Alte Quecksilber-Barometer: hier vor allem Transport

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Es gibt Sammler alter Wetter-Instrumente; hier ist davon auszugehen, daß diese Personen sich auskennen.
Es werden aber bei Ebay oft Barometer (hier beziehe ich mich auf Quecksilberbaromter) und auch sog. Kontrabarometer angeboten und oft geht aus der Artikelbeschreibung hervor, daß die Verkäufer mit den Gefahren und den Transport-Besonderheiten nicht auskennt.

Hierfür sind meine Hinweise gedacht:
Quecksilber ist das einzige Metall, welches bei Zimmertemperatur flüssig ist. Quecksilber hat ferner eine 15mal größere Dichte als Wasser.
Glücklicherweise hat es auch einen niedrigen Dampfdruck, so daß die Gefahr von Vergiftungen durch Entstehen von Dämpfen oft übertrieben wird (Dies ist meine sehr persönliche Meinung!). Somit darf man meines Erachtens ein Torricelli-Barometer ruhig betreiben, denn die Fläche des Quecksilbers, die der Umgebungsluft ausgesetzt ist, sehr klein (unter ein cm2).
 Anders stellt sich dies aber da, wenn die Oberfläche des Quecksilbers vergrößert wird. Und dies kann sehr leicht passieren. z.B. beim Bruch von Thermometern und Barometerröhren: Das Metall bildet dann kleine Kügelchen, die sich zudem kaum auffangen lassen und versickert in Ritzen und Böden. Durch Erschütterungen vergrößert sich dann die Oberfläche ... und jetzt setzt die Gefährdung ein, eben weil die Oberfläche jetzt groß ist und unkontrolliert größer werden kann!
Da man einen Bruch von Barometerröhren immer als Gau beim Transport annehmen muß, folgt darus, daß man gefüllte Barometer dieser und ähnlicher Bauart eigentlich gar nicht versenden darf. Einen begleiteten Transport im Auto oder per Bahn kann man vornehmen, aber auch da sind Vorkehrungen zu beachten.
Eine Quecksilbersäule die (bei artgemäßer Verwendung) frei schwingt, ist durch ihre große Dichte und ihre träge Masse in der Lage im Falle von Stößen auch das zugescholzene Ende eines Rohres "abzusprengen". Daher muß man durch Schrägstelle des Rohres dafür sorgen, daß das Quecksilber das Rohr vollständig ausfüllt. Kontrabarometer haben dafür einen Hahn, der in dieser Lage geschlossen wird. (Den Verkäufer unbedingt anfragen, ob dieser Hahn noch gängig ist!). Dann kann auf der Seite der offenen Seite der Schenkel schon nicht mehr viel passieren. Dann ist dieses offene Rohrende zu verschließen und der Verschluß (Korken o.ä.) gegen Herausfallen zu sichern.
Soi könnte man ein Kontrabarometer ggf. sogar (wegen des geschlossenen Hahnes) liegend oder anders versenden. Ich würde trotzdem davon dringend abraten. Da Torricelli-Barometer (engl. "Stick"-barometer) diesen Hahn nicht haben, ist es unmöglich, diese Barometer gefüllt zu versenden.  Der Verkäufer sollte also auf Abholung bestehen.
Ich hoffe, daß ich mit diesen Hinweisen auch etwas für die Umwelt habe tun können ...
epex


 
Schlagwörter:

Quecksilberbarometer

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