Anlasser defekt? Tipps zur Auswahl von neuen und preisgünstigen Marken-Ersatzteilen

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Anlasser defekt? Tipps zur Auswahl von neuen und preisgünstigen Marken-Ersatzteilen

Das Auto gilt als des Deutschen liebsten Kind, manch einer hat sogar gleich zwei. Tatsächlich dürfte diese Aussage vielleicht nicht hundertprozentig stimmen, etwas dran ist aber schon. Kein Wunder, fahren doch Millionen Menschen mit ihrem Auto Tag für Tag zur Arbeit. Gerade auf dem Land gilt ein eigener Pkw als Fortbewegungsmittel Nummer eins, das im Gegensatz zu Bus und Bahn auch noch wunderbar „individuell" ist - egal zu welcher Zeit, egal für welchen Zielort.

Reparaturen jeder Art werden daher gern schnell erledigt. Das gilt insbesondere für Reparaturen, die die Fahrtüchtigkeit des Autos gewähren. Genau zu jener Kategorie dürfte der Anlasser zählen, ohne den schlichtweg nichts läuft. Zum Starten eines Automobils ist das eher kleine und fast schon unscheinbare Teil eine absolute Voraussetzung, ohne Anlasser macht das geliebte Auto nicht den kleinsten Mucks.

Was aber tun, wenn der Anlasser plötzlich defekt ist? Eben hier soll Ihnen der folgende Ratgeber „Anlasser defekt? Tipps zur Auswahl von neuen und preisgünstigen Marken-Ersatzteilen" weiterhelfen.

Kurz erklärt: Was ist ein Anlasser?

Doch beginnen wir von vorn und klären erst einmal, was ein Anlasser ist und was ein Anlasser bewirkt. Der Anlasser ist im Grunde nichts anderes als ein Starter, womit eigentlich schon alles gesagt wäre. Anders und simpel ausgedrückt: Der Anlasser oder Starter dient zum Starten des Motors. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Denn einen Anlasser nötig haben allein Fahrzeuge mit konventionellen Verbrennungsmotor, sprich Benziner oder Diesel sowie Hybride und außerdem Gasturbinen. Elektromotoren und damit beispielsweise reine Elektroautos brauchen hingegen keinen Anlasser, was durchaus Vorteile mit sich bringt. Typisch Auto ist der Anlasser nämlich ein Verschleißteil, an dem der berühmte Zahn der Zeit leise, aber stetig nagt. Ergo: Irgendwann könnte der Anlasser seinen Dienst quittieren und müsste somit natürlich repariert werden, ansonsten wird das Auto ganz einfach nicht starten.

Wie aber funktioniert nun dieser Anlasser? Auch diese Frage ist mehr als berechtigt. Ausgelegt als Elektromotor oder Druckluftmotor gibt der Anlasser dem Verbrennungsmotor quasi eine Starthilfe. Ganz früher diente dazu eine Kurbel, wie Sie das vielleicht aus alten Filmen oder von alten Doppeldecker-Flugzeugen kennen. Wurde die Kurbel oder der Propeller ein paar Mal mit ordentlich Schwung gedreht, bekam der Motor Drehmoment und sprang an. Etwas technischer ausgedrückt: Ein Verbrenner braucht zum Starten einen Ansaug- sowie außerdem einen Verdichtungstakt, ansonsten passiert nichts.

Eben diese Aufgabe übernimmt der Anlasser. Er gibt dem Motor eine Art Schubs, der darauf zum Leben erwacht. Erfunden wurde der Anlasser übrigens 1899 von Clyde J. Coleman. In einem Auto eingebaut wurde der Anlasser erst einige Jahre später, anno 1911. Das erste Automobil mit Anlasser war ein Modell der US-amerikanischen Edelmarke Cadillac, die heute zu General Motors gehört. Die erste europäische Marke mit einem eingebauten Anlasser war 1913 Lancia, 1919 folgte Citroën. Alle anderen Marken mussten noch angekurbelt werden.

