Anlaufschwierigkeiten fehlerhafte Gebrauchsanweisung

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Eine preiswerte Motorsäge, doch die Schwierigkeiten liegen im Detail und  - nach meiner Meinung - in der Gebrauchsanleitung.

Über 6 Std. habe ich verbraucht um die gelieferte Säge zusammenzubauen und dann doch nicht fehlerfrei zum Laufen zu bringen.

Die Mehrheit der verbrauchten Zeit ging durch Test an Einstellungen verloren. Dies jedoch bestimmt nicht weil ich technisch unbegabt bin, sondern im Kampf mit Einstellschrauben, welche es nach Gebrauchsanleitung eigentlich gar nicht - in dieser Form- gibt.


Gebrauchsanweisung grundsätzlich:

Die Gebrauchsanweisung ist in Form und Umfang nahezu unbrauchbar.
Der Text ist sehr knapp gehalten und lässt viele Fragen offen.
Die Fotos sind, auch für Personen mit normaler Sehkraft, viel zu klein gehalten. Die im Foto eingearbeiteten Texte und Ziffern sind schwer erkennbar, Details wie Einstellschrauben etc. kann man im Bild nur erahnen, geschweige denn erkennen.

Gebrauchsanweisung im Detail

Unlösbar war für mich die Einstellung des Leerlaufes.
Dies war bei mir nötig, da in Originaleinstellung, die Kette auch ohne Gasbetätigung drehte.
Die Gebrauchsanleitung spricht hier von einer Einstellschraube.
Das Schlimme jedoch ist: Vorhanden sind jedoch 2 nebeneinander liegende Schrauben, deren Zusammenwirken und Funktion, mir bis heute unbegreiflich ist. Und keinerlei Hinweis in der Gebrauchsanleitung.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Schrauben etwas tiefer im Gehäuse untergebracht sind und dadurch die Schlitze in den Schraubenköpfen nur erfühlt werden können.
Bezeichnet sind sie mit den Buchstaben L und H, von mir hoffentlich richtig interpretiert mit Low und High.
Die Auswirkung der Drehungen an beiden Schrauben ist phänomenal. Mal sprang die Säge überhaupt nicht mehr an, mal schien die Einstellung richtig, doch sobald man den Gashebel betätigen wollte, starb der Motor ab.
Es gab unendlich viele Varianten, doch bei keiner konnte ich eine normale Reaktion der Kettensäge erreichen, wie sie mir von anderen Fabrikaten bekannt war.
Nach etwa 2 Stunden Einstellversuchen habe ich aufgegeben. Hier hat man nur Erfolgsaussichten, wenn in der Gebrauchsanweisung Aussagen über die Wirkungsweise dieser beiden Einstellschrauben eingearbeitet sind.
Solange sie nicht erwähnt sind und die Wirkungsweise beschrieben ist, ist man in Gottes Hand und auf Glück bei den Versuchen angewiesen.

In 2 Telefongesprächen mit dem Hersteller (Importeur ?), welche ich in Abständen von etwa 2 Wochen führte, wurde mir immer mitgeteilt, dass es hier ein Blatt gibt, wo die Regelung der betreffenden Einstellschraube beschrieben ist. Beide gesprächspartner wollten mir das Blatt faxen, doch bis heute (Monate später)  ist es noch nicht da und wird wohl nie mehr kommen.

Der Verkäufer war sehr hilfsbereit und hat mir die Kettensäge dann ausgetauscht.
Das Austauschmodell läuft nun - für meine geringen Anforderungen - zufriedenstellend.

Doch auch hier ist ein kleines Übel aufgetaucht und zwar funktioniert die Einstellschraube für die Kettenölregulierung nur bedingt.
Man kann den Ölfluss abstellen, doch dann wird die Säge nicht lange funktionieren. Sobald man die Einstellschraube öffnet, egal ob wenig oder voll, tropft das Kettenöl zu 90 % auf den Boden, der Rest wird zur Kettenschmierung auf das Sägeblatt geleitet und die Säge ist damit nutzbar.

Zusammenfassung:
Ich habe für mich persönlich die Entscheidung getroffen, zukünftig Einkäufe dieser Art nur noch in Geschäften im Heimatort zu machen, wo ein Kundendienst und Ansprechpartner existiert. Im Nachhinein habe ich festgestellt, dass auch hier preiswerte Marken angeboten werden, wenn man die deutlich höheren Kosten der Profi-Fabrikate vermeiden will, weil eben die jährliche Verwendung der Säge sich nur auf 2 oder 3 Sägestunden beschränkt. 

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