Amateurfunk-Sender mit über 100 Speicherkanälen im Vergleich

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Amateurfunk-Sender mit über 100 Speicherkanälen im Vergleich

Neben dem Betriebsfunk oder dem CB-Funk ist der Amateurfunk einer der am weitesten verbreiteten Funkdienste. Er wird vor allem als Hobby von vielen Menschen betrieben, die nicht nur funken, sondern ihn als Forschungsfeld nutzen. Es geht dabei um die Kommunikation per Funk, aber auch um das Interesse an der Technik. So entwickeln Amateurfunker häufig neue technische Details, die später im Bereich der Röhrentechnik, Funkwellen oder Terrahertztechnik zum Einsatz kommen.

Die Faszination des Amateurfunks

Technikfreaks eröffnet der Amateurfunk Zugang zu einer Welt der Elektronik. Viele Jugendliche haben auf diese Weise ihren Weg gefunden und bilden den heutigen technisch-wissenschaftlichen Nachwuchs.

Der Austausch über das erworbene technische Wissen, gemeinsames Klären von Fragestellungen und vor allem das Tüfteln am Bau leistungsfähiger Sender und Empfänger bildet die Basis des Hobbys. Die meisten Amateurfunker sehen es demnach als Ziel an, ihre Funkanlage selbst zu bauen.

Bei Peilwettbewerben oder Wettkämpfen kann das gewonnene Wissen eingesetzt und gegenüber anderen Funkern unter Beweis gesetzt werden. Amateurfunk ist ein besonders nachhaltiges Hobby, das zur Weiterbildung und sinnvollen Beschäftigung beiträgt.

Frequenzbereiche

Am Amateurfunk kann nicht jeder teilnehmen. Um aktiv in diesem Netz funken zu können, muss ein grundlegendes Wissen über verschiedene technische Aspekte erworben werden. Dazu zählt unter anderem auch ein Wissen um die einzelnen Sendebereiche. Im Amateurfunk werden Frequenzen im Lang-, Mittel-, Kurz- und Ultrakurzwellenbereich genutzt. Einige der Frequenzbereiche werden aber nicht ausschließlich vom Amateurfunk genutzt, sondern müssen zum Teil mit anderen Diensten geteilt werden, so dass es zu Störungen im jeweiligen Sendebereich kommen kann.

KW-Bereich

Welcher Funkbereich genau gewählt wird – MW, LW, KW oder UKW –, ist abhängig von der gewünschten Reichweite, aber auch von der benötigten Qualität der übertragenen Sprachdaten. Traditionell wird für dem Amateurfunk der Sendebereich KW gewählt. Klassischerweise wurde im KW-Bereich gemorst, inzwischen werden auch Sprachdienste übertragen. Im digitalen Funkbereich können im KW-Bereich sogar Daten mit Hilfe eines PCs versendet werden.

UKW-Bereich

Wenn es um die reine Übertragung von Sprachdaten geht, dann ist der UKW-Bereich die erste Wahl. Nachteilig ist zwar hier die begrenzte Reichweite, jedoch kann diese mit etwas technischem Know-how und einigen selbst gebastelten Umsetzern entscheidend vergrößert werden.

Der passende Empfänger

Mit einem Empfänger kann jeder, der interessiert ist, den Amateurfunk empfangen. Der Funk ist öffentlich zugänglich. Am besten legen Sie sich bei diesem spezifischen Interesse einen Weltempfänger zu, der SSB-fähig ist. Die typischen Bandmodulationsarten können nur dann eingestellt und der Amateurfunk abgehört werden, wenn dieses Band bedient wird. Ein normales Radio funktioniert genau aus diesem Grund nicht. Die wesentlichen Bereiche des Amateurfunks sind dann abgedeckt, wenn Sie zwischen dem 160-Meter- und 80-Meter-Band wählen können.

Wenn Sie etwas mehr investieren wollen, dann können Sie auch einen Stationsempfänger kaufen. Für diesen benötigen Sie allerdings eine leistungsstarke Antenne. Empfehlenswert sind vor allem Aktivantennen, die einen Hochfrequenzverstärker besitzen. Dieser verstärkt das Signal der Amateurfunksender. Speziell dann, wenn Sie in einer dicht besiedelten Gegend wohnen mit vielen Stromleitungen, WLAN und anderen Störungsquellen, erreichen Sie damit einen besseren Empfang. Eine weitere Möglichkeit, Sende- und Empfangsleistung zu optimieren, ist es, die Amateurfunkantenne mit einem Tuner auszustatten.