Defekt oder nicht: Anlasser überprüfen

Das soll es zur automobilen Geschichte des Anlassers aber schon gewesen sein, interessanter sind sicherlich die modernen Vertreter ihrer Art. Geht der Starter entzwei, muss ein neuer her. Eine Reparatur ist unausweichlich, eine Kurbel leider nicht mehr vorhanden. Wie aber können Sie einen defekten Anlasser überprüfen? Ihre Antwort dürfte simpel sein. Springt der Wagen nicht an, liegt es wohl am Anlasser. Möglich. Es könnte aber auch die Batterie sein, die keinen Saft mehr hat. Oder es liegt an der Lichtmaschine.

Ganz so einfach ist es also nicht, einen defekten Anlasser zu erkennen. Allein der Grund, dass das Auto nicht anspringen will, ist noch kein Beweis für einen Schaden am Starter. Tatsächlich kann es an der Batterie liegen, weswegen es lohnt, andere Wege zu gehen. Überprüfen Sie die Kontakte der Batterie. Tauschen Sie notfalls die Batterie komplett aus. Möglicherweise liegt das Problem an der Masseverbindung von Anlasser oder Batterie. Eine weitere Idee wäre eine fehlende Spannung, womit die Lösung bei der Elektrik zu suchen ist.

Haben Sie die Punkte abgearbeitet, liegt der Schaden eventuell doch beim Anlasser. Hören Sie beispielsweise ein Klacken, sind die Hauptkontakte des Magnetschalters defekt. Hören Sie wiederum eine Art Surren, ist wahrscheinlich der Freilauf verschmutzt. Ein Kreischen oder gar Krachen deutet schließlich auf einen abgenutzten Ritzel des Anlassers hin. In den meisten Fällen ist ein defekter Anlasser eher schwer zu definieren, da auch andere Ersatzteile das Problem seien können. Stichwort Batterie oder Lichtmaschine.

Akustische „Signale" sind für den Amateur wohl noch die sicherste Art, einen Defekt des Starters vermuten zu können. Wissen ist natürlich etwas anderes, weswegen professioneller Rat die beste Empfehlung ist.

Eine Marke soll es sein: Anlasser neu kaufen

Die Erklärung hierfür ist relativ simpel, Anlasser sind nicht gerade billig. Je nach Marke und Hersteller kommen schnell einige Hundert Euro zusammen, was sicherlich so manchen Geldbeutel sprengt. Möchten Sie Ihr Auto jedoch schnell wieder fahren, führt kein Weg an eine Reparatur und somit einem passenden Ersatzteil herum.

Als kleine Sparalternative zum regulären Handel lohnt dafür die Suche im Internet. Hier ist der Anlasser als komplettes Ersatzteil zu finden, ebenso in „Einzelteilen". Letzteres kann lohnen, wenn Sie genau wissen, was am Starter defekt ist. Eventuell ist nur der Magnetschalter kaputt, was die Reparatur - im Vergleich zu einem kompletten Anlasser - um einiges billiger macht.

Eine genaue Fehlerdiagnose ist daher wichtig. Oft genug ist nur ein Einzelteil des Starters entzwei, was jedoch die wenigsten Amateurschrauber aufgrund mangelnden Wissens oder Werkzeugs erkennen können. Daher lohnt professionelle Hilfe zumindest bei der Diagnose, um den Schaden konkret benennen zu können. Simpel ausgedrückt: Eine genaue Fehlererkennung kann die Kosten der Reparatur deutlich minimieren.

Muss es tatsächlich ein komplett neuer Starter sein, lohnen Preisvergleiche. Das erste Angebot ist selten das Beste. Schauen Sie sich um, holen Sie mehrere Angebote ein und vergleichen Sie die Preise. Kleiner Trost: Die eigentliche Auswahl des neuen Bauteils ist recht einfach.

Jackpot: Den richtigen Anlasser aussuchen

Die erfolgreiche Suche nach dem neuen Anlasser hat weniger etwas mit dem berühmten Jackpot oder gar der Nadel im Heuhaufen zu tun, sondern eher was mit einem kleinen unscheinbaren Helfer. Dieser Helfer ist schlichtweg Ihr Fahrzeugschein. Der verrät Ihnen ganz oben die sogenannten Schlüssel- oder KBA-Nummern. Anhand dieser Nummern finden Sie selbst als Laie jedes nötige Ersatzteil, das mit Sicherheit zu Ihrem Wagen passt.

