Altes Handwerk neu belebt: Antikes Schlosserwerkzeug finden

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Altes Handwerk neu belebt: Antikes Schlosserwerkzeug finden

Der Beruf des Schlossers entwickelte sich ursprünglich aus dem Schmiedehandwerk. Bis ins 14. Jahrhundert hinein waren es Schmiede, die alle Aufgaben der Metallbearbeitung übernahmen, von der Herstellung sämtlicher Werkzeuge über die Formung von Eisen zu Gittern bis hin zur Anfertigung von Schlössern mit zugehörigen Schlüsseln. Von da an aber bildeten die Kleinschmiede, die Schlüssel und Schlösser in sämtlichen Varianten herstellten sowie Beschläge, Türgriffe und Türklopfer fertigten, ihre eigene Zunft. Das Berufsbild des Schlossers entstand. Einige der Schlosserwerkzeuge, die auch heute noch verwendet werden, wurden früher von Schmieden in ihrer damaligen Eigenschaft als Schlosser benutzt. Deshalb lassen sich nicht alle Werkzeuge nur der einen oder anderen Berufsgruppe zuordnen. Es gibt einige alte Instrumente der Metallbearbeitung, die für Sammler antiker Werkzeuge begehrte Raritäten sind.

Antike Schlosserwerkzeuge: Amboss und Hammer als älteste Werkzeuge

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Ambosse

Ein sehr beliebtes Sammlerstück aus der Geschichte der Metallbearbeitung ist der Amboss, das älteste Grundwerkzeug der Menschheitsgeschichte. Schon in der Steinzeit benutzen die Menschen einen Amboss aus Steinen mit abgeflachter Oberfläche zur Herstellung von Faustkeilen, Klingen oder Speerspitzen. Später wurden Metalle, wie zum Beispiel Gold und Kupfer, auf einem Steinamboss bearbeitet. In der Bronzezeit kamen die ersten Ambosse aus Metall auf, teilweise bereits mit seitlichem Rundhorn, an dem das Ausschlagen von Ringen möglich war. Von diesem Zeitpunkt an wurde fast ausschließlich Eisen zur Herstellung von Ambossen benutzt. Sie wurden entweder vollständig aus Eisen gegossen oder aber zusätzlich mit einer auf den Guss geschweißten Stahlbahn versehen. Die aufgeschweißte Bahn diente dem Zweck, die bei der Bearbeitung von Metall auf dem Amboss entstehenden schrillen Klänge, die das Gehör schädigen konnten, zu reduzieren. Antike Ambosse gibt es auch heute noch in zahlreichen Variationen.
Enorm selten sind allerdings vollständig geschmiedete Ambosse, denn ihre Herstellung war sehr aufwendig. Sie sind enorm widerstandsfähig und ermöglichen eine sehr gute Bearbeitung von Metall, und das ohne schrille Geräusche. Falls Sie einen geschmiedeten Amboss Ihr Eigen nennen können, besitzen Sie eine wirklich wertvolle Rarität. Aber auch nicht geschmiedete antike Ambosse werden gern als Dekoration verwendet. Es gibt sie in verschiedenen Formen und Größen, sodass Sie je nach Ihrem vorhandenen Platz ein passendes Exemplar wählen können.

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Hämmer

Ebenfalls eines der ältesten Werkzeuge ist der Hammer. Die Urform war der Faustkeil in der Steinzeit, ein Schlagstein, der selbst bearbeitet und mit der Hand geführt wurde. Ungefähr zeitgleich mit der Entwicklung der Steinäxte kamen auch Schlagsteine auf, die nun allerdings an einem Holzstab befestigt waren. Der Stein wurde in der Bronzezeit durch einen Metallkopf ersetzt. Es kamen mit der Zeit unterschiedliche Arten von Hämmern auf, wobei der Schlosserhammer in Deutschland der wohl am meisten genutzte Hammertyp war und noch immer ist. Dieser Hammer hat eine quadratische Bahn und eine abgerundete Pinne, die quer zum Stiel steht. Es entstanden zudem abgewandelte Formen in anderen Ländern, so zum Beispiel ein französischer Schlosserhammer mit rechteckiger Bahn oder die englische Variante mit runder Bahn. Je älter ein Hammer ist, desto beliebter wird er natürlich auch unter den Sammlern antiker Werkzeuge. Auch heute noch sind unterschiedliche Hämmer aus verschiedenen Zeitabschnitten erhältlich.