Hilfe bei der Auswahl bietet der örtliche Amateurfunkverein. Es lohnt sich, dort einen Termin zu vereinbaren und sich bei der Wahl eines passendes Gerätes beraten zu lassen. Gerade die älteren Amateure haben oft jahrelange Erfahrung und geben diese gern weiter. Sie können außerdem helfen, gebrauchte, aber gut funktionierende und robuste Geräte ausfindig zu machen, diese aufzustellen und in Betrieb zu nehmen.

Voraussetzungen zur Inbetriebnahme eines Amateurfunksenders

Bevor Sie sich einen Sender für den Amateurfunk zulegen, sollten Sie prüfen, ob Sie die Voraussetzungen zur Inbetriebnahme eines Amateurfunksenders überhaupt besitzen. Generell gilt, dass Sie eine Prüfung ablegen müssen, bevor Sie am Amateurfunk teilnehmen können.

Die Prüfung setzt einiges an technischem Wissen voraus. Man kann sich darauf aber sehr gut vorbereiten und bestimmte Grundlagen erlernen. Am besten suchen Sie sich eine Gruppe anderer Interessierter, die ebenfalls an der Prüfung teilnehmen wollen. Diese finden Sie beispielsweise in einem Vorbereitungskurs, der oft in der VHS oder in den Amateurfunkclubs angeboten wird. Parallel zum Vorbereitungskurs gibt es oft das Angebot für Lerngruppen.

Prüfungen der Klasse A und E

Bei der Prüfung selbst wird differenziert zwischen der Klasse A und Klasse E. Überlegen Sie vorab, welche Prüfung Sie ablegen wollen: Abhängig ist die Entscheidung davon, in welchem Bereich Sie funken wollen. Die Klasse E genügt, wenn Sie sich auf einige zugelassene KW- und UKW-Bereiche begrenzen können. Wollen Sie alle zulässigen Amateurfunkbänder nutzen, dann muss die Prüfung zur Klasse A abgelegt werden.

Amateurfunkgesetz

Zur Regelung des Funkverkehrs im Bereich des Amateurfunks wurde 1997 ein Gesetz erlassen, das sogenannte AfuG (Amateurfunkgesetz). Seit seinem Inkrafttreten wurde es mehrfach verändert und erweitert. Sich beständig ergebende technische Veränderungen bedürfen angepasster Regelungen, die genau diese neuen Gegebenheiten berücksichtigen. Neben diesem Gesetz müssen aber auch weitere verbindliche Regeln eingehalten werden. Neben dem Ablegen der Prüfung gehört dazu, dass beim Senden ein individuelles Rufzeichen mitgeschickt wird, durch das jeder Funker zweifelsfrei zu identifizieren ist.

Das individuelle Rufzeichen

Das Rufzeichen erhält jeder Amateurfunker nach der erfolgreich bestandenen Prüfung. Alle Prüfungsmodalitäten und die Zuteilung des Rufzeichens regelt die Bundesnetzagentur. Sie ist auch der richtige Ansprechpartner bei allen Fragen rund um die Prüfung, der Zulassungsvoraussetzung zur Prüfung, dem Prüfungsablauf und allgemeinen Fragen zum Amateurfunk wie beispielsweise auch zur Vergabe der Rufzeichen. Sie können bei der Bundesnetzagentur auch einen Termin machen, um sich für den Kauf eines Senders beraten zu lassen. Die Bundesnetzagentur unterhält viele Außenstellen in Deutschland, so dass sich ganz sicher auch eine Außenstelle in Ihrer Nähe befindet. Dort können Sie auch Fragen zur Reichweite, dem besten Aufstellungsort für Antennen oder auch Adressen für ansässige Amateurfunkclubs klären.

Sendegeräte für den Amateurfunkbereich

Die modernen Sendegeräte für den Amateurfunkbereich bieten in der Regel allesamt 100 und mehr Speicherplätze für die Lieblingskanäle.