Wichtig sind allein die Nummern zwei und drei, die quasi codiert alle wichtigen Informationen bereithalten. Selbst wenn diese Nummern Ihnen "Chinesisch vorkommen", brauchen Sie keine andere Hilfe. Geben Sie die entsprechenden Nummern einfach in eine Suchmaske ein und Sie bekommen prompt die richtigen Ersatzteile angezeigt.

Schwer ist der Kauf eines neuen Anlassers in Eigenregie also nicht. Zumal es auch ohne die Schlüsselnummern geht. Schon ein paar Daten dürften zur Auswahl des neuen Starters reichen, nämlich Hersteller, Modell, Typ und Motor sowie eventuell Baujahr. Mit den Daten ist die Suche einfacher, mit den KBA-Nummern wieder sicherer. So oder so ist der Erwerb eines Anlassers nicht wirklich schwer und selbst von Amateuren zu stemmen. Der Vorteil liegt auf der Hand und ist simpel mit dem Geld respektive Preis zu erklären.

Selfmade: Anlasser in Eigenregie reparieren

Nachdem der Anlasser - zumal als ganzes Teil - nicht gerade billig war, ist eine weitere Frage interessant. Können Sie den neuen Starter eventuell selbst einbauen und sich so wenigstens teure Reparaturkosten sparen? Wenn Sie das Wissen und vor allem das technische Geschick haben, können Sie Ihr Glück selbstredend probieren.

Tatsächlich ist der Austausch eines Starters durch den Hobbyschrauber durchaus möglich und bei Weitem einfacher, als etwa ein Getriebe oder gar einen Motor zu wechseln. Zuerst klemmen Sie natürlich das Massekabel an der Batterie ab, genauer am Minuspol. Beachten Sie diesen Hinweis, ansonsten könnten Sie auf die recht unsanfte Weise eine „gewischt" bekommen.

Danach lösen Sie vom Starter sämtliche elektrischen Anschlüsse und bauen den Anlasser aus. Der Ausbau ist in der Regel recht einfach, ist das Bauteil doch meist mit nur zwei oder drei Schrauben am Motor befestigt. Nachdem Sie den alten Anlasser abgezogen haben, stecken Sie den neuen Starter wieder drauf. Ziehen Sie nun die Schrauben fest und stellen die elektrischen Anschlüsse wieder her. Damit wäre der Austausch des defekten Starters eigentlich schon abgeschlossen.

Trotzdem noch einmal: Meist ist nicht der komplette Anlasser defekt. Daher reicht oftmals der Austausch einiger bestimmter Einzelteile oder sogar nur die Säuberung der Anschlüsse. Eine genaue Fehlerdiagnose spart Ihnen bares Geld, denn billig ist ein neuer Starter wahrlich nicht. Ob Ihr Wissen dafür ausreicht, müssen Sie selbst entscheiden. Professioneller Rat kostet zwar Geld, kann aber ebenso Geld sparen, weil die Reparatur weniger teuer wird.

Obendrein brauchen Sie natürlich einiges an Werkzeug, um die Reparatur in bester Selfmade-Manier durchführen zu können. Immerhin ist kein Spezialwerkzeug nötig, reichen müssten Ihnen ein Ringschlüssel, ein Steckschlüssel, ein Gabelschlüssel sowie außerdem ein simpler Schraubendreher. Damit hätten Sie alles Nötige zur Hand, abgesehen vielleicht vom ebenso nötigen Fachwissen. Ob Ihr Know-how ausreicht, müssen Sie selbst entscheiden. Achten Sie beim Einbau des neuen Starters auf eine korrekte Führung, sonst könnten die Schrauben verkanten. Das Massekabel der Batterie schließen Sie erst ganz zuletzt an. Damit wäre die Reparatur des Anlassers auch schon erklärt. Schwer mag diese tatsächlich nicht sein, trotzdem ist mancher Leser mit einem Profi an der Seite vielleicht besser beraten.

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