Antike Schlosserwerkzeuge: die Grundausstattung des Schlossers

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Schraubstöcke

Der Schraubstock wurde schon früh dazu genutzt, die Werkstücke während der Bearbeitung festzustellen, indem man sie zwischen den Backen der Feststellvorrichtung einspannte und somit fixierte. Eine Backe des Schraubstockes ist stets fest montiert, während die andere mit einer Kurbel oder einem Stab über eine Gewindespindel bewegt werden kann. Für die Metallbearbeitung, und damit auch für Schlosserarbeiten, nutzten Schmiede früher spezielle Schraubstöcke, bei denen die beweglichen Backen drehbar um einen Bolzen gelagert sind, sodass sie nur bei vollständig geschlossenen Backen parallel stehen. Bei Öffnung des Schraubstockes entfernt sich die bewegliche Backe von der feststehenden und es bildet sich eine V-Form. Diese Art von Schraubstöcken werden aufgrund der Eignung für die Metallbearbeitung Schmiedeschraubstöcke genannt. Antike Schraubstöcke sind in unterschiedlichen Ausführungen und aus verschiedenen Zeitepochen erhältlich.

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Zangen

Zangen gehören schon von Beginn an zur Standardausrüstung eines Schlossers beziehungsweise eines Schmiedes, der früher die Arbeiten eines Schlossers ausführte. Im Laufe der Zeit entstanden immer neue Zangenformen, die an die jeweils auszuführenden Arbeiten angepasst wurden. Früher übernahm die Zunft der Schmiede alle Arbeiten, die mit Metall zu tun hatten, was eben auch die Tätigkeiten des späteren Schlossers beinhaltete. Das hatte einen großen Vorteil für die Weiterentwicklung der Werkzeuge für die Metallbearbeitung, denn der Schmied stellte diese schließlich selbst her, konnte daher jederzeit seine Fachkenntnisse, Erfahrungen und seine Ansprüche an das zu errichtende Werkzeug in den Herstellungsprozess mit einbringen.
Das wichtigste Kriterium für die spätere Eignung von Zangen für bestimmte Arbeiten ist ihre Form, denn die Zange muss das Werkstück fest umschließen. Da die zu bearbeitenden Stücke jedoch unterschiedliche Formen hatten, entstanden auch verschiedene Arten von Zangen, so zum Beispiel Flachmaulzangen für flache Werkstücke oder Rundmaulzangen für runde. Eine für Schlosser wichtige Zange ist der Seitenschneider, der zum Zerschneiden von Drähten verwendet wird. Im Gegensatz zu Frontschneidern ist die Schneide hier seitlich angebracht. Sehr alte Zangen in diversen Formen sind beliebte Sammlerstücke und werden auch zu Dekorationszwecken gern genutzt.

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Feilen

Feilen gehören ebenfalls zu den wichtigen Werkzeugen eines Schlossers. Sie gehören zu den spanenden Werkzeugen und dienen dem Abtragen von Werkstoffen. Gefertigt werden Feilen aus legiertem Werkzeugstahl. Die Feile enthält Zähne, die als durchgehende Linie in das Feilenblatt eingehauen oder gefräst werden. Sind die Zähne in den Stahl gehauen, entsteht ein negativer Spanwinkel und die Feile schabt. Sind sie jedoch hineingefräst, ist der Spanwinkel positiv und die Feile schneidet. Es gibt zahlreiche Feilenarten, die nach der Form ihres jeweiligen Querschnitts unterschieden werden, so zum Beispiel Rund- und Halbrundfeilen, Flachfeilen, Dreikant- und Vierkantfeilen. Es sind verschiedene Arten alter Feilen erhältlich, teilweise auch sehr alte Stücke, die sicherlich eine Bereicherung für jede Werkzeugsammlung sind.