All-in-one-Geräte

Generell ist es für Einsteiger empfehlenswert, ein All-in-one-Gerät zu wählen, das sowohl senden als auch empfangen kann. Diese Funkgeräte sind häufig Handfunkgeräte. Oftmals können sie kaum moduliert werden, da die einzelnen Teile recht komplex verbaut sind, so dass sie gar nicht austauschbar sind. Wollen Sie zunächst nicht so viel basteln, sondern sich zunächst mit den Möglichkeiten des Funkkontakts in diesem Bereich vertraut machen, dann ist ein solches Gerät genau das Richtige. Es ist bereits fertig zusammengebaut und einsatzbereit, es gibt in der Regel kaum etwas aufzubauen; oft muss nur der Akku geladen und eingelegt werden. Der sofortigen Aufnahme des Sendebetriebs steht damit nichts im Weg.

Funksysteme als Bausysteme

Eine Alternative bieten Funksysteme als Bausysteme. Diese können Sie auch als Komplettsätze kaufen. Dazu erhalten Sie gewöhnlich auch eine genaue Bauanleitung, die auch Einsteigern eine leicht verständliche Hilfe bietet, um die Funkanlage aufzubauen und in Betrieb zu nehmen. Sie erhalten darin auch Tipps, um welche Komponenten Sie das System erweitern können und was sinnvollerweise ergänzend zugekauft werden sollte. Das Baukastensystem beinhaltet in der Regel das Funkgerät zum Senden und Empfangen und eine sehr leistungsstarke Antenne.

Im Gegensatz zum fertigen All-in-one-Gerät bieten die Bausätze zwar einen Einstieg in die Welt der Technik, die für den Amateurfunk relevant ist, aber sie stehen hinsichtlich des Bedienkomforts den handelsüblichen Geräten weit nach.

Senderspeicher

Die meisten „fertigen" Geräte aus dem Fachhandel mit vielen Speicherplätzen für Kanäle funktionieren so, dass Sie neben einer großen Anzahl an Standardspeicherplätzen auch Speicher für spezielle Aufgaben bereithalten. So können die diversen Speicherkanäle in einzelnen Speicherbänken abgelegt werden. In jede Speicherbank passen dann 100 Speicherkanäle, so dass auf insgesamt 24 Bänken 2.400 Speicherkanäle gespeichert werden können. Dies ist beispielsweise bei den Geräten von YEASU der Fall.

Vorteilhaft bei den Sendern mit hohem Senderspeicher ist, dass Sie genügend Potenzial haben, um ungeliebte Dauersender zu blockieren. Diese werden auf einer Speicherliste gemerkt und dann blockiert, so dass Sie Ihren übrigen Empfang nicht stören.

Um das nutzen zu können, sollten Sie bei der Auswahl des Senders ein Modell wählen, bei dem sich die Speicherplätze gruppieren und eventuell auch individuell benennen lassen. Dies ist neben den bereits erwähnten Modellen von YEASU auch bei vielen Amateurfunksendern von NEC der Fall.

Bei anderen Amateurfunksendern wird der Senderspeicher in GB angegeben. Wie viele Kanäle tatsächlich auf 4 GB gespeichert werden können, bleibt offen, es dürften aber deutlich über 100 sein. Angegeben wird der Speicher in diesem Format, weil neben dem reinen Abspeichern von Kanälen auch Daten abgelegt werden können. Diese werden als MP3s oder WMA-Dateien gespeichert und können später wiedergegeben oder auch mit Hilfe eines angeschlossenen PCs weiter bearbeitet werden.
Andere Amateurfunksender unterscheiden zwischen den Arten der Bandmodulation. So kann der Tecsun beispielsweise für jeden Bandbereich – LM, MW, UKW und KW – jeweils 100 Kanäle speichern.

Die modernen Amateurfunksender zeigen, dass weniger die Frage der Speicherkapazität den ausschlaggebenden Aspekt bildet, sondern der Nutzer sich vielmehr die Frage nach der Art der Bedienung stellen muss: Geht es darum, Sender in verschiedenen Frequenzabschnitten zu speichern, die nach diesem Prinzip geordnet abgerufen werden können? Oder sollen Kanäle nach einem anderen Gesichtspunkt sortiert werden? Wünschen Sie, dass Sie die Sortierung selbst benennen und verwalten können?

Je nachdem, wie individuell die Speicherung erfolgen soll, in Gruppen und mit persönlicher Benennung, ist ein anderer Sender erforderlich. Auch hier empfiehlt sich der Kontakt zu einem Amateurfunkclub, denn die dortigen Amateure können zu besonderen Fragestellungen genauestens beraten und kennen auch viele der am Markt vorgehaltenen Geräte.

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