir hatten zum Glück Ferien, denn wir saßen an einem Spiel über 2 Wochen! Dabei war aber auch alles dabei, wir bekriegten uns, wir handelten...es geht einfach auf so viele verschiedene Weisen, dass man eigentlich gar nicht mehr aufhören kann.
Lange Rede kurzer Sinn: Einfach ein Spitzenspiel aus heimatlichen Gefilden das man gespielt haben muss, zudem wenn man ein Aufbaufan ist, ist es ein Pflichtkauf!

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