Raritäten unter den Schlosserwerkzeugen: antike Lötlampe und Lötkolben

Die Lötlampe ist ein kleiner Gasbrenner und dient dem Schlosser zum Löten, zur Entfernung von Lackschichten durch Abbrennen oder zum Erwärmen von Gegenständen. Sie wurde im Jahre 1797 vom königlichen Fabrikinspektor August von Marquard in Eberswalde erfunden. Früher wurden Lötlampen mit Benzin betrieben, allerdings brachte das ein großes Risiko mit sich, denn bis zum Erreichen der Vergasungstemperatur konnte jederzeit brennendes Benzin austreten. Daher wurde später nur noch Butangas verwendet, das diese Verbrennungsgefahr nicht beinhaltet. Der Hauptanwendungsbereich dieses Werkzeuges ist das Löten, also das Aufschmelzen von Metallen zur Verbindung einzelner Bauteile. Beim Löten werden zunächst die Metallteile mit der Lötlampe erhitzt, anschließend wird ein schmelzendes Metall (beispielsweise Lötzinn) aufgetragen, das nach dem Erkalten eine feste Verbindung zwischen den einzelnen Teilen herstellt. Es sind einige Raritäten unter den Lötlampen zu finden, je nachdem, aus welcher Epoche sie stammen und wie gut sie erhalten sind.
Anders als die Lötlampe dient der Lötkolben ausschließlich dem Löten. Die frühen Lötkolben weisen oft die Form eines Hammers auf: Ein schwerer Kupferklotz, der über einen Eisenstiel mit einem Holzgriff verbunden ist. In der Regel hatte der Kupferklotz eine Schneide oder Finne, über die Wärme besser angetragen werden konnte. Zum Löten wurde das Kupfer mit der Lötlampe erhitzt, bis es ausreichend Wärmekapazität hatte, um größere Lötstellen bearbeiten zu können. Später kamen elektrische Lötkolben auf, die mit auswechselbaren Lötspitzen bestückt waren. Diese mussten nicht mehr mittels Lötlampe erwärmt werden, sondern enthielten eine über den Strom betriebene Heizvorrichtung.
Es werden auch heute noch zum Teil sehr alte Lötlampen und -kolben angeboten, sodass Sie Ihre Werkzeugsammlung um ein oder zwei weitere antike Schlosserwerkzeuge erweitern können.

Antike Schlosserwerkzeuge: sonstige Werkzeuge des Schlossers

Jeder Schlosser hat ein Werkzeug, mit dem er Außengewinde schneiden kann, den sogenannten Gewindeschneider, auch Schneideisen genannt. Dieses ist zylinderförmig und enthält innen mehrere Schneiden, zwischen denen Bohrungen eingearbeitet sind. Die dadurch geschaffenen Hohlräume dienen dazu, die entstehenden Späne zu rollen und nach außen abzuführen. Werden dagegen Innengewinde gebraucht, kommen Gewindebohrer zum Einsatz.
Auch Stanzeisen werden seit Langem verwendet, um speziell geformte Elemente aus einem Werkstück herauszutrennen. Es handelt sich um einen Hohlzylinder aus gehärtetem Stahl, dessen unterer Rand scharf geschliffen ist. Am oben Ende ist ein Stiel angebracht, der Schaft. Das Lochen beziehungsweise Stanzen erfolgt, indem man das Stanzeisen senkrecht auf ein Werkstück stellt und mit dem Hammer auf den Schaft schlägt. Dadurch, dass das herauszutrennende Materialstück immer nur die Form haben kann, die das jeweilige Stanzeisen vorgibt, sind zahlreiche Varianten dieses Werkzeuges entstanden. Diese Vielfalt ist ein interessanter Aspekt für Werkzeugsammler, denn Stanzeisen sind aus unterschiedlichen Epochen und in unzähligen Formen erhältlich.
Auch heute werden immer noch viele der alten Schlosserwerkzeuge benutzt. Einige von ihnen, wie zum Beispiel Amboss, Hammer, Zange oder Feile, gehören ohnehin zu den grundlegenden Werkzeugen, die in vielen Haushalten regelmäßig zum Einsatz kommen. Aber vielleicht ist es auch gerade deshalb interessant, die ursprüngliche beziehungsweise eine frühere Version von einigen dieser Werkzeuge zu besitzen. Falls Sie zu den Sammlern von antiken Werkzeugen gehören, werden Sie um die der Schlosser nicht herumkommen. Oder haben Sie einen leidenschaftlichen Schlosser im Familien- oder Freundeskreis, für den Sie ein außergewöhnliches Geschenk suchen? Dann kommt vielleicht das eine oder andere antike Stück infrage, was je nach Zustand noch genutzt oder aber für Dekorationszwecke, zum Beispiel in einem Hobbyraum, verwendet werden kann. Die Angebote an Raritäten aus dem Schlosserhandwerk sind zahlreich und vielfältig, sodass sich bestimmt für jeden Geschmack etwas finden lassen wird.

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