Amadeus, Director's Cut, 1984, 2002, BluRay, DVD

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Amadeus, Director's Cut ... auch als Premium Edition verfügbar














Erstmal danke für diese Neuauflage. Auch ich ( Jahrgang 1973 ) bin stark von diesem Film begeistert, seitdem ich ihn damals das 1x im Kino sah, alte Fassung. Die Musik hier ist keine Nebensache, wie sonst üblich, sondern im Grunde sogar so etwas wie der ungenannte, dennoch immer präsente " 3. Hauptdarsteller ". 

Nicht umsonst wurde ja schon oft gesagt, das man den Film rund um die Musik aufgebaut hat, nicht andersherum, wie es normalerweise den Regelfall darstellt. Natürlich kann man hier nicht wirklich von wahren Begebenheiten bzw. echter Authentizität sprechen, aber für jeden, der so überhaupt ein gesteigertes Interesse an klassischer Musik und dem echten Mozart bekommt, weiterhin absolut empfehlenswert. 

Für die Erzählstruktur des Filmes und seiner Geschichte aber war die Idee, das ganze " so " ... 

Salieri beschreibt in Rückblicken lediglich aus seiner Sicht die Dinge, wie sich sich zugetragen haben sollen. Er, als ein neidischer, - bedeutend älterer Konkurrent des jungen, aufstrebenden und ( zu der Zeit nur für ihn zweifellos ) viel talentierteren Mozart, der allerdings privat nur ein vulgärer Clown ist.

... abzuhandeln jedenfalls grundsätzlich nicht verkehrt gewesen. Alles andere, kann man nachlesen. 

Sie unterhält bestens und fesselt den Zuschauer bis zum Ende. Auch aus der Kameraperspektive. Die Einstellungen, wenn beide zu sehen sind, wurden immer so gewählt, als stehe man direkt daneben. Man empfindet so sehr schnell Sympathie, Mitleid, zumindest Verständnis für Mozart. Obwohl Salieri ja der " Star " im Film sein soll. Auch etwas, das die Presse ( der Film wurde insgesamt für 8 Oscars nominiert, ebenso für beide Hauptdarsteller, gewonnen hat ihn aber am Ende nur F. Murray Abraham ) dazu veranlaßte, es dem Film " komform " so darzustellen, als hätte Salieri 200 Jahre später nochmal über Mozart gesiegt. 

Die Wahrheit sieht allerdings anders aus. Und genau das macht den Reiz dieses Film's aus, sich anschließend erstmal richtig mit dem Thema zu beschäftigen.

Vom DC hier wußte ich bis jetzt eigentlich noch garnichts, obwohl er schon seit 2002 verfügbar ist. Dennoch ist es interessant, durch die nun wieder eingefügten Szenen, zu erfahren, woher die große ( besonders, am Ende gezeigte ) Antipathie zwischen Constanze und Salieri herrührte ... oder auch, so in einer alternativen Einstellung dargestellt, das ein vermutliches Verhältnis zwischen der Sängerin Caterina Cavalieri und Mozart sich für Salieri nun völlig anders offenbarte. 

Was ja auch sein späteres Hauptmotiv gewesen sein mag für erstgenannte, neue Szene. Dadurch das, - nur als Beispiel, diese beiden bisher fehlten, wird die ganze Handlung nun nochmal etwas dramatischer. Näheres ( Achtung, - Spoiler ! ) dazu ist im Schnittbericht zu erfahren. Auch anderes fügt sich nun mit ein, das dem Film sogar ergänzend nur zugute kommt. 

Was aber auch sein gutes hat, denn dadurch sind inzwischen etliche Synchronvergleiche ( auch auf Video, also zum reinhören ) im Netz. Bei Salieri ist die neue Stimme leider eine Zumutung ... ging aber nicht anders, weil ja sein ursprünglicher Sprecher bereits verstorben ist. Daher auch nur der eine Stern Abzug. W. Amadeus selbst aber z.B., oder auch der Kaiser Joseph II. und Constanze Weber - Mozart klingen alle wie gehabt.

Schikaneder, Baron van Swieten, Hofkapellmeister Bonno, Graf Orsini - Rosenberg, - von Strack sowie einige Nebendarsteller sind gewöhnungsbedürftig. Ihre Stimmen kommen zwar in etwa hin, aber auch deren Sprecher altern eben. Insgesamt ist auch der Ton hier generell etwas schwächer und weniger kraftvoll geraten als es so noch in der alten Fassung war. Trotzdem wurde sich sehr viel Mühe gegeben. Und wie es sich für eine BluRay gehört, das Bild ist natürlich bedeutend besser als bei der bisherigen DVD Auflage. 

Im Grunde kann man also nur feststellen, das, wer die alte Kinoversion nicht kannte, sich leichter darauf einlassen wird. Uns älteren Fans allerdings wird immer etwas dabei " fehlen " ... ( verständlicherweise, - denn der Mensch ist ja bekanntermaßen nunmal ein Gewohnheitstier ). 

Die Empfehlung, sich das ganze einfach in der Original Tonfassung anzuschauen ist unzutreffend. Einfach weil es sich hierbei um die Geschichte eines europäischen Künstlers handelt und auch der gesprochene Wiener Schmäh' sehr gut dazu paßt. Im Gegenteil, schon schlimm genug, das ab und zu mal englisch gesungen wurde.

Fazit: alte DVD ( Kinofassung ) aufheben, und die neue Fassung bei Bedarf auf BD nachkaufen ( gebraucht, günstig ). Sorry, nun ist es fast eine rein subjektive Rezension statt einer objektiven geworden. Aber wem diese Informationen trotzdem bei seiner Kaufentscheidung weiter helfen sollten, warum nicht. Viel Vergnügen.
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