Amaryllis - Vergängliche Winterschönheiten?

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Um die Weihnachtszeit bis in den Februar hinein werden jedes Jahr Millionen vorgetriebene, oftmals schon blühende 'Amaryllis' in Gärtnereien und Blumengeschäften verkauft, die nach der Blüte häufig auf dem Müll landen, weil die wenigsten Besitzer die Pflanze zum Wiederblühen bringen. Dabei ist das gar nicht so schwer, vorausgesetzt, man hält sich an einige wenige Grundregeln. Eigentlich sind es botanisch gar nicht echte Amaryllis, sondern Zwiebelpflanzen der Gattung Hippeastrum, in Südamerika heimisch. Sie machen einen dreiteiligen Vegetationszyklus durch, in der Abfolge Blühen – Laub treiben – Ruhephase.

Die Blütezeit liegt im Winter, zu einer bei uns sehr lichtarmen Jahreszeit. Dann werden die Pflanzen auch verkauft, entweder schon getopft, oder als lose Zwiebeln. Man pflanzt sie in einen relativ kleinen Topf in durchlässiges Substrat, mindestens 1/3 der Zwiebel muss jedoch herausschauen. Aufgestellt werden die Pflanzen an einem warmen Ort bei 18-20 Grad. Gegossen wird erst, wenn der Blütenschaft schon 10 Zentimeter hoch ist, ab dann regelmäßig und am besten von unten. Vor dem nächsten Gießen wartet man, bis die Erde wieder relativ trocken ist. Das Wasser sollte lauwarm sein, es darf auf keinen Fall Staunässe entstehen, dann faulen die Zwiebeln.

Sobald Laub treibt, sollte ein heller Platz gewählt werden, der abgeblühte Blütenstiel wird abgeschnitten. Ab jetzt wird alle 14 Tage mit einem eher kalibetonten Dünger gedüngt. Nach den Eisheiligen können die Amaryllis gerne auch nach draußen, sollten aber langsam an die Sonne gewöhnt werden. Achtung, Schnecken lieben Zwiebellaub! Den Sommer über wird weiter gegossen und gedüngt. Ab Ende August beginnen die Blätter zu vergilben und ziehen ein, das Gießen daher nun einstellen. Die Zwiebeln trocken und kühl lagern, optimal sind 13-15°C. Nach einer dreimonatigen Ruheperiode können die nun wahrscheinlich größer gewordenen Amaryllis in frisches Substrat gepflanzt werden – neue Blüten sind hoffentlich der Lohn der Mühen. Alte Zwiebeln können schon mal 2-3 Blütenstiele pro Zwiebel bilden.

In den letzten Jahren ist durch intensive züchterische Tätigkeit das Spektrum der Farben bei Amaryllis stark erweitert worden. Kannte man früher fast nur rote oder weiße Blüten, gibt es nun alle Schattierungen von rot, rosa, lachs und weiß. Die neuesten Züchtungen sind zweifarbig und oft mit delikaten Maserungen, wie z.B. dunklen Rändern auf hellerem Unterrund. Bei solchen Schönheiten lohnt sich auf jeden Fall der geringe Aufwand der Übersommerung, zumal diese Neuzüchtungen nicht ganz preiswert sind.

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Amaryllis

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